Guten Abend,
seit 6 Jahren lebe ich mit meiner Frau und unseren 6 Kindern zusammen, sie ist von allen die biologische Mutter, ich die soziale. Nun haben wir uns getrennt, weil unser Zusammenleben sich in der zweiten Hälfte unserer Beziehung immer mehr auf die Elternpaar-Ebene reduziert hat, die Liebespaarebene ist uns irgendwie abhanden gekommen. Meine Frau hat sich jetzt in eine andere Frau verliebt und ist mit ihr zusammen, und die "Neue" hat zwar ihre Wohnung noch, hält sich dort aber nicht mehr auf, sondern wohnt quasi schon bei uns.
Ich bin sehr traurig darüber und würde gern diese Liebespaarebene zurückerobern, habe aber eingesehen, dass es dafür keine Chance mehr gibt. Trotzdem gibt es eine große Nähe, Vertrautheit und, ja, auch eine Art Liebe, die aber nicht sexuell-erotisch geprägt ist, zwischen ihr und mir.
Es ist alles noch recht frisch, seit 5 Wochen sind wir getrennt und in einer Woche werde ich ausziehen.
Aber wir sind beide furchtbar traurig wegen dieses Auszugs...... Es fühlt sich falsch an, aber andererseits ist es für mich nicht auszuhalten, mit meiner Frau und ihrer neuen Freundin zusammenzuleben. Dass die neue Freundin nicht hier wohnt ist auch keine Option, da unsere Kinder noch sehr klein sind und unser Alltag es nicht hergibt, dass eine von uns regelmäßig verschwindet, sei es nun um irgendein Hobby auszuüben, Freunde zu besuchen oder eben eine Beziehung zu führen. Menschen, die an unserem Leben teilhaben, müssen zu uns kommen und unseren Alltag mitmachen, so machen es auch unsere Freunde.
Ich versuche nun, jenseits von festgefahrenen Vorstellungen, wie Trennungen, Beziehungen, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien usw. sein müssen, eine Form für uns zu finden.
Nun kam der Gedanke auf, dass ich erstmal ausziehe, damit ich nicht (so sehr) unter der Verliebtheit der beiden leide, und wenn ich irgendwann auch wieder eine Beziehung führe, mit meiner neuen Partnerin und meiner Exfrau und ihrer Partnerin eine Art Riesen-Familien-WG mache, wieder mit meinen Kindern zusammenleben kann und dann eventuell auch noch mit meiner neuen Partnerin Kinder bekommen würde. Aber das ist natürlich sehr unkonventionell und ich weiß nicht, ob das funktionieren kann... Ich möchte mich nicht verschließen gegenüber unkonventionellen Ideen, wenn es doch vielleicht für alle - für die Kinder auch! - am Ende ein Gewinn wäre! Hab mir sagen lassen, dass zum Beispiel in Skandinavien diese Form gar nicht so unüblich sein soll..
Was meint Ihr dazu? Oder hat jemand vielleicht sogar persönliche Erfahrungen oder kennt jemanden, der persönliche Erfahrungen hat??? Oder andere Ideen, die vielleicht ein wenig vom "üblichen Weg" abweichen und dieser Nähe zwischen mir und meiner Ex Rechnung tragen, und auch den Wunsch von uns beiden berücksichtigt, mit den Kindern zusammenzuleben?
Danke und viele Grüße!