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Thema: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

  1. #1
    Paula_Putzig ist offline enthusiast

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    Standard Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Ich weiß nicht, ob ich Hilfe brauche. Oder einfach nur mal Schlaf, vielleicht mehr als acht Stunden am Stück. Jedenfalls weiß ich nicht richtig weiter. Ich habe nach der Geburt unserer Tochter (mittlerweile ein knappes Jahr) ziemlich lange gebraucht, sie richtig anzunehmen. Ich hab sie schon gestillt und gewickelt, aber kuscheln oder so konnte ich nicht. Meine Frauenärztin hat eine leichte Wochenbettdepression festgestellt, aber erst mal abgewartet bzw. mir gesagt, wenn es nicht besser wird, solle ich wieder kommen. Diese "Abneigung" hat sich gegeben, unsere Kleine ist mein Ein und alles. Allerdings bin ich auch heute noch sehr dicht am Wasser gebaut, ich mache mir über alles mögliche Sorgen. Ich bin ständig müde, aber auch zu aufgedreht, um abends gleich einzuschlafen. Früh komme ich dafür oft nicht aus dem Bett. Mir ist oft schwindlig und übel. Außerdem macht mir eigentlich nichts mehr richtig Spaß. Und mein Schokoldadenkonsum ist enorm. Besonders schlimm ist es am Wochenende, in der Woche läuft der Tag so strukturiert ab, dass es kaum Zeit zum Nachdenken gibt. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bekomme selbst keine Luft mehr, aber gleichzeitig habe ich Angst, etwas zu verpassen, wenn ich die freie Zeit, die ich habe, nicht mit meiner Tochter verbringe.

    Gestern war ich wieder zur Vorsorge bei meiner Frauenärztin. Sie wäre die einzige Ärztin, der ich mich anvertrauen würde, und eigentlich hatte ich es auch einer Freundin versprochen. Aber weil ich trotz Termin fast zwei Stunden dort saß und meine Kleine noch nicht gesehen hatte (und wahrscheinlich wieder zu feige war), hab ich dann doch nichts gesagt. Und ein neuer Termin... Um kurzfristig etwas zu bekommen, müsste ich wohl schon schwanger sein.

    Wir denken über ein zweites Kind nach. Der Altersunterschied soll nicht so groß werden. Unter diesen Voraussetzungen habe ich aber Angst davor. Gibt es irgendeine Chance, dass es von allein wieder weggeht? Kann ich aktiv (sofern ich mich überwinden kann) etwas dagegen tun? Eigentlich weiß ich ja doch, dass ich Hilfe brauche. Aber nicht wie. Und, ehrlich gesagt, komme ich mir auch selbst albern vor. Sorry, dass es so lang geworden ist. Ich weiß allerdings sonst nicht, mit wem ich sprechen soll. Es nimmt sonst kaum jemand erns.

  2. #2
    Avatar von Quitschie
    Quitschie ist offline addict

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    Beitrag Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Hi,

    Eigentlich hast du dir schon selbst die Antwort gegeben in folgenden Satz: "Eigentlich weiß ich ja doch, dass ich Hilfe brauche."

    Du solltest beim nächsten Termin deine Symptome die du hier schon beschrieben hast ihr mitteilen. Wenn es eine gute FÄ ist, wird sie dich an einen Spezialisten überweisen.

    Mit solchen Postnatalen Depressionen ist nicht zu Spaßen, die können, wenn nicht richtig behandelt wird, ganz schön krasse Ausmaße annehmen.

    In deinem Falle gehe ich hier schon von Postnatalen Depressionen aus.

    Alles Gute und lass dir helfen !

  3. #3
    Elea ist offline Member

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Hallo Paula,

    du solltest zu einem Schilddrüsenfacharzt gehen und dort deine Schilddrüse gründlich untersuchen lassen.Hinter deiner Depression könnte sich eine Unterfunktion verbergen,sprich ein Mangel an Schilddrüsenhormonen.Dies kann die Folge einer postpartalen Thyreoiditis sein,einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse (9-10% der Frauen erkranken daran nach der Geburt).

    Ich selber leidet unter Hashimoto Thyreoiditis,die ca 3 Monate nach der Geburt aufgetreten ist.Leider ist ist erst 1,5 Jahre später diagnostiziert und behandelt worden,so daß meine postpartale Depression unnötig lange war.

    Da viele Ärzte die Schilddrüsenwerte bei einer postpartalen Depression nicht untersuchen lassen oder wegen zu weit gefassten Normwerten eine Unterfunktion übersehen,habe ich ein Forum gegründet,wo ich Frauen über die Krankheit informiere und ihnen hilft,einen kompetenten Arzt zu finden:

    http://postpartalethyreoiditis.siteboard.de/

    Wenn du magst,schaue mal rein.

    Liebe Grüsse
    Elea

  4. #4
    s.eggenreich Gast

    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Kann mich den beiden anderen Schreiberinnen nur anschließen - Du gehörst zu einem qualifizierten Facharzt.

    Ich kann Dir auch nur dringend davon abraten, jetzt schon über ein zweites Kind nachzudenken bzw. daran zu basteln. Die Belastung steigt exorbitant an, wenn das erste Kind noch Windeln benötigt und das zweite schon kommt. Idealer Abstand ist ca. 3. Jahre - dann ist auch die Eifersucht besser in den Griff zu bekommen und das Erstgeborene ist selbständig genug, um auch mal ein paar Minuten alleine zu recht zu kommen.

    Bevor Du nicht wieder auf dem Damm bist und das Gefühl hast, den Alltag mit links zu schaukeln, ist jeder Gedanke in diese Richtung schlicht verantwortungslos - wer soll sich denn um Dein/Deine Kleines/n kümmern, wenn Du zusammenklappst?
    Also bitte schnell zum Arzt und toi toi toi!
    LG

  5. #5
    Biesa ist offline Member

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Hallo,

    ich kann mich den anderen nur anschließen, laß dir helfen!
    Wenn du nicht den Mut hast, mit deiner Frauenärztin zu reden, gibt es bei Euch vielleicht andere Stellen - z. B. "Donum Vitae" oder eine andere anerkannte Beratungsstelle für Schwangere.
    Es heißt zwar für Schwangere - aber die helfen einem nach der Schwangerschaft.
    Ich hatte nach meinen beiden Kaiserschnitten (Dez. 02 und Mai 05) auch sehr große psychische Probleme. Diese äußerten sich hauptsächlich in körperlichen Symptomen. Ich hatte u. a. oft das Gefühl, dass mit meinem Herz etwas ist. Ich wurde durchgecheckt. - Raus kam zum Glück nichts medizinisches.
    Nach langem Suchen, was ich machen sollte - zu einer Psychologin wollte ich nicht direkt gehen - las ich irgendwo, dass Donum Vitae auch nach der Schwangerschaft Hilfe anbietet.
    Ich hatte dort zuerst ein Gespäch, bei dem alles genau abgecheckt wurde - ob diese Stelle mir überhaupt helfen kann. - Konnten sie - ich hatte darauf hin regelmäßig Gespräche mit einer Psychologin, die auch mit dem Körper arbeitete.
    Dies hat mir sehr geholfen.

    Viel Glück!
    Warte nicht zu lange bis du dir Hilfe holst - es lohnt sich.

    Biesa

  6. #6
    Paula_Putzig ist offline enthusiast

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Ich habe einfach Angst, wie "abgewiesen" zu werden. Nach der Geburt direkt hat kein Mensch verstanden, dass ich mich nicht wirklich freuen konnte. Nicht einmal meine Mutter. Eine Freundin von mir hat sich behandeln lassen, selbst ihr Mann tut es als Unsinn ab. Gibt es nicht doch eine Chance, dass es sich "von allein gibt"? Ich kenne doch auch gute Tage. Und seit der Entbindung hat es sich ja um 180° gewandelt... ???

  7. #7
    Biesa ist offline Member

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Ich kann dir deine Frage auch nicht genau beantworten. Erzähle aber was bei mir war.

    Ich bin in der schweren Zeit auch nicht von jeden ernst genommen worden. Ich muß aber ziemlich schlecht ausgeschaut haben, denn eine Arzthelferin bei meiner Hausärztin ermunterte mich auch mir helfen zu lassen. Ich war in der Zeit oft bei meiner Ärztin (die hat selber Kinder und weiß, was zu Hause läuft).
    Mein Mann spielte anfangs auch meine Probleme runter. Ich konnte ihn sogar verstehen, denn wer sieht schon, wie es in einem ausschaut (vor allem als Mann). Er sah aber auch, dass ich nach außen schlecht ausschaute.
    Als ich mich zum Schritt entschloß, mir bei Donum Vitae Hilfe zu holen, blockte er nicht ab. Mit der Zeit merkte er, dass ich wieder besser ausschaute.
    Als Hinweis zwischendurch: Ich begann, nachdem nichts medizinisches rauskam, auf Anraten meiner Hausärztin ein Antidepressivum zu nehmen. Das erste Präperat war nichts für mich, bis ein anderes richtig wirkte, dauerte es auch noch eine Weile.
    Aber die Tabletten halfen mir im begrenzten Maß. Die Gespäche waren sehr wichtig für mich.
    Im Verwandten- und Bekanntenkreis wußten es viele nicht, dass ich mir mit Tabletten und Gesprächen helfen ließ. Manche wissen es bis heute noch nicht. Einige meinten nur, dass man sich gewisse Beschwerden nur einbildet, man ist überfordert mit 2 Kindern. Es kam auch schon mal der Satz, wie (ich übertreibe jetzt ein wenig) z.B. "Du hast es ja gewußt, dass es nicht leicht ist, wenn das zweite kommt, und das erste noch nicht im Kindergarten ist. Also brauchst du nicht jammern."

    Was mir auch gut getan hat, der wöchentliche Besuch der Mutter-Kind-Gruppe. Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft - waren bereits das zweite Jahr zusammen- es drang von den Gesprächen nichts nach außen- so konnte ich meine Probleme auch dort ansprechen und mir ansatzweise Rat holen.
    Oft ist es auch eine Hilfe einfach rauszukommen.
    Kannst du deine Tochter für ein paar Stunden die Woche wo abgeben, damit du dir eine "Auszeit" nehmen kannst?
    Besteht die Möglichkeit, dass du dich mit anderen Mamas mal triffst - mit oder ohne Kind?
    - Hauptsache raus aus der Wohnung, mal was anderes sehen und hören, auch mal schimpfen können, ohne dass es in "falsche" Ohren kommt.

    Es ist zwar viel, was ich jetzt geschrieben habe - aber vielleicht ist etwas dabei, was dir helfen kann.

    Ich wünsch dir was

  8. #8
    Avatar von schnuffelhase2
    schnuffelhase2 ist offline old hand

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Hey Paula,
    laß den Kopf nicht hängen und laß Dir helfen. Ob es wirklich "nur" eine leichte Wochenbettdepression ist, kann eigentlich nur ein Fachmann/-frau beurteilen. Dort gehörst Du definitiv hin.

    Ich kann dir wärmstens diese Seite empfehlen http://www.schatten-und-licht.de
    Dort kannst Du Dir auch Experten raussuchen und dich in dem Forum mit Betroffenen austauschen.

    Der erste Schritt ist immer der schwerste. Aber glaub mir - es wird besser. Wenn Du dir helfen läßt.

    lg & gute Besserung
    schnuffelhase2 mit kleiner Maus 04/04 & großer Maus 09/00

  9. #9
    Elea ist offline Member

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Hallo Paula,

    keiner kann dir sagen,ob diese postpartale Depression von allein verschwinden wird,oder nicht.Unbehandelt kann dieser Zustand sogar chronisch werden,also mehrere Jahre dauern.
    Vor Allem wenn die Ursache dafür eine Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto Thyreoiditis ist.

    Gehe deswegen heute noch zum Arzt und lasse dich beraten.

    Wenn du Angst vor synthetischen Psychopharmaka hast,kannst du zuerst mit einem pflanzlichem Antidepressivum probieren (ich habe ein hochdosiertes Johanniskrautpräparat genommen,Jarsin 300-900 mg pro Tag ist die mininmale wirksame Dosis-es hat mir innerhalb 4-6 Wochen aus der Depression herausgezogen).

    Man muß allerdings wissen,daß ein AD,egal ob synthetisch oder pflanzlich,4 bis 6 Wochen Zeit braucht,um voll zu wirken.Und in der ersten beiden Wochen können sich die Symptome vorübergehend verschlimmern.

    Bei den synthetischen AD spürt man die Nebenwirkungen meist erst in den 2 ersten Wochen,danach verschwinden sie und das AD fängt an zu wirken.

    Was ich dir dazu dringend empfehle,ist dir einen guten Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen auszusuchen (Nuklearmediziner oder Endokrinologe) und deine Schilddrüse gründlich untersuchen zu lassen (Blutuntersuchung:TSH,fT3,fT4,Antikörper TPO-AKs,TG-AKs,evtl. TRAK UND ULTRASCHALL).
    Denn nicht selten (10% der Frauen nach der Geburt erkranken an postpartaler Thyreoiditis)verbirgt sich hinter einer postpartalen Depression eine Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto Thyreoiditis.Diese autoimmune Entzündung führt zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Unterfunktion),welcher zu Müdigkeit,Kraftlosigkeit,Antriebslosigkeit und leider auch Depression führt.

    Hier kannst du meine Geschichte lesen:

    http://postpartalethyreoiditis.siteb...is-about3.html

    Hier kannst du Artikel über den Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen und psychiche Kranheiten lesen:

    http://postpartalethyreoiditis.siteb...is-about2.html

    Und hier kannst du Adressen von guten Fachärzten suchen:

    http://postpartalethyreoiditis.siteb...is-about7.html

    Ich wünsche dir,dass du den Mut hast,dir helfen zu lassen,und dass du schnell wieder ganz gesund wirst.

    Liebe Grüsse
    Elea
    Liebe Grüsse
    Elea

  10. #10
    Acilius ist offline Member

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    Standard Re: Postnatale Depression, "normale" Depression oder einfach nur geschafft?

    Hi,

    ich kann mich nur den Vorrednern anschliessen. Du solltest Dir Hilfe holen. Ich weiß das es schwer ist sich einzugestehen (nicht hier im anonymen Forum, sondern im realen Leben vor allem) dass man es allein eben doch nicht schafft.
    Vor allem wenn man wie Du "gute Tage" hast an denen man vielleicht denkt das es doch auch so geht.
    Mir geht es heute noch so, ich versuche nur an den schlechten Tagen Hilfe zu bekommen. Momentan geht es mir gut und ich denke das es so bleibt (wie dösig, ich weiß das es wieder schlimmer wird).
    Hilfe zu bekommen finde ich sehr schwer, aber vielleicht schaffst Du es ja Dich in Deinen guten Zeiten darum zu kümmern oder jemanden gezielt darauf anzusprechen mit Dir gemeinsam Hilfe zu suchen oder im Extremfall auch komplett die Hilfesuche zu übernehmen.
    Was mir sehr schnell half waren Antidepressiva (Cipralex). Zumindest bei der Angststörung.
    Ich hatte zu dem Zeitpunkt allerdings schon abgestillt.
    Wenn Du ein zweites Kind planst geht das mit den Medikamenten natürlich nicht.

    Viel Glück,
    Acilius

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