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Thema: Religionsunterricht in der Schule

  1. #21
    opus ist offline Muddi h.c.

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Makaria. Beitrag anzeigen
    Naja, wenn es nur um genau dieses spezielle Kind ginge und nicht allgemein um Vor- und Nachteile des Besuchs von Religionsunterricht, könnte niemand antworten und bräuchte die Frage nicht in einem Forum gestellt werden - denn keiner kennt das Kind, die Schule, die Familie etc. dieses speziellen Kindes.
    Leila hat gefragt, wie wir die Frage nach dem Religionsunterricht für unsere Kinder gelöst haben, um Lösungsmöglichkeiten für sich zu finden.

    Insofern geht es schon um die Besonderheiten und die Zwecke der unterschiedlichen Angebote. Ob es nun Vor- oder Nachteile sind, kann man nur in Bezug auf das individuelle Kind entscheiden.
    Das können wir letztlich wirklich nicht.

    Müssen wir aber auch nicht.
    Leila gefällt dies
    Dem Philosoph ist nichts zu doof

  2. #22

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Meine Kinder sind nicht getauft und nicht gläubig.
    In den unteren Klassen sehe ich das ähnlich wie du, und sobald Ethik angeboten wird (6. oder 7.?), wäre es mir nicht unrecht, sie würden in Ethik wechseln. Sohn1 überlegt jedes Jahr neu und ist in der 9. immer noch in Religion.

    Ich hatte bisher nie einen Anlass, hart zu bleiben. Ich würde es aber nicht tun. Wenn sie (mit Begründung, sie hätten schließlich auch lieber Freistunden als Mathe oder Englisch) absolut nicht in Religion gehen wollten, würde ich sie auch früher rausgehen lassen.
    LG
    Schlüsselsucherin



  3. #23
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Erfahrungsaustauch ist selten schlecht :-))

    Das Problem ist, dass die einzelnen Bundesländer diese Fragen regeln - und dabei zu sehr verschiedenen Lösungen kommen. Das reicht dann vom streng konfessionellen Religionsunterricht über verschiedene überkonfessionelle Lösungen bis zur Berliner Lösung. (vor ein paar Jahren haben Kirchen, jüdische und islamische Gemeinschaften gemeinsam versucht konfessionellen Religionsunterricht einzuführen - und sind in einer Volksabstimmung gescheitert.) Das andere Extrem ist sondern NRW. Da gibt es kirchliche Schulen mit verpflichtendem christlichen Religionsunterricht für alle als ganz normale Regelschulen. Auch das funktioniert für die meisten Schüler.

    Von den Modellen, die ich kenne gefiel mir der interreligiöse Unterricht von Christen und Muslimen am besten. Das gibt es in RLP allerdings nur in Förderschulen. Der Vorteil ist, dass Muslime gleichberechtigt dazugehören und stärker berücksichtigt werden.

    Ich sehe allerdings nicht, warum Lehrer im Religionsunterricht über ihren eigenen Glauben schweigen müssten. Das wäre für die Kinder, die einfach ins Christentum hineinwachsen eher ein Nachteil. Außerdem kann man offensichtlich mit den Weltreligionen leben - aber ist der Eso-Mix mit ein bisschen Zen und ein bisschen Ayurveda wirklich einfach gleichwertig oder muss er so dargestellt werden? Und was ist mit Sekten, die auch mal gefährlich werden können, etwa mit Scientology?

    Es ist mir schlicht egal, ob der Religionslehrer meiner Kinder evangelisch oder katholisch ist und ich hätte wahrscheinlich auch mit einem muslimischen keine Schwierigkeiten. Aber eine klar zuordenbare eigene Position erlebe ich eher als Vorteil. Dass es verschiedene Positionen gibt, die gleichberechtigt nebeneinander stehen oder auch miteinander arbeiten können lernen die Kinder ohnehin.

    Religion ist ein kleines Nebenfach - deshalb wird wohl kaum ein Kind in einem anderen Bundesland zur Schule gehen. Das macht diese Situation ziemlich sinnlos. Was zu einem Stadtstaat mit vielen religiösen Minderheiten wunderbar passt ist für ein östliches Bundesland mit einer kleinen und meist auch noch evangelikalen christlichen Minderheit vielleicht schon viel zu viel der Religion, für einen westlichen Flächenstaat, in dem nahezu alle Kinder getaufte Christen sind viel zu wenig.

    Hier in RLP gibt es Ethikunterricht vor der Religionsmündigkeit allenfalls mal in Brennpunktschulen mit sehr vielen muslimischen Schülern. Da wäre ein islamischer Religionsunterricht viel sinnvoller. In allen anderen Schulen, die ich kenne dürfen ein paar Sektenkinder - besonders Kinder der Zeugen Jehovas - nicht am Religionsunterricht der Kirchen teilnehmen und müssen die Zeit in anderen Klassen verbringen. Da machen sie Hausaufgaben, auch das ist kein traumatisches Erlebnis. Die anderen nichtchristlichen Kinder einschließliuch der beiden Muslime nehmen einfach am Religionsunterricht teil und werden nicht benotet, wenn sie der entsprechenden Kirche nicht angehören. Das ärgert zumindest ein Kind, das ich näher kenne sogar.

    Esther


    Zitat Zitat von opus Beitrag anzeigen
    Leila hat gefragt, wie wir die Frage nach dem Religionsunterricht für unsere Kinder gelöst haben, um Lösungsmöglichkeiten für sich zu finden.

    Insofern geht es schon um die Besonderheiten und die Zwecke der unterschiedlichen Angebote. Ob es nun Vor- oder Nachteile sind, kann man nur in Bezug auf das individuelle Kind entscheiden.
    Das können wir letztlich wirklich nicht.

    Müssen wir aber auch nicht.

  4. #24
    Gast Gast

    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Leila Beitrag anzeigen
    Wieso keine Randstunden? Meine Tochter hat Reli in den Randstunden.
    Religionsunterricht fasst im Unterschied zum Unterricht in anderen Fächern oft Schüler aus verschiedenen Parallelklassen zusammen, deswegen werden gerne Randstunden dafür genommen. Ich bin jetzt zwar keine Religionslehrerin, aber genau dieses Phänomen Randstunde plus zusammengewürfelte Unterrichtsgruppe macht speziell den Religionsunterricht ganz besonders anfällig für Unterrichtsstörungen. Dann kommt noch dazu, dass viele Schüler das Fach nicht wirklich ernst nehmen (ist schließlich ein Nebenfach), die Person der Lehrkraft - ich sag's jetzt mal vorsichtig - ist oft auch nicht die, die sich über die Maßen durchsetzt ...

    Ich finde, man kann die Qualität von Religionsunterricht nicht allgemein beurteilen, denn da steht und fällt vieles über den Lehrer. Ich lese hier mehrfach von freier Wahl zwischen den Konfessionen und Ethik. In meiner Schulzeit war das noch unmöglich, da waren Konfessionslose ganz automatisch in Ethik und wer einmal in Ethik gewechselt hatte, der musste unterschreiben, dass er nicht mehr zurückwechseln wird. Das finde ich eigentlich auch sinnvoll, denn entweder unterstützt man diese Bildung oder man tut es eben nicht, das ändert sich doch nicht in jedem Jahr.

  5. #25
    Gast Gast

    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    Das hängt vom Bundesland ab, da gibt es gesetzliche Regelungen. Eine Freistunde in einer Randstunde wäre gar zu verführerisch :-) Spätestens in der Oberstufe gibt es ein Pflichtfach Religion bzw. Ethik und ein Riesenproblem, wenn alle Grundlagen fehlen.
    Das hängt vor allem von stundenplantechnischen Möglichkeiten ab. Und die sind bekanntlich in jedem Schuljahr und in jeder Klasse anders.

    Wer den Religionsunterricht in der Mittelstufe zugunsten einer Freistunde verlässt, muss den Ethikunterricht erst dann besuchen, wenn er angeboten wird. Der Ethikunterricht in der Oberstufe kann demnach nicht auf Grundlagen zurückgreifen, für die nie ein Unterricht stattgefunden hat. Wenn er erst in der Oberstufe angeboten wird, dann wird auch bei Null angefangen.

  6. #26
    Avatar von Waldwilja
    Waldwilja ist offline alle irgendwie verrückt

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Religionsunterricht fasst im Unterschied zum Unterricht in anderen Fächern oft Schüler aus verschiedenen Parallelklassen zusammen, deswegen werden gerne Randstunden dafür genommen. Ich bin jetzt zwar keine Religionslehrerin, aber genau dieses Phänomen Randstunde plus zusammengewürfelte Unterrichtsgruppe macht speziell den Religionsunterricht ganz besonders anfällig für Unterrichtsstörungen. Dann kommt noch dazu, dass viele Schüler das Fach nicht wirklich ernst nehmen (ist schließlich ein Nebenfach), die Person der Lehrkraft - ich sag's jetzt mal vorsichtig - ist oft auch nicht die, die sich über die Maßen durchsetzt ...

    Ich finde, man kann die Qualität von Religionsunterricht nicht allgemein beurteilen, denn da steht und fällt vieles über den Lehrer. Ich lese hier mehrfach von freier Wahl zwischen den Konfessionen und Ethik. In meiner Schulzeit war das noch unmöglich, da waren Konfessionslose ganz automatisch in Ethik und wer einmal in Ethik gewechselt hatte, der musste unterschreiben, dass er nicht mehr zurückwechseln wird. Das finde ich eigentlich auch sinnvoll, denn entweder unterstützt man diese Bildung oder man tut es eben nicht, das ändert sich doch nicht in jedem Jahr.
    Finde ich nicht richtig wenn jemand, nur weil die Eltern ihn haben taufen lassen benotet wird und ein anderer nicht. Getauft sein heisst noch lange nicht mehr interesse oder besseres Verstehen. Entweder alle oder gar keiner. So wie bei uns ist es optimal. Der Unterricht hat gar keine Konfession sondern ist eher Religionswissenschaft, Vergleich oder Geschichte. Das ist Pflicht für alle. Und es machen alle vernüftig mit.
    L. 15 und D. 14



  7. #27
    Avatar von Makaria.
    Makaria. ist offline Poweruser

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Waldwilja Beitrag anzeigen
    Finde ich nicht richtig wenn jemand, nur weil die Eltern ihn haben taufen lassen benotet wird und ein anderer nicht. Getauft sein heisst noch lange nicht mehr interesse oder besseres Verstehen. Entweder alle oder gar keiner. So wie bei uns ist es optimal. Der Unterricht hat gar keine Konfession sondern ist eher Religionswissenschaft, Vergleich oder Geschichte. Das ist Pflicht für alle. Und es machen alle vernüftig mit.
    Ist hier auch so - wer in (ev/r-kath.) Religion geht, wird selbstverständlich dort auch benotet, hat die Hausaufgaben etc. zu erledigen. Wer das nicht will, kann ja in Ethik gehen. Und klar machen alle vernünftig mit.

  8. #28
    Gast Gast

    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Waldwilja Beitrag anzeigen
    Finde ich nicht richtig, wenn jemand, nur weil die Eltern ihn haben taufen lassen, benotet wird und ein anderer nicht. Getauft sein heisst noch lange nicht mehr Interesse oder besseres Verstehen. Entweder alle oder gar keiner. So wie bei uns ist es optimal. Der Unterricht hat gar keine Konfession, sondern ist eher Religionswissenschaft, Vergleich oder Geschichte. Das ist Pflicht für alle. Und es machen alle vernünftig mit.
    Wo liest du, dass der eine benotet wird und der andere nicht? Sowas kenne ich ehrlich gesagt gar nicht, weder aus meiner eigenen Schulzeit, noch aus meiner Zeit als Lehrerin. Ich habe immer nur Religionsunterricht erlebt, in dem alle benotet worden sind, vollkommen unabhängig von der Konfession. Wer sich dafür entscheidet, den Religionsunterricht freiwillig zu besuchen, obwohl er konfessionslos ist, der entscheidet sich auch für eine Benotung. Oder man geht eben in Ethik, auch benotet. Ich sehe das genauso: entweder alle oder gar keiner!

  9. #29
    Koenigin.Esther ist offline old hand

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Gast Beitrag anzeigen
    Wo liest du, dass der eine benotet wird und der andere nicht? Sowas kenne ich ehrlich gesagt gar nicht, weder aus meiner eigenen Schulzeit, noch aus meiner Zeit als Lehrerin. Ich habe immer nur Religionsunterricht erlebt, in dem alle benotet worden sind, vollkommen unabhängig von der Konfession. Wer sich dafür entscheidet, den Religionsunterricht freiwillig zu besuchen, obwohl er konfessionslos ist, der entscheidet sich auch für eine Benotung. Oder man geht eben in Ethik, auch benotet. Ich sehe das genauso: entweder alle oder gar keiner!
    An der Schule, die mein Sohn besucht sind Nichtchristen - konkret Muslime und einige tamilische Hindus - zum christlichen Religionsunterricht eingeladen. Sie werden aber nicht benotet - sonst müsste die Lehrerin jedes Wort sehr sorgfälig abwägen. Samuels muslimischer Freund ist deshalb stinksauer - kann es aber auch nicht ändern. Zugegeben wäre ein eigener Islamunterricht die weitaus bessere Lösung, aber soweit sind wir hier nicht und das ist in einer Schule mit insgesamt 4 muslimischen Schülern auch schwer zu realisieren. Grundschüler können auch nicht so ohne weiteres in eine andere Schule geschickt werden.

    Zumindest als mein ältester Sohn eingeschult wurde galt das sogar für verschiedene Konfessionen. Wir waren als Protestanten in der Diaspora, nur wenige Schulen konnten ev. Religionsunterricht anbieten. Die meisten ev. Eltern ließen ihre Kinder am kath. Religionsunterricht teilnehmen, aber auch dann wurden die ev. Kinder nicht benotet.

    Warum soll ausgrechnet die Religionsunterricht weniger ernst genommen werden? Das unterrichten doch inzwischen meist Lehrerinnen, die auch in anderen Fächern unterrichten. Mein großer Sohn hatte mal einen Pfarrer, der sich nicht durchsetzen konnte. Aber das ist eine Frage der Person. Meine Kinder fanden alle, dass Lehrer besseren Unterricht machen als Pfarrer. Das kann man mit Sicherheit nicht verallgemeinern, aber Pfarrer haben auch viele andere Aufgabenbereiche und der eine opder die andere nimmt den Unterricht vielleicht auch nicht ganz so wichtig wie Lehrer. Ansonsten ist das ein ganz normales Fach. Wenn Arbeiten anstehen werden sie auch mit der gleichen Selbstverständlichkeit vorbereitet.

    Esther

  10. #30
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Religionsunterricht in der Schule

    Zitat Zitat von Koenigin.Esther Beitrag anzeigen
    An der Schule, die mein Sohn besucht sind Nichtchristen - konkret Muslime und einige tamilische Hindus - zum christlichen Religionsunterricht eingeladen. Sie werden aber nicht benotet - sonst müsste die Lehrerin jedes Wort sehr sorgfälig abwägen.
    Wieso denn das Religionsunterricht ist freiwillig, aber wer teilnimmt, bekommt eine Note. Ansonsten nimmt man den Kindern, die eben benotet werden, völlig sinnlos Zeit weg, wenn sich da Leute an Diskussionen beteiligen, die eh keine Note für ihre mündliche Beteiligung erhalten. Allerdings kann ich mir auch keine Kinder vorstellen, die da dann freiwillig ihre Zeit absitzen.
    Schlüsselsucher gefällt dies
    Liebe Grüße

    Sofie

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