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  1. #31
    piersicuta ist offline Stranger
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    Zitat Zitat von Smudi Beitrag anzeigen
    Ich wünsche dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen. Ich werde Klage vom Sozialgericht nun einlegen, denn der Widerspruchsausschus der KK hat mir auch abgelehnt.
    So, ich komme auch mit meiner Geschichte. Ich wurde auch 3mal abgelehnt (einmal "normal", dann vom Widerspruchsausschuss, dann auch vom Vorstand, nachdem ich um eine Einzelfallentscheidung gebeten habe). Jetzt kommt also Klage beim Sozialgericht (habe heute mehrere Anwälte kontaktiert, meinen Fall geschildert und um ein Angebot für die Vertretung gebeten).

    Ich mache jetzt Copy&Paste mit meiner heutigen Email an das Bundesversicherungsamt.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich wende mich an Sie mit der Bitte um die Prüfung des Sachverhalts und Ihre dringende Unterstützung für die Durchsetzung einer Mutter-Kind-Kur bei der DAK.

    Ich schicke Ihnen als Anlage die gesamte Korrespondenz mit der DAK zur Einsicht.

    Zusammenfassend:

    Ich habe die Mutter-Kind-Kur am 25. August 2010 beantragt. Antragsrelevante Diagnosen (wie von meinem damaligen Hausarzt angegeben): Reaktion bei schwerer Belastung, Angst- und depressive Störungen, gemischt, Burn-out-Syndrom, Schlafstörungen; extreme familiäre Belastung, psychische Überlastung, abnorme Gewichtszunahme. Ziel der Maßnahme laut meinem damaligen Arzt: Besserung der psychosozialen Lage, Wiederfindung des inneren Gleichgewichts, sozioprofessionelle Wiedereingliederung. Ich habe einen Selbstauskunftsbogen ausgefüllt, in dem ich ausführlich über meine Probleme, Symptome und Depressionen berichtet habe. Auch wurde darauf hingewiesen und mit entsprechenden Rechnungen belegt, dass ich mich seit 2004 auf eigene Kosten in einer klientenzentrierten psychotherapeutischen Behandlung befinde.

    Mein Antrag wurde am 15. September 2010 mit folgender Begründung abgelehnt: "Der MDK ist der Auffassung, dass die beantragte Maßnahme nicht zielführend sei. Es besteht Behandlungsbedürftigkeit, die ggfls. auch in einem stationären Rahmen (z.B. Klinik Hohe Mark) erfolgen sollte. Die sich anschließende Psychotherapie sollte von einem Traumatherapeuten durchgeführt werden". Es wurde völlig ignoriert, dass ich ausdrücklich angegeben hatte, dass wir keine Familie in Deutschland und somit absolut keine Möglichkeit haben, unseren Sohn woanders betreuen zu lassen!!!

    Am 11. Oktober 2010 habe ich fristgerecht einen ausführlichen Widerspruch eingereicht, in dem ich u.a. die Kopie des entsprechenden Gutachtens des MDK sowie eine eingehende und spezifische Begründung der Ablehnung verlangt habe. Es wurde mir im Dezember 2010 erst ein zweites Gutachten in Kopie übersandt, das NACH meinem Widerspruch erstellt worden war. Dort hieß es u.a. "Die angegebenen belastenden Stress- und Risikofaktoren lassen eine multifaktorielle, vordergründige mütterspezifische Problematik nicht erkennen [...] bei Vorliegen krankheitswerter psychischer Befunde der Rahmen einer Vorsorge-Maßnahme und Mutter-Kind-Kur gesprengt wurde. [...] Die bei Antragstellung im Juni angegebenen psychischen Beschwerden haben einer Wiederaufnahme der Berufstätigkeit ab August 2010 nicht entgegen gestanden. Dies lässt den Rückschluss zu, dass wesentliche Beeinträchtigungen oder Fähigkeitsstörungen, die einer stationären Behandlung bedürften, nicht vorliegt [sic!!]. Eine ambulante traumatherapeutische Behandlung erscheint daher ausreichend". Es wurde - genauso wie bei der angebotenen Scheinlösung mit der Behandlung in der Klinik Hohe Mark - wieder ignoriert, dass ich ausdrücklich angegeben hatte, dass wir absolut keine Möglichkeit haben, unseren Sohn außerhalb der Familie betreuen zu lassen!!! Ferner scheinen die Herren Ärzte des MDK nicht zu wissen, dass man sich auf keinen Fall einer Traumatherapie unterziehen kann, wenn man depressiv und total erschöpft ist und unter Burnout leidet, denn in einer Traumatherapie geht es ausschließlich darum, sich unterdrückte Traumen wieder ins Bewusstsein zu holen, um diese aufzuarbeiten, was nur dann funktionieren kann, wenn man einigermaßen seelisch stabil ist!! Außerdem ist und war mein altes Trauma nie Gegenstand meines Kurantrags!

    Es folgte eine telefonische Nachfrage seitens der DAK, ob ich denn meinen Widerspruch aufrechterhalten möchte, damit sie "das an den Widerspruchsausschuss weitergeben" dürften, daraufhin bat ich die Sachbearbeiterin ausdrücklich, von weiteren telefonischen Nachfragen dieser Art abzusehen, mir den gesamten Vorgang schriftlich zu übermitteln und nichts in meinem Namen an den Widerspruchsausschuss weiterzugeben. Einige Tage später, Anfang Januar 2011, folgte ein Schreiben von der DAK, in dem ich um Geduld und Verständnis gebeten wurde, während mein Vorgang geprüft werden sollte.

    Am 27. Januar 2011 verfasste ich ein erneutes Schreiben an die DAK, in dem ich ausdrücklich das ursprüngliche Gutachten verlangte, das zu der Ablehnung meines Antrags geführt hatte, und in dem ich außerdem um eine dringende persönliche Begutachtung durch einen der Ärzte des MDK bat. Ebenfalls bat ich darum, "mir einige kompetente Traumatherapeuten im Umkreis von Frankfurt/Offenbach zu empfehlen" und beendete den Brief mit dem Satz: "Ich werde versuchen, nach erfolgreich durchgeführter Mutter-Kind-Kur auch diese Behandlungsmöglichkeit in Anspruch zu nehmen, aber zum jetzigen Zeitpunkt MUSS jede gesundheitliche Maßnahme, um für mich sinnvoll zu sein, meinen Sohn unmittelbar miteinbeziehen", da wir absolut keine Betreuungsmöglichkeit für ihn haben und mein Mann ganztags arbeitet.

    Es folgte am 3. Februar ein Schreiben der DAK mit Adressen von 4 (Trauma-)Therapeuten und einer Ablehnung eines Termins zur Begutachtung durch einen Arzt des MDK mit der Begründung, der MDK sei "eine [...] unabhängige und neutrale Instanz. Die Beurteilung des MDK ist entsprechend ihrer Zweckbestimmung bei der Entscheidung der DAK [...] nach der medizinischen Seite hin richtunggebend. Ob eine Begutachtung im Einzelfall nach Aktenlage oder nach einer Untersuchung erfolgt, liegt allein im pflichtgemäßen Ermessen des MDK".

    Nach 5-monatigem Schweigen (!!!) seitens der DAK habe ich am 3. Juni 2011 ein erneutes Attest von meiner jetzigen Ärztin eingeholt (wir sind letzten Sommer von Hanau nach Obertshausen gezogen), mit dem die Ärztin die medizinische Dringlichkeit einer stationären Mutter-Kind-Behandlungsmaßnahme für mich ausdrücklich betonte, da meine Probleme sich jetzt auch auf das Kind übertragen!! Das Attest schickte ich dann zusammen mit einem erneuten Schreiben an die DAK, in dem ich aufgrund einer wesentlichen Verschlechterung meiner psychosomatischen Beschwerden (Lumbalgie, Athralgien, Hüftbeschwerden) um eine dringende Antwort auf meinen Widerspruch bat.

    Am 27. Juli 2011 bekam ich den endgültigen Ablehnungsbescheid (datiert auf den 21. Juli!!). Die Mitglieder des Widerspruchssausschusses (DREI Männer und eine Frau!!) haben entschieden, dass meinem Widerspruch nicht stattgegeben werden kann. Die fadenscheinige und klischeehafte Begründung können Sie dem in Kopie beigelegten Ablehnungsbescheid entnehmen, ich möchte nur auf den flagrantesten Widerspruch in der Argumentation des Widerspruchsausschusses hinweisen. Sie führen nämlich zunächst aus, dass "Befunde mit derartigem Krankheitswert (!??) der Behandlung im Rahmen einer auf mütterspezifische Probleme ausgerichteten Einrichtung nicht zugänglich wären" (was nicht stimmt, es gibt durchaus Kliniken mit Schwerpunkt "Trauma", z.B. Friesenhörn!!) und es wäre "eine wesentlich intensivere fachspezifische Behandlung angezeigt, möglichst durch einen Traumatherapeuten, wobei anfänglich auch eine stationäre Behandlung in Erwägung zu ziehen sei" (und das OBWOHL ich mehrmals in meinen früheren Schreiben unmissverständlich angegeben haben, dass wir hier keine Familie und daher absolut keine Betreuungsmöglichkeit für meinen Sohn haben, so dass jede gesundheitliche Maßnahme, die für mich sinnvoll sein soll, meinen Sohn unmittelbar miteinbeziehen MUSS!!). Außerdem wird wieder ignoriert, dass ich bereits seit vielen Jahren (auf eigene Kosten!) in psychotherapeutischer Behandlung bin, also ist dieser Bedarf abgedeckt! Im Klartext wären also meine "Befunde" auf der einen Seite zu schwerwiegend für eine Mutter-Kind-Behandlungsmaßnahme (!), weiter unten argumentiert die DAK allerdings paradoxerweise wie folgt: "Andererseits stand Ihre Erkrankung der Aufnahme einer Beschäftigung nicht entgegen, eine Unterbrechung wegen Arbeitsunfähigkeit ist bisher nicht zu verzeichnen. Es muss mithin davon ausgegangen werden, dass Sie in der Lage sind, die vom MDK empfohlene traumatherapeutische Behandlung ambulant in Anspruch zu nehmen." Was nun, stationär wegen des "derartigen Krankheitswertes" oder doch nur ambulant, weil ich doch arbeiten kann und noch nicht am sozialen Abgrund liege (wobei mir in einem solchen Fall eine Kur sowieso nicht mehr helfen könnte)??? Und wo bitte soll das Kind in dieser Zeit bleiben???

    Außerdem "dürfe die DAK keine Maßnahme bewilligen, von der keine Besserung der Erkrankung erwartet werden kann" (die DAK hat wohl auch eine Kristallkugel, mit der sie genau sehen können, dass diese "Maßnahme" bei mir eben keine Wirkung haben wird, und das nachdem sie mir eine persönliche Begutachtung durch einen der MDK-Ärzte abgelehnt haben!!!!). Wie der MDK in seinen Begutachtungsrichtlinien darstellt, ist die Funktionsfähigkeit eines Menschen bezüglich bestimmter Komponenten der Gesundheit als eine Wechselwirkung zwischen Gesundheitsproblemen und Kontextfaktoren zu verstehen. Interventionen bezüglich einer Größe können eine oder mehrere andere Größen verändern (S. 12). So erscheint es nur folgerichtig, dass Leistungen nach § 24 SGB V unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebenszusammenhänge das Ziel verfolgen, den spezifischen Gesundheitsrisiken und bestehenden Erkrankungen von Müttern und Vätern im Rahmen stationärer Vorsorgeleistungen durch eine ganzheitliche Therapie unter Einbeziehung psychologischer, psychosozialer und gesundheitsfördernder Hilfen entgegenzuwirken.

    * * * * *

    Fakt ist und bleibt: Ich leide an massiven Befindlichkeitsstörungen und psychosozialen Kontextfaktoren gemäß der MDK Begutachtungsrichtlinie 3.5.
    Die von der DAK vorgeschlagene psychosomatische Rehabilitationsmaßnahme und die in der zweiten Ablehnung genannte ambulante Traumatherapie sind nicht zielführend und schlicht nicht umsetzbar. Ich werde therapeutisch bereits seit 7 Jahren betreut und bin in diesem Fall gut abgesichert, eine zusätzliche ambulante Psychotherapie ist daher nicht notwendig. Die Behandlung erfolgt ausschließlich auf eigene Kosten seit 7 Jahren. Ebenfalls brauche ich keine psychiatrische Behandlung. Vielmehr muss ich unbedingt eine intensive stationäre Revitalisierung meiner Kraftreserven erhalten, um der besonderen Mehrfachbelastung (Erziehung/ Therapie/ Berufstätigkeit/ Alltagslasten) standhalten zu können. Ein unmittelbarer Ausfall der Mutter droht, wenn ich keine zeitnahe stationäre Behandlung erhalte in einer dafür vorgesehenen Mutter-Kind-Kurklinik nach § 24 SGB V. Die begehrte Kurform ist eine Maßnahme, um eine Erkrankung oder einen Ausfall zu verhindern. Dies ist auch der Kurantragsgrund. Eine erfolgreiche gesundheitliche Maßnahme muss unbedingt die Herausnahme der Mutter aus dem familiären Kontext beinhalten und die Betreuung des Kindes sicherstellen.

    MDK Begutachtungsrichtlinie 3.5

    - schweres Erschöpfungssyndrom
    - depressive Verstimmungen
    - Schlafstörungen
    - unspezif. muskelskeletale Schmerzen
    - Fehlernährung (starkes Übergewicht)
    - multiple psychosomatische Befindlichkeitsstörungen
    (6 Befindlichkeitsstörungen)

    - mangelnde Unterstützung (Ehemann berufstätig)
    - alleinige Verantwortung für die Pflege des Kindes
    - Erziehungsschwierigkeiten
    - Partner/ Eheprobleme
    - Schwierigkeiten bei der Problembewältigung besonders im Alltag
    - ständiger Zeitdruck
    - soziale Isolation
    (7 psychosoziale Kontextfaktoren)


    Der MDK hat in seiner Stellungnahme festgestellt, dass Behandlungsbedürftigkeit durchaus besteht. Die medizinische Indikation für eine Vorsorgeleistung ist daher nicht umstritten. Für mich kommt nur eine Mutter-Kind-Kur in Betracht. Wenn der MDK eine stationäre Behandlungsmaßnahme empfiehlt, bedeutet dies zwangsläufig den Anspruch auf eine Mutter-Kind-Kur. Dies ergibt sich aus den seit Oktober 2005 maßgeblichen Begutachtungsrichtlinien Vorsorge und Rehabilitation, die vom MDK herausgegeben sind. Danach kommt eine Mutter-Kind-Leistung in Betracht, wenn das Kind während der Leistungsinanspruchnahme der Mutter nicht anderweitig betreut und versorgt werden kann und die Durchführung der Leistung für die Mutter daran scheitern kann.

    * * * * *

    Die Frist zur Einreichung einer Klage beim Sozialgericht Frankfurt, um diese Mutter-Kind-Maßnahme einzuklagen, läuft am 26. August ab. Da sich allerdings ein solches Verfahren über mehrere Monate hinziehen kann und diese Kur für mich wirklich dringend und lebensnotwendig ist, möchte ich Sie nunmehr bitten, sich kurzfristig einzuschalten und mich zu unterstützen, die DAK davon zu überzeugen, dass sie mir diese Maßnahme dringend genehmigen muss.

  2. #32
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    Man kann Kinder wohl in bestimmte psychiatrische und psychosomatische Kliniken als Begleit-/ Therapiekinder mitnehmen.

    Ich habe beides hinter mir: MuKiKur und psychosomatische Klinik.

    Mukikur war ganz nett (Zusatzurlaub halt), gebracht hat es nicht viel, ich war dafür einfach zu krank. Von meiner Therapie in der Psychsomatik habe ich wirklich profitiert und profitiere ich heute noch.

    Ich würde an deiner Stelle mich richtig behandeln lassen und diesen Zirkus mit der KK vermeiden.

    Glaub mir, der MDK hat Recht.

  3. #33
    piersicuta ist offline Stranger
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    In welcher psychosomatischen Klinik warst du? Wie lange? Was wurde dort genau anders gemacht im Vergleich zu der MuKiKur und wo liegen die Vorteile? Vielen Dank für deine Antwort.

  4. #34
    WATERPROOF ist offline Renitent.
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    du hast eine pn

  5. #35
    piersicuta ist offline Stranger
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    Der MDK hat eben nicht Recht. Heute habe ich Zeit, etwas ausführlicher zu berichten.

    Nach 7 Jahren Therapie und mehreren Depressionswellen, die ich ohne andere Maßnahmen bewältigt habe, kann ich Folgendes dazu sagen. Eine MuKiKur ist deshalb geeignet, weil das, was ich jetzt brauche, ist schlicht und ergreifend ALS MUTTER ZU FUNKTIONIEREN. Das kann und muss sehr wohl eine MuKiKur leisten. Ich will hoffen, dass man nicht dahingeht, um 2 Massagen zu bekommen und eine Stunde vor der Gruppe zu weinen, oder? Es geht grundsätzlich um die Revitalisierung der Kraftreserven. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das ist es, was ich brauche. Ich werde es wohl am besten wissen, ich bin 43 Jahre alt, intelligent und therapieerfahren genug ;-)

    Als ich meinem Anwalt den Fall geschildert habe, hat er auch sofort begriffen: "Wenn es den sogenannten Krankheitswert gegeben hätte, wären Sie doch längst zum Arzt gegangen für eine Überweisung zu einer intensiveren Psychotherapie, die die Kasse dann hätte bezahlen müssen". Also ist die einfache Tatsache, dass ich seit 7 Jahren bei einer nicht kassenzugelassenen Therapeutin in Therapie bin, der eindeutige Beweis, dass meine Depression zu keinem Zeitpunkt einer intensiveren Behandlung bedurfte. Ich glaube, man kann wirklich keinem Menschen unterstellen, er würde gerne depressiv bleiben oder er würde aus eigener Tasche jahrelang eine nutzlose Therapie bezahlen, die ihm nicht guttut, von daher ist meine Situation leicht nachvollziehbar, denke ich...

    Frau Angela Voß von der Mütterkurhilfe Hamburg, die mich ebenfalls in meinem Vorhaben unterstützt und die ich nur wärmstens empfehlen kann, erzählte mir von ihrer Erfahrung und der Erfahrung mehrerer ihrer Bekannten in einer psychosomatischen Klinik: 4 Anwendungen am Tag, enormer Druck um die Traumen schnell zu "erledigen" (!!!???) und zum Teil richtig "grauenvolle" Therapieansätze, die sich auf keinen Fall nach den persönlichen Bedürfnissen der Personen richteten. Es ist für mich also definitiv nicht der richtige Moment in meinem Leben, um in einer psychosomatischen Kur zu versuchen, mit Gewalt (in 6 oder auch 12 Wochen, von mir aus, ist egal!) alte unterdrückte Traumen an die Oberfläche zu schleudern, weil dann vielleicht der endgültige Zusammenbruch entstehen würde. Mit der Psyche ist nicht zu spaßen und man darf nicht vergessen, dass das Leben meines Kindes hier ebenfalls auf dem Spiel steht!!

    In den 7 Jahren Therapie habe ich gelernt, auf bestimmte Auslöser entsprechend zu reagieren, die Depression bis zu einem gewissen Grad zuzulassen, so wie ich es gerade verarbeiten konnte, meine Therapeutin hat mir immer Zeit gelassen, um auf entsprechende Erkenntnisse oder auftauchende Erinnerungen zu reagieren und diese aufzuarbeiten, kurz gesagt: meine Abwehrmechanismen waren und sind sehr stark und ich habe immer viel Zeit gebraucht, bis ich mal wieder ein altes Trauma "knacken" konnte. Keine psychosomatische Kur der Welt kann sich in so kurzer Zeit mit meinen Traumen effektiv auseinandersetzen, glaube mir! Außerdem habe ich 1 Jahr (!!) gebraucht, um das Vertrauensverhältnis zu meiner Therapeutin aufzubauen, wie könnte mir also ein Fremder in ein paar Wochen helfen, meine Abwehrmechanismen zu knacken und meine Depression so schnell aus der Welt zu schaffen? Das geht auf gar keinen Fall und daher - ich sage es gerne nochmal ;-)) - soll und braucht meine Depression auch nicht im Vordergrund der gesundheitlichen Maßnahme stehen, sondern eben nur die Verhinderung des Ausfalls der Mutter für mein Kind!

    Na ja, ich könnte hier auf 5 Seiten viel detaillierter auf alles eingehen (das werde ich in meiner Klagebegründung tun), aber ich glaube, man kann sich schon ungefähr vorstellen, was ich meine.

    Vielmehr brauche ich eben diese Revitalisierung meiner Kräfte, um einfach ALS MUTTER für mein Kind präsent und erholt da zu sein. Das Mütterspezifische an der ganzen Sache ist eben, dass es nicht um meine Misshandlungen und meinen Missbrauch als Kind geht (was ja in den Mittelpunkt rücken würde, sobald man eine solche Art von Kur anfangen würde!!), sondern es geht ausschließlich um mich als Mutter und um mein Kind und ich darf als mündiger Erwachsener, der seine persönliche Lebensgeschichte am besten kennt, am besten wissen, was für mich notwendig und sinnvoll ist. Hier muss für mich eine sinnvolle gesundheitliche Maßnahme ansetzen und das kann durchaus eine MuKiKur leisten: den Ausfall der Mutter durch Regeneration der Kraftreserven verhindern.

    Ich habe ansonsten kein Problem, in der Gesellschaft zu funktionieren, auf der Arbeit werde ich weiterhin geschätzt und habe mich gut reintegriert, es besteht also auch keine Gefahr der Arbeitslosigkeit (so dass mich dann die Krankenkasse schnell an die RV schieben könnte!!), die "soziale Maske" trage ich also absolut perfekt, die einzigen, die außer mir unter meinen Problemen leiden, sind mein Sohn und mein Mann, meine FAMILIE, also ist es durchaus eine ausschließliche Mütterproblematik, um die es hier geht.

    Ich erwarte eben keine Besserung für meine Depression (das kann auch keine psychosomatische Kur der Welt leisten!!!!), sondern einfach ERHOLUNG vom Alltag, dass jemand anders (etwas Gesundes!!!) für mich kocht, dass ich Zeit und Muße habe, Sport zu treiben, dass jemand eine Ernährungsberatung mit mir macht und mir gute Ansätze mit auf den Weg gibt, die ich zuhause weiterverfolgen könnte, dass ich Zeit und Muße habe, in Ruhe zu lesen oder vielleicht ein Bild zu malen, dass ich einfach mal 3 Wochen lang nichts tun muss und vor allem dass ich weiß, dass gleichzeitig mein Kind gut aufgehoben ist und ich dann wertvolle, entspannte Zeit mit ihm verbringen kann, das ist genau die Revitalisierung der Kraftreserven, von der ich spreche. Eben darum geht es doch in der MuKiKur, oder?

    Heute hat mein Anwalt Klage eingereicht.

  6. #36
    WATERPROOF ist offline Renitent.
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    Für das Geld, das dir dieser Prozess kostet, kannst wahrscheinlich auch 3 Wochen in die Türkei fliegen - das wäre dann wohl deutlich erholsamer. Von den Nerven mal abgesehen

    Im Zweifelsfall musst du damit rechnen, psychiatrisch begutachtet zu werden.

    Nix für ungut - muss jeder selber wissen, was er/sie tut.

  7. #37
    piersicuta ist offline Stranger
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    Standard Re: Kurantrag abgelehnt

    Zitat Zitat von WATERPROOF Beitrag anzeigen
    Für das Geld, das dir dieser Prozess kostet, kannst wahrscheinlich auch 3 Wochen in die Türkei fliegen - das wäre dann wohl deutlich erholsamer. Von den Nerven mal abgesehen

    Im Zweifelsfall musst du damit rechnen, psychiatrisch begutachtet zu werden.

    Nix für ungut - muss jeder selber wissen, was er/sie tut.
    Das Geld übernimmt die Rechtsschutzversicherung. Urlaub haben wir im Juni 3 Wochen an der Cote d'Azur gemacht, hat leider nicht viel gebracht. Ich möchte und brauche eben keinen Urlaub, sondern eine Mutter-Kind-Kur.

    Ich rechne nicht damit, sondern baue sogar darauf, dass ich "psychiatrisch" begutachtet werde, denn eine Begutachtung durch die Ärzte des MDK haben sie mir bisher leider auch nach meinem ausdrücklichen Wunsch verweigert ;-)

    Ja, es wird alles Nerven und Zeit kosten, da hast du Recht, aber zum Teil ist es auch eine Sache des Prinzips und des Anstands, dass ich mich von meiner Krankenversicherung, die jahrelang soviel Geld von mir kassiert hat, nicht so schlecht behandeln lassen kann und will.

    Aber danke für die Anteilnahme.

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