Hallo zusammen,

ich möchte nach meiner beinahe zweijährigen Kinderwunschzeit meine ganz persönliche Mutmachgeschichte mit euch teilen:

Ende 2017 entschieden wir uns für ein gemeinsames Kind mit geplantem Bastelstart ab Frühjahr 2018.

Darauf folgten beim Gyn-Kontrollbesuch mehrmals auffällige PAP-Abstriche mit dem Ergebnis "PAP3D".

Daraufhin Biopsie und Konisation mit der Auflage ein halbes Jahr mit dem Bastelstart zu warten - sicherheitshalber, um eine eintretende Schwangerschaft durch den verkürzten Gebärmutterhals nicht zu gefährden.

Die Wartezeit wurde für das Absetzen der Pille genutzt.

Sommer 2018: Freigabe durch den Arzt, wir dürfen mit dem Basteln losstarten!

Frühjahr 2019: Trotz NFP, Ovulationstests, diversen Globuli (Bryo, Ovaria Comp) Nahrungsergänzungsmitteln (Pimp my eggs - Zink, Selen, Vitamin D uvm.) und Kräutertees (Himbeerblättertee, Frauenmantelkraut) immer noch nicht schwanger.

Erste Bluttests (allgemeiner Hormonstatus, Schilddrüsenwerte) bei mir unauffällig.

Partner ab zum Spermiogramm - das ernüchternde Ergebnis: Kryptozoospermie mit 0,8 Mio. Spermien/ml!

...Eine Welt bricht zusammen...

Termin in Kinderwunschklinik vereinbart, die einzige Lösung: ICSI

Sommer 2019:
Erste Gespräche und Untersuchungen - der nächste Tiefschlag: AMH Wert von 0,4 im Alter von 34 Jahren und eine Zyste am Eierstock, die den geplanten Stimulationsstart verzögert.

Kontroll-Spermiogramm immer noch schlecht, aber besser mit 8 Mio./ml.

Herbst 2019:
Neuer Zyklus, neues Glück: Zyste ist weg, wir starten durch den niedrigen AMH-Wert relativ hochdosiert mit der Stimulation.

Punktion erfolgreich, Spermiogramm ernüchternd mit 0,2 Mio. Spermien/ml.

Transfer an Tag 5 einer gesunden Blastozyste - leider nichts übrig für Kryo.

Schwangerschaftstest negativ.

Winter 2019:
Nach einem Pausenzyklus erneuter Stimustart mit dem Ergebnis 9 Eizellen, davon 4 befruchtet und alle 4 entwickeln sich zur Blasto weiter.

Spermiogramm gleichbleibend schlecht mit 0,2 Mio./ml.

Transfer einer Blastozyste erfolgreich, die restlichen 3 werden kryokonserviert - Schwangerschaftstest 14 Tage später negativ.

Kinderwunschklinik empfiehlt Gebärmutterspiegelung inkl. Scratching vor dem nächsten Transfer, um Einnistungswahrscheinlichkeit zu verbessern.

...Wieder Verzögerung durch Wartezeit auf OP-Termin...

Wartezeit für Abnahme einiger Kilo genutzt.

Jänner 2020: Gebärmutterspiegelung ohne Befund, alles soweit ok - Scratching durchgeführt.

Februar 2020: Kryotransfer einer Blasto, Schwangerschaftstest negativ.

Wir beschäftigen uns mit dem Gedanken an Adoption.

März 2020: Verzögerung eines erneuten Kryoversuchs durch Corona-Lockdown: Kinderwunschklinik schließt vorübergehend.
Ungeduld durch die weitere Verzögerung "Ich werde schließlich auch nicht jünger und mein AMH-Wert auch nicht besser".

April 2020:
Telefonische Kontaktaufnahme mit Klinik während Lockdown, ich darf mit Einsetzen der Mens an Zyklustag 1 mit den Medikamenten starten, da die Kliniken mit Anfang Mai öffnen werden und die Kryo im kommenden Zyklus stattfinden kann.

Gedanken an Adoption werden konkreter, wir beschäftigen uns parallel mit der Planung des kommenden Kryo-Zyklus mit dem Adoptionsrecht und den Voraussetzungen und zeitlichen Abläufen und Rahmenbedingungen.

Ausbleiben der Mens verzögert den Start des kommenden Kryo-Zyklus ...
Ungeduld "Warum kann denn nicht einmal alles so laufen wie geplant?"

Am 2. Tag nach Ausbleiben der Mens ein "Alibi"-Schwangerschaftstest, um der winzig kleinen Hoffnung, die entgegen jedem Wissen und trotz der kaum vorhandenen Wahrscheinlichkeiten, jedes Monat doch wieder hervorkommt, entgegenzuwirken und es ist unglaublich: ER IST POSITIV!

Ich kann es kaum glauben.
Trotz einem absolut miserablen Spermiogramm zum wiederholten Male, meinem sehr niedrigen AMH-Wert von 0,4, rund 18 erfolglosen Zyklen mit GVnP und drei Blasto-Transfers ohne Erfolg bin ich jetzt "einfach so" komplett natürlich schwanger geworden

Mittlerweile bin ich in der 37. Woche angekommen, die Schwangerschaft ist bisher zum Glück komplikationslos verlaufen - alle bisherigen Screenings und Tests (Ersttrimesterscreening, NIPT, Organscreening,...) unauffällig und wir freuen uns in den letzten verbleibenden Wochen unbändig auf unser Weihnachtswunder

Ich hab keine Ahnung, was letzten Endes zum Erfolg geführt hat - ob die 5 verlorenen Kilos, das Gebärmutter-Scratching, eine Kombination aller Faktoren oder einfach Glück der ausschlaggebende Faktor waren, ich weiß es nicht.

Ich möchte euch durch meine Geschichte nur mitgeben:

Gebt die Hoffnung nicht auf - egal, wie aussichtlos es erscheint.

Es passieren immer wieder Wunder, die theoretisch gar nicht möglich wären.

Und wann wäre die Zeit passender als jetzt für ein kleines oder großes Weihnachtswunder?

Ich wünsche euch allen nur das Beste und jedem einzelnen ein magisches Wunder, das zum persönlichen Glück führt.

Eine besinnliche Adventszeit, alles Liebe, gebt die Hoffnung nicht auf & ein wunderbares Weihnachtsfest!