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Thema: Wenn das Schreien nicht aufhören will

  1. #1
    Avatar von Zwergtiger
    Zwergtiger ist offline Member
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    150

    Unglücklich Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Mein kleiner Sohn ist inzwischen schon fünf Monate alt. Ungefähr seit seiner dritten Lebenswoche weint er exzessiv. Die ersten vier Monate waren schlichtweg die Hölle, denn wir haben keine wirksame Methode gefunden, um ihn zu beruhigen. Wenn es uns doch gelang, war es ein Zufallstreffer oder aber er war vom vielen Weinen einfach nur noch erschöpft. Ich habe mit Schreibabyberaterinnen gesprochen, war in der Schreibabyambulanz, habe viel gelesen, gepuckt, getragen, Osteopathie, Homöopathie...... Nichts half. Da mein Mann unter der Woche viel arbeitet und wir keine Großeltern oder sonstige Familie in der Nähe haben, musste ich mit dem Problem alleine zurecht kommen - was mir mehr schlecht als recht gelang. Wir haben so oft um die Wette geweint, überhaupt habe ich noch nie so viel geweint wie in diesen ersten vier Monaten, die ja eigentlich mit die schönsten des Lebens sein sollen. Glücklicherweise hat der Zwerg in den ersten drei Monaten nachts gut geschlafen, so dass ich mich wenigstens dann von den Anstrengungen des Tages erholen konnte. Denn mit dem Tagschlaf sieht es leider nicht so besonders aus.

    Seit kurz nach Weihnachten hat sich die Lage verändert, kurzfristig sogar verbessert. Er hat gelernt zu greifen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und ist überhaupt viel wacher und interessierter. Seit November sind dafür jedoch die Nächte von Unruhe geprägt, so dass ich nachts auch nicht mehr zur Ruhe komme. Inzwischen ist es so, dass er tagsüber so gut wie gar nicht mehr schläft (nur im Kinderwagen und auch das nicht verlässlich) und dass er in der wachen Zeit so gut wie dauernd meckert oder weint. Es hat den Anschein, als rege es ihn furchtbar auf, dass er viele Dinge noch nicht kann und wenn ich ihm z.B. helfe, sich wieder auf den Rücken zu drehen, dann ist das leider auch nicht gut. Vielleicht sind es auch die Zähne - ich weiß es nicht. Vor Kurzem haben wir mit der Beikost angefangen, wir haben es jedenfalls versucht, denn auch das resultiert in 90 % der Versuche in Weinen. Verhindern kann ich die Ausbrüche nicht, ich kann sie nur reduzieren und das funktioniert eigentlich nur, wenn ich mich quasi rund um die Uhr mit ihm beschäftige, ihn ablenke, wenn er mal wieder verzweifelt, versuche, ihn zum Lachen zu bringen, etc. Erschöpfend ist das. Und zu allem Überfluss sagt mir dann noch meine eigene Mutter, dass der Kleine einfach verwöhnt sei. Kann man brauchen wie ein Loch im Kopf, so was.

    So langsam bin ich wirklich verzweifelt. Fünf Monate und kein Ende in Sicht. Ich würde so gerne das Richtige tun, damit er sich in dieser Welt wohler fühlt, aber nachdem ich schon so viel probiert habe, weiß ich nicht mehr, was das Richtige sein könnte. Dass ich mich sozial weitestgehend isoliert habe, muss ich wohl nicht erwähnen - ich komme immer schlechter damit zurecht, wenn er sich in Gegenwart anderer Leute nicht trösten lässt.

    Hat noch jemand ähnliche Erfahrungen und HÖRT DAS IRGENDWANN AUF?
    Geändert von Zwergtiger (03.02.2013 um 21:12 Uhr)

  2. #2
    anhel ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    hallo!
    ich schreib mal klein, meine tochter schläft nämlich tagsüber nur auf meinem arm...
    da kannst du dir sicher denken, dass es bei uns ähnlich ist wie bei dir.
    sie ist jetzt 4 monate alt und schläft auf dem arm oder im bondolino. wir probieren ständig sie mal abzulegen, aber dann wacht sie sofort sehr schlecht gelaunt auf. im haushalt schaffe ich gar nichts und komme mir dabei schon richtig doo vor - den ganzen tag zuhause uns schafft nix...
    wir haben auch das glück, dass die nächte ganz gut sind, jetzt grad aber auch sehr unruhig. der kinderarzt hat letzte woche gefragt, ob das kind auch mal lacht! das tut sie schon manchmal, aber nur wenn wir ihr den schlaf ermöglichen, den sie braucht, aber allein nicht findet.
    so jetzt mal was positives: meine große tochter (jetzt 3) war genauso. wir dachten ja man kriegt nicht zwei von der sorte, war aber falsch! was mir sehr geholfen hat war eine krabbelgruppe. ich war auch oft kurz davor zu gehen, weil von ihrem gebrüll meist die anderen kinder auch geweint haben und ich habe da auch mal geweint, aber es war so nett mit den anderen muttis und die leiterin sagte auch, dass man gerade mit solch anstrengenden kindern sowas machen muss - für sich selbst dann.

    mein mann und ich uberlegen sehr oft wann es besser geworden ist... wir sind uns immerhineinig, dass sie entspannter wurde als sie krabbeln konnte. wir haben sie ganz viel getragen und sie war motorisch immer ganz schnell. auch hat sie ganz schnell zähne bekommen. das nervt die dann halt zusätzlich.
    was ich ganz schlimm finde ist, dass viele wieder sagen, dass wir die zweite jetzt auch verwöhnen. hätten wir sie von anfang an hingelegt, müssten wir sie jetzt nicht ständig au den arm nehmen. und es ist natürlich meine schuld, weil ich nicht loslassen kann... manchmal bin ich darüber traurig aber meistens hör ich auf mein bauchgefühl und nehm sich auf den arm, wenn sie das noch braucht.

    vielleicht hilft es dir zu wissen, dass meine große jetzt relativ gut schläft und bis vor kurzem noch begeistert 2 stunden mittagsschlaf gemacht hat. sie durchlebt grad eine recht entspannte trotzphase und liebt ihre kleine schwester sehr. außerdem maschiert sie wie ne große seit einigen wochen in den kindergarten.
    irgentwie scheint sich das auszugleichen. im moment retten wir uns damit über den tag!

    herrje, das ist aber lang geworden, hoffe es hilft dir etwas!

  3. #3
    Avatar von Mama19862004
    Mama19862004 ist offline Bazinga!
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    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Darf ich fragen, womit du getragen hast?

  4. #4
    Sommersonne00 ist offline Stranger
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    1

    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Liebe Zwergtiger,
    Ich hatte gerade das Gefühl du beschreibst meinen kleinen. Er ist jetzt fast 7 Wochen und seit er 3 Wochen alt ist, ist an schlafen nicht zu denken. Auch wir fangen jetzt mit den vielen Ärzten an ( osteophat, Orthopäde usw.) wenn wir eine Lösung finden werde ich Sie dir gerne mitteilen.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Hallo, unsere Tochter war genauso. Ab Woche 3 hat sie entweder geschrien, war unzufrieden, am meckern, nörgeln oder motzen. Einigermaßen zufrieden war sie nur im Tragetuch, wo sie dann quasi gewohnt hat. Geschlafen hat sie tagsüber ausschließlich auf mir und auch nur, wenn ich mich bewegte. Hinsetzen war nicht. Den Kinderwagen hat sie gehasst, dort gab es nur Gebrüll und wir haben ihn daher nicht benutzt, sondern ich habe ausschließlich im Tuch getragen. Autofahren war ganz schlimm, dort gab es auch nur Gebrüll - aus Leibeskräften und gerne stundenlang. Also sind wir nach Möglichkeit nicht mehr gefahren. Verwandte zum Entlasten waren/sind ebenfalls nicht vor Ort.
    Schreiambulanz, Kinderarzt, 2 auf Säuglinge spezialisierte Osteopathen haben nichts gefunden oder bewirkt. Ich hab auch alles an Tricks und Kniffen durch, die ich in Büchern oder im Netz finden konnte.

    Die Nächte waren gut, bis sie ca. 5 Monate alt war, dann habe ich 5 Monate im 2-Stundentakt nachts gestillt, also zwischendurch 1,5h am Stück geschlafen. Mit 10 Monaten wurde das nachts besser.

    Ich habe ebenfalls in den ersten Monaten wahnsinnig viel geweint und mich gefragt, warum ich mir unbedingt ein Kind antun wollte und dann hatte ich ein schlechtes Gewissen wegen dieser Gedanken. Ich hatte ein ganz schreckliches Gefühl der Hilflosigeit und Hoffnungslosigkeit. Ich habe die ersten Monate einfach nur "überlebt". Irgendwie jeden Tag geschafft und von Tag zu Tag gedacht. Mein Ziel waren erst die magischen 3 Monate, nach denen alles vorbei sein soll (tja, war wohl nix), dann habe ich mich weiter von Tag zu Tag, Woche zu Woche gehangelt. Es wurde zunehmend besser, wenn sie auch weiterhin ein sehr anstrengendes Baby blieb, das nie zufrieden alleine irgendwo rumlag, sondern immer auf den Arm oder überhaupt bei Mama sein wollte und beschäftigt werden wollte. Natürlich habe auch ich sie furchtbar verwöhnt durch das Rumtragen, Stillen nach Bedarf für 15 Monate, Nicht-Schreienlassen usw.

    So, jetzt die gute Nachricht: es geht tatsächlich irgendwann vorbei und man übersteht es irgendwie. Bei uns war es mit 10 Monaten (eine endlos lange Zeit, ich weiß), da war sie von einem Tag auf den anderen ein völlig anderes Baby: fröhlich, zufrieden, ganz toll. Natürlich wollte sie immer noch viel getragen werden, brauchte viel Nähe und sehr viel Aufmerksamkeit, aber sie einfach zufriedener und nicht dauer-nörgelig. Natürlich hatten wir danach auch immer wieder schwierigere Phasen mit viel Unzufriedenheit und Rumgemotze, aber das waren immer nur einige Tage oder Wochen.

    Heute ist sie ein ganz tolles, fröhliches, aufgewecktes und fast immer gutgelauntes Mädchen und unser absoluter Sonnenschein. Wir haben nie rausgefunden, was jetzt die ersten 10 Monate so schlimm gewesen ist Es hat auch Nachwirkungen gehabt: mein Mann möchte leider auf keinen Fall ein weiteres Kind, weil er das alles nicht noch einmal ertragen würde.

    Vielleicht macht ja mein Text etwas Mut. Viel Kraft für die nächsten Wochen und toitoitoi, dass es besser wird.
    Geändert von Marigold (26.02.2013 um 20:48 Uhr)

  6. #6
    Avatar von Astrantia
    Astrantia ist offline ♡Mama♡
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    07.03.2012
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    3.340

    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Ich bin zwar nicht die TE, aber mir hat dein Beitrag sehr weitergeholfen, Marigold!
    Ich hab nämlich unseren Kleinen in dem was du geschrieben hast wieder erkannt und es macht mir Mut, dass es bei Euch nach 10 Monaten auf einmal besser wurde. Das hab ich gleich meinem Mann erzählen müssen als ich deinen Beitrag gestern gelesen habe.
    Dass es nach 3 Monaten besser wird, war auch meine Hoffnung, aber nun ist er fast 4 Monate alt und so viel hat sich immer noch nicht geändert. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass es im Moment ein Wachstumsschub ist, mal gucken wie es danach aussieht.
    Mit dem Auto fahren wir auch nicht mehr so gerne mit ihm. Anfangs ist er zwar ruhig und schläft schnell ein, aber irgendwann wenn er aufwacht kommt der Punkt an dem er nicht mehr mag und dann weint. Und dann ist es für mich unerträglich ihn weinen lassen zu müssen, weil was soll man machen, man muss dann ja weiter fahren um bald zuhause zu sein und hat die ganze Zeit keinen Blickkontakt und kann das Kind nicht in den Arm nehmen. Kurz halten und trösten bringt auch nichts und sprechen und singen auch nichts. Da fühle ich mich dann immer ganz mies wenn ich ihn alleine auf der Rückbank weinen höre und bin dann auch dazu geneigt zu schnell zu fahren... also fahren wir auch lieber nur Auto wenns unbedingt sein muss.
    mit dem kleinen Spatz (11/2012) an der Hand
    und der kleinen Schwester (12/2014)

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Hallo

    schön, wenn dir mein Beitrag Mut gemacht hat. Ich hab auch immer irgendeine "Erklärung" dafür gehabt, warum unsere Heule-Eule so mies drauf war: Zahnen, schlecht geschlafen, Schnupfen oder Schub (der geht ja immer - "Oje ich wachse" war meine Bibel, da kann man ja immer in einem Schub sein mit "der Schub kündigt sich an" - der "Schub ist da" und "der Schub wirkt noch nach" ).

    Ich kann für euch nur hoffen, dass es vielleicht schneller als 10 Monate klappt, das war wirklich die härteste Zeit meines Lebens und ich hätte nie gedacht, dass ein so kleiner Wurm einen so an die eigenen Grenzen bringen kann.

    Autofahren war echt immer die Hölle, sie hat von Anfang bis Ende gebrüllt so laut sie konnte, wenns nicht anders ging auch 2,5h am Stück. Wir hatten zwar so einen Spiegel für die Rückbank, aber es hat ihr auch nicht geholfen, mich im Spiegel zu sehen. Besser wurde es erst, als sie in den nach vorne gerichteten Sitz umziehen durfte, aber sie fährt immer noch nicht so gerne Auto und schläft fast nie ein.
    Aber so ein brüllendes Kind ist wirklich extrem ablenkend und man ist super nervös, gestresst und angespannt. Ich habe es gehasst und wir sind wirklich nur noch wenns sein musste gefahren.

    Jedenfalls ist sie jetzt wirklich ein Sonnenschein und sehr unkompliziert (und kein bisschen verwöhnt - jedenfalls nicht nach meiner Definition; naja, ich relativier mal: sie ist Einzelkind und Mittelpunkt unserer Familie und daher gewohnt, Aufmerksamkeit zu bekommen, aber das hat ja nix mit dem "nicht-Schreienlassen" zu tun).

    Zitat Zitat von Astrantia Beitrag anzeigen
    Ich bin zwar nicht die TE, aber mir hat dein Beitrag sehr weitergeholfen, Marigold!
    Ich hab nämlich unseren Kleinen in dem was du geschrieben hast wieder erkannt und es macht mir Mut, dass es bei Euch nach 10 Monaten auf einmal besser wurde. Das hab ich gleich meinem Mann erzählen müssen als ich deinen Beitrag gestern gelesen habe.
    Dass es nach 3 Monaten besser wird, war auch meine Hoffnung, aber nun ist er fast 4 Monate alt und so viel hat sich immer noch nicht geändert. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass es im Moment ein Wachstumsschub ist, mal gucken wie es danach aussieht.
    Mit dem Auto fahren wir auch nicht mehr so gerne mit ihm. Anfangs ist er zwar ruhig und schläft schnell ein, aber irgendwann wenn er aufwacht kommt der Punkt an dem er nicht mehr mag und dann weint. Und dann ist es für mich unerträglich ihn weinen lassen zu müssen, weil was soll man machen, man muss dann ja weiter fahren um bald zuhause zu sein und hat die ganze Zeit keinen Blickkontakt und kann das Kind nicht in den Arm nehmen. Kurz halten und trösten bringt auch nichts und sprechen und singen auch nichts. Da fühle ich mich dann immer ganz mies wenn ich ihn alleine auf der Rückbank weinen höre und bin dann auch dazu geneigt zu schnell zu fahren... also fahren wir auch lieber nur Auto wenns unbedingt sein muss.

  8. #8
    Avatar von Britt
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    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Zitat Zitat von Zwergtiger Beitrag anzeigen
    Mein kleiner Sohn ist inzwischen schon fünf Monate alt. Ungefähr seit seiner dritten Lebenswoche weint er exzessiv. Die ersten vier Monate waren schlichtweg die Hölle, denn wir haben keine wirksame Methode gefunden, um ihn zu beruhigen. Wenn es uns doch gelang, war es ein Zufallstreffer oder aber er war vom vielen Weinen einfach nur noch erschöpft. Ich habe mit Schreibabyberaterinnen gesprochen, war in der Schreibabyambulanz, habe viel gelesen, gepuckt, getragen, Osteopathie, Homöopathie...... Nichts half. Da mein Mann unter der Woche viel arbeitet und wir keine Großeltern oder sonstige Familie in der Nähe haben, musste ich mit dem Problem alleine zurecht kommen - was mir mehr schlecht als recht gelang. Wir haben so oft um die Wette geweint, überhaupt habe ich noch nie so viel geweint wie in diesen ersten vier Monaten, die ja eigentlich mit die schönsten des Lebens sein sollen. Glücklicherweise hat der Zwerg in den ersten drei Monaten nachts gut geschlafen, so dass ich mich wenigstens dann von den Anstrengungen des Tages erholen konnte. Denn mit dem Tagschlaf sieht es leider nicht so besonders aus.

    Seit kurz nach Weihnachten hat sich die Lage verändert, kurzfristig sogar verbessert. Er hat gelernt zu greifen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und ist überhaupt viel wacher und interessierter. Seit November sind dafür jedoch die Nächte von Unruhe geprägt, so dass ich nachts auch nicht mehr zur Ruhe komme. Inzwischen ist es so, dass er tagsüber so gut wie gar nicht mehr schläft (nur im Kinderwagen und auch das nicht verlässlich) und dass er in der wachen Zeit so gut wie dauernd meckert oder weint. Es hat den Anschein, als rege es ihn furchtbar auf, dass er viele Dinge noch nicht kann und wenn ich ihm z.B. helfe, sich wieder auf den Rücken zu drehen, dann ist das leider auch nicht gut. Vielleicht sind es auch die Zähne - ich weiß es nicht. Vor Kurzem haben wir mit der Beikost angefangen, wir haben es jedenfalls versucht, denn auch das resultiert in 90 % der Versuche in Weinen. Verhindern kann ich die Ausbrüche nicht, ich kann sie nur reduzieren und das funktioniert eigentlich nur, wenn ich mich quasi rund um die Uhr mit ihm beschäftige, ihn ablenke, wenn er mal wieder verzweifelt, versuche, ihn zum Lachen zu bringen, etc. Erschöpfend ist das. Und zu allem Überfluss sagt mir dann noch meine eigene Mutter, dass der Kleine einfach verwöhnt sei. Kann man brauchen wie ein Loch im Kopf, so was.

    So langsam bin ich wirklich verzweifelt. Fünf Monate und kein Ende in Sicht. Ich würde so gerne das Richtige tun, damit er sich in dieser Welt wohler fühlt, aber nachdem ich schon so viel probiert habe, weiß ich nicht mehr, was das Richtige sein könnte. Dass ich mich sozial weitestgehend isoliert habe, muss ich wohl nicht erwähnen - ich komme immer schlechter damit zurecht, wenn er sich in Gegenwart anderer Leute nicht trösten lässt.

    Hat noch jemand ähnliche Erfahrungen und HÖRT DAS IRGENDWANN AUF?
    Ja, es hört irgendwann auf, aber bei meinem Großen (geb. 1997) und meiner Kleinen (geb. 2007) hat es beide Male ein Jahr gedauert und beide Kinder sind bis heute sensible Naturen.
    Ich habe nach der Geburt meines Sohnes unter einer postpartalen Depression gelitten, die aber nicht erkannt und behandelt worden ist, was dann dazu geführt hat, dass eine Bindungsschwäche entstanden ist, die wir mühsam 13 Jahre später gemeinsam aufgearbeitet haben.
    Hol Dir Hilfe, wenn es nötig ist.

  9. #9
    Avatar von Astrantia
    Astrantia ist offline ♡Mama♡
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    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    @ Marigold (und alle)
    Du meinst, dass man immer nach Gründen sucht? Hm, ja das kann sein, man denkt irgendwie immer, dass es irgend einen Grund geben muss bzw. man wünscht sich das vielleicht, weil das hieße, dass es dafür auch eine Lösung geben könnte. Aber zumindest hat er in den letzten 2 Wochen ganz viel Neues gelernt und tatsächlich entwicklungstechnisch einen Schub gemacht.
    Bei uns ist das Problem, dass wir schon alles tun was wir können und was empfohlen wird. Stillen nach Bedarf, tragen, ständiger Körperkontakt, Schlafen dicht neben mir im Bett neben unserem. Er ist nie allein, er ist immer auf meinem Arm oder dem von meinem Mann. Erst haben wir ihn viel entertaint, dann sagte man uns, er braucht weniger Ablenung, mehr Ruhe. Das ging 3 Tage gut, es war herrlich und dann war wieder alles beim alten. Wir werden einfach nicht schlauer.
    Er meckert, kreischt und schreit und weint dann, lässt sich nicht trösten, unseren Nähe und Zuwendung tröstet ihn kein bisschen. Ich habe immer das Gefühl, er würde ohne mich ganz genauso weinen wenn er weint, aber natürlich weiß ich, dass es wohl noch schlimmer für ihn wäre wenn er alleine wäre und das würde ich auch nie machen. Aber es ist eben auch total frustrierend wenn man sich so hilflos vorkommt und nur zugucken kann bis das Kind erschöpft einschläft im Arm...
    Oft schreit er einfach aus dem scheinbar Nichts heraus wenn er tagsüber im Arm schläft und plötzlich wach wird. Ich frage mich dann immer, ob er was Schlechtes geträumt hat. Ich frage mich außerdem, ob er vielleicht ein Trauma hat bzw. irgendwas erlebt hat was ihn nachhaltig so stark belastet. Und, ob es etwas geben könnte, was ihn tiefenentspannt, ich wüsste so gerne, wie ich ihm zu mehr Entspannung verhelfen könnte, weil er immer so unausgeglichen und meckerig ist und sich auch steif macht wie ein Brett, abstößt mit den Füßen, den Kopf nach hinten wirft.
    Vielleicht wende ich mich doch mal an eine Schreiambulanz, wobei er ja nie so lange schreit wie es Schreikinder laut Definition tun. Aber trotzdem, ich möchte nicht so gerne NOCH länger warten. Als Mutter kann man wohl so leicht nicht aufhören nach dem Grund zu suchen, man möchte dem Kleinen ja helfen, nicht zuletzt um sich selbst das Leben auch leichter zu machen, denn man könnte das Leben mit dem Kind auch viel mehr genießen, wenn es nicht so anstrengend wäre.
    Ich hoffe, unser Sohn wird auch irgendwann so ein ausgeglichenes, zufriedenes, fröhliches Kind wie Eure Tochter es geworden ist.
    Geändert von Astrantia (02.03.2013 um 20:48 Uhr)
    mit dem kleinen Spatz (11/2012) an der Hand
    und der kleinen Schwester (12/2014)

  10. #10
    Gast

    Standard Re: Wenn das Schreien nicht aufhören will

    Hallo Astrantia,

    mir jedenfalls ging es immer so, dass ich nach Gründen gesucht habe, weil ich einfach nicht glauben wollte, dass ein kleiner Wurm so viel schreit, ohne dass es einen Grund dafür gibt. Natürlich auch immer mit der Hoffnung verbunden, dann auch etwas dagegen tun zu können, damit sie endlich zufriedener wird. Und natürlich ist es bei sensiblen Kindern immer aufwühlend, wenn sie etwas Neues lernen. Glaub mir, ich hab auch alles ausprobiert, was irgendwo empfohlen wird. Tragen im Tragetuch hat uns sehr geholfen, da war sie am zufriedensten. Sonst gab es wirklich keinen Geheimtipp, sondern nur viele Kleinigkeiten, die uns über die Tage gerettet haben, den Alltag irgendwie erträglich gemacht haben. Ich war wirklich über jeden Tag erleichtert, die ich irgendwie rumgebracht habe.

    Ich denke, jedes Kind ist anders, ich habe auch das "so wenig Ablenkung wie möglich" ausprobiert, habe aber festgestellt, dass unsere Tochter zufriedener ist, wenn sie etwas erlebt. "Actionreiche" Sachen wie PEKiP, Babyschwimmen oder Stadtspaziergänge haben wir viel mehr Spaß, als ohne Musik nur so rumliegen. Babymassage war zum Beispiel ein Desaster, das mochte sie überhaupt nicht und hat danach immer ganz viel geschrien. Entspannung war da null.

    Ich kenne auch das Gefühl, zu glauben, es mache keinen Unterschied, ob man das schreiende Kind nun rumschleppt oder nicht, weil es sich sowieso nicht beruhigen lässt. Aber wenns dir Mut macht: unsere Tochter hat nie gefremdelt, ist heute ein ganz sicher gebundenes zufriedenes Kind was sich auch in ungewohnten neuen Situationen sofort wohl fühlt und zurecht findet. Sie scheint einfach zu wissen, dass Mama immer für sie da ist. Deswegen schläft sie jetzt auch immer völlig problemlos alleine ein: sie sagt immer "Mama da" und ich sage "Ja, Mama ist immer für dich da" und sie dann "Mama immer da" Ich glaube, dass sie diese viele körperliche Nähe am Anfang einfach gebraucht hat, auch wenn sie damals nicht gezeigt hat, dass es ihr hilft. Aber diese Frustration und Hilflosigkeit kenne ich nur zu gut.

    Und dieses schlecht träumen hab ich auch schon vermutet, aber ich glaube einfach nicht dran. Irgendwie scheint es bei unserer Tochter eher damit zu tun gehabt zu haben, dass sie immer Angst hatte zu schlafen und dabei etwas zu verpassen und sie ist dann verärgert aufgewacht, weil sie doch eingeschlafen war. Natürlich hab ich auch überlegt, ob sie ein Geburtstrauma oder so haben könnte, aber wir werden es wohl nie rausfinden.

    Du kannst es ja mal mit der Schreiambulanz versuchen, man muss da kein Schreikind per Definition haben, um dort Beratung zu bekommen. Entscheidend ist letztlich wie schlecht es euch als Eltern geht, wie belastet ihr seid und wie man euch entlasten könnte. Erwarte nur nicht zu viel, mir hat es nicht wirklich weitergeholfen.

    Genießen konnten wir die erste Zeit mit Baby wirklich überhaupt nicht und ich bin einfach nur froh, dass wir es hinter uns haben. Ich hoffe jedenfalls sehr für euch, dass ihr auch alles gut übersteht, als Paar stabil bleibt und euer Kleiner bald auch zufriedener wird. Unsere ist jedenfalls einfach happy, seit sie laufen kann (also viel mobiler ist und eine andere Reichweite hat) und sie ausdrücken kann, was sie will oder nicht (also "nein" war ein ganz wichtiger Durchbruch).

    Alles Gute!


    Zitat Zitat von Astrantia Beitrag anzeigen
    @ Marigold (und alle)
    Du meinst, dass man immer nach Gründen sucht? Hm, ja das kann sein, man denkt irgendwie immer, dass es irgend einen Grund geben muss bzw. man wünscht sich das vielleicht, weil das hieße, dass es dafür auch eine Lösung geben könnte. Aber zumindest hat er in den letzten 2 Wochen ganz viel Neues gelernt und tatsächlich entwicklungstechnisch einen Schub gemacht.
    Bei uns ist das Problem, dass wir schon alles tun was wir können und was empfohlen wird. Stillen nach Bedarf, tragen, ständiger Körperkontakt, Schlafen dicht neben mir im Bett neben unserem. Er ist nie allein, er ist immer auf meinem Arm oder dem von meinem Mann. Erst haben wir ihn viel entertaint, dann sagte man uns, er braucht weniger Ablenung, mehr Ruhe. Das ging 3 Tage gut, es war herrlich und dann war wieder alles beim alten. Wir werden einfach nicht schlauer.
    Er meckert, kreischt und schreit und weint dann, lässt sich nicht trösten, unseren Nähe und Zuwendung tröstet ihn kein bisschen. Ich habe immer das Gefühl, er würde ohne mich ganz genauso weinen wenn er weint, aber natürlich weiß ich, dass es wohl noch schlimmer für ihn wäre wenn er alleine wäre und das würde ich auch nie machen. Aber es ist eben auch total frustrierend wenn man sich so hilflos vorkommt und nur zugucken kann bis das Kind erschöpft einschläft im Arm...
    Oft schreit er einfach aus dem scheinbar Nichts heraus wenn er tagsüber im Arm schläft und plötzlich wach wird. Ich frage mich dann immer, ob er was Schlechtes geträumt hat. Ich frage mich außerdem, ob er vielleicht ein Trauma hat bzw. irgendwas erlebt hat was ihn nachhaltig so stark belastet. Und, ob es etwas geben könnte, was ihn tiefenentspannt, ich wüsste so gerne, wie ich ihm zu mehr Entspannung verhelfen könnte, weil er immer so unausgeglichen und meckerig ist und sich auch steif macht wie ein Brett, abstößt mit den Füßen, den Kopf nach hinten wirft.
    Vielleicht wende ich mich doch mal an eine Schreiambulanz, wobei er ja nie so lange schreit wie es Schreikinder laut Definition tun. Aber trotzdem, ich möchte nicht so gerne NOCH länger warten. Als Mutter kann man wohl so leicht nicht aufhören nach dem Grund zu suchen, man möchte dem Kleinen ja helfen, nicht zuletzt um sich selbst das Leben auch leichter zu machen, denn man könnte das Leben mit dem Kind auch viel mehr genießen, wenn es nicht so anstrengend wäre.
    Ich hoffe, unser Sohn wird auch irgendwann so ein ausgeglichenes, zufriedenes, fröhliches Kind wie Eure Tochter es geworden ist.

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