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  1. #1
    mummy02 ist offline Stranger
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    Beitrag Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Hallo,hab mich hier gerade erst registriert.
    Ich habe ein sehr schweres Problem mit meinem Ehemann(seit 11 Jahren zusammen).Wir haben mitlerweile 2 Kinder (3Jahre und 3Monate alt).Bei meiner 2.Schwangerschaft war ich 4Wochen vor der Geburt als die Krankheit bei Ihm ausbrach.Es war für mich als wäre ich auf ein mal in eine Schlucht gefallen.Ich wusste nicht einmal,dass es so etwas überhaupt gibt.An einem ganz normalem Morgen stand plötzlich die Polizei an meiner Tür,ich war allein mit meinem Sohn,und sagte,dass mein Mann ganz verwirrt auf der Strasse aufgefunden wurde und ich solle ihn auf der Polizeiwache abholen.Als ich die Tür zugemacht hatte,fing ich an richtig laut zu weinen und habe auch den kleinen damit erschreckt,dass er auch anfing,hab mich aber ganz schnell gefangen.Habe meine Eltern angerufen,damit meine Mutter auf den kleinen aufpassen konnte und ich fuhr mit meinem Vater ihn dann abholen.Der Arzt von seiner Arbeitsstelle rief mich dann an und sagte mein Mann muss direkt in psychiatrische Behandlung.Das hatten wir dann nach langen Überredungsgesprächen auch gemacht,aber ich glaube immernoch das er es nur meinetwegen gemacht hatte (immernoch keine Einsicht dass er krank ist).Mitlerweile sind 4 Monate vergangen und es ist immer noch nicht so wie früher,ich weiss es braucht Zeit,aber er ist einfach nicht mehr der selbe.Ich bin mit meinen Nerven am Ende.Jetzt habe ich ein Kleinkind,ein Baby und einen Mann dem ich alles sagen muss.Mach dies mach das.Er spielt nicht mit den Kindern,und wenn ich ihm sage,spiel etwas mit dem kleinen,damit ich etwas erledigen kann,tut er etwas was der kleine alleine macht z.B. Baden.Letztens hatte er am Gartenhäuschen auf dem Dach zu tun und ich hatte den kleinen dann bei dem schönen Wetter auch nach draußen geschickt,er sollte nur ein Auge auf ihn werfen.Nach einiger Zeit hatte ich den kleinen ständig nach seinem Vater rufen gehört,danach Stille.Ich guckte aus dem Fenster,sitzt der kleine auf dem Dach(Spitzdach).Als ich rausgelaufen bin und den kleinen runternahm und ihn darauf ansprach,sagte er nur "Soll ich mir etwa die ganze Zeit sein Geschreie anhören,so hab ich wenigstens meine Ruhe".Ich fand keine Worte mehr und ging ins Haus.Ich habe ständig Angst etwas falsches zu sagen,weil er richtig selbstmordgefährdet war(ist?)Ich bin nur froh meine Eltern zu haben,die mir ständig mit dem Haushalt,den Kindern und dem Garten helfen.Er war ein liebevoller Vater,kam spät von der Arbeit und konnte sich immernoch überwinden mit dem kleinen Zeit zu verbringen,und jetzt ist er wie ausgewechselt,lustlos,ständig müde.Der Kleine leidet auch sehr unter seinem Verhalten,er möchte etwas beigebracht bekommen und nicht einfach vor den Fernseher gesetzt werden.Er springt ständig um ihn herum und möchte Aufmerksamkeit.Neuerdings schlägt der kleine mich und ihn auch und schimpft mit uns lautstark,wenn wir abgelenkt sind.Ich bin verzweifelt und weiss nicht wie sich das Ganze auf ihn auswirkt und wozu das noch führt.Bin sehr überfordert mit der ganzen Situation,hab ja noch das Baby.Was soll ich nur tun? Ich weiss nicht wie lange ich es noch aushalten kann.Tut mir leid dass es so lang geworden ist,musste es mir einfach von der Seele reden.
    Hoffe Ihr schreibt mir ganz bald.
    Geändert von mummy02 (13.07.2010 um 00:19 Uhr)

  2. #2
    Avatar von Spatzeline
    Spatzeline ist offline glücklich
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    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Hallo

    das liest sich wirklich schlimm.....ich bin echt ganz betroffen von deiner Geschichte.

    Einen guten Rat kann ich dir nicht leider nicht geben, das könnte ein Fachmann für psychische Erkrankungen besser.

    Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Kraft und von deinen Angehörigen die Hilfe und den Beistand den du brauchst.

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Zitat Zitat von mummy02 Beitrag anzeigen
    Hallo,hab mich hier gerade erst registriert.
    Ich habe ein sehr schweres Problem mit meinem Ehemann(seit 11 Jahren zusammen).Wir haben mitlerweile 2 Kinder (3Jahre und 3Monate alt).Bei meiner 2.Schwangerschaft war ich 4Wochen vor der Geburt als die Krankheit bei Ihm ausbrach.Es war für mich als wäre ich auf ein mal in eine Schlucht gefallen.Ich wusste nicht einmal,dass es so etwas überhaupt gibt.An einem ganz normalem Morgen stand plötzlich die Polizei an meiner Tür,ich war allein mit meinem Sohn,und sagte,dass mein Mann ganz verwirrt auf der Strasse aufgefunden wurde und ich solle ihn auf der Polizeiwache abholen.Als ich die Tür zugemacht hatte,fing ich an richtig laut zu weinen und habe auch den kleinen damit erschreckt,dass er auch anfing,hab mich aber ganz schnell gefangen.Habe meine Eltern angerufen,damit meine Mutter auf den kleinen aufpassen konnte und ich fuhr mit meinem Vater ihn dann abholen.Der Arzt von seiner Arbeitsstelle rief mich dann an und sagte mein Mann muss direkt in psychiatrische Behandlung.Das hatten wir dann nach langen Überredungsgesprächen auch gemacht,aber ich glaube immernoch das er es nur meinetwegen gemacht hatte (immernoch keine Einsicht dass er krank ist).Mitlerweile sind 4 Monate vergangen und es ist immer noch nicht so wie früher,ich weiss es braucht Zeit,aber er ist einfach nicht mehr der selbe.Ich bin mit meinen Nerven am Ende.Jetzt habe ich ein Kleinkind,ein Baby und einen Mann dem ich alles sagen muss.Mach dies mach das.Er spielt nicht mit den Kindern,und wenn ich ihm sage,spiel etwas mit dem kleinen,damit ich etwas erledigen kann,tut er etwas was der kleine alleine macht z.B. Baden.Letztens hatte er am Gartenhäuschen auf dem Dach zu tun und ich hatte den kleinen dann bei dem schönen Wetter auch nach draußen geschickt,er sollte nur ein Auge auf ihn werfen.Nach einiger Zeit hatte ich den kleinen ständig nach seinem Vater rufen gehört,danach Stille.Ich guckte aus dem Fenster,sitzt der kleine auf dem Dach(Spitzdach).Als ich rausgelaufen bin und den kleinen runternahm und ihn darauf ansprach,sagte er nur "Soll ich mir etwa die ganze Zeit sein Geschreie anhören,so hab ich wenigstens meine Ruhe".Ich fand keine Worte mehr und ging ins Haus.Ich habe ständig Angst etwas falsches zu sagen,weil er richtig selbstmordgefährdet war(ist?)Ich bin nur froh meine Eltern zu haben,die mir ständig mit dem Haushalt,den Kindern und dem Garten helfen.Er war ein liebevoller Vater,kam spät von der Arbeit und konnte sich immernoch überwinden mit dem kleinen Zeit zu verbringen,und jetzt ist er wie ausgewechselt,lustlos,ständig müde.Der Kleine leidet auch sehr unter seinem Verhalten,er möchte etwas beigebracht bekommen und nicht einfach vor den Fernseher gesetzt werden.Er springt ständig um ihn herum und möchte Aufmerksamkeit.Neuerdings schlägt der kleine mich und ihn auch und schimpft mit uns lautstark,wenn wir abgelenkt sind.Ich bin verzweifelt und weiss nicht wie sich das Ganze auf ihn auswirkt und wozu das noch führt.Bin sehr überfordert mit der ganzen Situation,hab ja noch das Baby.Was soll ich nur tun? Ich weiss nicht wie lange ich es noch aushalten kann.Tut mir leid dass es so lang geworden ist,musste es mir einfach von der Seele reden.
    Hoffe Ihr schreibt mir ganz bald.
    Ok, du brauchst Hilfe. HEUTE! Dein Mann kann unter Umständen Jahre mit dieser Krankheit leben, da kann man dich nicht hängen lassen. Tu bitte folgendes:

    1. In deiner Stadt gibt es: ein Krankenhaus mit psychiatrischer Abteilung? Psychotherapeuten? Einen Gemeindepsychiater? Wer immer als Ansprechpartner am nächsten ist: RUF DA AN! LASS DICH NICHT ABWIMMELN! Frag nach Selbsthilfegruppen für Angehörige oder Notfallsprechstunden, wo DU hingehen kannst.
    Schau eventuell auch mal hier vorbei:
    Psychose.de - Wichtiges für Angehörige. Psychose, Bipolare Störung, Umgebung, Freunde, Verwandte, Partner, Eltern, Stärken, Schwächen, Gelassenheit, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Reflexion
    PTF-Archiv: Angehörige von Psychose-Betroffenen. (Psychosen und Persönlichkeitsstörungen) .:. PT-Forum (Archiv), Psychotherapeuten
    Diagnose Psychose - Hilfe fr Angehrige | Rosa Couch

    2. Ruf bei der Krankenkasse an und erkundige dich nach Haushaltshilfen. Das steht dir zu und du brauchst das jetzt, du bist ja kaum aus dem Wochenbett draußen.

    3. Mach dir eine Liste mit Therapeuten, die bei Euch halbwegs in der Nähe sind und telefonier die alle ab. Das wird lange dauern, die meisten haben nur einen AB, der immer an ist, weil Therapien stattfinden. Frag, wie schnell dein Mann ambulante Behandlungen bekommen könnte. Oft werden Wartezeiten von 6 Monaten genannt, schildere deine Situation, gib nicht auf. Gerade Psychosebetroffene haben es oft schwer, angemessene Therapie zu bekommen - dabei brauchen auch die sie soo dringend. Hier bekommst du Telefonnummern:
    BDP - FAQ zur Psychologie im Notfall

    4. Mach einen Termin bei seinem behandelnden Arzt aus. Informier dich genau über die Krankheit. Lesetipps findest du auf dieser HP, die Sendung am Samstag war wirklich sehr gut
    Hallo Ü-Wagen, Sendung vom 10.07.2010: WDR 5

    Dein Mann ist schwer krank und er kann nichts dafür. Du kannst nichts dafür. Aber du hast jetzt die Verantwortung für deine Familie und du brauchst jeden Funken Kraft, den du bekommen kannst. Bitte such dir umgehend Hilfe von allen Seiten!

    Ich wünsch Euch alles erdenklich Gute!

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Zitat Zitat von mummy02 Beitrag anzeigen
    Jetzt habe ich ein Kleinkind,ein Baby und einen Mann dem ich alles sagen muss.Mach dies mach das.Er spielt nicht mit den Kindern,und wenn ich ihm sage,spiel etwas mit dem kleinen,damit ich etwas erledigen kann,tut er etwas was der kleine alleine macht z.B. Baden.Letztens hatte er am Gartenhäuschen auf dem Dach zu tun und ich hatte den kleinen dann bei dem schönen Wetter auch nach draußen geschickt,er sollte nur ein Auge auf ihn werfen.Nach einiger Zeit hatte ich den kleinen ständig nach seinem Vater rufen gehört,danach Stille.Ich guckte aus dem Fenster,sitzt der kleine auf dem Dach(Spitzdach).Als ich rausgelaufen bin und den kleinen runternahm und ihn darauf ansprach,sagte er nur "Soll ich mir etwa die ganze Zeit sein Geschreie anhören,so hab ich wenigstens meine Ruhe".Ich fand keine Worte mehr und ging ins Haus. [...]
    und jetzt ist er wie ausgewechselt,lustlos,ständig müde.
    Eines noch dazu: Dein Mann bekommt mit Sicherheit Neuroleptika. Das sind sehr, sehr schwere Medikamente mit vielen Nebenwirkungen. Wenn er zusätzlich noch auf Tavor oder anderen Beruhigungsmitteln ist... viel von der Verhaltensänderung liegt leider auch an der Medikation. Das ist so. Er tut das nicht mit Absicht.

    Irgendwo da drin ist der Mann, den du geheiratet hast, der dich liebt und eure Kinder liebt. Dieser Mann leidet sehr und braucht jetzt dringend deine Hilfe! Bitte gib ihn nicht auf. Nimm nicht alles persönlich und lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Das ist schwer, aber du kannst das schaffen. Such dir Hilfe!

  5. #5
    Avatar von viola5
    viola5 ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Zitat Zitat von mummy02 Beitrag anzeigen
    Hallo,hab mich hier gerade erst registriert.
    Ich habe ein sehr schweres Problem mit meinem Ehemann(seit 11 Jahren zusammen).Wir haben mitlerweile 2 Kinder (3Jahre und 3Monate alt).Bei meiner 2.Schwangerschaft war ich 4Wochen vor der Geburt als die Krankheit bei Ihm ausbrach.Es war für mich als wäre ich auf ein mal in eine Schlucht gefallen.Ich wusste nicht einmal,dass es so etwas überhaupt gibt.An einem ganz normalem Morgen stand plötzlich die Polizei an meiner Tür,ich war allein mit meinem Sohn,und sagte,dass mein Mann ganz verwirrt auf der Strasse aufgefunden wurde und ich solle ihn auf der Polizeiwache abholen.Als ich die Tür zugemacht hatte,fing ich an richtig laut zu weinen und habe auch den kleinen damit erschreckt,dass er auch anfing,hab mich aber ganz schnell gefangen.Habe meine Eltern angerufen,damit meine Mutter auf den kleinen aufpassen konnte und ich fuhr mit meinem Vater ihn dann abholen.Der Arzt von seiner Arbeitsstelle rief mich dann an und sagte mein Mann muss direkt in psychiatrische Behandlung.Das hatten wir dann nach langen Überredungsgesprächen auch gemacht,aber ich glaube immernoch das er es nur meinetwegen gemacht hatte (immernoch keine Einsicht dass er krank ist).Mitlerweile sind 4 Monate vergangen und es ist immer noch nicht so wie früher,ich weiss es braucht Zeit,aber er ist einfach nicht mehr der selbe.Ich bin mit meinen Nerven am Ende.Jetzt habe ich ein Kleinkind,ein Baby und einen Mann dem ich alles sagen muss.Mach dies mach das.Er spielt nicht mit den Kindern,und wenn ich ihm sage,spiel etwas mit dem kleinen,damit ich etwas erledigen kann,tut er etwas was der kleine alleine macht z.B. Baden.Letztens hatte er am Gartenhäuschen auf dem Dach zu tun und ich hatte den kleinen dann bei dem schönen Wetter auch nach draußen geschickt,er sollte nur ein Auge auf ihn werfen.Nach einiger Zeit hatte ich den kleinen ständig nach seinem Vater rufen gehört,danach Stille.Ich guckte aus dem Fenster,sitzt der kleine auf dem Dach(Spitzdach).Als ich rausgelaufen bin und den kleinen runternahm und ihn darauf ansprach,sagte er nur "Soll ich mir etwa die ganze Zeit sein Geschreie anhören,so hab ich wenigstens meine Ruhe".Ich fand keine Worte mehr und ging ins Haus.Ich habe ständig Angst etwas falsches zu sagen,weil er richtig selbstmordgefährdet war(ist?)Ich bin nur froh meine Eltern zu haben,die mir ständig mit dem Haushalt,den Kindern und dem Garten helfen.Er war ein liebevoller Vater,kam spät von der Arbeit und konnte sich immernoch überwinden mit dem kleinen Zeit zu verbringen,und jetzt ist er wie ausgewechselt,lustlos,ständig müde.Der Kleine leidet auch sehr unter seinem Verhalten,er möchte etwas beigebracht bekommen und nicht einfach vor den Fernseher gesetzt werden.Er springt ständig um ihn herum und möchte Aufmerksamkeit.Neuerdings schlägt der kleine mich und ihn auch und schimpft mit uns lautstark,wenn wir abgelenkt sind.Ich bin verzweifelt und weiss nicht wie sich das Ganze auf ihn auswirkt und wozu das noch führt.Bin sehr überfordert mit der ganzen Situation,hab ja noch das Baby.Was soll ich nur tun? Ich weiss nicht wie lange ich es noch aushalten kann.Tut mir leid dass es so lang geworden ist,musste es mir einfach von der Seele reden.
    Hoffe Ihr schreibt mir ganz bald.
    Halte Dich an die Vorschläge von Wupps, die sind Spitze. Ich bin heilfroh, dass sie die gemacht hat, denn leider könnte ich Dir spontan nicht so konkret raten.
    Ich habe selbst vor über 20 Jahren in meiner ersten Ehe ähnliches erlebt, auch total fehlende Krankheitseinsicht meines Mannes. Und ich war außerdem für zwei Schulkinder, ein Baby und eine schwerbehinderte Schwiegermutter verantwortlich - ich glaube, ich verstehe, wie Du Dich fühlst. Allerdings wurde meiner dann auch noch aggressiv und hat mich misshandelt bis zu Knochenbrüchen, so dass mir kein anderer Weg als Trennung übrig blieb. Das scheint aber bei Deinem Mann völlig anders zu sein. Es ist furchtbar, wenn man an dem geliebten Mann eine solche Wesensveränderung erleben muss und nur noch die äußere Hülle Ähnlichkeiten mit ihm hat - trotzdem ist er es immer noch. Ich kann mich in allem nur Wupps anschließen. Und wenn er, auch ohne Einsicht, Behandlung und Medikamente bekommt, dann gibt es ja HOffnung.
    Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt und dass Du schnell in Deiner Nähe Menschen findest, die Dir beistehen - ansonsten: schreiben hilft manchmal auch wenigstens ein bisschen.

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Zitat Zitat von mummy02 Beitrag anzeigen
    Hallo,hab mich hier gerade erst registriert.
    Ich habe ein sehr schweres Problem mit meinem Ehemann(seit 11 Jahren zusammen).Wir haben mitlerweile 2 Kinder (3Jahre und 3Monate alt).Bei meiner 2.Schwangerschaft war ich 4Wochen vor der Geburt als die Krankheit bei Ihm ausbrach.Es war für mich als wäre ich auf ein mal in eine Schlucht gefallen.Ich wusste nicht einmal,dass es so etwas überhaupt gibt.An einem ganz normalem Morgen stand plötzlich die Polizei an meiner Tür,ich war allein mit meinem Sohn,und sagte,dass mein Mann ganz verwirrt auf der Strasse aufgefunden wurde und ich solle ihn auf der Polizeiwache abholen.Als ich die Tür zugemacht hatte,fing ich an richtig laut zu weinen und habe auch den kleinen damit erschreckt,dass er auch anfing,hab mich aber ganz schnell gefangen.Habe meine Eltern angerufen,damit meine Mutter auf den kleinen aufpassen konnte und ich fuhr mit meinem Vater ihn dann abholen.Der Arzt von seiner Arbeitsstelle rief mich dann an und sagte mein Mann muss direkt in psychiatrische Behandlung.Das hatten wir dann nach langen Überredungsgesprächen auch gemacht,aber ich glaube immernoch das er es nur meinetwegen gemacht hatte (immernoch keine Einsicht dass er krank ist).Mitlerweile sind 4 Monate vergangen und es ist immer noch nicht so wie früher,ich weiss es braucht Zeit,aber er ist einfach nicht mehr der selbe.Ich bin mit meinen Nerven am Ende.Jetzt habe ich ein Kleinkind,ein Baby und einen Mann dem ich alles sagen muss.Mach dies mach das.Er spielt nicht mit den Kindern,und wenn ich ihm sage,spiel etwas mit dem kleinen,damit ich etwas erledigen kann,tut er etwas was der kleine alleine macht z.B. Baden.Letztens hatte er am Gartenhäuschen auf dem Dach zu tun und ich hatte den kleinen dann bei dem schönen Wetter auch nach draußen geschickt,er sollte nur ein Auge auf ihn werfen.Nach einiger Zeit hatte ich den kleinen ständig nach seinem Vater rufen gehört,danach Stille.Ich guckte aus dem Fenster,sitzt der kleine auf dem Dach(Spitzdach).Als ich rausgelaufen bin und den kleinen runternahm und ihn darauf ansprach,sagte er nur "Soll ich mir etwa die ganze Zeit sein Geschreie anhören,so hab ich wenigstens meine Ruhe".Ich fand keine Worte mehr und ging ins Haus.Ich habe ständig Angst etwas falsches zu sagen,weil er richtig selbstmordgefährdet war(ist?)Ich bin nur froh meine Eltern zu haben,die mir ständig mit dem Haushalt,den Kindern und dem Garten helfen.Er war ein liebevoller Vater,kam spät von der Arbeit und konnte sich immernoch überwinden mit dem kleinen Zeit zu verbringen,und jetzt ist er wie ausgewechselt,lustlos,ständig müde.Der Kleine leidet auch sehr unter seinem Verhalten,er möchte etwas beigebracht bekommen und nicht einfach vor den Fernseher gesetzt werden.Er springt ständig um ihn herum und möchte Aufmerksamkeit.Neuerdings schlägt der kleine mich und ihn auch und schimpft mit uns lautstark,wenn wir abgelenkt sind.Ich bin verzweifelt und weiss nicht wie sich das Ganze auf ihn auswirkt und wozu das noch führt.Bin sehr überfordert mit der ganzen Situation,hab ja noch das Baby.Was soll ich nur tun? Ich weiss nicht wie lange ich es noch aushalten kann.Tut mir leid dass es so lang geworden ist,musste es mir einfach von der Seele reden.
    Hoffe Ihr schreibt mir ganz bald.
    Wer hat den diese Diagnose gestellt? Und wieso ist dein Mann zuhause, wenn er sm.gefährdet ist?

    Definitiv steht Dir eine Haushalthilfe zu, Du hast ein Kleinkind und ein Baby. Die Hilfe beantragst du bei der KK. Das erst mal zu Deiner Entlastung.
    Desweiteren musst du sofort zu Eurem Hausarzt gehen, ihm alles sagen, und dafür sorgen, das Dein Mann in eine Klinik kommt.
    Hört sich schlimm an, ist aber jetzt der wichtigste Weg.

    Vorab: es kann sein, das Dein Mann auch sowas ähnlich wie eine postnatale Depression hat, es kann auch ein Burn out sein, genauso wie Depressionen.
    Egal was es genau ist, die richtige Diagnose steht erst nach gründlicher Untersuchung fest. Und das dauert.
    Und solange da nichts genaues diagnostiziert ist, Dein Mann sm. gefährdert ist, muss er in die Klinik. Und du musst alleine entscheiden. Dein Mann kann das im Moment nicht, da er mit Sicherheit keine Einsicht hat. Gehört mit ins Krankheitsbild.
    Und vor allem lass Deinen Mann im Moment nicht allein mit den Kindern. die sind alle überfordert.

    Erst wenn alle Rahmenbedingungen feststehen
    *Klinik, Diagnose, Aufenthaltsdauer, therapie usw. *
    dann musst du auch langsam mit Deinem älteren Kind darüber sprechen. Dazu kannst du Dir Hilfe holen, bei Selbsthilfegruppen oder bei einem Psychologen.

    Ich wünsche Dir und Deinen Kindern alles Gute.

    Bevor ich es vergesse.

    Du musst mit Deinem älteren Kind darüber reden, da es seinen Papa ja ganz anders kennt und nun durch die Krankheit vor einer komplett neuen Situation steht. Ein Kinderpschologe kann dir sagen, wie und was Du mit dem Kind reden kannst, damit es die neue Lage kennen lernt. Und ja, Kinder verstehen das.
    Geändert von malve (13.07.2010 um 21:09 Uhr)

  7. #7
    lieselmama ist offline Stranger
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    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    mann mit psychose.
    Ich muss sagen, Deine Geschichte hat mich sehr betroffen gemacht. Meine Schwester leidet auch seit mehreren Jahren an einer schweren Psychose, daher weiß ich, wie schlimm diese Erkrankung auch für die Angehörigen ist.
    Ich würde Dir in erster Linie empfehlen, alle Hilfe anzunehmen und zu suchen, die Du kriegen kannst.
    Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schwerwiegend diese Krankheit auf den Charakter und die Persönlickeit der erkrankten Person einwirkt und wie unverständlich dies auf andere teilweise wirkt. Falls Dein Mann wirklich an einer Psychose leidet, wird er sich zunächst auch nur eingeschränkt und so hart es klingt eventuell auch gar nicht an der Kindererziehung beteiligen können. Da psychotische Menschen oft unter Realitätsverlusten/Wahrnehmungsstörungen leiden, würde ich Dir aus eigener Erfahrung den Rat geben, die Kinder nicht alleine Deinem Mann zur Aufsicht zu überlassen, da er Gefahren vielleicht nicht mehr wahrnimmt oder ausblendet und damit einfach überfordert ist.
    Sucht auf jeden Fall ärztliche Hilfe. Meiner Schwester geht es mittlerweile Dank Therapie und Psychopharmaka wieder besser. Trotzdem ist sie bisher nicht wieder voll belastungsfähig und brauch auch viel mehr/längere Erholungsphasen als "Gesunde".

    Ich drücke euch jedenfalls ganz fest die Daumen und hoffe, dass Ihr die Hilfen bekommt, die ihr braucht.
    :daumendrueck:

  8. #8
    mummy02 ist offline Stranger
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    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Zitat Zitat von lieselmama Beitrag anzeigen
    mann mit psychose.
    Ich muss sagen, Deine Geschichte hat mich sehr betroffen gemacht. Meine Schwester leidet auch seit mehreren Jahren an einer schweren Psychose, daher weiß ich, wie schlimm diese Erkrankung auch für die Angehörigen ist.
    Ich würde Dir in erster Linie empfehlen, alle Hilfe anzunehmen und zu suchen, die Du kriegen kannst.
    Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schwerwiegend diese Krankheit auf den Charakter und die Persönlickeit der erkrankten Person einwirkt und wie unverständlich dies auf andere teilweise wirkt. Falls Dein Mann wirklich an einer Psychose leidet, wird er sich zunächst auch nur eingeschränkt und so hart es klingt eventuell auch gar nicht an der Kindererziehung beteiligen können. Da psychotische Menschen oft unter Realitätsverlusten/Wahrnehmungsstörungen leiden, würde ich Dir aus eigener Erfahrung den Rat geben, die Kinder nicht alleine Deinem Mann zur Aufsicht zu überlassen, da er Gefahren vielleicht nicht mehr wahrnimmt oder ausblendet und damit einfach überfordert ist.
    Sucht auf jeden Fall ärztliche Hilfe. Meiner Schwester geht es mittlerweile Dank Therapie und Psychopharmaka wieder besser. Trotzdem ist sie bisher nicht wieder voll belastungsfähig und brauch auch viel mehr/längere Erholungsphasen als "Gesunde".

    Ich drücke euch jedenfalls ganz fest die Daumen und hoffe, dass Ihr die Hilfen bekommt, die ihr braucht.
    :daumendrueck:
    Hallo,ersteinmal möchte ich mich für Euer Mietgefühl bedanken.Es tut gut sich alles von der Seele schreiben zukönnen,denn ich kann so offen mit keinem darüber reden.
    Die Diagnose hat als erster der Firmenarzt festgestellt.Er hat mich auch am Telefon gefragt, ob ich Angst vor meinem Mann habe usw.,das war auch die einzige gute Erfahrung,denn was danach kam,konnte ich nicht fassen.Am besagten Tag sollten wir sofort zu unserem Hausarzt um eine dringende Überweisung zum Psychologen zu holen.Leider war der Hausarzt nicht zu erreichen und wir versuchten die Überweisung von drei anderen Ärzten zu bekommen,leider erfolglos,weil keiner sich dazu verpflichtet fühlte und mein Mann nicht deren Patient war.Somit mussten wir bis Montag warten bis der Arzt wieder da war.Bei der Psychologin hieß es dann das wenn er keine Behandlung wünscht, sie auch nichts machen können.Danach kamen etliche Überredungsversuche bis er sich dafür entschieden hatte.Er hat Neuroleptika verschrieben bekommen und keiner weis was er der Psychologin erzählt hatte,weil er keinen dabei haben wollte.Das mein Mann Selbstmordgefährdet ist,habe ich nur durch die Gespräche mit Ihm herausgehört,so direkt hatte er das mir natürlich nicht gesagt.Während der jetzt 4mon.Therapie hatte er 2 Termine mit der Psychologin nicht eingehalten und 2 mal die Einnahme der Neuroleptika jeweils für eine Woche abgebrochen, natürlich mit Folgen.Einmal wollte er schon nach Indien zu einem Mönch fliegen,weil angeblich nur er wusste wie ihm zu helfen war.Da hatte ich richtig Angst um Ihn. Die Psychologin selber hatte nie mich oder jemand anderes von der Verwandschaft nach seinem Verhalten gefragt,was mich auch sehr gewundert hatte,denn wie kann man den Zustand nur von der Seite des Patienten beurteilen.Einmal durfte ich bei dem Termin dabei sein und er war Verschlossen und hat kaum mit der Psychologin gesprochen.Ich hatte Ihr nur einige Fragen gestellt und das war es auch.Bin sehr enttäuscht,weil Sie mich nicht einmal fragte wie, ich mit der Situation klar komme.Sie wusste ja auch,dass ich hoch schwanger war.
    Jetzt hat er nur noch 4 Tabletten übrig,frage mich nur ob uns dann wieder ein Rückschlag erwartet,den zu der Psychologin möchte er nicht,Sie hätte keine Ahnung.
    Lieben Gruß

  9. #9
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    also das klingt alles gar nicht gut!

    Ein Werksarzt stellt die Diagnose und dann gibts ein paar Gespräche mit einer Psychologin?
    Dein Mann hat nie einen Psychiater gesehen? Eigentlich kann man eine Psychose nicht ambulant behandeln und schon gar nicht mit nur ein paar Gesprächen und irgendwelchen Neuroleptika, die der Hausarzt so kennt.
    Das ist ja schon ein ärztlicher Kunstfehler.

    Wenn Dein Mann keine Krankheitseinsicht hat, dann kannst Du wirklich nur abwarten und beim nächstenmal dafür sorgen, dass er gleich in eine Klinik kommt

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Hilfe, mein Mann hat Psychose.

    Zitat Zitat von cosima Beitrag anzeigen
    also das klingt alles gar nicht gut!

    Ein Werksarzt stellt die Diagnose und dann gibts ein paar Gespräche mit einer Psychologin?
    Dein Mann hat nie einen Psychiater gesehen? Eigentlich kann man eine Psychose nicht ambulant behandeln und schon gar nicht mit nur ein paar Gesprächen und irgendwelchen Neuroleptika, die der Hausarzt so kennt.
    Das ist ja schon ein ärztlicher Kunstfehler.

    Nun, ob da ein ärztlicher Kunstfehler liegt, kann und will ich nicht beurteilen.

    Wenn Dein Mann keine Krankheitseinsicht hat,

    Einsicht oder einschätzung hat ein Betroffener nie.



    dann kannst Du wirklich nur abwarten und beim nächstenmal dafür sorgen, dass er gleich in eine Klinik kommt
    worauf soll die Te. noch warten??
    Ihr Mann ist erkrankt und sie hat nun die alleinige Pflicht und das Recht ihren Mann einweisen zu lassen. Und dies sollte sie m.E. nach auch schleunigst tun.
    Ihr Mann hat weder die einsicht, noch kann er irgendwas richtig einschätzen. Und sollte er wirklich sm. gefährdert sein, dann muss er in eine Klinik.
    Schiet Krankheitsbild.
    Geändert von malve (18.07.2010 um 20:57 Uhr)

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