Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
    gavoke ist offline Stranger
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    Standard Schuldgefühle. Hilfe!

    Hallöchen!
    Ich hoffe sehr, dass ihr mir weiter helfen könnt.
    Ich habe ein Baby 1 Jahr alt und habe große Schuldgefühle.
    Ich bin 24 jahre alt. Das ist mein erstes baby. Es ist unser wunschkind. Als ich erfuhr, dass ich schwanger bin, habe ich allerdings große angst bekommen. Ich hatte bis jetzt nie etwas mit den babys zu tun und wusste nicht, was und wie man machen muss. Deshalb kann nach der geburt gleich meine mutter aus russland zu besuch, um uns zu helfen.
    Der erste monat war gut. Doch danch begann meine tocher jeden abend pünktlich von 17 bis 19 uhr zu schreien und zu weinen. Meine mutter hat sie dann weinend in den schlaf gewogen. Ich habe das nicht gemacht, weil ich große nagst hatte und nicht hören konnte, wie mein kind schreit. Das hat ca. 1 monat lang gedauert. Danach hat es plötzlich aufgehört, wo wir nach russland gereist sind (zeitunterschied 9 stunden. Also war die „weinzeit“ mitten in der nacht). Keiner konnte mir erklären, warum sie geweint hat. Jetzt, wo ich sie besser kenne, vermute ich, dass das dadurch passier ist, dass wir keinen festen tagesablauf hatten. Wir hatten sie immer zu einer anderen zeit ins bett gebracht. Aber das ist nur eine vermutung. Weil sogar wenn sie um die zeit geschlafen hat, dann wurde sie wach und hat geschrien.
    Mit ca. 3 monaten hat sie ihre hände entdeckt und konnte überhaupt nicht alleine einschlefn, da sie ständig damit gespielt hat. Nur draußen im overall schlief sie besser. Also mussten wir 3-4 mal täglich rausgehen und mit kiwa fahren. Abends ging es mit dem kiwa nicht. Also mustten wir sie wiegen und das mochte sie dann nicht und hat geweint, aber fast immer innerhalb von sekunden eingeschlafen. Nur ein paar mal war das weinen stark. Ich kann micht auch jetzt daran mit den tränen auf den augen erinnern und zittere.
    Ich denke, die beiden problemen hätten wir vermeiden können, wenn wir sie gepuckt hätten. Habe das video von harvey karp gesehen. Aber ich wusste damals nicht, was pucken ist. Danach mit ca. 4 monaten haben wir das probiert, aber es hat auch nicht viel gebracht. Es war ihr total unbequem.
    Also kann ich mir nicht verzeihen, dass ich mein kind zum weinen gebracht habe, weil ich so blöd war, um es zu pucken. Ich habe vor der geburt viele bücher gelesen, aber dort stand auch nichts davon. Unsere hebi hat das auch nicht gesagt. Aber andererseits weiß keiner, wieso genau sie geweint hat.
    Ich möchte mich nicht deswegen schuldig fühlen. Gehe am Montag sogar zur psychoterapie. Vielleicht kann mir jemand sagen, dass die schuld nicht bei mir lag.
    Danke für eure meinung. Bitte keine beschimpfungen, da ich mich bereits mies fühle.

  2. #2
    mummi80 ist offline Stranger
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    Standard Re: Schuldgefühle. Hilfe!

    Hallo Gavoke,
    ich hatte die ersten 3 Monate ein sogenanntes "Schreibaby". Es ist auch mein ersten Kind und auf "so etwas" war ich überhaupt nicht vorbereitet gewesen. Meiner schrie allerdings fast die ganze Zeit wenn er wach war, und da er ein schlechter Schläfer war war das sehr oft. Ich habe dann ziemlich früh - zum Glück für mich - das Buch von Harvey Karp gelesen. Bis dahin dachte ich dass es meine Schuld ist dass der Kleine soviel schreit und ich als Mutter nicht mal in der Lage bin ihn zu beruhigen. Dann las ich dass manche Babys eben Regulationsstörungen haben und mit der neuen Situation ausserhalb von Muttis Bauch noch nicht zurecht kommen, durch die vielen neuen Eindrücke innerhalb und ausserhalb ihres Körpers überreizt sind und eben schreien. Und dass es eben nicht die Schuld der Eltern ist. Ich konnte das Schreien durch Tragen im Tragetuch und den von Harvey Karp beschriebenen Tricks zwar nach einigen Schreiminuten (und die kamen mir immer unendlich lang vor) beenden, aber eben auch nicht verhindern. Und ich denke du hättest das Schreien auch nicht verhindern können, man konnte eben nur versuchen es abzumildern bzw. dem Baby beizustehen und mit ihm gemeinsam diese Zeit zu überstehen. Ach so, gepuckt habe ich auch, aber da hat er anfangs auch wie am Spiess geschrien und richtig ruhig und gut geschlafen hat er damit auch nicht.
    Aber auch wenn sich das jetzt so locker anhört, es war mit die bisher schlimmste Zeit in meinem Leben, ich habe auch sehr viel geweint und habe überlegt zu einer Psychologin zu gehen. Aber eben nicht weil ich mich schuldig am Schreien fühlte (das waren wir nämlich nicht, du auch nicht), sondern weil ich so gut wie gar keine Freude an meinem Kind hatte. Da hatte ich nun ein gesundes Baby und fand das Elternsein einfach nur schrecklich, das konnte in meinen Augen nicht normal sein. Dann hat sich die Situation allerdings zum Glück entspannt und das Schreien hat nachgelassen.
    Lange Rede kurzer Sinn, ich denke du hattest genauso wenig Schuld an den Schreiattacken deines Babys wie ich, wir beide hatten nun mal Babys die am Anfang ihres Lebens empfindlicher als andere Babys waren. Hauptsache ist doch dass wir ihnen beigestanden haben und es ihnen jetzt gut geht, mehr konnten wir nicht machen.
    Ich wünsche dir dass dir die Therapie hilft diesen schwierigen Start in das Elternsein zu verarbeiten.
    Viele Grüsse
    Mummi

  3. #3
    Kleine-motte ist offline enthusiast
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    Standard Re: Schuldgefühle. Hilfe!

    Es ist vollkommen normal wenn ein Baby gegen Abend mal 1 oder auch zwei Stunden weint. Das ist ihre Art, all das zu verarbeiten, was sie am Tag erlebt haben. Es ist auch nicht ungewöhnlich, das das bei Schüben mehr wird, weil sie plötzlich viel mehr können und mitkriegen und sie das eventuell überfordert. Du hast da gar nix falsch gemacht und hättest es auch nicht unbedingt mit pucken verhindern können - zumal auch nicht alle Babys das mögen. Schau in solchen Momenten ob dein Kind Hunger hat, volle Windeln oder Bauchweh (bauchmassage oder Fliegergriff zum helfen) und ansonsten gib einfach deinem Kind ganz viel deiner Nähe und zeig ihm, dass du verstehst, dass alles grad etwas viel ist. Meine Tochter ist 4,5 Monate und hat regelmäßig abends ihre Phase, manchmal nur 5 min, manchmal auch 1,5 h, aber sie ist sonst so ein fröhliches und aufgewecktes Kind, die halt tagsüber alles in sich aufsaugt...
    Es ist für und Eltern schwer, unser Kind weinen zu hören...für unser Kind ist es manchmal hilfreich um zu verarbeiten...solange du deinem Baby dabei ganz viel Nähe gibst und es nicht alleine lässt, trägt das Kind da keine Schäden davon sondern lernt "wenn es mir schlecht geht ist Mama für mich da"
    Geändert von Kleine-motte (04.02.2014 um 11:04 Uhr)

  4. #4
    NutNuts ist offline newbie
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    Standard Re: Schuldgefühle. Hilfe!

    Es liegt nicht an dir! Klingt jetzt blöd, aber es gibt Babys die sind eben so, aber als Mama möchte man sich irgendwie auch nicht so recht damit abfinden ;-D .

    Dass man in so einer Situation an sich selbst zweifelt ist vollkommen normal... Liegt es an mir? Mache ich etwas falsch? Verstehe ich vllt. nicht was mein Kind will/braucht? Ich war in der gleichen Situation (und bin es immer noch). Nach vier Monaten und nachdem mir selbst nur noch zum Heulen zumute war habe ich mir Hilfe bei einer Eltern-Kind-Beratung gesucht.

    Mienchen ist jetzt fast 10 Monate alt. Schläft immer noch nur ein, wenn ich sie halten, damit sie sich nicht groß bewegen kann. Sie schreit sich in den Schlaf, egal ob ich mich auf den Kopf stelle und dabei mit den Ohren wackel. Auch mich plagt dabei dann immer noch das schlechte Gewissen wenn ich mein Kind so "fixieren" muss, aber anders kann sie nunmal nicht einschlafen.

    Mal gibt es bessere Tage, mal schlimmere. Ich liebe sie über alles aber ab und zu ist es echt hart da zu sitzen mit einem schreienden Kind auf dem Arm, sie zu streicheln und ihr dabei ein Schlaflied vor zu singen, bis sie endlich einschlafen kann.

    Halte also die Ohren steif, irgendwann wird es bestimmt besser (hoffe ich zumindest auch mal ^^) und viel Erfolg bei deiner Therapie.

    PS: Pucken hat bei uns mit 3-4 Monaten auch nur dazu geführt, dass sie ganz schlimmt geweint hat. Haben es gelassen und dann nochmal mit 5-6 Monaten probiert. Da ging es dann. Mag eben nicht jedes Baby, aber wenigstens hast du etwas unternommen damit es deinem Kind besser geht!
    Geändert von NutNuts (07.02.2014 um 12:01 Uhr)

  5. #5
    Avatar von Spatzeline
    Spatzeline ist offline glücklich
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    Standard Re: Schuldgefühle. Hilfe!

    Es ist und war nicht deine Schuld.
    Zum Anfang brauchen Babys eine gewisse Zeit, um überhaupt mal richtig auf der Welt anzukommen. Manche haben Bauchschmerzen, andere schreien, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Aber dein Baby hat sicher nicht geschrien weil du etwas falsch gemacht hast.
    Das mit dem Pucken wird erst seit ein paar Jahren wieder populär. Als mein Sohn vor 8 Jahren geboren wurde, hat kaum eine Mutter ihr Baby gepuckt. Ich hab davon auch erst erfahren, als er schon laufen konnte.
    Und nicht jedes Baby mag es, gepuckt zu werden, also ein Allheilmittel ist pucken auch nicht.

    Gerade die erste Schwangerschaft und Geburt wirbeln das Leben ganz schön durcheinander und die Hormone spielen auch ordentlich mit. Deine Gefühle, die Zweifel, die Ängste sind ganz normal. Das kennen glaube ich fast alle Mütter.

    Deine Entscheidung, eine Therapie zu machen find ich schon mal gut. Vor allem um deine Schuldgefühle in den Griff zu bekommen.
    Ich war genauso unerfahren wie du und ich hab mir auch oft Vorwürfe gemacht, weil ich nie wirklich wusste, ob ich alles richtig mache, hatte keinen, den ich hätte fragen können und hatte auch noch eine Schwiegermutter, die mir ständig erzählte, was ich alles falsch mache. Ich war der Überzeugung, mein Kind überlebt sein erstes Jahr nicht, weil ich alles falsch mache und bin in eine postnatale Depression gerutscht.
    Habe mir damals auch professionelle Hilfe gesucht. Heute weiß ich, dass ich nichts falsch gemacht habe, sondern dass meine Schwiegermutter sich einfach zu sehr eingemischt hat und mir in ihrer Fürsorge mehr schadete als gut tat. Sie wollte auch nichts böses, nur helfen und Ratschläge geben. Aber es kam halt total falsch bei mir an, unsicher und empfindlich wie ich damals war.

    Du bist mit Sicherheit keine schlechte Mutter. Du willst, dass es deinem Kind gut geht. Hab Geduld mit dir selber. In die Mutterrolle muss man auch erst mal reinwachsen.

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