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Thema: Religionsunterricht in der Schule

  1. #11
    Avatar von Leila
    Leila ist offline aequanima

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von opus Beitrag anzeigen
    Wir hatten die Frage ja nebenan schon im Thread um die religiöse Schule.

    Ich hätte meinem Sohn die Freistunde gegönnt, da es in BaWü erst ab Klasse 7 Ethik im Angebot gibt. Allerdings hat man dann doch kurzfristig Ethik als Arbeitsgruppe für die Klasse 5 angeboten, da es zu viele Kinder betroffen hat.

    Wir haben aber gelernt, dass der konfessionelle Religionsunterricht zwar interessant gestaltet sein kann, dass es vom Anspruch her, aber auch nach unseren konkreten Erfahrungen aus der Grundschulzeit, nur sehr eingeschränkt Sinn macht, wenn man das Kind nicht ganz bewusst in die christliche Denkwelt eingebunden sehen will.

    Ich hielte dabei, so wie du, einen verbindlichen Religionskundeunterricht für alle Kinder eigentlich für sehr wichtig, leider wird es den hier nicht geben, da auch bei uns Ethik nur Ethik ist und nicht LER. Es ist leider so, dass die Kirchen allgemein recht erfolgreich damit sind, einen solchen Unterricht zu verhindern (man denke an die Diskussion in Berlin damals).

    Der konfessionelle Religionsunterricht wird diese Dinge jedoch nicht objektiv, sondern immer aus der subjektiven Warte seiner Konfession darstellen. So sind die Unterrichtspläne ausgelegt und anders wäre die konfessionelle Trennung ja auch nicht zu begründen. Das mache ich den Kirchen nicht zum Vorwurf, das ist ihr Recht und ich erwarte im Grunde nichts anderes. Die Offenheit und Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Kulturen etwa, lernen Kinder dort aber eher nicht.
    Das ist etwa so, als würde man einen Politologie-Unterricht anbieten, dafür die Kinder aber vorher sortieren, nach den Parteien, die die Eltern bevorzugt wählen und dann den Unterricht getrennt von bei den jeweiligen Parteien geschulten Lehrern durchführen lassen. Da würden auch viele Wirtschaftsmodelle und Parteiprogramme vorgestellt, aber sicher nicht überall gleich...

    Nein, der traditionelle Religionsunterricht gehört eher in den Bereich Religionsausübung. Das mag für Kinder, die religiös werden sollen, genau richtig sein, aber die reine Allgemeinbildung findet man eher woanders.

    Deshalb habe ich meinen Sohn da nicht hingeschickt. Wie nebenan geschrieben, ich halte auch nichts davon, Kinder in einen Unterricht zu schicken, mit der Massgabe, dass sie bestimmte Dinge, die für uns nicht passen, dort von vorn herein gar nicht glauben sollten.
    Ah, ihr seid auch in BaWü?
    Hm. Ich kann deine Argumente nachvollziehen.

    Ich überlege, ob sie nächstes Jahr Freistunden nehmen darf, wenn sie das möchte.....

    Es lag auch daran: neue Schule, neuer Ort, ich wollte nicht, dass sie verloren auf den Gängen rumtingelt, während die anderen Unterricht haben.

  2. #12
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Ein Morgengebet im Religionsunterricht wäre theoretisch denkbar, aber der Religionsunterricht darf nicht in Randstunden gelegt werden. Deshalb findet das selten oder nie statt. Nichtchristen sind zum Religionsunterricht eingeladen. Sie werden meist nur nicht benotet. Glauben muss im Religionsunterricht niemand etwas und Glaubensbekenntnisse ablegen erst recht nicht. Es geht um Wissensvermittlung wie in jedem anderen Schulfach auch.

    Aktuell wird bei meinem Viertklässler der Islam behandelt. Da freuen sich die muslimischen Kinder, weil sie den anderen etwas erzählen und zeigen können. Aber die Lehrerin würde im Sachkundeunterricht wohl auch nicht anders vorgehen: Da werden Gebetsteppiche gezeigt, da wird der Aufbau einer Moschee mit dem einer Kirche verglichen, da geht es um Grundlehren. An die glaubt die christliche Religionslehrerin natürlich nicht - aber das ist alles andere als respektlos oder einseitig.

    In Förderschulen geht man einen Schritt weiter und lässt alle Kinder in einem gemeinsamen - aber von den Kirchen getragenen .- Religionsunterricht. Auch das funktioniert problemlos.

    Ich finde es eigentlich sehr wichtig, dass Kinder etwas über ihre Religion und über die ihrer MitschülerInnen erfahren. Sonst wird es sehr schwer ältere europäische Kunst einzuordnen. Ich habe aber auch die Hoffnung, dass die Kenntnis von Religion - einschließlich der gelebten Kirchenrealität - Kinder vor dem Abdriften in den religiösen Extremismus schützt.

    Esther



    Zitat Zitat von opus Beitrag anzeigen
    Wir hatten die Frage ja nebenan schon im Thread um die religiöse Schule.

    Ich hätte meinem Sohn die Freistunde gegönnt, da es in BaWü erst ab Klasse 7 Ethik im Angebot gibt. Allerdings hat man dann doch kurzfristig Ethik als Arbeitsgruppe für die Klasse 5 angeboten, da es zu viele Kinder betroffen hat.

    Wir haben aber gelernt, dass der konfessionelle Religionsunterricht zwar interessant gestaltet sein kann, dass es vom Anspruch her, aber auch nach unseren konkreten Erfahrungen aus der Grundschulzeit, nur sehr eingeschränkt Sinn macht, wenn man das Kind nicht ganz bewusst in die christliche Denkwelt eingebunden sehen will.

    Ich hielte dabei, so wie du, einen verbindlichen Religionskundeunterricht für alle Kinder eigentlich für sehr wichtig, leider wird es den hier nicht geben, da auch bei uns Ethik nur Ethik ist und nicht LER. Es ist leider so, dass die Kirchen allgemein recht erfolgreich damit sind, einen solchen Unterricht zu verhindern (man denke an die Diskussion in Berlin damals).

    Der konfessionelle Religionsunterricht wird diese Dinge jedoch nicht objektiv, sondern immer aus der subjektiven Warte seiner Konfession darstellen. So sind die Unterrichtspläne ausgelegt und anders wäre die konfessionelle Trennung ja auch nicht zu begründen. Das mache ich den Kirchen nicht zum Vorwurf, das ist ihr Recht und ich erwarte im Grunde nichts anderes. Die Offenheit und Unvoreingenommenheit gegenüber anderen Kulturen etwa, lernen Kinder dort aber eher nicht.
    Das ist etwa so, als würde man einen Politologie-Unterricht anbieten, dafür die Kinder aber vorher sortieren, nach den Parteien, die die Eltern bevorzugt wählen und dann den Unterricht getrennt von bei den jeweiligen Parteien geschulten Lehrern durchführen lassen. Da würden auch viele Wirtschaftsmodelle und Parteiprogramme vorgestellt, aber sicher nicht überall gleich...

    Nein, der traditionelle Religionsunterricht gehört eher in den Bereich Religionsausübung. Das mag für Kinder, die religiös werden sollen, genau richtig sein, aber die reine Allgemeinbildung findet man eher woanders.

    Deshalb habe ich meinen Sohn da nicht hingeschickt. Wie nebenan geschrieben, ich halte auch nichts davon, Kinder in einen Unterricht zu schicken, mit der Massgabe, dass sie bestimmte Dinge, die für uns nicht passen, dort von vorn herein gar nicht glauben sollten.

  3. #13
    Avatar von Leila
    Leila ist offline aequanima

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Ein Morgengebet im Religionsunterricht wäre theoretisch denkbar, aber der Religionsunterricht darf nicht in Randstunden gelegt werden. Deshalb findet das selten oder nie statt. Nichtchristen sind zum Religionsunterricht eingeladen. Sie werden meist nur nicht benotet. Glauben muss im Religionsunterricht niemand etwas und Glaubensbekenntnisse ablegen erst recht nicht. Es geht um Wissensvermittlung wie in jedem anderen Schulfach auch.

    Aktuell wird bei meinem Viertklässler der Islam behandelt. Da freuen sich die muslimischen Kinder, weil sie den anderen etwas erzählen und zeigen können. Aber die Lehrerin würde im Sachkundeunterricht wohl auch nicht anders vorgehen: Da werden Gebetsteppiche gezeigt, da wird der Aufbau einer Moschee mit dem einer Kirche verglichen, da geht es um Grundlehren. An die glaubt die christliche Religionslehrerin natürlich nicht - aber das ist alles andere als respektlos oder einseitig.

    In Förderschulen geht man einen Schritt weiter und lässt alle Kinder in einem gemeinsamen - aber von den Kirchen getragenen .- Religionsunterricht. Auch das funktioniert problemlos.

    Ich finde es eigentlich sehr wichtig, dass Kinder etwas über ihre Religion und über die ihrer MitschülerInnen erfahren. Sonst wird es sehr schwer ältere europäische Kunst einzuordnen. Ich habe aber auch die Hoffnung, dass die Kenntnis von Religion - einschließlich der gelebten Kirchenrealität - Kinder vor dem Abdriften in den religiösen Extremismus schützt.

    Esther
    Wieso keine Randstunden? Meine Tochter hat Reli in den Randstunden

  4. #14
    Unsichtbar ist offline Gesperrt

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Meinen Kindern ist es freigestellt, ob sie am Reliunterricht teilnehmen und an welchem. Die IGS bietet als Alternative nur Freistunden. Das Gym bietet Werte und Normen Unterricht.

  5. #15
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Leila Beitrag anzeigen
    Wieso keine Randstunden? Meine Tochter hat Reli in den Randstunden
    Das hängt vom Bundesland ab, da gibt es gesetzliche Regelungen. Eine Freistunde in einer Randstunde wäre gar zu verführerisch :-) Spätestens in der Oberstufe gibt es ein Pflichtfach Religion bzw. Ethik und ein Riesenproblem, wenn alle Grundlagen fehlen.

    Esther

  6. #16
    opus ist gerade online Muddi h.c.

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Ein Morgengebet im Religionsunterricht wäre theoretisch denkbar, aber der Religionsunterricht darf nicht in Randstunden gelegt werden. Deshalb findet das selten oder nie statt.
    Vom Morgengebet haben wir jetzt eigentlich gar nicht gesprochen, allerdings fände ich das innerhalb eines konfessionellen Religionsunterrichtes gar nicht mal so fehl am Platze.

    Ob Religion (oder Ethik) in den Randstunden liegen oder mittendrin, ist eine Frage der Stundenplanarchitekten. Natürlich ist es nicht nur zulässig, dass diese Stunden auf Randlagen fallen, man wird sich meistens auch bemühen, genau das so einzurichten. Da das Fach abgewählt werden kann und dann für diese Kinder eine andere Betreuung gefunden werden müsste, was ein zusätzlicher Aufwand wäre, wird man dies nach Möglichkeit vermeiden. Einen Anspruch hat man natürlich auch nicht, aber mein Sohn hat (jetzt) Ethik als letzte Stunde des Tages. Wäre die Arbeitsgruppe Ethik nicht angeboten worden, hätte er früher frei gehabt.

    Wird Ethik oder LER als Alternative angeboten, das ist von Bundesland zu Bundesland, teilweise sogar von Schule zu Schule, verschieden, hat man in der Regel nicht mehr die Wahloption 'Freistunde', dann ist das egal.

    Gäbe es eine Anordnung, Randstunden für Religion zu meiden, um Kinder das Religion-Abwählen zu verleiden, wäre das eine Schikane, gegen die Wahlfreiheit der Religionsausübung. Abgesehen davon, dass das ein Skandal wäre, hätte das angesichts der Neutralitätspflicht der Schule vor einem Verwaltungsgericht kaum Bestand (wenn man sich die Mühe macht, das klären zu lassen).
    ( Im ErE hat eine Userin erzählt, dass man das an der Schule bei ihrer Tochter tatsächlich versucht hat, dummerweise wirklich mit dieser Begründung. Sie ist erfolgreich dagegen vorgegangen. Das war in Bayern)

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Nichtchristen sind zum Religionsunterricht eingeladen. Sie werden meist nur nicht benotet. Glauben muss im Religionsunterricht niemand etwas und Glaubensbekenntnisse ablegen erst recht nicht. Es geht um Wissensvermittlung wie in jedem anderen Schulfach auch.
    Du verwechselst das offenbar mit dem Religionskundeunterricht, um den ging es hier aber nicht.

    Grundsätzlich Anrecht auf Teilnahme am konfessionellen Religionsunterricht haben Kinder tatsächlich nur mit der richtigen Vereinszugehörigkeit.
    Angehörige anderer Konfessionen, anderer Religionsgemeinschaften oder religionslose Schüler werden auf Antrag zugelassen. Diesem wird in den allermeisten Fällen, wenn es kein Kapazitätsproblem gibt, auch stattgegeben, da anderes zum einen eine ganz schlechte Presse gibt und zum anderen man die Gelegenheit der Selbstdarstellung ja gerne wahrnimmt.

    Dennoch darf der Religionslehrer (und der entscheidet letztlich darüber) Kinder ohne passende Religionszugehörigkeit die Teilnahme an seinem Unterricht auch ohne weitere Begründung verwehren.
    Das passiert nur, wie gesagt, sehr selten, das war im ErE aber auch schon mal Thema und die Leute waren sehr empört über den Lehrer (in diesem Fall war es ein Pfarrer). Er war aber im Recht.

    Dann, die Aufgabe der objektiven Wissensvermittlung zum Thema Religionen hat der Religionskundeunterricht (das 'R' im LER-Unterricht), zum konfessionellen Religionsunterricht weiß Wikipedia ('tschuldige die lausige Quelle, aber das ist jetzt einfacher, als die einzelnen Unterrichtsprogramme herauszusuchen):
    [...] Deshalb sind die Religionsgemeinschaften unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes für die Inhalte ihres Religionsunterricht verantwortlich. Sie leiten die Inhalte für den Religionsunterricht von ihren Glaubensaussagen ab. Diese sind weder neutral noch objektiv.

    [...]
    Quelle

    Sollte dir das noch nicht aufgefallen sein, aus diesem Grund haben wir bei diesem Unterricht in den allermeisten Fällen auch eine konfessionelle, bzw. religiöse Trennung.

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Aktuell wird bei meinem Viertklässler der Islam behandelt. Da freuen sich die muslimischen Kinder, weil sie den anderen etwas erzählen und zeigen können. Aber die Lehrerin würde im Sachkundeunterricht wohl auch nicht anders vorgehen: Da werden Gebetsteppiche gezeigt, da wird der Aufbau einer Moschee mit dem einer Kirche verglichen, da geht es um Grundlehren. An die glaubt die christliche Religionslehrerin natürlich nicht - aber das ist alles andere als respektlos oder einseitig.
    Soso... die Lehrerin stellt einmal eine Religion vor, an die sie glaubt und dann eine, an die sie nicht glaubt. Und du meinst, da wird sie den Islam als gleichwertige Alternative zum Christentum darstellen?
    Wir hatten bei uns in der Schule einen Lehrer, der wegen diesem Verdacht beinahe seine kirchliche Lehrbefugnis verloren hätte.

    Nochmal, der konfessionelle Religionsunterricht übernimmt teilweise die Aufgabe, über andere Glaubensrichtungen zu unterrichten (vor allem, weil es kein anderer macht), aber die Hauptaufgabe ist per Definitionem immer noch, die Kinder im eigenen Glauben zu unterweisen und zu bestärken.

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    In Förderschulen geht man einen Schritt weiter und lässt alle Kinder in einem gemeinsamen - aber von den Kirchen getragenen .- Religionsunterricht. Auch das funktioniert problemlos.
    Das hängt an den Schulen und der Schulform. Bei uns war das in der Grundschule in den ersten zwei Jahren so. Da sah man die Kinder vermutlich noch nicht als reif genug an, die theologischen Feinheiten zu erkennen, die die Konfessionen trennen.
    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Ich finde es eigentlich sehr wichtig, dass Kinder etwas über ihre Religion und über die ihrer MitschülerInnen erfahren. Sonst wird es sehr schwer ältere europäische Kunst einzuordnen. Ich habe aber auch die Hoffnung, dass die Kenntnis von Religion - einschließlich der gelebten Kirchenrealität - Kinder vor dem Abdriften in den religiösen Extremismus schützt.

    Esther
    Hier (wundere dich nicht ) sind wir einer Meinung.

    Ich halte es für sehr wichtig, einfach schon, weil wir nicht nur eine multikulturelle Gesellschaft bilden, sondern, weil wir eine multikultureller Welt haben, die immer kleiner wird und die Menschen immer mehr zusammenrücken lässt. Und damit prägen die unterschiedlichen Kulturen und damit auch die Religionen das Zusammenleben immer mehr. Also nicht nur wegen der eigenen persönlichen Positionierung, mehr noch wegen der Begegnung wünsche ich so einen Unterricht als Pflichtveranstaltung.

    Nur, da dies in den Informationsauftrag einer staatlichen Schule fällt, erfordert das eine strikte Neutralität und das kann verlässlich nur der Religionskundeunterricht leisten.


    Für ideal halte ich das Berliner Modell: LER Pflicht und Religion freiwillig.

    Nur, das bekämpfen die Kirchen mit aller Macht (und davon haben sie noch viel).
    Dem Philosoph ist nichts zu doof

  7. #17
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Hallo opus,

    man kann durchaus über die Platzierung des Religionsunterrichts im Stundenplan oder über die Vor- und Nachteile konfesstionellen, überkonfessionellen oder nichtkonfesttionellen Religionsunterrichts streiten. Freistunden darf es hier nicht geben, weil Religion oder Ethik Pflichtfächer in der Obenstufe sind. Wer meint für seine Kinder sei es am besten die Zeit im Unterricht anderer Klassen zu verbringen, bekommt ab der 8. Klasse -wenn die Schüler religionsmündig werden - Ethik als Pflichtfach.

    Das sind Entscheidungen der Bundesländer. Zur Zeit wird vielerorts islamischer Religionsunterricht eingeführt - es ist nicht anzunehmen, dass man unmittelbar nachdem die entsprechenden Lehrer ihre Ausbildung absolviert haben staatlichen Religionsunterricht einführt, wenn es das nicht vorher schon gegeben hat. Umgekehrt ist der Versuch in Berlin konfessionellen Religionsunterricht einzuführen gescheitert.

    Diese Diskussion führt in eine Grundsatzdiskussion, die hier ausdrücklich verboten ist. Es wäre schade, wenn der 3. thread geschlossen werden müsste.

    Richtig finde ich, dass Eltern eine Wahlmöglichkeit haben.

    Nichtchristen sind hier zum Religionsunterricht eingeladen, aber nicht verpflichtet. Wenn 8 Kinder zusammenkommen entsteht eine Ethikgruppe, wenn nicht entscheiden die Eltern immerhin noch, ob ihre Kinder am Religionsunterricht teilnehmen oder nicht teilnehmen. Bei meinem jüngeren Sohn sind die Muslime im Religionsunterricht dabei. Es gibt eine kath. Religionslehrerin, eine ev. Pfarrerin und ein Iman kommen gelegentlich hinzu. Diese Lösung funktioniert ausgesprochen gut. Bei älteren nehmen die beiden Muslime am Religionsunterricht teil, werden aber nicht benotet. In einer anderen Klasse ist ein Kind der Zeugen Jehovas. Die Eltern wünschen, dass es nicht am Religionsunterricht teilnimmt. Das wird respektiert, das Kind verbringt die Zeit in einer anderen Klasse und darf dort seine Hausaufgaben machen.

    Esther

  8. #18
    opus ist gerade online Muddi h.c.

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Hallo opus,

    man kann durchaus über die Platzierung des Religionsunterrichts im Stundenplan oder über die Vor- und Nachteile konfesstionellen, überkonfessionellen oder nichtkonfesttionellen Religionsunterrichts streiten.
    ... was wir hier aber nicht tun. Darum geht es in der ganzen Frage nicht. Höchstens um Vor- und Nachteile für ein spezielles Kind, das von Leila nämlich. Und danach hat sie gefragt.
    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Freistunden darf es hier nicht geben, weil Religion oder Ethik Pflichtfächer in der Obenstufe sind. Wer meint für seine Kinder sei es am besten die Zeit im Unterricht anderer Klassen zu verbringen, bekommt ab der 8. Klasse -wenn die Schüler religionsmündig werden - Ethik als Pflichtfach.
    Ähmmm... Das begründet jetzt was?

    Solange kein Ethik als Altenativprogramm angeboten wird, haben Kinder, die Religion abwählen entweder eine zu organisierende Ersatzbeschäftigung, oder eine Freistunde. Wenn es danach keinen Unterricht mehr gibt, können sie früher nach Hause gehen. Wo ist da ein Problem? Warum soll ich keine Freistunde einräumen, wenn ich ansonsten nur mehr oder weniger sinnvolle Beschäftigungstherapie anbieten könnte?

    Wenn dann bei euch in der 8. , bei uns spätestens in der 7. Klasse Ethik angeboten wird, ist diese Herrlichkeit vorbei. Das ist klar, aber dann gibt es ja auch einen Unterricht.

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Das sind Entscheidungen der Bundesländer.
    Aber kaum als Richtlinie. Möglich, dass es etwas mit der verlässlichen Grundschule zu tun haben mag, aber, Randstunden für Religion zu verbieten, damit Kinder sich das Abwählen verkneifen, das kann es so nicht geben, denn das wäre dann ja eine bewusste Schikane gegenüber Kindern, die da das Recht der Religionsfreiheit in Anspruch nehmen wollen, zumal wenn es sonst offensichtlich nicht zu begründen ist.
    Wäre es aus terminlichen Gründen nicht zu vermeiden, dass Religion mitten am Vormittag stattfindet, ließe es sich nicht ändern.

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Zur Zeit wird vielerorts islamischer Religionsunterricht eingeführt - es ist nicht anzunehmen, dass man unmittelbar nachdem die entsprechenden Lehrer ihre Ausbildung absolviert haben staatlichen Religionsunterricht einführt, wenn es das nicht vorher schon gegeben hat. Umgekehrt ist der Versuch in Berlin konfessionellen Religionsunterricht einzuführen gescheitert.
    ...und wieder verwechselst du konfessionellen Religions- und Religionskundeunterricht. Der Islam-Unterricht ist ein konfessioneller Religionsunterricht, so, wie er für alle anerkannten Glaubensgemeinschaften angeboten werden kann.

    Weder liegt seine eigentliche Aufgabe in einer objektiven Wissensvermittlung, noch wird er vom Religionskundeunterricht überflüssig gemacht. Das sind zwei völlig verschiedene Unterrichtsangebote, die alle ihre Existenzberechtigung nebeneinander haben.

    Inwieweit das Angebot des konfessionelle Religionsunterricht tatsächlich zum Aufgabenbereich öffentlicher Schulen gehört, darüber könnte man an anderer Stelle diskutieren, Tatsache ist jedoch, dass diese Förderung von Glaubensgemeinschaften im Grundgesetz und den Landesverfassungen festgelegt ist und auch von daher hier und jetzt gar nicht zur Disposition steht.
    Daher ist die Einführung des konfessionellen Religionsunterrichtes in Berlin auch nicht gescheitert, der wird weiterhin angeboten als freiwilliges Angebot für jeden, der das Interesse hat, so wie vor der Abstimmung über die Einführung des LER-Unterrichtes. Der Unterschied ist nur, dass letzterer in Berlin verpflichtend ist und nicht durch Religion ersetzt werden darf.

    Wenn man aber, so wie du es ja auch geschrieben hast, Wert darauf legt, dass alle Kinder verbindlich auch über die Religionen ihrer Nachbarn und der anderen Kulturen der Welt objektiv informiert werden, um das Verständnis zu fördern und Streit zu vermeiden, dann ist das der zielführende Weg dahin.



    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Diese Diskussion führt in eine Grundsatzdiskussion, die hier ausdrücklich verboten ist. Es wäre schade, wenn der 3. thread geschlossen werden müsste.
    Ach, ist es wieder so weit?

    Wird das dein Standardsatz, wenn du dich verrannt hast?

    Du, wir reden hier über Religion im Schulunterricht, ein ureigenes Erziehungsthema. Wir sind weit weg von allen Grundsatzdiskussionen.

    Niemand fordert hier das Verbot von Religionsunterrichten, gleich welcher Farbe. Also reg dich bitte ab!

    Wenn du mit deiner Argumentation nicht weiter weißt, klink' dich einfach aus, aber lass die Themen weiterlaufen. Blockier dann nicht wieder das Forum.


    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Richtig finde ich, dass Eltern eine Wahlmöglichkeit haben.
    ...dann sollte dir das mit der Schikane aber nicht gleichgültig sein, denn die soll diese Wahl ja gerade behindern, wie du schriebst.
    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Nichtchristen sind hier zum Religionsunterricht eingeladen, aber nicht verpflichtet. Wenn 8 Kinder zusammenkommen entsteht eine Ethikgruppe, wenn nicht entscheiden die Eltern immerhin noch, ob ihre Kinder am Religionsunterricht teilnehmen oder nicht teilnehmen. Bei meinem jüngeren Sohn sind die Muslime im Religionsunterricht dabei. Es gibt eine kath. Religionslehrerin, eine ev. Pfarrerin und ein Iman kommen gelegentlich hinzu. Diese Lösung funktioniert ausgesprochen gut. Bei älteren nehmen die beiden Muslime am Religionsunterricht teil, werden aber nicht benotet. In einer anderen Klasse ist ein Kind der Zeugen Jehovas. Die Eltern wünschen, dass es nicht am Religionsunterricht teilnimmt. Das wird respektiert, das Kind verbringt die Zeit in einer anderen Klasse und darf dort seine Hausaufgaben machen.

    Esther
    Ja, so läuft es meistens. Wenn sich die Religionsgemeinschaften (bzw. ihre Lehrer) darauf geeinigt haben, auch nicht-Rechtgläubige in ihren Unterricht zu lassen, sind die Verhältnisse klar.

    Dann ist doch alles gut.
    Gast und Leila gefällt dies.
    Dem Philosoph ist nichts zu doof

  9. #19
    Avatar von Makaria.
    Makaria. ist offline Poweruser

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von opus Beitrag anzeigen
    ... was wir hier aber nicht tun. Darum geht es in der ganzen Frage nicht. Höchstens um Vor- und Nachteile für ein spezielles Kind, das von Leila nämlich. Und danach hat sie gefragt.
    Naja, wenn es nur um genau dieses spezielle Kind ginge und nicht allgemein um Vor- und Nachteile des Besuchs von Religionsunterricht, könnte niemand antworten und bräuchte die Frage nicht in einem Forum gestellt werden - denn keiner kennt das Kind, die Schule, die Familie etc. dieses speziellen Kindes.

  10. #20
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Hallo opus,

    worauf willst du jetzt eigentlich hinaus?

    Es gibt gute Gründe für und gegen konfessionellen Religionsunterricht, es gibt auch verschiedene gesetzliche Regelungen in den einzelnen Ländern. Das hängt vom Land und nicht zuletzt vom Anteil christlicher oder muslimischer Schüler ab.

    Eine Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts ist in naher Zukunft nicht zu erwarten, weil viele Länder mit viel Aufwand gerade islamischen Religionsunterricht in der entsprechenden Form einführen. Das kann man wiederum aus guten Gründen für richtig oder falsch halten. Stattdessen entwickelt sich in vielen Ländern zumindest in Grund- und Förderschulen ein überkonfessioneller - aber immer noch von den Kirchen getragener - Religionsunterricht. Das hat tatsächlich Vorteile, weil Grundschulkinder die Trennung der Konfessionen kaum noch nachvollziehen können. Es gibt sogar Ansätze Muslime einzubeziehen. Das ist allerdings noch sehr neu und es klappt auch nur, wenn es am Ort schon genügend islamische Religionslehrer gibt.


    Das ist eine politische Entscheidung. Es hat keinen Sinn das hier zu diskutieren und das ist hier auch ausdrücklich unerwünscht. Von einem we9teren gesperrten thread hat niemand etwas.

    Es ist ohnehin niemand verpflichtet sein Kind am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen zu lassen und hier haben schon viele Eltern beschrieben, wie sie mit dem Reigionsunterricht umgehen.

    Dass du Religionsunterricht als indoktrinierend empfunden hast tut mir leid. Das muss aber nicht am Konzept liegen, viele machen sehr viel bessere Erfahrungen. Mein ältester Sohn hatte mal einen miserablen Religionslehrer, der dann immer wieder irgendetwas klarstellen musste. Der Mittlere hatte einen betont evangelikalen Pfarrer, der einen wunderbaren Unterricht machte, der die zahlreichen nicht-evangelikalen Kinder nicht im Geringsten benachteiligte und danach Lehrerinnen. Der Jüngste hat als ev. Kind interreligiösen Religionsunterricht, den eine kath. Lehrerin unterrichtet, die gelegentlich von einer Pfarrerin und einem Iman unterstützt wird. Er besucht allerdings eine Schule in kath. Trägerschaft. In staatlichen Schulen bin ich dem Konzept hier noch nicht begegnet.

    Was gibt es jetzt eigentlich zu diskutieren? Du kannst dich doch politisch dafür einsetzen den konfesstionellen Religionsunterricht auch für christliche und muslimische Kinder zu streichen. Es gibt Länder, die das so geregelt haben, das ist ein Aufreger. Aber diesem Ziel kommst du doch nicht näher, wenn du hier agitierst.


    Esther

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