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Thema: Eure ehemaligen Schreibabys

  1. #11
    lexa1780 ist offline journey (wo)man
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    19.12.2013
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    97

    Standard Re: Eure ehemaligen Schreibabys

    Hallo, ich bin ein Ex-Schreibaby. Inzwischen bin ich 33 und selber schwanger. Meine Mutter sagt ab und an gerne: "ich wünsch dir nichts schlechtes, aber n Kind, was so ist wie du....." Naja, sie erzählt oft, das ich, grade wenn sie mit mir alleine war, schrie. Nix in der Windel, kein Hunger.... Sie war am verzweifeln. Naja, irgendwann legte sich das.
    Ich habe mich altersentsprechent entwickelt, keine Aufälligkeiten.
    Ok, kann mich vieleicht im privaten Rahmen über bestimmte Dinge schnell aufregen und etwas lauter werden, bin nach ein paar Minuten dann aber wieder tiefenentspannt. Dabei handelt es sich aber meistens um Sachen, die mir am Herzen liegen.

  2. #12
    Alina73 ist offline Legende
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    03.03.2008
    Beiträge
    13.306

    Standard Re: Eure ehemaligen Schreibabys

    Mein ehemaliges Schreibaby ist nun 5. Sie hat sich sehr gut entwickelt, aber es waren über 4 sehr anstrengende Jahre. Ihre Frustrationstoleranz war sehr niedrig, ihre Trotzanfälle der Wahnsinn. Sie konnte schnell gut sprechen, schnell laufen, war und ist motorisch sehr fit. Sie konnte schon sehr früh sehr gut klettern und hat auch heute ein sehr gutes Körperempfinden. Mittlerweile kann sie sich ein wenig besser regulieren- was mit Sicherheit auch daran liegt, dass sie jetzt endlich durchschläft seit einem guten halben Jahr. Eine Polypenoperation brachte dies mit sich. Hier hat sie (verständlicherweise) einen enormen Entwicklungsschub diesbezüglich gemacht. Sie war ja vorher nie wirklich im Tiefschlaf und ca. alle 1,5 Std. wach.
    Ansonsten würde ich sie offen, neugierig, clever, hilfsbereit, sehr selbständig und redegewandt bezeichnen.

    Was das erste halbe Jahr anbelangt- ich hatte immer das Gefühl, sie wäre einfach noch nicht "ganz fertig" sie war völlig überfordert mit dieser Welt und hatte auch körperlich mit einige Problemen zu kämpfen.

    Sie hat sogar unter dem Stillen gebrüllt. Nur nackig auf dem laufenden Wäschetrockner war sie immer kurz glücklich :) das war tatsächlich das Allereinzigste, womit man sie kurzzeitig beruhigen konnte.

    Ach ja, das Schreien hörte nach einem halben Jahr einfach von heute auf morgen auf. Vorher brüllte sie von ca. vormittags 10.00 Uhr bis nachts 00.00 Uhr. Sie hat als Baby sehr wenig geschlafen. Soviel und vor allem so gern wie jetzt hat sie überhaupt und sowieso nie geschlafen. Jetzt kommt sie unter der Woche auf 10 Stunden und am Wochenende auf 11 Stunden schlaf.


    Zitat Zitat von -Murmel- Beitrag anzeigen
    Hallo ,

    ich bin zwar selbst noch keine Mama, aber das Thema "Schreibabys" interessiert mich trotzdem sehr. Deshalb möchte ich mich gerne an dieses Forum wenden. An der Uni, an der ich Erziehungswissenschaften studiere, gibt es zu diesem Thema leider so gut wie keine Vorlesungen/Seminare, was ich sehr schade finde. Schließlich ist das doch so ein aktuelles und wichtiges Thema! Also, so dachte ich, mache ich mich halt selbst auf Spurensuche.

    Vor allem beschäftigt mich nämlich die Frage, wie sich ehemalige Schreibabys eigentlich im weiteren Verlauf ihres Lebens entwickeln. Entsprechende Studienergebnisse sind sich da leider nicht so einig, aber Berichte von betroffenen Müttern und Vätern sind m.E. sowieso viel näher an der Wirklichkeit.

    Deshalb möchte ich euch fragen, wie es euren ehemaligen Schreibabys heute geht, wie sie sich entwickelt haben und was eure persönlichen Erfahrungen und Meinungen dazu sind.

    Eine meiner eigenen Überlegungen dazu war, ob es bei ehemaligen Schreibabys vielleicht Besonderheiten bei der Sprachentwicklung gibt. Schließlich kann das Schreien doch als frühe Form der Kommunikation und somit als Vorläufer von sprachlichem Ausdrucksvermögen betrachtet werden. Ich frage mich also, ob ehemalige Schreibabys vielleicht besonders begabt sind, oder eher Probleme im sprachlichen Bereich haben oder ob es da eurer Erfahrung nach keine Auffälligkeiten gibt.

    Ich bin sehr gespannt, freue mich auf eure Beiträge und auf eine rege Diskussion!

  3. #13
    babybell2473 ist offline journey (wo)man
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    14.03.2007
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    78

    Standard Re: Eure ehemaligen Schreibabys

    Guten Abend,

    ich sitze hier im Flur vor dem Zimmer unseres sechsjährigen Sohnes und warte darauf, dass er einschläft. Er geht jetzt seit ca. zwei Monaten alleine ins Bett. Seit wir ihn jetzt nachts nicht mehr bei uns uns Bett lassen, sondern auf eine Matratze auf dem Boden ausquartiert haben (er tritt wie Hölle) kommt er nur noch sechs von sieben Nächten die Woche....
    Auch er war ein Schreikind und Schlaf ist auch heute noch oft Luxus.
    Er kam zwei Wochen zu früh (eingeleitet) nach eines fiesen Schwangerschaft mit starken seelischen Belastungen (Trauerfall in der Familie, Erbstreitigkeiten, alles, was frau in der Zeit braucht) und körperlichen Problemen wie Blutungen und Schwangerschaftsvergiftung.
    Ich habe mal gelesen, dass auch solche Faktoren als Ursache in Betracht gezogen werden.

    Er war nur 49cm und 2550g, was mich als Erstgebährende im Alter von 34 sehr mitgenommen hat. Ich war also auch alles andere als die Ruhe selbst. Er nahm Gott sei dank schnell zu, liess sich aber nur an der Brust beruhigen und nahm weder Nucki noch sonst was.

    Die Ausführungen, dass diese Babies schnell sprechen und auch sonst motorisch fix sind, kann ich unterschreiben. Er konnte erst sprechen, keine Babysprache und dann mit 14 Monaten laufen. Dass das so "lange" dauerte, lag wohl am zweiten Auftreten des KISS, welches zwar bereits mit drei Monaten erstmals therapiert wurde, aber mit ca. drei Jahren wieder auftrat.

    Er läuft heute noch auf den Zehenspitzen und hatte im letzten Monat wieder zwei Halswirbel raus, was zu schlechten Ergebnissen beim BSIC führte...

    Trotz alle dem ist er heute ein sehr aufgewecktes Kind. Er ist energiegeladen und für vieles zu begeistern. Er singt wie ein Operntenor und liebt deutsche Musik, die man schön trällern kann.
    Interessant finde ich, dass er sich, wenn er Lust hat oder ich ihn dazu "verdonnere" locker zwei oder drei Stunden alleine rumwurstelt und spielt, oder Bücher guckt.
    Er kommt, da er nach dem Stichtag geboren ist, erst mit knapp sieben in die Schule, was ich gut finde, da er erst jetzt beginnt, sich für dieses Sachen zu interessieren. Auch heute ist er noch recht zierlich was ihn aber von nichts abhält.

    Bemerkenswert finde ich, dass es bei vielen Sachen nach landläufiger Meinung etwas länger gedauert hat. Fahrrad fahren, klettern o. ä. waren immer etwas später. Aber dann.... Alles in kürzester Zeit und dann richtig!

    Laut KiArzt hat er kein AD(H)S, obwohl es genug Leute gibt, die ihn "anstrengend" finden. ich eigentlich nicht, na ja, manchmal . Da seine Eltern keine Schlaftabletten sind, kann ich auch kein Faultier erwarten. Laut ist er, aber ich finde, dass sind die Jungs in dem Alter alle.

    Ich bin der Meinung, dass unsere Kinder, die so einen miesen Start ins Leben hatten, dieses Leben heute vielfach mit allem, was sie haben, geniessen und auskosten.
    Oft muss alles ganz genau und noch genauer ausprobiert werden, alles muß noch und noch hinterfragt und durchgekaut werden.
    Das Leben ist irgendwie immer im roten Bereich und es gibt keine 50%. Was man macht, das ganz! Das meine ich nicht negativ. Es fällt mir nur oft im Vergleich mit anderen Kindern, die den Anfang anders erlebt haben, auf.

    Viel Erfolg bei Deiner Arbeit. Ich hoffe, sie hilft vielen Eltern, die solch einen Horror auch durchmachen, etwas weiter.

    LG von babybell

  4. #14
    Chaostiger ist offline Stranger
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    Beiträge
    1

    Standard Re: Eure ehemaligen Schreibabys

    Hallo zusammen,

    Unser Schreibaby ist heute knapp vier Jahre alt. Sie hat 7 Monate permanent geschrien, ließ sich nicht ablegen und hat sehr wenig geschlafen, angefangen hat das Schreien mit exakt 2 Wochen. Sie kam 3 Wochen zu früh, wog nur 2400 g und war 47 cm klein. Die Schwangerschaft war extrem stressig, da ich Hyperemesis gravidarum hatte, also permanent im Wahrsten Sinne des Wortes kotzen müsste! Ich habe mich durch jeden einzelnen Tag der SS gequält, bin Arbeiten gegangen, sogar in den Mutterschutz hinein, um nicht verrückt zu werden. Mir war jede Sekunde des Tages und jeder Nacht kotzübel. Heute weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr genau, wie ich es überlebt habe, aber es ging natürlich vorbei, auch wenn es hart war und natürlich ganz anders als man es sich erträumt hatte. Ich kann nicht mehr sagen, wieviele Leute mir ständig gesagt haben, dass die Übelkeit doch nach 12 Wichen vorbei ist.. In der 16., 20.,24.,28., .....37. Woche! Ich habe diese Leute gehasst! Es gab kaum jemand der Verständnis hatte und mir Mut gemacht hat. Dass unsere Kleine dann ein Schreibaby war, lag sicherlich auch an der für mich als sehr schwer empfundenen SS und dem Stress, den ich mir dadurch gemacht habe. Die Schreizeit war extrem hart und ich war nur noch erschöpft, deprimiert und habe mich selbst bemitleidet. Letztlich habe ich Hilfe in einer Schreiambulanz und zahlreicher Literatur gefunden. Ob es die Bücher, die Schreiambulanz oder einfach das fortgeschrittene Alter unserer Tochter war, was die Schreiphase allmählich beendete, weiß ich nicht, wahrscheinlich alles zusammen. Heute ist unsere Tochter ein extrem ausgeglichenes Kind. Sie kann aber auch sehr temperamentvoll und wild sein, ist sehr bewegungsvernarrt und äußerst willensstark. Sprechen könnte sie sehr früh, sehr verständlich und schon gleich mit Mehrwortsätzen. Und das obwohl sie zweisprachig erzogen wird und man da meist sagt, dass Kinder dann viel später anfangen zu sprechen. Unsere Tochter ist sehr sensibel und sozial, spürt schnell, wenn andere Kinder Hilfe brauchen oder es ihnen nicht gut geht. Sie kann auch gut alleine spielen, dabei liest sie besonders gerne Bücher bzw. Schaut sich die Bilder an und erzählt sich die Geschichten selbst. Letztlich denke ich, wird aus den Schreikindern das, was wir als Eltern während dieser Phase investiert haben. Wir haben sie beim Schreien begleitet, sie immer getragen, sie war immer am Körper, weil sie nur dann zur Ruhe kam. Wir haben sie niemals auch nur eine Sekunde allein schreien lassen. Sie hat nach Unterstützung und Hilfe geschrieen und wir haben ihr gehören, so gut es ging.

    Ich wünsche allen viel Kraft, die diese Phase noch durchlaufen! Ihr schafft das!

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