Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    Ilso ist offline Stranger
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    Standard Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Hallo Ihr Lieben...
    ich bin verunsichert. Habe im Net etwas von einer Altersbegrenzung bei Stiefkindadoption gelesen: "Der Altersunterschied zum Stiefkind sollte nicht mehr als 40 Jahre betragen."
    Bedeutet dass, das man ab 40 nicht mehr adoptieren kann?
    Meine Frau (42) und ich (37) sind in der Kinderplanung... ich werde das Kind austragen und meine Frau möchte das Kind dann natürlich auch adoptieren... Jetzt sind wir etwas ratlos ?!
    Kann uns da Jemand ein paar Infos zu geben?

  2. #2
    beccaria ist offline Stranger
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Hallöchen! :-)

    Ich schreibe dir nun mal aus der theoretischen Sicht (eine Stiefkindadoption habe ich noch nicht machen können, weil noch kein Zwergchen da ist. :-))

    Zunächst einmal sind das nur die groben Richtlinien, an die sich das Familiengericht und das Jugendamt halten müssen.
    Aber: Es ist nicht alles in Stein gemeißelt. In der Regel gehen die aller aller meisten Stiefkindadoptionen durch, eben weil es zum Wohle des Kindes ist, wenn es zwei sorgende Elternteile hat. Es werden normalerweise nur gravierende Fälle abgewiesen (oder man hat echt idiotische Sachbearbeiter!) Natürlich muss ein Antrag beim Familiengericht gestellt werden und ihr beide werdet vom JA in 2-4 Gesprächen "geprüft". Aus meiner Sicht (bin vom Fach) wäre es allerdings kein Ausschlusskriterium, wenn die Co-Mama dann um die 40 ist, zumal du als biologische Mama älter bist. Nun kenne ich die Sozialarbeiter bei euch vor Ort eben nicht, ihr könnt ja auch einfach ein unverbindliches Treffen mit dem örtlichen JA (Fachbereich Adoption- und Pflegekinder) ausmachen. Das dauert ca. 20-60 Minuten und dann wisst ihr es genau, was deren Vorschriften und Einstellungen dazu sind. Ich habe die Sozialarbeiter/innen bisher als tolerant kennen gelernt. (Auch Pflegekinder dürfen z.B. in Regenbogenfamilien)

  3. #3
    beccaria ist offline Stranger
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Huhu!
    Nun ist mein ganzer Text weg, also nochmal in der Kürze:
    Ich habe die Sozialpädagogen bisher als überaus tolerant kennen gelernt. Natürlich habe die und auch das Familiengericht ihre Vorgaben, aber es ist nicht alles in Stein gemeißelt.
    Normalerweise gehen die aller aller meisten Anträge auf Stiefkindadoption durch. Natürlich muss beim Familiengericht ein Antrag gestellt werden und dann müsst ihr euch in 2-4 Terminen vom hiesigen Jugendamt "prüfen" lassen. Aber normalerweise lehnen die nur gravierende Fälle ab.
    Aus meiner Sicht (ich bin vom Fach) ist allein das Alter der Co-Mama kein Ausschlusskriterium, zumal du als die biologische Mama etwas älter bist. (Das Argument ist demnach in meinen Augen nicht tragbar, dass es am Alter läge)
    Nun kenne ich die Sachbearbeiter bei euch vor Ort nicht. Wieso macht ihr nicht einfach einen unverbindlichen Termin mit dem örtlichen Jugendamt (Fachbereich Adoption- und Pflegekinder) aus? Das dauert etwa 20-60 Minuten und danach wisst ihr genau bescheid, wie die Einstellung und Vorgehensweise bei euch vor Ort ist.
    Also, wie gesagt, es hängt auch ein bisschen am Sachbearbeiter, aber normalerweise geht es in erster Linie um das Wohl des Kindes (und das wird nicht ausschließlich an einer 40 festgenagelt. :-))

  4. #4
    Ilso ist offline Stranger
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Hallo Beccaria,
    Danke für Deinen Beitrag! Deine Wort haben uns etwas beruhigt :-) Wir werden einen Termin beim JA machen und uns beraten lassen. Bei uns wird es wahrscheinlich (mangels passenden "Kandidaten" ;-) im Freundes/Bekanntenkreis ) ein "YES-Spender" von der Samenbank werden. Wie offen kann/sollte man damit beim JA & Familiengericht umgehen? Gibt es da rechtliche bzw. Verfahrenstechnische "Fettnäpfchen", in die wir vielleicht tappen könnten?

  5. #5
    Avatar von Manuka
    Manuka ist offline enthusiast
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Zitat Zitat von Ilso Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr Lieben...
    ich bin verunsichert. Habe im Net etwas von einer Altersbegrenzung bei Stiefkindadoption gelesen: "Der Altersunterschied zum Stiefkind sollte nicht mehr als 40 Jahre betragen."
    Bedeutet dass, das man ab 40 nicht mehr adoptieren kann?
    Meine Frau (42) und ich (37) sind in der Kinderplanung... ich werde das Kind austragen und meine Frau möchte das Kind dann natürlich auch adoptieren... Jetzt sind wir etwas ratlos ?!
    Kann uns da Jemand ein paar Infos zu geben?
    Hallo,

    meine Frau und mich würde das auch betreffen. Ich vermute aber, dass diese Richtlinie eher auf die "klassische" Stiefkindadoption ausgelegt ist und es sich eherum eine (aus meiner Sicht auch nicht zeitgemäße) Richtlinie handelt, wie Beccaria schrieb.
    Hierzu fand ich auf D. Fragen und Antworten | Stiefkind-Adoption
    "Bei einer Stiefkindadoption muss der Annehmende mindestens 21 Jahre alt sein (BGB § 1743, Absatz 3). Ein Mindestalter für das Elternteil, das das Kind mitbringt, gibt es nicht."

    Liebe Grüße!

    Unser Goldtopf am Ende des Regenbogens
    05-07/16: 3 x IUI - 3x negativ 08/16 1.IVF - negativ 10/16 1. Kryo - negativ 2. Kryo: 11/16 - Positiv!

  6. #6
    Avatar von hollerfee
    hollerfee ist offline old hand
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    @beccaria: Du schreibst, du bis "vom Fach", daher mal eine Frage: Meinst du, wir hätten tatsächlich eine Chance, dass meine deutlich ältere Frau (52) unser Kind (4) adoptieren kann? Wir hatten es auf Grund ihres Alters bisher gar nicht erst probiert, könnten wohl auch schwer mit einer "Absage" leben... Sie ist ganz klar ein Elternteil für das Kind, bringt es jeden Morgen in den KiGa, geht auf alle Elternabende, wird auch von außen überall als Elternteil wahrgenommen. An ihrer Zuverlässigkeit gibt es ganz sicher keine Zweifel, notfalls würde sich unser Bürgermeister persönlich für sie einsetzen. Aber es bleibt halt dieses Alterskriterium...

    @ all: Gibt es eigentlich einen Weg, die Chancen vorab "auszuloten", ohne gleich einen Adoptionsantrag zu stellen?

  7. #7
    Avatar von Princeton
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Zitat Zitat von hollerfee Beitrag anzeigen
    @beccaria: Du schreibst, du bis "vom Fach", daher mal eine Frage: Meinst du, wir hätten tatsächlich eine Chance, dass meine deutlich ältere Frau (52) unser Kind (4) adoptieren kann? Wir hatten es auf Grund ihres Alters bisher gar nicht erst probiert, könnten wohl auch schwer mit einer "Absage" leben... Sie ist ganz klar ein Elternteil für das Kind, bringt es jeden Morgen in den KiGa, geht auf alle Elternabende, wird auch von außen überall als Elternteil wahrgenommen. An ihrer Zuverlässigkeit gibt es ganz sicher keine Zweifel, notfalls würde sich unser Bürgermeister persönlich für sie einsetzen. Aber es bleibt halt dieses Alterskriterium...

    @ all: Gibt es eigentlich einen Weg, die Chancen vorab "auszuloten", ohne gleich einen Adoptionsantrag zu stellen?
    Zumindest bei uns ist bekannt, dass das Familiengericht komplett entsprechend der Jugendamtsempfehlung nach Aktenlage, ohne eigene Befragung o.ä. entscheidet. Mit der Adoptionsvermittlungsstelle des JA wiederum kann man jederzeit Kontakt aufnehmen und sich beraten lassen. Bei uns sind die extrem entgegenkommend und ich kenne bishe auch keine Fälle, wo Adoptionen erschwert wurden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die wegen des Alters Probleme machen würden, zumal bei einem älteren Kind, was zur Bindung befragt werden könnte (es gibt ja keinen eingetragenen Vater, oder).
    Aber das heißt halt gar nix für Leute die woanders wohnen. Ich habe schon gelesen, dass Richter trotz positivem Votum völlig erratisch und diskriminierend agieren und zuweilen auch, dass das Jugendamt sich quer stellt. Ich würde die Adoptionsstelle anrufen und um ein Gespräch bitten.


  8. #8
    Marianne22 ist offline Stranger
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Hallo!
    Ich denke bei einer Stiefkindadoption kommt es in erster Linie nicht so sehr darauf an wie alt das Kind ist, sondern ob dem Kind dadurch erhebliche Vorteile zukommen würden. Wenn nämlich diese erheblichen Vorteile nicht gegeben sind dürten die Gerichte so einer Adoption gar nicht mehr zustimmen, das geht zumindest aus diesem Artikel hier hervor.

    lg Marianne

  9. #9
    Moqui ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Hallo Marianne22,

    Danke für den Link.

    In dem Artikel steht ja "Gegen den Willen des leiblichen Vaters ist dies nur bei erheblichen Vorteilen für das Kind möglich".

    Daher gehe ich davon aus, dass das nur die wenigsten Stiefkindadoptionen betrifft und auf jeden Fall nicht solche mit Samenspenderbeteiligung.

  10. #10
    MerleJ ist offline enthusiast
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    Standard Re: Altersbegrezung bei Stiefkindadoption??

    Hallo,

    ich meine es ist immer der Einzelfall zu betrachten – und diese Einzelfälle sind bei Stiefkindadoptionen sehr, sehr, sehr verschieden. Zum Ersten stellt sich hier die Frage, ob es tatsächlich eine Stieffamilie ist oder keine Stieffamilie. Ein Frauenpaar, das gemeinsam mit Hilfe einer Samenbank ein Kind bekommt ist keine Stieffamilie, das ist eine Ursprungsfamilie - muss aber bedauerlicher Weise diesen Verfahrensweg der Stiefkindadoption beantragen. Familiengerichte müssen den Einzelfall prüfen ... und manche können das differenzieren. Und je mehr solcher Einzelfälle auftreten, um so eher lernt man hinzu.

    Ich kenne Euren Einzelfall nicht, aber einen Antrag zu stellen macht Sinn.
    Allgemein, wenn ein Frauenpaar mit Hilfe einer Samenbank ein Kind bekommt handelt es sich nicht um eine Stieffamilie, für das Kind gab es vorher keine andere Familie, aus der es durch Trennung oder Verlust heraus fällt. Das Kind wurde gemeinsam geplant, es gibt keinen rechtlichen Vater. Bei Ehepaaren in derselben Situation wird der Ehemann automatisch rechtlicher Vater, bei nicht verheirateten Paaren kann der Lebensgefährte die Vaterschaft einfach anerkennen – es bedarf keines Adoptionsverfahrens.

    Sollte das Familiengericht in Eurem Fall "Probleme" sehen, dann hätte man gute Argumente:
    - das Kind, das mit Hilfe einer Samenbank gezeugt wurde, wird hier diskriminiert, weil es nicht von Geburt an durch zwei Elternteile abgesichert ist, wie die Kinder in Heteropartnerschaften (ehelich wie unehelich). Und die Absicherung durch nur einen Elternteil ist ein gravierender Nachteil für ein Kind.
    - Die beiden verpartnerten Frauen werden diskriminiert, weil Ihnen in derselben Situation nicht dieselben Rechte zustehen, wie einem (unverheirateten oder verheirateten) Heteropaar.

    Gibt es für Heteropaare eine Altersgrenze für die Nutzung der Reproduktionsmedizin?

    Ich würde einen Antrag auf Stiefkindadoption stellen zur rechtlichen Absicherung Eurer Familie, zur Absicherung des/der Kinder und ganz besonders, wenn es keinen zweiten rechtlichen Elternteil gibt. Was ist, wenn der Geburts-Mutter was passiert? Wo kommt das Kind hin? Was passiert später? Unterhaltsfragen in der Ausbildung, im Alter? Erbschaft? Steuer? Freibeträge?

    In den Antrag auf Stiefkindadoption kann der Notar das auch alles rein schreiben …
    Und der LSVD gibt gerne auch Hilfestellung (und ganz besonders gerne an Mitglieder ... die Juristen arbeiten ehrenamtlich).

    LG MerleJ

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