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  1. #1
    koi
    koi ist offline Stranger
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    Standard Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Hallo,

    bei meinem Freund und mir gab' es mal wieder Streit. Und ich versuche gerade Herauszufinden, ob es an mir liegt, oder ob ich wirklich Grund zum meckern habe?

    Wir sind seit 2,5 Jahren zusammen und haben ein 8-monatige Wunsch-Tochter. Er ist ein sehr intelligenter, witziger, sensibler Mann und ein liebevoller Papa.

    Ich bin in Elternzeit, versuche aber auch gerade eine Prüfung vorzubereiten. Mein Freund arbeitet 70% Gleitzeit - um Zeit für die Familie zu haben. Ähm und da haben wir das Problem. Zeit für die Familie bedeutet für ihn "anwesend" zu sein. Ja, er ist dann da (Zuhause), aber eben nicht 100% geistig anwesend. Es gibt immer was im Internet kurz zu gucken oder mit Freunden zu schreiben. Kind und ich laufen so im Hintergrund. Dabei würde ich die Zeit, die er da ist gern auch mal nutzen für Dinge die ich mit Kind nicht machen kann. Aber er denkt, man teilt sich das...was aber am Ende darauf rausläuft, dass er wortlos den Raum verlässt um irgendwas zu tun...d.h. ich passe wieder auf unser sehr mobiles Mädchen auf & muss meine Tätigkeit unterbrechen.

    Es ist nicht so, dass er gar nichts tut. Er backt zum Beispiel unser Brot (was ich auch sehr gerne esse) und kocht. Aber darüber hinaus funktioniert alles nur mit Ansage von mir. Er kümmert sich auch um unsere Pflanzen und Finanzen.

    Nachts stillen muss ich natürlich. Morgens aufstehen, ich natürlich auch. (Und sie ist öfters mal um 05:30 wach, phasenweise sogar 04:30) Mein Freund schläft mit Oropax (schon vor dem Kind) und könnte gar nicht früher auf stehen. Er sagt zwar, ich könne ihn wecken. Aber ehrlich: mich stört auch die fehlende Bereitschaft, nicht mal ohne Oropax zu schlafen...so dass er von alleine mitbekommt, wann die Kleine wach ist.

    Inzwischen ist sie drei Stunden bei der Tagesmutter. Da ich einige Stunden am Tag brauche, um mich auf eine Prüfung vorzubereiten. (Und auch weil ich durch die monatelange Schlaflosigkeit zuverlässige Unterstützung brauchte. - Keine Oma's oder so vor Ort.)

    Nach der Geburt war es so, dass ich mich hauptsächlich ums Kind gekümmert habe. Mein Freund hat ja zwei Wochen später schon wieder gearbeitet (damals noch Vollzeit). Ich habe mich in vielen Momenten echt alleine gefühlt, denn ich war müde und habe zwar Hilfe eingefordert, aber es war sooo mühsam immer wieder zu bitten, dass ich häufig einfach Dinge selbst erledigt habe.

    Manches habe ich tatsächlich durchgesetzt...aber eben immer nur mit Streit. Z. B. morgens nicht eine Stunde lang Nachrichten lesen, sondern mit dem Hund rausgehen.

    Was ich mir wünsche ist, dass er mitdenkt. Morgens z. B. bringen wir oft die Tochter gemeinsam zur Tagesmutter. Er steht später auf als ich. Ich habe also in der Zeit schon Windeln gewechselt, gespielt, gestillt, Kind gecremt, geduscht & gleichzeitig auf's Kind aufgepasst, bisschen aufgeräumt, alleine gefrühstückt, meine Tasche gepackt, Wasser für den Hund eingepackt etc. Er kocht kurz Mittagessen-Essen vor. Aber war's. Häufig wird dann schon mir irgendwas erzählt...Themen die ihn gerade beschäftigen....Politik oder seine Freunde. Während ich versuche an mein Handy und die Hundeleine zu denken...Am Ende habe ich die vergessen und muss umkehren. Aber bin bestens informiert über die Beziehungsprobleme seines Freundes! Deswegen gab es heute Streit. (Und ja: ich reagiere wahrscheinlich über, aber es hat sich halt viel aufgestaut.)

    Irgendwas muss ich doch davon haben, dass er viel zu Hause ist? Ich meine: mein Morgen-Kaffee habe ich noch nicht ausgetrunken & statt zu lernen, mache ich mir gerade Gedanken um unsere Beziehung.

    Ich finde uns fehlt es an Timing - aber er passt sich auch nicht dem neuem Rythmus an.

    Auf Paartherapie reagiert er sehr verhalten...obwohl ich das fordere. Sorry etwas konfus, aber vielleicht kann mir ja jemand helfen das aufzulösen.

    lg

  2. #2
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Zunächst mal:
    Du kannst auch vorab alleine zur Paartherapie gehen und das würde ich an deiner Stelle durchaus tun.

    Und dann würde ich ihn gnadenlos morgens mal wecken wenn die Kleine aufwacht.
    Und ihn oft einfach mit dem Kind alleine lassen. Dann MUSS er präsent sein und sich kümmern.

    Also geh desöfteren zum Lernen ausser Haus, nur so merkt er was an Arbeit da ist und dass ein Kind nicht "nebenbei" läuft

  3. #3
    koi
    koi ist offline Stranger
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    3

    Standard Re: Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Gemacht getan. Das Kind hat heute ausnahmsweise bis halb acht geschlafen. Habe ihn dann geweckt. Aber bis er aufsteht krabbelt das Kind schon durchs Bett und ich bin natürlich hellwach, um aufzupassen, dass sie nirgends rausfällt. Dann motiviere ich ihn mit 'schau ihr mal ins Gesicht, dann fällt das aufstehen gar nicht mehr schwer' (sie strahlt immer und guckt erwartungsfroh)

    Dann noch der Spruch von ihm "aber morgen bin dran mit ausschlafen". Und da war's schon vorbei. Zum einen war ich hellwach, zum anderen versetzt mir das einen Stich, wenn die Kleine warten muss.

    Gerade soll er sich ums Kind kümmern. Nach 40 Minuten zeigt sie Müdigkeitsanzeichen. Aber sie hat gerade lange geschlafen und würde nicht wieder einschlafen... Dennoch wollte er sie hinlegen & ich war Schuld, dass sie nicht wieder einschlief.

    Bekomme dann auch gleich eine Aufgabe von ihm. Soll doch mit dem Hund runter. Kann es anscheinend nicht ertragen, dass ich gerade nichts tue.

  4. #4
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Zitat Zitat von koi Beitrag anzeigen
    Gemacht getan. Das Kind hat heute ausnahmsweise bis halb acht geschlafen. Habe ihn dann geweckt. Aber bis er aufsteht krabbelt das Kind schon durchs Bett und ich bin natürlich hellwach, um aufzupassen, dass sie nirgends rausfällt. Dann motiviere ich ihn mit 'schau ihr mal ins Gesicht, dann fällt das aufstehen gar nicht mehr schwer' (sie strahlt immer und guckt erwartungsfroh)

    Dann noch der Spruch von ihm "aber morgen bin dran mit ausschlafen". Und da war's schon vorbei. Zum einen war ich hellwach, zum anderen versetzt mir das einen Stich, wenn die Kleine warten muss.

    Gerade soll er sich ums Kind kümmern. Nach 40 Minuten zeigt sie Müdigkeitsanzeichen. Aber sie hat gerade lange geschlafen und würde nicht wieder einschlafen... Dennoch wollte er sie hinlegen & ich war Schuld, dass sie nicht wieder einschlief.

    Bekomme dann auch gleich eine Aufgabe von ihm. Soll doch mit dem Hund runter. Kann es anscheinend nicht ertragen, dass ich gerade nichts tue.
    und da hilft erstens reden und zweitens reden und drittens sehr laut, klar und deutlich reden.
    Nämlich dass es so nicht geht.

    Aufgaben muss man nicht erfüllen.

    Ich würde, nachdem ich ihm die Kleine ins Bett gesetzt habe, ich sehr sehr nachdrücklich wecken und mich dann zum weiterschlafen mit Oropax auf eine Matratze im Kinderzimmer verziehen.

  5. #5
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick
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    Standard Re: Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Zitat Zitat von koi Beitrag anzeigen
    Gemacht getan. Das Kind hat heute ausnahmsweise bis halb acht geschlafen. Habe ihn dann geweckt. Aber bis er aufsteht krabbelt das Kind schon durchs Bett und ich bin natürlich hellwach, um aufzupassen, dass sie nirgends rausfällt. Dann motiviere ich ihn mit 'schau ihr mal ins Gesicht, dann fällt das aufstehen gar nicht mehr schwer' (sie strahlt immer und guckt erwartungsfroh)

    Dann noch der Spruch von ihm "aber morgen bin dran mit ausschlafen". Und da war's schon vorbei. Zum einen war ich hellwach, zum anderen versetzt mir das einen Stich, wenn die Kleine warten muss.

    Gerade soll er sich ums Kind kümmern. Nach 40 Minuten zeigt sie Müdigkeitsanzeichen. Aber sie hat gerade lange geschlafen und würde nicht wieder einschlafen... Dennoch wollte er sie hinlegen & ich war Schuld, dass sie nicht wieder einschlief.

    Bekomme dann auch gleich eine Aufgabe von ihm. Soll doch mit dem Hund runter. Kann es anscheinend nicht ertragen, dass ich gerade nichts tue.
    Schraub mal deine Erwartungen runter. Du kannst nicht davon ausgehen, dass das von heute auf morgen klappt mit dem Alleinekümmern. Eine faule Socke wird immer zusehen, dass sie weiterhin so durchkommt. Schöießlich hast du ihm ja lange genug alles rund ums Kind abgenommen. Das ist zum Teil auch deine Schuld. Da müsste ihr beide dran arbeiten.

    1. Du musst eine klare Ansage machen, also "Ab morgen teilen wir uns die Aufgaben mehr." Und ihm dann stück für Stück mehr übertragen.

    2. Verantwortung abgeben, ihn auch mal machen lassen. Klar, dass er sich nicht kümmert, wenn du ja schon die ganze Zeit schaust, dass das kind nicht aus dem Bett fällt. Wäre ja doppelt gemoppelt.

    3. Bemühungen honorieren. Er erkennt Müdeigkeitsanzeichen und will das Kind hinlegen. Ist doch schon mal super. Dass das mit dem Abstand zum vorherigen Schläfchen nicht so gut klappt, ist doch nicht seine Schuld. Woher soll er das erkennen können, wenn das bislang immer du übernommen hast?

    4. Ihn komplett mit dem Kind allein lassen. Solange du anwesend bist und kontrollierst, kann er es ja nur falsch machen.

  6. #6
    Heike34 ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Ich würde auch mal versuchen ihn komplett alleine zu lassen, dann lernt er das denke ich besser. Und klare Aufgabenverteilung, dann hat jeder was zutun, keiner soll mehr machen als der andere und dann kann man die vielleicht gewonnene Zeit zu zweit nutzen. Aber nur Klarheit über die Aufgaben ist hilfreich.

  7. #7
    Avatar von Felba
    Felba ist offline juttapalme
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    Standard Re: Wieviel Mitdenken im Alltag kann ich erwarten?

    Zitat Zitat von Heike34 Beitrag anzeigen
    Ich würde auch mal versuchen ihn komplett alleine zu lassen, dann lernt er das denke ich besser. Und klare Aufgabenverteilung, dann hat jeder was zutun, keiner soll mehr machen als der andere und dann kann man die vielleicht gewonnene Zeit zu zweit nutzen. Aber nur Klarheit über die Aufgaben ist hilfreich.
    Hmmmmmm, ob die das Problem in den letzten 5 Jahren gelöst haben?

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