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Thema: Azoospermie, Tese, Samenspende?!?!?!

  1. #1
    Mirsi ist offline Stranger

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    Standard Azoospermie, Tese, Samenspende?!?!?!

    Hallo,
    ich schreib hier einfach mal aus meiner Sicht (Mann). Ich hatte im Juni 2016 einen Hodentumor, der vollständig entfernt wurde und bisher teu teu teu nichts mehr gefunden wurde.
    Wir wünschen uns seit April 17 ein Kind und jhaben aufgrund meiner Vorgeschichte im Dez 17 ein Spermiogramm bei meinem Urologen machen lassen. Herzausgekommen ist...nichts.
    Es folgte darauf der erste Beratungsgespräch in einer Kinderwunschklinik plus Überweisung zum Andrologen.
    Viele Termine Später und 2 Spermiogramme mehr auch das gleiche Ergebnis.. absolut nichts.

    Meine Hormonwerte:

    Testosteron 1,46
    FSH: 23.0
    LH: 8.73
    Inhibin-b: negativ

    Aufgrund der Werte hat der Androloge mir die Diagnose unter 1% erfolgreiche TESE gegeben. Alles eine schlimme Sache keine Frage aber ich hab mich vorher schon mit Plan B (Samenspende) auseinandergesetzt und bin nicht zutief gefallen. Und hat mir zusätzlich Testosteron verschrieben das ich aber noch nicht genommen haben wegen einer Zweitmeinung.

    Aber ich wollt es mir nicht nehmen lassen eine zweite Meinung einzuholen und hatte heute Morgen einen Telefontermin mit Prof. Dr. Schulze.

    Der gab mir eine Chance von 15%-20% einer erfolgreichen TESE.

    Nun sind wir am überlegen was wir tun. Auf der einen Seite war der Samenspende Gedanke schon so greifbar und real das wir das Morgen beim nächsten Termin in der Kinderwunschklinik schon ansprechen wollten und uns genauere Infos geben lassen wollten.
    Auf der anderen Seite ist diese Restchance die man noch hat.

    Gibts hier welche die ähnliche Werte hatten und zwischen der Entscheidung standen?
    Und wie habt ihr euch entschieden?
    Habt ihr die Entscheidung bereut?

    Vielleicht auch die Frage an Männer wenn hier welche vertreten sind oder aus Sicht der Frauen über Ihre Männer.
    Wie sind die Männer mit dem Thema Samenspende umgegangen? Also hatten sie Zweifel gerade auch wenn das Kind mal auf der Welt ist nicht als Vater akzeptiert zu werden sobald man die Kinder aufklärt?

    Habt ihr es euren Eltern/Schwiegereltern erzählt? Wie war da die Reaktion?

    Ihr seht schon Fragen über Fragen.

    Sorry schonmal dafür ...

  2. #2
    Avatar von DGC
    DGC
    DGC ist offline old hand

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    Standard Re: Azoospermie, Tese, Samenspende?!?!?!

    Hi Mirsi,

    Es ist ein schwieriges Thema... bin jetzt grad auch nicht so der Sperma-Spezi wollte aber einfach mal ne grundsätzliche Rückmeldung geben....

    Eine erfolgreiche KiWuBehandlung hängt von wirklich vielen Faktoren ab. Spermien sind das eine, das andere aber auch der Zyklus, die Eireifung, die Kompatibilität und Befruchtung, durchlässige und funktionale Eileiter, eine gute Gebärmutter mit optimaler Schleimhaut etc... dafür spielen Alter, Gesundheit und auch Glück eine Rolle...

    Je mehr optimal ist, desto höher die Chancen.... trotzdem ist es zB so, dass bei jungen gesunden Frauen pro Jahr von 12 Eiern nur ca 3-4 in der Lage sind sich nach Befruchtung überhaupt zum Embryo zu entwickeln...abgesehen von den anderen oä Komponenten...

    Ich kann verstehen, dass man sich ein genetisch eigenes Kind wünscht und alle Wege hierfür gehen möchte... Es kann aber sein, dass der Weg dadurch sehr viel schwieriger, länger, teurer etc wird....das sollte man sich sehr klar machen...

    Frauen sind in der Situation, dadurch das Eizellenspende hier verboten ist, gezwungen sich im Ausland behandeln zu lassen...
    Eine Samenspende ist da ein vergleichsweise „einfacher“ Weg, schonmal ein großes Problem zu eliminieren um das Ziel Kind zu erreichen...

    Ich will damit nicht die Tese ausreden oder so... aber ein wenig sensibilisieren für all die anderen Meilensteine die es sonst zu überwinden gibt.... wenn es einem da „relativ egal“ ist kann man es sich halt „weniger schwer“ machen...

    Zum Thema Kind Lieben, andere einbeziehen, Wahrheit sagen etc....
    wir sind genetisch beide die Eltern, haben aber künstliche Befruchtungen hinter uns. Das Problem lag „nur bei mir“: Ich hatte Gebärmutterhalskrebs, dadurch ist der Weg in die GM zerstört. Hinzu kam bei Baby Nr 2 noch, dass die beiden Eileiter ihren Geist Aufgaben ua.... wodurch Nr. 2 über 2,5 Jahre KiWuZ dauerte..

    Bei uns weiß jeder Bescheid und ich finde das viel entspannter als herumdruckserei, überlegen wer weiß was etc.... dadurch entstehen nur noch mehr Missverständnisse, Gerüchte Etc....

    Die Leute gehen unterschiedlich damit um. Nach einer gewissen Zeit fragt eigentlich auch keiner mehr nach... den meisten ist es unangenehm während der langen Behandlung in offenen Wunden zu rühren oder einfach auch irgendwann egal! Wenige bleiben interessiert am Ball, andere Doofköpfe glänzen mit Schlaubi-Sprüchen a la „warum tut ihr euch denn sowas an?“

    Auch unsere Kinder werden von vornherein ohne „Geheimnis“ aufwachsen... die Große (4) weiß dass Mama nur mit ärztlicher Hilfe ein Baby bekommen konnte, dass sie direkt aus dem Bauch geholt wurde etc. Sie weiß dass wir sie uns so sehr gewünscht haben, dass wir richtig um sie gekämpft haben und wir überglücklich sind sie zu haben... ich glaube Genetik spielt da höchstens in der pubertären Trotzphase eine Rolle wenn sie alle Mittel nutzen um weh zu tun.... a la „du bist nicht mein Vater“... da haben sie aber das Alter auch mal einen harten Spruch hören zu dürfen wie: „Vater sein hat nix mit nur abspritzen zu tun sondern mit der Entscheidung für lebenslange Liebe und Verantwortung!“

    Ich wünsche dir alles gute!!!!!

  3. #3
    pura ist offline newbie

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    Standard Re: Azoospermie, Tese, Samenspende?!?!?!

    Hallo Mirsi,

    wir standen vor zwei Jahren auch vor der Entscheidung TESE oder nicht. Wir haben uns dagegen entschieden.

    Mein Mann hat schon so viel Zeit im Krankenhaus verbracht. (Non-Hodgkin-Lymphom IVb, zweimal Stammzelltransplantiert in 2004/2005)
    Die Ärzte haben damals schon eine schlechte Prognose für Kinderwusch vorhergesagt – und dies wurde im Spermiogramm 2007 + 2016 auch bestätigt. Komplette Azoospermie. 2016 haben wir auch Hormone testen lassen. Er hatte hohe FSH und niedrige LH Werte was wohl auf eine inaktive Spermienproduktion hinweisen soll. Dazu gibt es auch einiges im Netz.

    Und selbst wenn die TESE ein paar Spermien hervorgebracht hätte - es läuft mit TESE eigentlich immer auf künstliche Befruchtung ICSI hinaus. Mit dem ganzen Drumherum von Hormonen, Punktion und Transfer – dazu muss dann auch die Frau bereit sein.

    Nicht zu vergessen ist leider auch der finanzielle Aspekt. Ich hatte auch Kontakt zu Dr.Schulze.
    Ist halt eine Privatklinik und ich glaube allein die TESE kostet da schon 2.000€. Dann noch 2-3 mal ICSI. Alles ohne Garantie. Hm. Schwierig.

    Mittlerweile versuchen wir es seit Apr. 2017 mit einem privaten Samenspender – so ganz ohne Klinik (Bechermethode). Wir sind jetzt im 6.ÜZ. Es gab ein paar Pausenzyklen. Aufgrund der Entfernung ist das Timing manchmal nicht so einfach und ich wurde letzten Monat auch noch operiert- Diagnose Endometriose, aber wir versuchen es trotzdem noch weiter.

    Ich finde es sehr bemerkenswert dass du scheinbar so offen und positiv der Samenspende gegenüber stehst. Ich habe lange versucht meinen Mann von einer Samenspende zu überzeugen, wollte aber auch immer dass die endgültige Entscheidung von ihm kommt. Und ja, er/wir haben unsere Ängste. Aber ich bin mir sicher er würde das Baby abgöttisch lieben. Genetisch verwandt oder nicht.

    Ich möchte auch kein Geheimnis aus der Samenspende machen, zumindest wenn irgendwann hoffentlich wirklich ein Kind daraus entstanden ist.
    Er würde es aber lieber einfach unter den Teppich kehren. Das kommt aber für mich nicht in Frage. Ich sehe an einer Samenspende nichts Falsches – im Gegenteil- es ist ein Wunschkind, kein Unfall oder sonstiges. Man sollte stolz darauf sein also wozu verheimlichen?
    Erst durch die Heimlichkeiten, Gerüchte usw. entsteht ein negatives Bild.

    Wenn das Kind mit der Information, dass es einen Samenspender gab, aufwächst ist es für die Eltern nicht immer leicht, aber für das Kind wäre es viel schlimmer mit 16 Jahren plötzlich davon zu erfahren. Es gibt ja mittlerweile sogar schon kindgerechte Bücher zur Samenspende z.B. von Petra Thorn-Die Geschichte unserer Familie.

    Vielleicht habt ihr ja mittlerweile schon eine Entscheidung getroffen?
    Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen. Dann kann ich die Männersicht vielleicht auch noch etwas besser verstehen lernen.

    LG Pura

  4. #4
    Berlino ist offline Stranger

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    Standard Re: Azoospermie, Tese, Samenspende?!?!?!

    Es lohnt sich auf jeden Fall nicht nur ein Mal die 80 Euro für das Spermiogramm auszugeben. Allerdings empfehle ich unterschiedliche Orte (Arztpraxen/Kliniken) bei der Abgabe!

    Manche Ärzte verdienen tatsächlich mit der Angstmache vor Unfruchtbarkeit! Es gibt keine verpflichtende Zähl- bzw. Rechenmethode, noch herrscht eine einheitliche Lehrmeinung über die Referenzwerte!

    Ein Spermiogramm sagt über die Fruchtbarkeit - ausser in Extremfällen - nicht wirklich etwas aus. Eine Serie von Spermiogrammen ist für eine Aussage über die Fruchtbarkeit nötig!

  5. #5
    FrauTaui ist offline journey (wo)man

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    Standard Re: Azoospermie, Tese, Samenspende?!?!?!

    Hey Mirsi,

    Letztendlich könnt nur ihr die passende Entscheidung für euch treffen. Wir haben eine erfolgreiche Tese hinter uns. Mein Mann hat immer gesagt, dass er alles versuchen möchte was geht, weil er sich keine Vorwürfe machen möchte, dass er nicht alles getan hat. Ich hatte aber unendlich Angst vor dem Tag des Eingriffs (es war auch noch mein Geburtstag). Für meinen Mann war Samenspende kein Thema, bis er die letztendlich Diagnose hat. (er war aber eher dagegen und konnte sich eher eine Adoption vorstellen).

    Er hat es gemacht, aber ihm wurden auch recht gute Chancen ausgerechnet.

    Es ist ein langer Weg, aber wir hatten unheimliches Glück und würden es jederzeit wieder machen. Wir wünschen uns noch ein zweites Kind.

    Hört auf euer Herz.

    Alles gute

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