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  • 3 Post By honigshrimp

Thema: Aktuelles diskriminierendes Urteil zur Stiefkindadoption

  1. #1
    honigshrimp ist offline Stranger
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    Standard Aktuelles diskriminierendes Urteil zur Stiefkindadoption

    Für alle, die einen bekannten Spender haben, ggf. interessant:
    BGH erschwert Stiefkind-Adoption für lesbische Paare - Panorama - Süddeutsche.de

    Als heterosexuelles Paar hätte man das Problem mal wieder nicht....

  2. #2
    MerleJ ist offline enthusiast
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    Standard Re: Aktuelles diskriminierendes Urteil zur Stiefkindadoption

    Dieses Urteil betrifft die private Samenspende (Bechermethode), wenn der Spender den Frauen namentlich bekannt ist. Ich denke da schafft das Urteil Klarheit.

    Wenn ein Heteropaar verheiratet ist hätte es dieses Problem nicht - es müsste keine Stiefkindadoption durchführen, da der Ehemann automatisch als (juristischer) Vater eingetragen wird.

    Wenn das Heteropaar nicht verheiratet ist, dann würde für das Heteropaar m.E. das selbe gelten: der bekannte (private) Spender müsste als biologischer Vater einer Stiefkindadoption zustimmen. Die Stiefkindadoption wäre wohl auch erst nach der Hochzeit möglich.
    Allerdings hätte das Heteropaar auch den Vorteil einfach den Lebenspartner als Vater angeben zu können. Es gibt ja keinen automatischen Vaterschaftstest bei Geburt.

    Im konkreten Fall geht es nicht um Samenspenden bei Samenbanken.
    Da verlangen manche Richter meines Erachtens gerade etwas viel Mitwirkung der Samenbanken bei lesbischen Paaren. Vielleicht kommt es auch hier eines Tages noch zu etwas mehr Klarheit und Gleichbehandlung, es wäre wünschenswert.

    LG Merle

  3. #3
    honigshrimp ist offline Stranger
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    Standard Re: Aktuelles diskriminierendes Urteil zur Stiefkindadoption

    Liebe Merle, das hast du ganz gut zusammengefasst. Allerdings möchte ich das Heteropaar kennenlernen, das den Prozess einer Stiefkindadoption durchzieht, statt einfach eine Vaterschaftsanerkennung durch denjenigen Mann machen zu lassen, der als Vater für das Kind bestimmt ist und da sein wird (und in diesem Fall würde in den Formalitäten überhaupt kein Unterschied zwischen nicht verheirateten heterosexuellen Paaren bestehen, die beide biologische Eltern sind, und solchen, die eine - private oder kommerzielle - Samenspende in Anspruch genommen haben).
    Sorry, für mich ist das Urteil damit diskriminierend, weil damit ausschließlich lesbischen Elternpaaren Steine in den Weg gelegt werden, die unnötig sind.

    Übrigens, nur kurz vorher hat das Bundesverfassungsgericht - also die höchste gerichtliche Instanz in Deutschland - entschieden, dass eine - heterosexuelle - Frau nicht den Namen des (potenziellen) Erzeugers preisgeben muss, um dem sogenannten Scheinvater (also der Mann, mit dem die Frau verheiratet war und der deshalb als Vater für ihr Kind galt, bis er die Vaterschaft angefochten hat) zu ermöglichen, von dem Erzeuger Unterhaltszahlungen zurück zu verlangen. In anderen Worten: es verletzt das Persönlichkeitsrecht der Frau, wenn sie gerichtlich dazu gezwungen wird, den Namen des biologischen Vaters ihres Kindes zu verraten. (Okay, in diesem Fall spielte wohl eine Rolle, dass die Frau auch tatsächlich sexuellen Kontakt mit dem biologischen Vater hatte, aber mal ganz ehrlich, das ist rein theoretisch auch bei lesbischen Müttern möglich, auch wenn die meisten - soweit ich weiß - die Bechermethode vorziehen.)

    Ich würde mir wünschen, dass die beiden Mütter aus dem erstgenannten Urteil auch vor das Verfassungsgericht ziehen - nun wird ihr Fall aber erstmal vor dem Kammergericht neu verhandelt, um ihnen eine "Chance zu geben" den Namen des Spenders zu nennen. Das Kind ist inzwischen mind. drei Jahre alt...ob die beiden Mütter da noch Lust auf ein Verfahren vor dem Verfassungsgericht haben, wage ich zu bezweifeln. Wir werden sehen....

    Mein Fazit: Wir brauchen dringend eine Gesetzesänderung, die homosexuelle Eltern endlich heterosexuellen Eltern gleichstellt - also die Möglichkeit einräumt, das der Partner/die Partnerin des biologischen Elternteils ohne viel Aufwand die Elternschaft anerkennt bzw. im Fall einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sofort als Mutter/Vater vor dem Gesetz gilt. Dem "Kindeswohl" mit dem Recht auf Kenntnis der biologischen Wurzeln ist ausreichend damit gedient, dass die Elternschaft anfechten kann, wenn es will. Im Gegensatz zu heterosexuellen Eltern sind homosexuelle Eltern sogar von Anfang an gezwungen, dem Kind die Wahrheit darüber zu sagen, dass es biologisch nicht von den beiden eigenen Eltern abstammt...

    Sorry, ich musste mich zu dem Thema einfach mal etwas auslassen. Ich finde es einfach schrecklich, mit was man sich herumschlagen muss, wenn man eine Familie will, aber nicht in das heteronormative System passt...
    Princeton, Ginger0483 und Regenbogen77 gefällt dies.

  4. #4
    Registriert seit
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    Standard Re: Aktuelles diskriminierendes Urteil zur Stiefkindadoption

    Ja diese Gesetzänderung braucht es wirklich mehr als nur dringend. Dass den Frauen nicht nur der BGH, sondern auch diese Öffentklichkeit in Ihrem Verfahren zugemutet wird, ist doch echt unerträglich.

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