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  1. #1
    Pulp ist offline Stranger
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    Standard Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Ich bin ein Mann 48 Jahre alt, seit 21 Jahren mit meiner Frau (43 Jahre) verheiratet.
    Ich selbst verdiene genug, sodass Geld noch nie ein Hindernis in unserer Beziehung war. Meine Partnerin arbeitet seit ca. 4 Jahren wieder (damit sie nicht aus dem Job herauskommt, wie sie sagt), halbtags 5 Tage die Woche und ist rechtzeitig zu Hause, sodass die Kinder; 3 an der Anzahl 10, 13, 15J, höchstens halbe Stunde auf Mama warten müssen.
    Seit ca. 3 Jahren kriselt es immer mehr in unserer Beziehung. Ich habe das Empfinden, dass ich nur noch die Rolle des Versorgers und Handwerkers inne habe und die Institution „Ehe“ zur einer Bekanntschaft geworden ist, in der Verständnis, Fürsorge, Körpernähe, Begierde, … seitens meiner Frau, zu einem Fremdwort geworden ist.
    Ich habe den Eindruck, dass die Stabilität und die Sicherheit in der sie lebt, sie anders werden ließ, da sie auch weiß, dass das Fortgehen meinerseits fast unmöglich ist.
    Es sind die Kleinigkeiten innerhalb des Alltags, die mir die Bestätigung geben. Die Liebe fehlt in dem was und wie sie es macht, ja und ich leide sehr darunter! Alles Reden (laut/leise), Briefe (subtile/direkte) haben eine kurzfristige „Dressur“ zum Erfolg gehabt. Es wird gemacht, mal eine Woche, aber es kommt nicht vom Herzen (z.B. der Kuss zu Begrüßung). Bin inzwischen so weit, dass ich mir innerlich die Trennung wünsche und vorbereite (eine andere Frau ist in mein Leben eingetreten, Unterhalt ist ausgerechnet, …). Ich stehe inzwischen auf der Straße mit gepacktem Koffer, Fahrplan gelesen und bereit fortzufahren, wenn sie mich nicht abholt. Doch noch möchte ich nicht aufgeben, letzter Versuch, noch ist Zeit, nur ich zweifle ob es Sinn macht ! Sinn macht eine Paartherapie zu beginnen? War diese bei jemanden von Euch erfolgreich, hat Euch wieder zusammen gebracht ? Oder war diese nur ein herauszögern der Trennung ?

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Meine Paartherapie war erfolgreich, aber nicht in die Richtung, die die meisten davon erwarten.
    Die Therapie hat für uns eine "gute" Trennung ermöglicht, hat bei beiden zum Erkennen geführt und somit den Schritt erleichtert.

    Versucht es, ihr habt doch nichts zu verlieren, und ein guter Therapeut wird auch nicht um jeden Preis in Richtung Erhalt der Ehe therapieren, der sagt euch, wenn und warum er keine Chance mehr sieht und hilft auch dann.

  3. #3
    Avatar von HomerWells
    HomerWells ist offline Member
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    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo Pulp,
    ich hatte vor einigen Jahren eine Paartherapie mit meiner Frau begonnen, die meine Frau abgebrochen hat, weil Sie meinte ich sei nicht reif dafür, sondern sollte erst mal meine eigenen Probleme in einer Einzeltherapie lösen, was ich dann auch ganz brav befolgt habe. Mangels gravierender Probleme schickte mich die Therapeutin nach einigen wirklich netten Plaudereinheiten wieder zurück ins Leben.
    Heute bin ich nicht mehr brav - und geschieden.
    Du schreibst, du hast den Eindruck, dass "die Stabilität und die Sicherheit in der sie lebt, sie anders werden ließ, da sie auch weiß, dass das Fortgehen meinerseits fast unmöglich ist". Dass das nur eine Vermutung ist, spricht dafür, daß ihr entweder darüber nicht geredet habt, oder sie keine, von Dir als ehrlich empfundene Antwort gegeben hat. Wenn ihr das beide wirklich wollt - und nur dann - wäre eine Paartherapie, so folgerichtig, wie der Gang zum Physiotherapeuten bei andauernden Rückenschmerzen. Ein guter Therapeut wird eure Gefühle füreinander behutsam aufdecken, und für einen selbst und den Anderen wieder spürbar machen. Das fühlte sich bei mir nicht wie eine Entspannungsmassage für die Seele an, sondern sehr, sehr schmerzhaft. Ich fand es aber im Nachhinein befreiend. Vielleicht hätte es zu was geführt, wenn meine Frau nicht geblockt hätte. Ich glaube sie hat geblockt, weil sie Angst hatte mich zu sehr zu verletzten. Sie glaubte, ich sei nicht stark genug, dass was sie zu sagen hatte, zu ertragen. Ich glaube ich wäre stark genug gewesen.
    Auf jeden Fall kann eine Paartherapie nur das aufdecken, was schon ist. Sie zu vermeiden, wenn ihr es alleine nicht schafft eure Gefühle, Wünsche, Ängste und Sorgen dem anderen mitzuteilen, würde nur heißen bestehenden - möglicherweise auch unüberbrückbaren - Problemen weitehin aus dem Weg zu gehen, das wäre dann garantiert das schleichende Ende.
    I wanna rock rock rock
    roll roll roll
    bop man bop
    Every time I hear that wild saxophone

  4. #4
    beaman ist offline Stranger
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    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo,
    nur mal so als denkanstoss. Setze deinen Focus mal auf Dich und entferne Dich von den Fragen über die Gefühle Deiner Partnerin. Wieviel Freiraum gibst du dir selbst für dich? Freizeit, Hobbys, Freunde? Und hast Du da genug Erfüllung? Ich erwarte auch immer wieder solche " Liebesbeweise" meiner Partnerin, habe aber gelernt, das es eben "meine Erwartungen" sind und wir da extreme Charakterunterschiede haben und ich vieles einfach überbewerte und maches gar nicht sehe.Das geht dann oft schief. Was sagt sie denn zu deinen Problemen und Paartherapie? Das kann man irgendwie nicht rauslesen.

  5. #5
    Pulp ist offline Stranger
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    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo,
    @ HomerWells; doch ich habe gesprochen. Genau im April.2010 habe ich mit dem Schreiben eines Tagebuches begonnen, am Anfang spärlich und vor ca. einem Jahr fast Täglich ein Eintrag. Das Tagebuch ist die Erkenntnis, Folge, dass etwas nicht stimmt, dass ich etwas in unserer Beziehung vermisse. Ich erinnere mich diverse male wie ein Schlosshund geheult zu haben. Mir geschworen sofort die Beziehung zu beenden. Warum hab ich es nicht getan ? Weil ich etwas bewegen wollte unsere Partnerschaft nach vorn bringen. Ja ich habe damit begonnen, Anfang/Mitte 2013.
    Angefangen meine Unmut, mein Frust und das was mich stört und vermisse massiv auszusprechen. Erreicht habe ich nichts was mich versöhnlich stimmt bzw. Antworten auf das bekommen, was ich wissen wollte; im Gegenteil. Sie hat sich zurückgezogen, ich bin zu einem Monster mutiert der nur Streit sucht und Pervers ist, da ich mich nach Antworten sehe und Intimitäten einforderte. Leider sehe ich das so, dass sie nicht bereit war/ist den Karen umzureißen. Sie bevorzugte das Schweigen und in meinen Augen das Nichtstun für die Partnerschaft. Seit Anfang November habe ich die Reißleine gezogen, ich bin wie sie geworden. Sehe nur das negative, tue für die Partnerschaft nichts. Die Situation eskaliert. Bin aus unserem Zimmer ausgezogen, schlafe Stockwerk tiefer. Mir geht es besser.
    @ Beaman; doch die Freicheiten gebe ich ihr und mir. Sie geht min. 2 mal die Woche ihren Sachen nach, wie ich auch. Auch als Paar haben wir min. 1 x die Woche eine Aktivität gemeinsam.
    Wir sind in der glücklichen Lage Omas zu haben, die bereit sind auf die Kinder aufzupassen und sie abends ins Bett bringen. Es gibt ebenfalls genug Freiraum um 2 bis 3 mal im Jahr für ein Wochenend ohne Kinder. An dem liegt es bestimmt nicht.
    Im Februar kam es zu einem großen Streit, es war der Zeitpunkt meines Auszuges aus unserem Zimmer. Streit, denn ich begonnen habe, weil ich die Nase vom Nichtstun, Schweigen und ihrer Gleichgültigkeit mir gegenüber (auch zum Teil der Kinder gegenüber) voll hatte. Auslöser war und das nicht zum ersten mal; Verspätet sich über vier Stunden, die Kinder und ich warten um den WE-Tag zu verleben, aber sie hat es nicht nötig anzurufen, bescheid zu sagen. Klar dass wir nicht untätig da gesessen haben unsere Sachen gemacht haben, aber sie besitzt noch die Frechheit sich zu beschweren, wir hätten mit dem Essen auf sie warten sollen. Da ist mir der Kragen geplatzt.
    An diesem Tag habe ich eine Liste mit Adressen der Eheberatungsstellen ihr in die Hand gedrückt und klar gemacht dass sie am Zuge ist Termine auszumachen. Sie, falls ihr noch an uns was liegt. Ja und wir haben ein Termin, 19.03 ist das erste mal.
    Ehrlich; habe ich wenig Hoffnung auf Erfolg, denn bis jetzt kam nichts von ihr das wie eine Investition in unsere Partnerschaft aussehen würde. Sie schweigt wie immer und ich habe mich ihr angepasst, ich schweige auch.

  6. #6
    Gardo ist offline Stranger
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    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo Pulp,

    und Du bist sicher, dass sie keine Affäre hat? Sie scheint ja Freiräume zu haben. Wenn das im Hintergrund laufen sollte, hast Du schlechte Karten etwas zu bewegen, es sein denn, Du kannst ihr das klar nachweisen und es dann eskalieren lassen. Dann kann vielleicht eine neue Dynamik entstehen, die einen Neuanfang möglich machen könnte.

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo!

    Eine Paartherapie ist bestimmt nicht schlecht. Werte es erst mal als gutes Zeichen, dass deine Frau den Termin gemacht hat.

    Sie scheint so "eingelullt" zu sein von ihrem Alltag als Mutter und Hausfrau, dass da kein Platz für sie als Frau und Partnerin zu sein scheint. Kann es sein, dass deine Frau Depressionen hat? Mir selbst ging es jahrelang so, ich habe wie auf "Autopilot" nur funktioniert und gar keinen Zugang zu meinen Gefühlen mehr gehabt.

    Ich lese grade das Buch: "Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest". Ich habe es noch nicht mal zur Hälfte gelesen, und doch schon interessante Erkenntnisse über unsere Beziehung gewonnen. Auch zum Thema Fremdgehen steht was drin, man sucht nämlich in dem Dritten nur nach etwas, was einem in einem selber fehlt. Ebenso geht es mit dem Partner auch. Für mich eins der interessantesten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.
    Geändert von Lady0815 (17.03.2014 um 12:43 Uhr)

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo Pulp,

    wie war euer Eheberatungstermin? Wie geht es dir inzwischen?

  9. #9
    Pulp ist offline Stranger
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    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hallo sommerschnee,
    inzwischen waren es zwei Eheberatungstermine a 90 min., bei denen wir abwechseln dem Therapeut unsere Probleme, gegenseitige Fehltritte und den Angestauten Frust offen erzählt haben. Therapeut hört zu und hackt gelegentlich nach, bleib bis jetzt absolut neutral. Ich höre ebenfalls sehr genau den Ausführungen meiner Frau zu. Für sie ist/war unsere Beziehung im Großen und Ganzen, so wie wir sie führten, eigentlich in Ordnung, bis ich es im letzten Jahr rumpeln lies. Jetzt; ich übertreibe, spinne mir was zusammen.

    Meine Wahrnehmung; versteht nicht nach was ich mich sehne, was ich so sehr in unserer Partnerschaft vermisse. Sie versucht ihre jetzt entstandene Wut die meine Schuld ist an meinen einzelnen Handlungen/Gesagten der Jahre zurückgelegenen Vergangenheit festzumachen. Für sie ist das der pure Sex (sehr oft gesagt), den ich, in ihren Augen, vermisse, den sie aber nicht geben kann, da ich sie in der Vergangenheit verletzt habe.

    Mein Resümee heute: wir leben in zwei unterschiedlichen Universen zu dem sie/ich anscheinend den Kontakt verloren haben.
    Ich mache weiter, nächster Termin Anfang März.
    Eins weiß jedoch definitiv, ein Klärungsgespräch war ihr bis heute nicht wichtig.
    Wichtiger war ihr ihre Freundin mit der sie sich abends nach dem Eheberatungstermin getroffen hat und ich auf die Kinder aufpassen durfte.

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Paartherapie – Neuanfang oder der schleichende Tod

    Hm, das klingt ja erst mal nicht so positiv, du scheinst ein bisschen geknickt zu sein, dass ihr so aneinander vorbei redet.

    Was hat der Therapeut euch denn gesagt, wie lange so eine Paartherapie dauert? Wie viele neue Termine habt ihr jetzt schon festgemacht?

    Ich würde es erst mal nicht ganz so negativ sehen, dass deine Frau sich mit ihrer Freundin getroffen hat. Mir geht es oft so, dass ich jemanden zum Reden brauche, um mir über meine Gefühle und Gedanken klar zu werden, um sie hinterher überhaupt aussprechen zu können. Da ist ihre Freundin im Moment vielleicht besser geeignet als du. Vielleicht kann sie danach ja dir gegenüber ausdrücken, wie sie sich fühlt?

    Du schreibst ja, dass es schon seit Jahren nicht mehr richtig rund läuft zwischen euch. Das kann, meiner Meinung nach, dann auch nicht nach zwei Terminen beim Therapeuten "wieder in Ordnung kommen", sondern ist ein längerer Prozess, der jetzt grade mal anläuft. Sei nicht so ungeduldig und gib euch beiden noch etwas Zeit.

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