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  1. #1
    Windstern ist offline Stranger

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    Standard Mein Mann will seinen Neffen aufziehen

    Hallo. Ich weiss nicht, ob ich Rat suche, oder mir nur einmal alles von der Seele schreiben will um meinen Kopf klar zu bekommen. Danke schonmal an alle, die das hier lesen.

    Ich bin 35, mein Mann 26, und zusammen haben wir eine 3 Monate alte Tochter.
    Mein Mann hat eine 29 Jahre alte Schwester, die ich aus diversen Gründen nicht leiden kann. Sie hat 2 Söhne. Der älteste ist 6 und wohnt bei seinem Vater. Der jüngste ist 3 und wohnt bei ihrer Mutter, weil sie mit dem Vater zusammenlebt und sich genausowenig um den Jungen gekümmert hat wie um ihren ersten Sohn. Die beiden haben eine Alkoholproblem und jeder Versuch ihrer Familie, ihren Kopf gerade zu rücken scheiterte. Die Familie ist außerdem überzeugt, dass ihr Freund an allem Schuld ist und sie runterzieht. Die wenigen Begegnungen, die ich mit ihm hatte bestätigen diesen Vorwurf, aber mein Gott, die Frau ist 29 und kann doch nicht so abhängig von dem Kerl sein, dass sie nicht selber denkt...
    Jedenfalls ist diese Schwester jetzt erneut schwanger von dem Kerl... In einer Woche ist ET. Als die Schwangerschaft bekannt wurde, brach die Mutter meines Mannes zusammen. Sie befürchtete, dass ihre Tochter auch dieses Kind bei ihr abliefern würde, und fühlte sich dem nicht gewachsen, auch weil das andere Kind sehr viel schreit. Da auch sie früher ein Alkoholproblem hatte, befürchtete ihre Familie, dass sie einen Rückfall haben wird. Mein Mann hängt sehr an seiner Familie, also schlug er vor, dass wir für den Fall, dass seine Schwester wirklich das Kind abliefert, es aufziehen könnten. Ich war damals im 5. Monat schwanger und wenn ich jetzt darüber nachdenke, wohl nicht zurechnungsfähig, denn ich habe zugestimmt...

    Letzte Woche kam noch ein Hammer dazu. Der Freund der Schwester sagte meiner Schwiegermutter, dass er den dreijährigen Sohn zurück haben will. Er drohte auch mit einer Klage ums Sorgerecht, wenn sie sich weigert. Eigentlich dürfte er damit überhaupt keine Chance haben. Als der Junge noch kein halbes Jahr alt war, haben die Eltern sich so heftig gestritten, dass es zu Handgreiflichkeiten kam und beide eine Anzeige wegen Körperverletzung vom jeweils anderen bekamen. Daraufhin nahm meine Schwiegermutter den Jungen auf, beantragte das vorübergehende Sorgerecht und bekam es sofort, weil beide Elternteile nicht zur Anhörung erschienen. Es ist also völliger Blödsinn und nur Stress für meine Schwiegermutter.
    Jedenfalls sagte mein Mann daraufhin, dass er im Fall dass wir das neue Baby aufziehen müssen, darauf bestehen wird, dass wir das volle Sorgerecht bekommen, damit es kein Hin und Her geben kann.
    Als er das sagte wurde mir mit einem Schlag bewusst, auf was ich mich da eingelassen habe.

    Zwei Babys mit drei Monaten Unterschied. Eines gestillt, das andere bekommt Flasche. Ein Mädchen, ein Junge. Ich habe Angst, dass meine Tochter zu kurz kommt. Dann habe ich Angst, dass der Bub zu kurz kommt. Oder ich ihn nicht genug lieb haben kann und er das dann "merkt", oder was weiss ich.
    Ich bin einer Panik nahe und fürchte mich immer mehr vor der Geburt.

    Danke fürs Zuhören.

  2. #2
    sindzusiebt ist offline addict

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    Standard Re: Mein Mann will seinen Neffen aufziehen

    Hallo Windstern,

    dein Post wirkt sehr aufgewühlt auf mich. Versuche mal in Ruhe rauszufinden, ob du Torschlußpanik bekommst, Angst vor deinem eigenen Mut oder ob du ganz einfach kein anderes Kind aufnehmen möchtest.
    Bei ersterem würde ich meinen, ist das völlig normal. Wie vor einer Hochzeit, wenn man plötzlich überlegt, ob das doch so richtig ist, sich für immer mit diesem Partner zu verbinden etc.
    Sollte es so sein, dass du das Kind nicht aufnehmen möchtest, weil du dich ausschließlich um dein Baby kümmern möchtest und dieses ohne weiteren Streß und Verantwortung genießen möchtest, dann solltest du das schnellstmöglich mit deinem Mann besprechen. Und zu deiner Entscheidung stehen und dabei bleiben. Lässt du dich bequatschen und dazu überreden, ist auf lange Sicht ganz sicher keinem geholfen. Zügig deshalb, dass dein Mann sich darauf einstellen kann und du dir deine Schwangerschaft nicht mit Sorgen belasten musst, das finde ich nämlich sehr sehr schade.
    Ich meine aus deinem Post rauszulesen, dass du dir nicht so recht vorstellen kannst, das "fremde" Kind genau so anzunehmen wie dein Eigenes. Du - meinst zumindest - du würdest Unterschiede machen. Geh mal in dich, und fühle nach, ob das wahrscheinlich ist, oder ob du dir vorstellen könntest, dass du dich auch auf dieses Kind ganz einlassen könntest mit der Zeit und es als deines annehmen könntest.
    Es wäre für das Kind ein Desaster, würde es in euere Familie praktisch hineingeboren werden und würde aber nicht wirklich angenommen werden und dem eigenen Kind gleichgestellt werden.
    Ich kenne dich und deine Familie nicht, deshalb kann ich dir zu keiner Entscheidung raten. Ich kann dir aber erzählen, wie ich mich in deiner Situation verhalten würde. Allerdings haben wir auch eine ganz andere Ausgangssituation.
    Ich hätte bereits während der Schwangerschaft mit Schwägerin und Schwager besprochen, was denn angedacht ist. Hätte mir Rat beim Jugendamt geholt und dort abgeklärt, ob im Falle eines Falles überhaupt die Möglichkeit besteht, dass das Neugeborene in meine Familie kommt. Da hat das Amt nämlich ein Wörtchen mitzureden. Hätte mit den Eltern meine "Modalitäten" geklärt unter denen ich mir eine Aufnahme des Babys vorstellen könnte. Und dann hätte ich abgewartet. Würde der Fall dann nach der Geburt tatsächlich eintreten, dass die Mutter ihr Kind in unsere Obhut geben möchte, würden wir das Kind in unserer Familie aufnehmen. Je nachdem wie schnell nach der Geburt das sein würde, könnte ich mir vorstellen den Jungen auch zu stillen.
    Dazu erwähnen muss ich aber, dass wir da nicht so ganz unerfahren sind und wir bereits leibliche und angenommene Kinder in unserer Familie haben. Eine gewisse Unsicherheit "vor dem 1. Mal", ob man "fremde" Kinder so richtig lieben kann, ist völlig normal. Allerdings sollte man schon von sich selbst denken, dass es möglich sein könnte und es nicht für völlig abwegig halten.

    Ich denke, du solltest auf jeden Fall schnellstens mit deinem Mann ein Gespräch über deine Sorgen führen.

    Alles Gute wünsche ich euch
    szs

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