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Thema: Von England nach Deutschland mit Familie

  1. #1
    Spatz ist offline journey (wo)man
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    Standard Von England nach Deutschland mit Familie

    Hallo! Ich lebe mit meiner Frau und 7 Monate alten Tochter in England. Hier sind wir ein verheiratetes Paar und unsere Tochter hatte automatisch uns zwei Mütter auf der Geburtsurkunde. Wir wollen in den nächsten Jahren nach Deutschland (Köln) ziehen und ich wollte fragen, ob jemand hier in ähnlicher Situation ist oder war.

    So wie ich das soweit sehe, wird uns die Ehe und dem Kind die zweite Mutter dann weggenommen... Mein zuständiges Standesamt ist im tiefsten Baden-Württemberg und soweit völlig überfordert.
    ( Ich merke immer mehr, wenn ich mir die deutsche Situation ansehe, wie himmlisch es hier ist. Babies sind doch schwer genug, ohne den Papierkrieg und die Diskriminierung! )

    Hat jemand motivierende Worte für uns :)
    oder Ratschläge zur Adoption? Es wäre toll, zu wissen, was genau uns bevorsteht.

  2. #2
    MerleJ ist offline enthusiast
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Schön! Ehe und zwei Mütter. Heterofamilien gleichgestellt. Glückwunsch!

    Ich kenne mich nicht im Detail aus, habe aber auch schon gehört, dass Umzüge in Europa bei der unterschiedlichen Rechtslage "irritierend" sein kann.
    Ich würde Euch raten, Euch an den LSVD zu wenden, die Kontaktdaten findet ihr auf der LSVD Homepage. Dort kennt man sich auch mit der Rechtslage bei internationalen Umzügen aus. Und ich fände dies auch einen exemplarischen Fall, bei dem die Verwaltung wieder wertvolles dazu lernen könnte.

    Der LSVD freut sich auch über neue Mitglieder_innen, man muss jedoch nicht Mitglied sein, um Hilfe zu bekommen.

    Alles Gute!

    LG MerleJ

  3. #3
    Spatz ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Zitat Zitat von MerleJ Beitrag anzeigen
    Schön! Ehe und zwei Mütter. Heterofamilien gleichgestellt. Glückwunsch!

    Ich kenne mich nicht im Detail aus, habe aber auch schon gehört, dass Umzüge in Europa bei der unterschiedlichen Rechtslage "irritierend" sein kann.
    Ich würde Euch raten, Euch an den LSVD zu wenden, die Kontaktdaten findet ihr auf der LSVD Homepage. Dort kennt man sich auch mit der Rechtslage bei internationalen Umzügen aus. Und ich fände dies auch einen exemplarischen Fall, bei dem die Verwaltung wieder wertvolles dazu lernen könnte.

    Der LSVD freut sich auch über neue Mitglieder_innen, man muss jedoch nicht Mitglied sein, um Hilfe zu bekommen.

    Alles Gute!

    LG MerleJ
    Vielen Dank!
    "Irritierend" trifft es sehr genau. Muss aber genauso irritierend und absurd innerhalb Deutschlands sein. Ich weiß nicht, was schlimmer ist..

    Der LSVD berät uns (gottseidank) schon einige Monate dabei und ist wirklich unbezahlbar hilfreich! Sie sind sogar optimistisch.
    Leider kümmert es das Standesamt soweit wenig, was der LSVD sagt und was machbar wäre.
    Für die sind wir eine Kuriosität. Dabei hat es in Berlin gerade einen Fall gegeben, in dem zwei Männern die "amerikanische Vaterschaft" nicht weggenommen wurde. Sie mussten sich aber auch durch die Instanzen klagen und hatten eine Leihmutter. Und die Ämter sind nicht dadurch in ihrer Entscheidung gebunden.

    Ich wollte mich auf den schlimmsten Fall einstellen und nachfragen, wie lange die Stiefkindadoption im Normalfall dauert? (Damit ich meine Frau vorwarnen kann, sie aber trotzdem einwilligt, umzuziehen...)
    Braucht man irgendwelche Schriebe vom Samenspender? (Wir kennen ihn gut, offiziell hat er aber nichts mit dem Kind zu tun und es wäre ihm sicher unangenehm, sich mit deutschen Behörden befassen zu müssen.)
    Gibt es Hoffnungsschimmer, dass sich politisch was ändert und Deutschland irgendwann der entwickelten Welt nachzieht? (Seufz.)

  4. #4
    Avatar von Princeton
    Princeton ist offline Oh boy...gleich 2 Mütter
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Meines Wissens wird die Ehe zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft und die Tochter behält ihre Mütter, so wie es die Geburtsurkunde aussagt. Mein Sohn hat ja auch eine Urkunde mit zwei Müttern, das ist nach Ado doch Standard und hinterher nicht mehr erkennbar, wie es dazu kam (Stiefkindado, Sukzessivado, Zuzug aus dem Ausland...)


  5. #5
    Spatz ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Das fände ich auch logisch. Leider ist, laut Standesamt, die Dateneingabe für die Geburtsurkunde anscheinend so konstruiert, dass es nur Vater und Mutter geben darf. Eine zweite Mutter ergibt sich nur über Adoption, und weil wir hier nicht adoptiert haben, sondern einfach Eltern sind, sagt der Computer halt nein.

  6. #6
    Avatar von Princeton
    Princeton ist offline Oh boy...gleich 2 Mütter
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Also bei unserer Urkunde steht nur Name des Kindes dann fett gedruckt "Eltern" und dann unsere beiden Namen hintereinander. Und das haben die Mitarbeiter auch einfach so ins Computerprogramm eingetragen, bissel rumgeclickt und dann ausgedruckt (meine Frau war dabei). Das war im Amt der Geburtsstadt des Kindes und die haben dann noch dem Einwohnermeldeamt unseres Wohnorts und dem Register der Standesämter unserer Geburtsstädte (also uns als Eltern) Bescheid gegeben. Gleichzeitig wurde es ans Finanzamt weitegeleitet. Wenn ich die Rechtssprechung richtig kenne, dürfte in diesem Kindereintrag in den Heimatstädten von uns Eltern nicht ersichtlich sein, ob es ein biologisches oder Adoptivkind ist.

    Wenn ich dich richtig verstehe, geht es ja um den Eintrag des Kindes im Standesamt deiner Geburtsstadt (BaWü, aber ihr zieht nach Köln). Woher wissen die denn mit eurer englischen Geburtsurkunde, wer die leibliche Mutter ist?
    Ich mein, pah, dass das Programm evtl. überfordert ist, heißt ja nicht, dass es einen Rechtszwang zur Adoption gäbe. Die Software der deutschen Finanzämter kann auch bis heute nicht automatisch Ehegattensplitting bei ELP verbuchen, obwohl das Urteil fast 2 Jahre her ist, weil die Programmierung vor dieser Zeit erfolgte. Das wird dann auch händisch verbessert. Ich weiß aus Anfangszeiten der Stiefkindadoptionen hier in der Stadt, dass mal Geburtsurkunden ausgegeben wurden, in denen die Frau als Vater geführt wurde. Nach Protesten ließ sich das dann in das oben genannte "Eltern" ändern und so wird da jetzt schon länger verfahren.
    Aber vermutlich sitzt da mal wieder ein provinzieller Prinzipienreiter hinter seinem Schreibtisch.


  7. #7
    honigshrimp ist offline Stranger
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Hey Spatz,
    ist deine Frau Britin? Und hat eure Tochter zufällig die doppelte Staatsbürgerschaft? Grundsätzlich müsste dann nämlich das britische Familienrecht auch in Deutschland respektiert werden. Die Ehe würde in Dtl zwar nur wie eine eingetragene Lebenspartnerschaft behandelt, die Beziehung zu eurer - nach britischem Recht gemeinsamen - Tochter müsste m.E. aber anerkannt werden. Das von dir erwähnte Urteil zu den Vätern mit der Leihmutter in den USA weist ja auch in diese Richtung. Grds. meine ich, die Elternschaft müsste auch anerkannt werden, auch wenn ihr beide (also du und deine Frau) deutsche Staatsbürgerinnen seid.
    Das Problem ist, wie du schon geschildert hast, das die deutschen Behörden oft seeeeehr sehr lange hinter Recht und Rechtsprechung hinterherhinken. Nicht immer, aber leider immer wieder. Und da kann sein, dass es nötig wird, gerichtlich vorzugehen. Mehr als eine Instanz wird in eurem Fall aber hoffentlich nicht nötig werden - euer Fall ist eigentlich ziemlich einfach gelagtert, anders als bei den Vätern, die eine nach deutschem Recht verbotene Leihmutterschaft in Anspruch genommen hatten. Das macht juristisch gesehen tatsächlich einen Unterschied.
    Also, ein paar Kämpfe kommen vielleicht auf euch zu, aber ich würde mich schon aus Prinzip weigern, eine rechtlich nicht notwendige Adoption durchzuführen....
    Wünsche euch viel Glück und bin gespannt, ob die schwäbischen Computer doch noch lernfähig sind :D

  8. #8
    Spatz ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Danke, Princeton und honigshrimp!
    Das zuständige Standesamt hat in der Tat nur ein Halbwissen, wendet das dafür aber pedantisch an. :)
    Wir sind aber für diesen kleinen Ort schon ein schwieriger Fall. Meine Frau ist Griechin und Engländerin, ich bin Deutsche. Unsere Tochter ist Engländerin und Deutsche. Dann wollen wir auch noch ihren Doppelnamen anerkannt haben, den wir beide nicht haben (Ich wußte auch nicht, daß sowas in Deutschland nicht geht).
    Ich bin als "mother" und meine Frau als "parent" auf der Geburtsurkunde, dh Geburtsmutter ist erkennbar.Die Dame dort ist selber gerade schwanger und generell sehr freundlich, erzählt mir dann aber mit einem Lächeln, was alles, laut Stuttgart, nicht möglich sein soll... Wir haben auch schon umsonst auf Nachfrage teure Legislationen besorgt, die wir doch nicht brauchen und warten insgesamt seit Januar auf konkrete Anweisungen, welche Dokumente sie denn nun brauchen. Zwei Wochen lang hieß es, es ginge gar nichts, weil ich früher mal verheiratet war und ausländische Scheidungen nicht nachträglich eingetragen werden... Dann wäre das Kind automatisch die Tochter des Ex-Manns. Bei HeteroEhen besteht das Problem nicht, aber eingetr. Partnerschaften zählen da nicht. (Das ist ja auch so ein Unding!) Das hat sich jetzt wieder in Luft aufgelöst, weil EU. Ich sitze hier und schüttele nur noch den Kopf. Sie hat auch gefragt, ob wir denn unbedingt nach Deutschland müssen. :o
    Ich finde das alles sehr, sehr anstrengend.

    Sehr interessant, wie das mit Finanzamt und Eintragungen anderswo dann doch geht! Das hilft bestimmt, wenn ich das mal vorsichtig anspreche. Ich denke auch, daß es, notfalls mit Anwalt, doch irgendwie machbar gemacht werden kann...
    Ich kenne mich in Deutschland überhaupt nicht mit der Situation aus. Danke für Eure Ratschläge! Das hilft wirklich sehr!
    Werde von der Evolution der schwäbischen Computer berichten, falls sich mal was tut!

  9. #9
    Avatar von Princeton
    Princeton ist offline Oh boy...gleich 2 Mütter
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    What the ...
    Ich wäre bei diesen Aussagen an die Decke gegangen. Kind des Exmannes....Gehts noch?

    Mein Sohn hatte übrigens bis vor Kurzem einen (meinen) Doppelnamen. Den musste er in der Tat abgeben, weil wir beide Deutsche sind und das Kind dann mit Ado den Familiennamen (mein angehängter Begleitname) bekommt. Man kann bei Doppelstaatsbürgerschaft aber selbstverständlich die Namensführung nach dem Recht des anderen Landes wählen. Zudem gibt es natürlich auch in D Menschen mit echten Doppelnamen, wo der Familienname einfach zwei Teile hat und er nicht durch Hochzeit entstand. Lena Meyer-Landrut war ja auch nicht verheiratet als sie diesen Soncontest gewann.

    Argh. Ich wünsche euch viel Kraft im Umgang mit diesen Hirnis. Vermutlich wäre es wirklich besser, denen gleich nen Anwalt auf den Hals zu hetzen.


  10. #10
    honigshrimp ist offline Stranger
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    Standard Re: Von England nach Deutschland mit Familie

    Also, sowohl Doppelname als auch die Eltern des Kindes laut Geburtsurkunde müssten aus gleich zwei Gründen in Dtl anerkannt werden: 1. EU - hier gilt grundsätzlich (mit wenigen Ausnahmen, dass alles gegenseitig anerkannt wird; 2. doppelte Staatsbürgerschaft - hier gilt laut internationalen Familienrecht (also deutsches Familienrecht, das anwendbar ist bei internationalen Konstellationen), dass grundsätzlich das Recht des Herkunftsstaats/anderen Staats anerkannt wird, es sei denn, es verstößt gegen die Grundprinzipien der deutschen Verfassung (daher wird in Dtl. zum Beispiel nicht anerkannt, wenn ein Mann nach seinem Heimatrecht mit mehreren Ehefrauen verheiratet ist).

    Das heißt, es kommt auf die Lernfähigkeit der Computer und vor allem auf die Offenheit der Behördenmitarbeiter an. Gleich einen Anwalt einschalten könnte helfen, muss es aber nicht. Die behördlichen Mühlen mahlen schließlich langsam und auch ein Anwalt kann da nicht unbedingt viel mehr machen. Hinweise auf das europäische Recht an die Sachbearbeiterin weiterzuleiten kann dagegen helfen. Wenn die auf dem Amt partout nicht Name und Mütter des Kindes anerkennen wollen, dann vielleicht mal freundlich um einen ablehnenden Bescheid bitten - gegen diesen kann man dann nämlich Widerspruch einlegen (dann entscheidet ein höheres Behördentier, das sich vielleicht eher traut, dem PC einen Stoß in die moderne Welt zu versetzen) und ggf. auch gerichtlich vorgehen (dann entscheidet ein Richter, der wiederum sich mit dem europäischen Recht hoffentlich besser auskennt, als so eine kleine Dorfbehörde). Kostet alles Zeit, aber das tut es ja nun offenbar auch schon. Und wenigstens hat euer Kind ja schon gültige britische Papiere, so dass ihr in der Wartezeit trotzdem grenzüberschreitend reisen könnt und ihr auch im Alltag in Deutschland faktisch als Familie anerkannt werden müsstet...

    Viel Erfolg! Und berichte ruhig mal, wenn sich etwas tut :)

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