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Thema: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

  1. #1
    Avatar von Nik2005
    Nik2005 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Hallo,

    ich wollte mal fragen. ob es hier Erfahrungen mit vorzeitiger Einschulung gibt? Egal ob positiv oder negativ.

    Wir stehen gerade vor der Entscheidung unsere Tochter im September 2019 einzuschulen, sie ist gerade 5 geworden.
    Wir haben dafür sehr viele Gründe und haben uns auch ausführlich beraten lassen. Als Alternative steht ein Kindergartenwechsel für den Rest des 3. und das 4. Kindergartenjahr an, was aber eigentlich keine wirkliche Alternative ist.

    Deswegen würde ich mich echt über Erfahrungsberichte freuen, falls es welche gibt. Da der Trend zur späteren Einschulung geht, gibt es kaum noch Eltern die man hierzu befragen kann.

    Viele Grüße
    ____________________________

    Nik
    mit Herbstzauber (2005), Frühlingssonne (2008), Sommerglück(2010) und Schneeflocke (2014)



  2. #2
    Avatar von Pippi27
    Pippi27 ist offline Bibbi siemazwanzich

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Zitat Zitat von Nik2005 Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich wollte mal fragen. ob es hier Erfahrungen mit vorzeitiger Einschulung gibt? Egal ob positiv oder negativ.

    Wir stehen gerade vor der Entscheidung unsere Tochter im September 2019 einzuschulen, sie ist gerade 5 geworden.
    Wir haben dafür sehr viele Gründe und haben uns auch ausführlich beraten lassen. Als Alternative steht ein Kindergartenwechsel für den Rest des 3. und das 4. Kindergartenjahr an, was aber eigentlich keine wirkliche Alternative ist.

    Deswegen würde ich mich echt über Erfahrungsberichte freuen, falls es welche gibt. Da der Trend zur späteren Einschulung geht, gibt es kaum noch Eltern die man hierzu befragen kann.

    Viele Grüße
    das wäre mir neu.

    Was sagen die Erzieher? Was kann dein Kind schon?

    Einige meiner Neffen und Nichten wurden vorzeitig eingeschult, bzw haben eine Klasse übersprungen.

    Während der Schulzeit war das ab und zu eine entwicklungstechnisches Problem, aber das war nie gravieren. Mein Neffe hat allerdings letztes Jahr mit 16 sein Abitur gemacht und macht jetzt ein soziales Jahr. Da hat er schon gemerkt, dass er für viele interessante Sachen zu jung ist.
    Ein anderer will eine Ausbildung machen und wird auch oft als zu jung abgelehnt.

    Was ich damit sagen will, Schulzeit ist meist kein Problem, aber eben danach.

  3. #3
    Avatar von Nik2005
    Nik2005 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Danke für die Antwort.
    An später habe ich gar nicht gedacht, nur ob sie vielleicht jetzt überfordert wäre.
    Ich denke, wenn sie ohne mal sitzen zu bleiben Abitur macht , wäre sie 18. Das ist eher unproblematisch.
    Ausbildung mit 15 sehe ich dann eher kritisch.

    Und ja, zumindest in unserem Bundesland ist der Trend eindeutig später einzuschulen. Kann-Kinder werden kaum eingeschult und mit dem neuen Gesetz, dass Eltern späte Regelkinder zurück stellen lassen können, wird sich der Trend noch verstärken.

    Was mein Kind kann? Naja alles was sie zur Einschulung braucht, kann sie... aber so viel wird da nicht verlangt. Wesentlich wichtiger ist, dass sie soziale Komptenzen mitbringt und davon wirklich viele. Und die hat sie. Laut Kinderarzt, hat sie auch alle notwendigen kognitiven Fähigkeiten und der hat bereits grünes Licht gegeben. Sie ist nicht hochbegabt, darum geht es auch gar nicht. Sie ist aber pfiffig und schlau.Sie kann sich durchsetzen, aber auch zurück nehmen. Und sie langweilt sich im Kindergarten. Den ganzne Tag malen und bastelt, ödet nach 2,5 Jahren einfach an.

    Da wir trotzdem unsicher sind, hätte ich mich einfach gerne mit Eltern ausgetauscht, die eben schon ihre Erfahrungen gemacht haben.
    ____________________________

    Nik
    mit Herbstzauber (2005), Frühlingssonne (2008), Sommerglück(2010) und Schneeflocke (2014)



  4. #4
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Zitat Zitat von Nik2005 Beitrag anzeigen
    Danke für die Antwort.
    An später habe ich gar nicht gedacht, nur ob sie vielleicht jetzt überfordert wäre.
    Ich denke, wenn sie ohne mal sitzen zu bleiben Abitur macht , wäre sie 18. Das ist eher unproblematisch.
    Ausbildung mit 15 sehe ich dann eher kritisch.

    Und ja, zumindest in unserem Bundesland ist der Trend eindeutig später einzuschulen. Kann-Kinder werden kaum eingeschult und mit dem neuen Gesetz, dass Eltern späte Regelkinder zurück stellen lassen können, wird sich der Trend noch verstärken.

    Was mein Kind kann? Naja alles was sie zur Einschulung braucht, kann sie... aber so viel wird da nicht verlangt. Wesentlich wichtiger ist, dass sie soziale Komptenzen mitbringt und davon wirklich viele. Und die hat sie. Laut Kinderarzt, hat sie auch alle notwendigen kognitiven Fähigkeiten und der hat bereits grünes Licht gegeben. Sie ist nicht hochbegabt, darum geht es auch gar nicht. Sie ist aber pfiffig und schlau.Sie kann sich durchsetzen, aber auch zurück nehmen. Und sie langweilt sich im Kindergarten. Den ganzne Tag malen und bastelt, ödet nach 2,5 Jahren einfach an.

    Da wir trotzdem unsicher sind, hätte ich mich einfach gerne mit Eltern ausgetauscht, die eben schon ihre Erfahrungen gemacht haben.
    Welches Bundesland denn? Habt ihr G8 oder G9 beim Gymnasium? Euer Kind würde im September eingeschult und erst im Januar darauf 6, richtig? Ist da eine reguläre Einschulung einfach so möglich?

    Wie sieht denn die Förderung im Kindergarten aus?

    Meine Erfahrung sagt, dass es stark auf die Schule ankommt, wie die das mitträgt und wie groß die Bereitschaft zur Differenzierung dort ist.

    Ich habe eine Kind, das Ende September Geburtstag hat, das haben wir eingeschult, die Schule hat stark dazu geraten. Der hat auch wunderbar die Schule durchlaufen.

    Bei meinem Neffen hat die Schule stark davon abgeraten, weil die grundsätzlich lieber abraten und auch z.T. zur Rückstellung raten. Schult man trotzdem ein, kann's sein, dass das Kind grundsätzlich das "Problemkind" ist und dass bei Kleinigkeiten stärker draufgeschaut wird als bei anderen. Blöd und unfair, ist dort aber so.

    Ein Freund meiner Tochter hat erst im Februar Geburtstag, der wurde bei uns an der Schule mit 5 eingeschult, die Schule im eigenen Ort hätte ihn nicht genommen. Der hatte auch nie Probleme.

  5. #5
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Meine Tochter wurde mit fünfeinhalb eingeschult und wird jetzt in der 9. Klasse 14.
    Auch wenn sie gerade eine extrem schwierige Phase hat, war die frühere Einschulung genau richtig. Sie passt kognitiv, körperlich und sozial absolut in die 9. Klasse und hat teilweise deutlich ältere Freunde.
    Ihre Probleme kommen aus einer ganz anderen Richtung, die zwar mit der Pubertät zu tun haben, aber nicht mit der Schule an sich.

    Tochter war damals auch vor allem sozial sehr weit, kam lesend und sicher bis 10 rechnend zur Schule.

    Gelangweilt hat sie sich in der Kita allerdings nie und das halte ich auch eher für problematisch und überdenkenswert, wenn es bei deiner Tochter so extrem ist.

    Langeweile hat viel mit fehlender Eigeninitiative oder Antriebslosikeit / fehlender Motivation zu tun. Für die Schule ist das eine blöde Mischung. Da gibt es viel mehr Verpflichtungen als in der Kita und auch da werden oftmals Sachen gemacht, die das Kind nicht vom Hocker hauen.

    In der Kita ist es nicht schlimm, wenn sie das nicht machen mag. Da kann sie sich Alternativen suchen. In der Schule geht das nicht, wenn sie nicht in eine Schule mit freiem Konzept geht.

    Den Sohn haben wir genau aus diesem Grund nicht früher eingeschult, obwohl auch bei ihm alles passte. Er sagte der Schulpsychologin damals ganz freimütig: "Wenn ich zu Sachen keine Lust habe, mach ich halt was anderes." An dieser Einstellung durfte er dann noch ein Jahr feilen, hat sie aber bis zum Ende der Grundschule nicht abgelegt. Ihm wurde da eindeutig "zu viel gebastelt, gemalt und gesungen" - war alles nicht seins und mit fünfeinhalb hätte er das weniger ertragen als mit sechseinhalb. Da war die Frustrationstoleranz schon größer und sein innerer Schweinehund besiegbarer.
    dusktildawn gefällt dies

  6. #6
    Avatar von Nik2005
    Nik2005 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Welches Bundesland denn? Habt ihr G8 oder G9 beim Gymnasium? Euer Kind würde im September eingeschult und erst im Januar darauf 6, richtig? Ist da eine reguläre Einschulung einfach so möglich?

    Wie sieht denn die Förderung im Kindergarten aus?

    Meine Erfahrung sagt, dass es stark auf die Schule ankommt, wie die das mitträgt und wie groß die Bereitschaft zur Differenzierung dort ist.

    Ich habe eine Kind, das Ende September Geburtstag hat, das haben wir eingeschult, die Schule hat stark dazu geraten. Der hat auch wunderbar die Schule durchlaufen.

    Bei meinem Neffen hat die Schule stark davon abgeraten, weil die grundsätzlich lieber abraten und auch z.T. zur Rückstellung raten. Schult man trotzdem ein, kann's sein, dass das Kind grundsätzlich das "Problemkind" ist und dass bei Kleinigkeiten stärker draufgeschaut wird als bei anderen. Blöd und unfair, ist dort aber so.

    Ein Freund meiner Tochter hat erst im Februar Geburtstag, der wurde bei uns an der Schule mit 5 eingeschult, die Schule im eigenen Ort hätte ihn nicht genommen. Der hatte auch nie Probleme.

    Erst mal vielen Dank, dass ich hier echt auch Antworten bekomme und das Thema mal diskutieren kann. Bisher hatte ich das Gefühl als wäre ich bestenfalls eine Rabenmutter schlimmstenfalls fühlt es sich wie eine Art Hexenjagd an. Der komplette Bekanntenkreis findet, dass wir diesem Kind Spielzeit weg nehmen und es der Kindheit berauben (es sind einige mit Kann-Kindern die allesamt nicht eingeschult wurden).
    Unsere Argumente werden alle niedergebügelt, dabei machen mein Mann und ich uns seit fast einem Jahr viele Gedanken darüber und wir leiden auch nicht an Selbstüberschätzung und nach mehreren Kindern mangelt es nicht an Erfahrung. Trotzdem ist man verunsichert, wenn einem nur Kopfschütteln entgegenschlägt.

    Wir sind in Bayern, Stadt, G9. Kind ist im Januar 5 geworden und würde im September eingeschult werden.
    Grundschullehrerinnen sehen eine Einschulung mit 5 grundsätzlich als problematisch und nicht erwünscht. Ohne das Kind zu kennen. Eine Einschulung ist möglich, nach Rücksprache mit Gesundheitsamt. Unsere Tochter müßte einige Tests durchlaufen. Der Kinderarzt hat das als kein Problem eingestuft und uns grünes Licht gegeben. Er sagte das schafft sie locker.

    Wir kämpfen gegen den Bekanntenkreis, was mich weniger stört, aber wahrscheinlich auch gegen die Schule und ich habe eben genau davor Angst, dass sie sofort den "Problemkind-Stempel" bekommt. Schulwechsel außerhalb des Sprengels ist so gut wie unmöglich.

    Ich befürchte, wenn wir das Wohlwollen der Schule nicht haben, alles schon im voraus zum Scheitern verurteilt ist. Sie wird sich mehr als alle anderen beweisen müssen. Dabei hätten wir sogar die Möglichkeit einer jahrgangsgemischten 1./2. Klasse, welche sie zur Not auch innerhalb 3 Jahren machen könnte. Wir sehen alles positiv. Aber sonst leider keiner.
    ____________________________

    Nik
    mit Herbstzauber (2005), Frühlingssonne (2008), Sommerglück(2010) und Schneeflocke (2014)



  7. #7
    Avatar von Nik2005
    Nik2005 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Zitat Zitat von Sonnennebel Beitrag anzeigen
    Meine Tochter wurde mit fünfeinhalb eingeschult und wird jetzt in der 9. Klasse 14.
    Auch wenn sie gerade eine extrem schwierige Phase hat, war die frühere Einschulung genau richtig. Sie passt kognitiv, körperlich und sozial absolut in die 9. Klasse und hat teilweise deutlich ältere Freunde.
    Ihre Probleme kommen aus einer ganz anderen Richtung, die zwar mit der Pubertät zu tun haben, aber nicht mit der Schule an sich.

    Tochter war damals auch vor allem sozial sehr weit, kam lesend und sicher bis 10 rechnend zur Schule.

    Gelangweilt hat sie sich in der Kita allerdings nie und das halte ich auch eher für problematisch und überdenkenswert, wenn es bei deiner Tochter so extrem ist.

    Langeweile hat viel mit fehlender Eigeninitiative oder Antriebslosikeit / fehlender Motivation zu tun. Für die Schule ist das eine blöde Mischung. Da gibt es viel mehr Verpflichtungen als in der Kita und auch da werden oftmals Sachen gemacht, die das Kind nicht vom Hocker hauen.

    In der Kita ist es nicht schlimm, wenn sie das nicht machen mag. Da kann sie sich Alternativen suchen. In der Schule geht das nicht, wenn sie nicht in eine Schule mit freiem Konzept geht.

    Den Sohn haben wir genau aus diesem Grund nicht früher eingeschult, obwohl auch bei ihm alles passte. Er sagte der Schulpsychologin damals ganz freimütig: "Wenn ich zu Sachen keine Lust habe, mach ich halt was anderes." An dieser Einstellung durfte er dann noch ein Jahr feilen, hat sie aber bis zum Ende der Grundschule nicht abgelegt. Ihm wurde da eindeutig "zu viel gebastelt, gemalt und gesungen" - war alles nicht seins und mit fünfeinhalb hätte er das weniger ertragen als mit sechseinhalb. Da war die Frustrationstoleranz schon größer und sein innerer Schweinehund besiegbarer.
    Ich mußte gerade über den Sohn schmunzeln.
    Unser Sohn war im gleichen Kindergarten (wie Töchter) und wurde im 3. Jahr auffällig. Vorher ein freundliches umgängliches Kind, vollkommen angepaßt. Auf einmal hat er sich geweigert zu malen und zu bastelt. Ging soweit , dass er Bilder versteckt hat, steigerte sich in einer Empfehlung zur Ergotherapie, da man mit 6 Jahren immer noch nicht wußte ob er Links- oder Rechtshänder ist.

    Nach 10 Sitzungen Ergo, sagte uns die Therapeutin: Ihr Kind ist ein leicht ausgeprägter Rechtshänder. Vollkommen normal und schulreif. Er haßt malen, aber alles andere kann er richtig toll" .
    Ich hatte das damals der Lehrerin erzählt und sie sagte grinsend, er wird nicht um jedes "Gemälde" drumherum kommen, aber sie wird ihn verschonen wo es geht. Das war sehr hilfreich.
    Mittlerweile ist er in der 3. Klasse , ein super Schüler, der es tatsächlich auch in Proben in Kauf nimmt, Punkte nicht zu bekommen, wenn er was ausmalen muss. "Wenn ich das richtig ausgerechnet habe, muss ich das nicht mehr anmalen. " Sonst ist er aber gar nicht rebellisch, nur falls da jetzt der EIndruck entsteht.
    Mittlerweile plaudert er aber auch über den Kindergarten, weil er sich jetzt klar mitteilen kann. Er sagt, dass außer Malen und Basteln nichts geboten wurde. Und Strafpuzzeln. Ein riesen Garten der nie benutzt wird und sonst keine Möglichkeiten sich zu entfalten, außer einer Bauecke.
    Ich habe hier jetzt deswegen so ausgeholt, da unsere kleine Tochter aus gleichen Gründen jammert. Ihr feht nicht Eigeninitiative und auch nicht Antrieb. Sie kann sich zuhause sehr gut alleine und mit ihren großen Geschwistern beschäftigen. Nach 2,5 Jahren Kindergarten fängt sie an zu streiken. Und alle Bitten, im Kindergarten ein bisschen individueller auf die Kinder einzugehen, scheitern. Spiele sind nach Alter eingteilt und wer das entsprechende Alter nicht hat, kann es nicht nehmen. In drei Jahren sind zwei Leitungen gegangen und der Ton wird immer millitanter.
    Da aber unsere erste Tochter so glücklich war und der Sohn die ersten zwei Jahre auch, sind wir nicht auf die Idee gekommen, vielleicht mal den Kindergarten zu wechseln. Und jetzt macht es keinen Sinn mehr.

    Das ist aber nicht der Hauptgrund unsere Tochter früher einzuschulen - würde bei einem nicht schulreifen Kind auch keinen Sinn machen.

    Das ist mehr der Grund, bei dem ich nicht mit einem ruhigen Gewissen sagen kann: "Mensch gönn dem Kind ein weiteres Jahr unbeschwerte Spielzeit". Es ist weder unbeschwert noch hat es irgend eine Qualität. Es ist eine Aufbewahrung. Das will aber keiner Verstehen.


    Edit: Tochter 1 ist zwar eine mittelmäßige Schülerin, aber eine Künstlerin wie aus dem Bilderbuch. Jeder Kunst- oder Werkenlehrer, zieht den Hut vor ihren Kunstwerken. Sie kann aber auch bis heute nicht verstehen, warum ihre Geschwister den Kindergarten nicht mögen :-)
    ____________________________

    Nik
    mit Herbstzauber (2005), Frühlingssonne (2008), Sommerglück(2010) und Schneeflocke (2014)



  8. #8
    dusktildawn ist offline ehemals Morningsun

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Zitat Zitat von Nik2005 Beitrag anzeigen
    Ich mußte gerade über den Sohn schmunzeln.
    Unser Sohn war im gleichen Kindergarten (wie Töchter) und wurde im 3. Jahr auffällig. Vorher ein freundliches umgängliches Kind, vollkommen angepaßt. Auf einmal hat er sich geweigert zu malen und zu bastelt. Ging soweit , dass er Bilder versteckt hat, steigerte sich in einer Empfehlung zur Ergotherapie, da man mit 6 Jahren immer noch nicht wußte ob er Links- oder Rechtshänder ist.

    Nach 10 Sitzungen Ergo, sagte uns die Therapeutin: Ihr Kind ist ein leicht ausgeprägter Rechtshänder. Vollkommen normal und schulreif. Er haßt malen, aber alles andere kann er richtig toll" .
    Ich hatte das damals der Lehrerin erzählt und sie sagte grinsend, er wird nicht um jedes "Gemälde" drumherum kommen, aber sie wird ihn verschonen wo es geht. Das war sehr hilfreich.
    Mittlerweile ist er in der 3. Klasse , ein super Schüler, der es tatsächlich auch in Proben in Kauf nimmt, Punkte nicht zu bekommen, wenn er was ausmalen muss. "Wenn ich das richtig ausgerechnet habe, muss ich das nicht mehr anmalen. " Sonst ist er aber gar nicht rebellisch, nur falls da jetzt der EIndruck entsteht.
    Mittlerweile plaudert er aber auch über den Kindergarten, weil er sich jetzt klar mitteilen kann. Er sagt, dass außer Malen und Basteln nichts geboten wurde. Und Strafpuzzeln. Ein riesen Garten der nie benutzt wird und sonst keine Möglichkeiten sich zu entfalten, außer einer Bauecke.
    Ich habe hier jetzt deswegen so ausgeholt, da unsere kleine Tochter aus gleichen Gründen jammert. Ihr feht nicht Eigeninitiative und auch nicht Antrieb. Sie kann sich zuhause sehr gut alleine und mit ihren großen Geschwistern beschäftigen. Nach 2,5 Jahren Kindergarten fängt sie an zu streiken. Und alle Bitten, im Kindergarten ein bisschen individueller auf die Kinder einzugehen, scheitern. Spiele sind nach Alter eingteilt und wer das entsprechende Alter nicht hat, kann es nicht nehmen. In drei Jahren sind zwei Leitungen gegangen und der Ton wird immer millitanter.
    Da aber unsere erste Tochter so glücklich war und der Sohn die ersten zwei Jahre auch, sind wir nicht auf die Idee gekommen, vielleicht mal den Kindergarten zu wechseln. Und jetzt macht es keinen Sinn mehr.

    Das ist aber nicht der Hauptgrund unsere Tochter früher einzuschulen - würde bei einem nicht schulreifen Kind auch keinen Sinn machen.

    Das ist mehr der Grund, bei dem ich nicht mit einem ruhigen Gewissen sagen kann: "Mensch gönn dem Kind ein weiteres Jahr unbeschwerte Spielzeit". Es ist weder unbeschwert noch hat es irgend eine Qualität. Es ist eine Aufbewahrung. Das will aber keiner Verstehen.


    Edit: Tochter 1 ist zwar eine mittelmäßige Schülerin, aber eine Künstlerin wie aus dem Bilderbuch. Jeder Kunst- oder Werkenlehrer, zieht den Hut vor ihren Kunstwerken. Sie kann aber auch bis heute nicht verstehen, warum ihre Geschwister den Kindergarten nicht mögen :-)
    Dann kann ich verstehen, warum ihr früher einschulen wollt. Und sie hat ja ältere Geschwister, müsste daher im Umgang mit älteren Kindern einigermaßen fit sein und ist nicht schüchtern. Das Schlimmste war ihr blühen könnte, wäre die ersten beiden Klassen in drei Jahren machen zu müssen, oder? Dann würde ich glaube ich auch einschulen. Der Kindergarten klingt leider sehr abschreckend.
    4er Jungsgespann mit Sonderausstattung *- 2008- 2010- 2014- 2017-*

  9. #9
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    So eine blöde Kita hatten wir zum Glück nicht.
    Da waren die Gruppen altersgemischte und Tochter hat schon vorher alles mitgemacht, was ihre Freunde gemacht haben, bevor sie früher Vorschulkind wurde. Wir hatten uns damals erst im April für die frühere Einschulung entschieden.
    Zudem hatten wir eine Schule von der ich wusste, dass sie generell nichts gegen Früheinschulungen hat. In die Parallelklasse kam ebenfalls ein früheingeschultes Kind. Im Jahrgang davor auch eins. Bei den Kann-Kindern habe ich keinen Überblick. Die fallen ja noch weniger auf.
    Ich finde, ein guter Schulstart steht und fällt mit der Lehrerin, die das Kind bekommt. Wenn die ohne Vorurteile an die Sache geht und gut differenziert, dann ist das schon die halbe Miete.
    Wir hatten eine fordernde Lehrerin, die selbst eine frühlesende Tochter (mit dreieinhalb, unsere mit viereinhalb) hatte. Sie hat zwar schon einiges auf das Alter unserer Tochter geschoben (ihre Schüchternheit) und gab ihr damals nach der 4. Klasse keine vorzeitige Gymniasalempfehlung, weil sie sie zu jung fand. Hier findet der allgemeine Wechsel erst nach der 6. Klasse statt. Da Tochter aber sowieso nicht unbedingt wollte, war es okay, dass sie in der Grundschule blieb.

    Wenn euer Bauchgefühl sagt, dass das passt, dann macht es. Wenn ihr den Eindruck habt, die Schule ist da nicht so offen, dann sagt erst mal nichts zur Früheinschulung. Tut einfach so als wäre nichts.

    Unser Kind ist nie als früheingeschult aufgefallen, weil einfach alles passte. Und ihr Geburtsdatum ist ja nicht auf ihre Stirn tätowiert. Viele wussten daher gar nicht, dass sie jünger ist. Das erspart einem einige blöde Fragen. Wobei die einzige, die blöd auf die Früheinschulung unserer Tochter reagierte, ihre ehemalige Krippenerzieherin war. Sie war es damals, die völlig perplex war, dass unser Kind ihr mit knapp 3 die Wörter auf ihrem Shirt buchstabieren konnte (zusammenziehendes Lesen klappte noch nicht) und ihren damals besten Freund mit Rechenaufgaben während der Mittagspause ruhig stellte. Aber von Früheinschulung wollte sie nichts wissen.
    Ansonsten hatten wir nur positive oder neutrale Reaktionen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich selbst Grundschullehrerin bin und man mir damit scheinbar die Kompetenz zusprach das auch einschätzen zu können - bis auf die (ansonsten wirklich tolle und kompetente) Krippenerzieherin.

    Mittlerweile sind in Tochters Klasse sogar noch zwei weitere früheingeschult Kinder. Das interessiert in Klasse 9 niemanden mehr. Sie oder wir sind in der weiterführenden Schule noch kein einziges Mal auf ihr Alter angesprochen worden - selbst bei den schwerwiegenden Problemen jetzt in Klasse 9 nicht, die aber mit der Pubertät und einer psychischen Krisensituation und nichts mit ihrem Alter oder der Schule an und für sich zu tun hat.

  10. #10
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein

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    Standard Re: Vorzeitige Einschulung - Erfahrungsberichte?

    Januar Kind vorzeitig eingeschult, einmal Probleme gehabt in einer neuen Klasse mit vielen Wiederholern. Nach einem Wechsel der schule aber alles wieder gut. Evtl. bauen wir nach Klasse 10 ein Irgendwasjahr (sozial, Ausland etc.) ein, aber das wird sich finden.
    Liebe Grüße

    Sofie

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