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  1. #71
    Katarina78 Gast

    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von Limette1 Beitrag anzeigen
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder die zu Hause in ihrer Muttersprache und im Kiga Deutsch sprechen oft nur unzureichend die deutsche Sprache erlernen und mit Schuleintritt aus diesem Grund Schulschwierigkeiten bekommen. Das hat z. T.sicher damit zu tun, dass bildungsnähe fehlt.
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Eltern, die gut Deutsch sprachen, Kinder hatten die ebenso gut die Sprache beherrschten. In diesen Familien wurde auch zu Hause viel Deutsch und nicht die Muttersprache der Eltern gesprochen.
    Ebenso habe ich die Erfahrung gemacht, dass Eltern, die bereits in zweiter oder dritter Generation hier leben, einen mittleren Schulabschluss gemacht haben mit ihrem Nachwuchs überwiegend in der Muttersprache sprachen und die Kinder oft sprachliche Schwierigkeiten hatten. Sozusagen erfolgte dort eine Rückentwicklung (schon mal den seltsamen Begriff "Parallelgesellschaft" gehört?).
    Es hängt m. M. nach von mehreren Faktoren ab, ob ein Kind mit Migrationshintergrund relativ gut eine andere Sprache lernt. Fest steht, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen und dazu gehört auch, dass die eigene Familie an dieser Stelle ihren Beitrag leisten muss, das sind zumindest meine Erfahrungen. Kiga und später Schule können nicht alles ausbügeln, was nur unzureichend angebahnt wurde.
    Ich habe Deutsch erst im Kindergarten gelernt. Das war überhaupt kein Problem. Und ich spreche Deutsch deutlich besser als so manch ein Deutscher und auch als meine Eltern.

    Es bringt natürlich nichts ein Kind erst mit 5 Jahren für ein Jahr in den Kindergarten zu schicken um die Sprache zu lernen. Das kann ordentlich nach hinten losgehen. Aber es stimmt, dass aus der Sprachwissenschaft die Erkenntnis herrührt, dass es egal ist welche Sprache zu Beginn gesprochen wird. Wichtig ist, dass die Bezugspersonen diese Sprache korrekt beherrschen, damit sich ein Kind auch mit dem System von Grammatik, Syntax usw. vertraut machen kann.

    Mit meiner Tochter spreche ich nur Deutsch, weil mir meine Muttersprache mittlerweile nicht mehr so flüssig über die Lippen geht und ich dort sowohl vom Wortschatz her als auch von der Grammatik Probleme habe. Einfach mangels Praxis.

    Und ich kann bestätigen, dass bei uns in der Grundschule die Migrantenkinder paradoxerweise die besseren Schüler waren. Obwohl zum Beipiel mir meine Eltern von Beginn an in Fächern wie Deutsch nicht helfen konnten.

    Wichtig ist, dass ein Kind die erste Sprache/Muttersprache richtig lernt. Nicht, dass die erste Sprache deutsch ist. Denn wenn die Eltern diese nicht korrekt beherrschen, dann kommt es ebenso zu Defiziten. Das kann man auch an deutschen Kindern sehen, deren Eltern ihre eigene Sprache nicht beherrschen. Und dadurch fehlen dann auch Basiskompetenzen für alle anderen Schulfächer.
    Geändert von Katarina78 (23.07.2009 um 14:21 Uhr)

  2. #72
    samgee ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Dann bist du aber eine seltene Ausnahme, wo es ohne entsprechende Förderung im Elternhaus geklappt hat. Denn ich kenne nur wenige, wo das so funktionierte. Und leider funktioniert es hierzulande auch im Kleinkindalter und in der Grundschule nicht richtig. Wie gesagt, hierzulande gibt es nicht wenige soziale Brennpunkte und diese sind Viertel mit hohem Anteil an Migranten und sozialem Niveau.

    Ich denke, es liegt AUCH am geistigen Horizont, an der Integrationswilligkeit und am Ehrgeiz der Eltern, aus den Kindern mal was besseres werden zu lassen als Hartz-IV-Empfänger. Nur leider sprechen die Zahlen eine andere Sprache.

    Im Gymnasium hier um die Ecke liegt der Ausländeranteil etwa bei 15% und das, obwohl hier in der Stadt der Anteil bei ca 60% liegt. Schaut man aber an die örtliche Gesamtschule (ohne Oberstufe) liegt der Ausländeranteil bei 80% und mehr. Vernünftiges Unterrichten ist dort z.T. nur mit zwei Lehrern möglich. Teilweise werden auffällige Klassen mit 2 Lehrern und einem Sozialpädagogen unterrichtet, weil es sonst ständig eskaliert.

    Muttersprache hin oder her. So lange die Eltern kein Engagement beim Spracherwerb, bei der Förderung der Kinder und bei der Bildung zeigen, möchte ich mein Kind nicht dort wissen, wo den Eltern das egal ist. Und das ist nun mal bei Migrantenkindern und bei Kindern aus sozialen Unterschichten öfter gegeben als bei Kindern aus dem sog. Bildungsbürgertum. Ist nur meine erfahrung, denn wir leben hier mittendrin statt nur dabei.

  3. #73
    Katarina78 Gast

    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Integration ist ja ein zweiseitiger Prozess. Beide Seiten müssen bereit dazu sein.

    Ich hatte das Glück, dass ich auch von deutschen Kindern zum Geburtstag eingeladen worden bin und mit vielen (hauptsächlich) deutschen Kindern befreundet war. Das hilft natürlich enorm.

    Und meine Eltern waren zwar einfache Arbeiter. Aber ihnen war immer wichtig, dass wir Kinder gut in der Schule sind. Also wurde uns schon vermittelt, dass Leistung und auch bis zu einem gewissen Grad Anpassung an die Kultur wo man lebt wichtig ist.

    Mir scheint es auch eher ein Bildungsproblem zu sein. Aber ich bin in dem Thema jetzt auch nicht so tief drin (was die Wissenschaft betrifft). Würde meine Tochter in einen problematischen Kindergarten gehen, in dem sie droht zu kurz zu kommen, wäre ich auch ruckzuck mit ihr da weg.

    Es ist halt eben doch wichtig was man seinem Kind vorlebt, glaube ich. Und da hakt es bei so manchen Familien. Natürlich auch bei Migranten.

  4. #74
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Ja, ich verstehe schon wo das Problem liegt. Aber Migrant ist eben nicht gleich Migrant. Und da mag ich jetzt vielleicht pedantisch sein, aber bei dem Wort Migrant immer gleich an den integrationsunwilligen Migrante zu denken finde ich aus meiner Perspektive sehr diskriminierend.
    Wenn wir spaeter wieder nach Deutschland ziehen faellt meine Tochter durch einen auslaendischen Namen auf, und sie hat definitiv einen Migrationshintergrund. Wenn dann jemand durch den Kiga laeuft und die Namensschilder liest, was denkt er dann beim Namen meiner Tochter????
    Kinder mit Migrationshintergrund gleichzustellen mit Kindern aus bildungsfernen, sozial schwachen oder intergrationsunwilligen Familien finde ich unfair. Du schreibst ja selbst, dass nicht alle Familien mit Migrationshintergrund diesem Klischee entsprechen.

  5. #75
    Zwilling ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Ich finde es schon eigenartig dass mit "Migrationshintergrund" immer türkische oder arabische Kinder gemeint sind.
    Italiener , Griechen, Franzosen, Spanier etc. haben keine Probleme mit der Intergration würd ich mal sagen.
    Und ich glaube nicht , daß das an uns (Deutschen) liegt...!!

  6. #76
    Katarina78 Gast

    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von Zwilling Beitrag anzeigen
    Ich finde es schon eigenartig dass mit "Migrationshintergrund" immer türkische oder arabische Kinder gemeint sind.
    Italiener , Griechen, Franzosen, Spanier etc. haben keine Probleme mit der Intergration würd ich mal sagen.
    Und ich glaube nicht , daß das an uns (Deutschen) liegt...!!
    Musst Du nicht glauben. Aber Integration ist eine zweiseitige Geschichte. Es gibt nicht viele Probleme auf der Welt wo man sagen könnte nur eine Partei ist daran Schuld.

    Hätte ich keine deutschen Freunde gewonnen, hätten die Eltern meiner Kindergartenkollegen Vorurteile gehabt und ihren Kindern nicht erlaubt mich einzuladen, wie bitte hätte ich mich dann in diese Gesellschaft integrieren können?

    Und es gibt sie, die türkischen, arabischen Kinder, die eben nicht zu den Geburtstagen von Max und Paul eingeladen werden. Wo die Mischung im Kiga einfach nicht stimmt. Wo die Kinder schon in dieser Gesellschaft verloren haben bevor sie überhaupt eine Chance hatten.

    Die Schuld nur den Eltern in die Schuhe zu schieben ist einfach. Aber damit macht man es sich auch als Gesellschaft zu einfach!

  7. #77
    gogoi Gast

    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von Katarina78 Beitrag anzeigen
    Musst Du nicht glauben. Aber Integration ist eine zweiseitige Geschichte. Es gibt nicht viele Probleme auf der Welt wo man sagen könnte nur eine Partei ist daran Schuld.

    Hätte ich keine deutschen Freunde gewonnen, hätten die Eltern meiner Kindergartenkollegen Vorurteile gehabt und ihren Kindern nicht erlaubt mich einzuladen, wie bitte hätte ich mich dann in diese Gesellschaft integrieren können?

    Und es gibt sie, die türkischen, arabischen Kinder, die eben nicht zu den Geburtstagen von Max und Paul eingeladen werden. Wo die Mischung im Kiga einfach nicht stimmt. Wo die Kinder schon in dieser Gesellschaft verloren haben bevor sie überhaupt eine Chance hatten.

    Die Schuld nur den Eltern in die Schuhe zu schieben ist einfach. Aber damit macht man es sich auch als Gesellschaft zu einfach!
    Dem kann ich nur zustimmen.
    Beide Seiten müßen aufeinander zugehen.

  8. #78
    samgee ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Wenn du in entsprechende Stadtteile ziehst, landest du in dieser Schublade. Ob du es willst oder nicht. Und dort wirst du deine Kinder sehr wohl als Eltern pushen müssen, um das Gegenteil zu beweisen.

    Ich wohne in einer Gemeinde, in der das Problem nicht oder nur ansatzweise existiert, aber wie ich schon schrieb ist der Nachbarort extrem betroffen (gehört zu den städten im Rhein-main-Gebiet mit dem höchsten Ausländeranteil). Und ich erlebe die "Paralellgesellschaft" jeden Tag. Es gibt Stadtteile, in denen der anteil der Deutschen in der Minderzahl ist. Und hier ticken die Uhren völlig anders.

  9. #79
    samgee ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Wir hier im Ort haben nur ansatzweise Migrationsprobleme. Aber die, die existieren, sind hauptsächlich mit Spätaussiedlern aus den Ostblockländern. Es ist nicht richtig, dass die probleme nur bei Türken oder Arabern zu suchen sind.

  10. #80
    nrj2009 ist offline Stranger

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    Standard Re: Kinder mit Migrationshintergrund

    Zitat Zitat von Zwilling Beitrag anzeigen
    Ich finde es schon eigenartig dass mit "Migrationshintergrund" immer türkische oder arabische Kinder gemeint sind.
    Italiener , Griechen, Franzosen, Spanier etc. haben keine Probleme mit der Intergration würd ich mal sagen.
    Und ich glaube nicht , daß das an uns (Deutschen) liegt...!!
    Ich denke ehrlich gesagt schon, dass es (auch) an den Deutschen liegt. Türkischen und arabischen - oder nennen wir es einfach islamischen - Migranten wird die Integration nicht so einfach gemacht, wie Franzosen, Spaniern und Sonstigen. Das hängt wohl damit zusammen, dass einfach zu viele Deutsche sich mit dem Islam nicht genug auskennen und damit nur Kopftücher, schlagende Ehemänner und 911 verbinden. Wobei es natürlich für einen Migranten auch viel einfacher ist, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, die dem eigenen Kulturkreis ähnlich ist. Und das ist natürlich bei einem Spanier oder Franzosen eher der Fall.

    Auf jeden Fall gibt es bestimmte Nationalitäten, denen sofort Sympathie entgegengebracht wird. Ich erlebe das sehr häufig, da wir einen französischen Nachnamen haben, auf den ich ständig angesprochen werde. Dass meine Kinder zweisprachig deutsch/frz. aufwachsen, finden auch immer alle ganz toll. Wenn ich sagen würde, mein Mann sei Türke und meine Kinder sprächen auch türkisch, würde das wohl kaum jemanden begeistern.

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