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  1. #1
    Gast

    Standard Seit einem halben Jahr krankgeschrieben...

    1
    Geändert von obabib (02.10.2011 um 22:42 Uhr)

  2. #2
    Avatar von Gero
    Gero ist offline alter Süd-Wessie-Sack
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    Standard Re: Seit einem halben Jahr krankgeschrieben...

    Zitat Zitat von obabib Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    willst Du mehr dazu sagen?
    Ich bin seit Ende Juli krank geschrieben. Ist zwar scheisze, aber manchmal ist es halt so.


  3. #3
    Gast

    Standard Re: Seit einem halben Jahr krankgeschrieben...

    Zitat Zitat von Gero Beitrag anzeigen
    willst Du mehr dazu sagen?
    Ich bin seit Ende Juli krank geschrieben. Ist zwar scheisze, aber manchmal ist es halt so.
    Hallo,

    tut mir leid, dass ich jetzt erst antworte-ich habe damals einfach alles wieder gelöscht weil es ein akutes Jammerposting war....

    Ich bin jetzt auch schon monatelang krankgeschrieben und es ist erstmal kein Ende in Sicht.

    Mehr dazu sagen... na ja, bei mir sind es ganz klar psychische Gründe, vielleicht auch in Verbindung mit meiner Epilepsieerkrankung. So ganz ist das noch nicht ausdiagnostiziert und auch noch lange nicht austherapiert.

    Jedenfalls hatte ich einen Nervenzusammenbruch bei dem ich total das Bewusstsein verloren habe - also keinen hysterischen Anfall wie man sich dabei so vorstellt, sondern ich bin ohnmächtig geworden, bin dann in der Klinik gelandet, da irgendwann wieder wach geworden.

    Da hat mich dann der Arzt darüber informiert, dass ich irgendwelchen totalen Blödsinn über mich, mein Kind und unseren Wohnort erzählt hatte, woran ich mich gar nicht erinnern konnte - ich war einfach total neben der Spur, rein aus nervlichen Gründen, habe dann auch nur noch geheult, so ein Gefühl von Verlust hatte ich noch nie...

    Sie wollten mich dann noch dabehalten, aber ich musste doch zurück zu meinem Sohn.

    Jedenfalls - seitdem bin ich krankgeschrieben und muss ständig tierisch aufpassen, dass ich mich nicht "nervlich" überanstrenge... was auch immer das sein soll und wie auch immer das gehen muss.

    Jedenfalls ist es für mich ziemlich heftig, dass ich so zuhause rumhocke und nicht dasselbe leiste wie andere - ich kann auch keine Nacht mehr richtig normal schlafen, auch wenn ich immer todmüde bin - einfach wegen der Grübeleien. Und zusätzlich muss ich eben auch immer noch die Angst haben, dass meine Epilepsie wieder richtig "ausbricht" - im Moment bin ich anfallsfrei, aber es gibt Anzeichen dafür, dass sich da etwas verändert.

    Dabei - das klingt so doof - habe ich eigentlich doch so viel Glück mit meinem Kind und eigentlich hätte ich nur Gründe glücklich zu sein. Aber es ist echt so, dass meine Nerven immer zum zerreißen gespannt sind. Zum Glück habe ich eine tolle Familie um mich herum und er kann außerdem in einen guten Kindergarten gehen so dass ich den ganzen Tag meine Kraft für mein Kind sammeln so dass es mir meistens ganz gut gelingt ihm gerecht zu werden.

    Jedenfalls - ich hoffe, dass sich das irgendwann einfach gibt..

    Wie ist das bei Dir? Wahrscheinlich bist Du körperlich krank?

    Ich komme mir immer so lächerlich vor, wenn ich mit meinen "Nerven" komme... selbst wenn ich ja auch die Epilepsie habe...

    Danke fürs Duchlesen und Jammerei antun ;-)

    LG

    obabib

    die total glücklich über ihr Kínd ist - dass er sich so gut entwickelt ist ein echtes Wunder!!!!

    Im Moment bin ich mit dem Kind ausgelastet

  4. #4
    Avatar von Gero
    Gero ist offline alter Süd-Wessie-Sack
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    Standard Re: Seit einem halben Jahr krankgeschrieben...

    Geändert von Gero (20.10.2011 um 21:17 Uhr)


  5. #5
    Gast

    Standard Re: Seit einem halben Jahr krankgeschrieben...

    Hallo,

    Ich finde, dass Jammern oder auch Jammerpostings absolut berechtigt sind und manchmal auch sein müssen!!!

    Danke... aber manchmal ist mir das im Nachhinein dann doch peinlich. Schließlich gibt es viele Menschen denen es deutlich schlechter geht als mir.

    Da hast Du ja alleine schon körperlich ein schweres Päckchen zu tragen.
    Ich denke mal, dass Du in ständigem ärztlichem Kontakt stehst!?


    Ja, ich bin bei einer Neurologin, die mich allerdings mittlerweile auch teilweise psychologisch betreut - es ist ein gleitender Übergang.

    War Dein Sohn da ganz alleine? Oder hast Du noch einen Partner oder Eltern, die Dir unter die Arme greifen können?
    Wie alt ist Dein Sohn denn?


    Mein Sohn wird jetzt vier, damals war er dreieinhalb. Ich lebe mit meiner Mutter in einem Haus - in einer eigenen Wohnung - zum Glück waren wir gerade bei ihr als es passierte. Ich bin einfach umgekippt.

    Ich wusste aber dann auch nur, dass er bei ihr sein musste - aber sie ist 75 Jahre alt und eigentlich überfordert mit dem Betreuen eines Kleinkindes das seine Mama vermisst.

    Später habe ich dann aber erfahren das wohl just in dem Moment eine andere meiner Geschwister zufällig reingekommen war und außerdem ist auch noch ein weitere meiner Schwestern mitsamt Mann und Sohn zu ihr gekommen. Insofern - er war sehr gut betreut, hat wohl auch gar nicht realisiert dass ich umgekippt bin Gott sei Dank! Er hat schon einmal einen Grandmal-Anfall von mir mit angesehen und dann auch noch einen Nervenzusammenbruch... au Backe.

    Aber jedenfalls war ich total ängstlich und habe mich mehr als nur nach meinem Sohn "gesehnt" als ich da so in der Klinik aufgewacht bin. Ich habe nur geheult, bin richtig heulend aufgewacht - das kenne ich von meinen Anfällen her so nicht, da ist man später dann eben bewusstlos und wacht auf.. aber das hier war ganz anders... ich hatte wirklich noch nie so ein scheußliches Gefühl, seit er geboren worden ist - totale Panik und Verlustangst. Eben wirklich ein Nervenzusammenbruch.

    Zum Glück haben die Ärzte dann eingewillligt mich nachhause zu lassen, weil sichergestellt war, dass ich dann bei meiner Mutter in der Wohnung schlafen konnte und nicht mit dem Kind alleine sein würde.

    Tja, das sind Ratschläge, die einem unheimlich viel bringen.
    Es ist von aussen leicht gesagt, sich zu beruhigen und nicht zu viel an sich ran zu lassen.


    Stimmt. Vor allem wenn dann eigentlich auch erwartet wird, das man "funktioniert". Ich bin ja schon froh, wenn ich mein Kind satt, sauber und zufrieden erhalte und der Haushalt einigermaßen funktioniert.

    Aber ich habe ja noch das "Glück" dass ich das auch auf meine Epilepsie schieben kann...

    Wobei sich da bei mir langsam auch die Ahnung aufbaut, dass sich da tatsächlich eine Verschlechterung ergeben hat - ich habe sozusagen "epileptische" Bewusstseinszustände gehabt, meine Neurologin hat das diagnostiziert.

    Insofern - es hängt leider alles so zusammen und ich wünschte mir manchmal doch, es wäre einfach eine körperliche Krankheit die man sehen kann. So sehen mich doch andere Mütter - im Kindergarten oder so - und denken "warum hockt die faul zuhause!"? Das hat mir ja noch keine gesagt, aber ich habe einfach selbst ein blödes GEfühl damit, nur "rumzuhocken". Obwohl ich wirklich meine ganze Energie brauche und oft außerdem nächtelang nicht schlafen kann, seit meiner Kindheit schon.

    Bist Du schon mal in Richtung Depression angesprochen worden. Bei Deiner Geschichte hielte ich das für sehr naheliegend. Und da kann man recht viel auch medikamentös machen.

    Ich habe schon Antidepressiva genommen - aber das ist lange her. Dann habe ich lange gestillt und in der Zeit auch eben keinerlei Medikamente genommen (außer dem Anti-Epileptikum natürlich)

    Ich bin immer wieder wegen Depressionen in Behandlung gewesen seit mein Vater gestorben ist (damals war ich 13, ein Jahr später stellte sich die Epilepsie heraus)


    Meine Frau nimmt "Aponal" gegen Ihre Einschlafprobleme. Das ist eigentlich ein Antidepressivum. Bei ihr und auch bei anderen hilft aber die Nebenwirkung der Schläfrigkeit. Sie benutzt dieses Medikament schon seit Jahren in der gleichen sehr niedrigen Dosierung, ohne dass sich eine Gewöhnung eingestellt hat.
    (Ich glaube sie nimmt ein Drittel oder Viertel einer 25er Tablette, also wirklich wenig)


    Das klingt ja tolll... Ich bin leider aber sowieso eigentlich immer sehr müde. Daran liegt meine Schlaflosigkeit also nicht - ich bin todmüde. Aber ich kann dann dennoch nicht schlafen, wache sogar wieder auf. Tagsüber könnte ich oft viele Stunden schlafen, das mache ich natürilich nicht - aber nachts kann ich dann auf einmal nicht mehr schlafen. Es geht soweit, dass ich abends um 19 Uhr mit meinem Sohn zusammen einschlafe - und dann um 22 Uhr hellwach wieder aufwache und dann aber auch bis morgens nicht mehr schlafen kann. Es ist so, als würde ich immer nur die totale Übermüdung abbauen, dann aber sobald es auch nur in Richtung etwas leichterer Schlaf geht, einfach nicht mehr weiterschlafen können. Und vor allem kann ich nur dann schlafen, wenn eigentlich noch keine Schlafenszeit ist - also tagsüber oder früh am Abend - nachts so gut wie gar nicht.

    Was sagt denn Dein Arzt zu den Veränderungen Deiner Epilepsie? Vielleicht kann man da ja gegensteuern?!

    Bisher wird das nur beobachtet. Gerade ist wieder ein EEG gemacht worden und ich hoffe mal, dass das jetzt besser aussieht. Beim letzten Mal hatte sie erschreckenderweise festgestellt dass es epileptische Aktivität an Stellen gab, die bei mir nie aktiv gewesen sind bisher.

    Aber es geht mir auffällig besser in Sachen Epilepsie seitdem ich die offizielle Krankschreibung habe. Ich befürchte ehrlich gesagt, dass die Sache mit den "Nerven" dazu führen könnte, dass ich wegen der Epilepsie dann gar nicht mehr normal arbeiten kann. Im Moment hält die Ärztin sogar von einer Tagesklinik usw nichts weil das für mich nur noch mehr Termine wären die ich einhalten müsste. Also - im Endeffekt ist die Krankschreibung schon ein "Druckwegnehmen" und seitdem habe ich auch kaum bis gar keine derartigen epileptischen Zustände mehr gehabt...

    Aber ich kann ja nicht ewig krankgeschrieben bleiben, eigentlich wollte ich doch sogar noch eine weitere Ausbildung machen....



    Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute. Meine Cousine ist übrigens auch Epileptikerin, aber seit Jahren gut eingestellt und anfallsfrei. Ich habe aber kaum noch Kontakt zu ihr.


    Es gibt sehr viele Epileptiker - und sehr viele haben eine derartige Veranlagung (eine Krankheit würde ich es nicht nennen, weil man damit ja eigentlich nicht dauerhaft "krank" ist - es ist eher ein Art von Behinderung, sobald man eben soviele Anfälle hat das es einen im Alltag einschränkt)

    Und die meisten sind so gut eingestellt und in die Gesellschaft integriert dass es kaum einer überhaupt weiß und mitbekommt. Ich kenne unter anderem auch eine Säuglingsschwester die das hat - heute kann man wirklich alles werden als Epileptiker/in.

    Na, das beantwortet ja einige meiner Fragen ganz am Anfang. Aber leider ist unsere Psyche wohl nicht so "einfach gestrickt", dass sie Ruhe gibt, wenn doch eigentlich alles ok ist.


    Ja, stimmt... das macht es ja auch so schwer selbst zu akzeptieren, dass man nicht einfach nur "faul" ist oder "rumspinnt" und sich "nicht genug zusammenreißt". Ich musste damals wirklich erstmal körperlich zusammenbrechen damit ich das einsehen konnte.

    Ich bin zwar hauptsächlich körperlich krank, aber ich weiß sehr wohl um die psychische Komponente. Ich hatte selbst schon mal vor ca. 25 Jahren eine Angstneurose.

    Das klingt wirklich heftig. Vor allem weil man dan ja auch erstmal hilflos davor steht und sich fragt, was mit einem los ist...

    Obwohl - und da komme ich zum körperlichen Teil - das wohl schon die Vorstufe meiner MS war. Ich litt damals unter Schwindelattacken, die zum Schluss dazu führten, dass ich mich nirgends mehr hin traute.

    Kommt mir ähnlich vor wie bei mir mit der Epilespie. Bevor die bei mir damals diagnostiziert wurde, habe ich meistens nur noch dagesessen, bin in der Schule schlecht geworden, hatte ständig Panikattacken (heute weiß ich, dass ich damals schon epileptische Auren hatte, die unter anderem mit Todesangst einhergingen) und meine Umgebung, speziell die Lehrer, nannten mich noch faul und unaufmerksam. Da hat mich dann grenzenlos erleichtert, als ich endlich dann richtige Anfälle bekam und endlich alle um mich rum akzeptieren konnten, dass ich nicht "nur faul" war.

    Aber vergessen werde ich das wohl nie...es war die schlmmste Zeit meines Lebens: mein Vater gestorben, meine Mutter zu tief in Trauer um irgendwie wirklich für mich dazusein und dann auch noch diese Haltung von außen "mach es doch Mutter nicht so schwer mit Deiner Faulheit"

    Ich denke damals habe ich echt einen Knacks bekommen.

    Zur Zeit leide ich hauptsächlich unter der Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die durch die MS ausgelöst wurde.


    Das tut mir leid. Bist Du bei einem guten Arzt? Schreitet die Krankheit denn schnell voran?
    Ausserdem hat sich noch eine Bandscheibenvorfall-"Vorstufe" dazugesellt, so dass ich weder richtig gehen, stehen noch sitzen kann.
    Da hoffe ich auf eine Rückenschule, die ich in der nächsten Zeit anfangen werde (ich warte nur noch auf einen Termin) und auf Akupunktur, zu der mir mein Orthopäde geraten hat (hoffentlich ab nächster Woche).


    Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass das alles hilft!!!

    Ich beziehe eine halbe Berufsunfähigkeitsrente, arbeite also nur noch knapp 5 Stunden täglich, aber auch an das ist momentan nicht bei mir zu denken.

    Das ist ein mieses Gefühl... und es tut mir leid, das zu lesen...

    Aber vielleicht hilft ja eine der Behandlungen? Ich würde es Dir sehr wünschen!!!!

    Wie gesagt, nimm die Psyche oder "Nerven" nicht auf die leichte Schulter. Sie - und ihre Auswirkungen - sind real.
    Die Aussage "ich habe es doch 'nur' mit den Nerven" ist keinesfalls banal.


    Danke schön :-) Es bedeutet mir viel, wenn mir jemand das sagt. Weil ich es mir selbst kaum klarmachen kann.

    So dumm es klingt, aber da hat es schon fast geholfen, dass ich diesen richtigen Ohnmachtsanfall hatte mit teilweisem Gedächtnisverlust (ich kann mich bis heute nicht an die Gespräche erinnern, die ich da wohl zuerst mit den Ärzten geführt habe - von denen haben sie mir ja später erst erzählt - ich wusste davon schon fünf Minuten später gar nichts mehr) Seitdem kann ich für mich eher akzeptieren, dass es nicht nur eine Anstellerei von mir ist wenn ich sage, das mir etwas nervlich zu viel wird...

    Meine Mutter hat acht Kinder großzgeogen und da komme ich mir doch dämlich vor, wenn ich dann schon bei einem manchmal sagen muss, dass es mir einfach zu viel wird... und meine Schwester hat vier Kinder, einen psychisch kranken Mann und hat noch eine Dreiviertelstelle...

    Jedenfalls - es ist dann schon schwer sich selbst einzugestehen, dass auch das blöde "Gefühl" von Überlastung da bei mir eben wirklich eine Krankheit ist.

    Im Endeffekt ist ja damals meine Epilepsie genau so ausgebrochen - in einer extremen emotionalen Ausnahmesituation - und auch da war es so, dass es mir seelisch schon vorher dreckig ging, aber es musste erst körperlich werden, bevor das überhaupt in seiner Intensität bemerkt wurde.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man, wenn man eine Krankheit wie MS hat, dann auch seelisch enorm dran zu knabbern hat... ich hofffe bloß, Du hast wirklich liebe Angehörige und Freunde die Dir beistehen können.

    Das muss doch sein. Meinst Du, ich bin nicht auch froh, wenn ich mich mal ausjammern kann?!

    Ich höre Dir gerne zu - bzw lese gerne was Du mir schreibst :-)

    Ich hätte (arbeitsmässig) nicht mit dem "Nur-Hausfrau-und-Mutter"-Status meiner Frau tauschen wollen.
    Allerdings bin ich Ende 50 und meine Kids sind 19 und 20 - ich bin also Spätgebährender *gg*.


    Na ja, mein Vater war bei meiner Geburt schon 48. Insofern bist du ja noch ein "junger Vater" ;-)

    Schreib mal, wie Dir die Behandlungen helfen!

    LG

    obabib

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