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  1. #1
    Lavendel86 ist offline Stranger

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    Standard Diagnose Trisomie 13 - Abbruch in Holland

    Hallo zusammen,

    eigentlich weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin einfach nur verzweifelt, traurig und wütend.
    Ich bin 34 und mein Mann und ich haben seit längerem versucht schwanger zu werden.
    Im April hat es dann endlich geklappt. Wir haben uns beide so unendlich gefreut.
    Bei den Terminen beim Frauenarzt war auch immer alles super, obwohl ich von Anfang an immer Angst hatte, dass etwas sein könnte.
    Umso größer war die Freude als die ssw 12 vorbei war. Nun war ich auch etwas entspannter.
    Wir haben es dann auch all unseren Freunden erzählt und jeder hat sich so mit uns gefreut.

    Zur Absicherung wollten wir trotzdem den Fetalis Test machen. Obwohl wir eigentlich sehr optimistisch waren, dass alles in Ordnung ist.

    Letzte Woche waren wir im Urlaub als der Anruf der Frauenärztin kam, dass der Bluttest auffällig auf Trisomie 13 wäre und ich das Ganze schnellstmöglich von einem Spezialisten abklären soll.

    Wir sind dann einen Tag früher nach Hause, da wir am Donnerstag gleich einen Termin bekamen.
    Wir hatten das "Glück", dass an dem Tag beide Ärzte anwesend waren. Der erste Arzt konnte beim Ultraschall nichts auffälliges erkennen. Er wollte aber zur Sicherheit seinen Kollegen auch schauen lassen.
    Dieser hat dann leider recht schnell eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entdeckt. Zudem konnte er Auffälligkeiten beim Herz feststellen. Zur Absicherung hat er aber dann gleich noch eine Plazenta-Biopsie gemacht, da es für eine FU noch zu früh gewesen wäre (Ssw 14).

    Für uns ist an diesem Tag eine Welt zusammengebrochen.

    Der Arzt meinte, dass wir uns schon mal drauf einstellen sollen, dass das Ergebnis der Biopsie auch positiv ist. Er würde uns dann dringend zu einem Abbruch raten, da Kinder mit Trisomie 13 nicht lebensfähig wären.

    Das Ergebnis der Biopsie erhalten wir morgen oder übermorgen. Die letzten Tage waren einfach nur die Hölle.

    Ich fühle mich einfach leer und so unendlich traurig. Und man fragt sich ständig: Warum???
    Warum bekommen Frauen gesunde Kinder, obwohl sie gar keine haben möchten. Oder in der Schwangerschaft rauchen und Alkohol trinken und trotzdem kommt das Kind gesund zur Welt. Es ist einfach unfair!

    Nachdem ich dann auch noch erfahren habe, dass man sogar schon in der Ssw 14/15 das Kind unter Wehen zur Welt bringen muss, war ich völlig fertig.
    Das ist für mich der absolute Albtraum! Ich weiss, dass ich das psychisch niemals schaffen würde und auch nicht möchte.

    Daher habe ich mich informiert und würde nun eine Abtreibung in Holland in Erwägung ziehen. Hier kann man das Ganze unter Narkose machen lassen. Das ist für mich der einzige Weg, wie ich das durchstehe.

    Ich weiss, dass bestimmt jetzt einige sagen, dass es wichtig ist, dass man sich verabschiedet usw.
    Ich würde auch niemals eine Frau verurteilen, die diesen Weg geht, jedoch für mich ist es nicht der Richtige.

    Ich möchte es einfach hinter mir haben. Ich habe solche Angst und bin so furchtbar traurig.

    Was ist, wenn ich nicht mehr schwanger werde? Oder wenn das Kind wieder Trisomie hat?

    Ich ärgere mich so über mich, dass wir es nicht schon früher versucht haben. Aber meine Mann und ich haben beide studiert. Wir wollten erst ein paar Jahre arbeiten und etwas aufbauen und dann eine Familie gründen. Ich war immer diejenige, die gezögert hat. Und dann hat es über ein Jahr gedauert.
    Und bald bin ich 35.

    Ich weiss eigentlich gar nicht was ich von euch hören will. Hat vielleicht jemand etwas ähnliches erlebt?
    Wahrscheinlich wollte ich mir einfach meine Traurigkeit von der Seele schreiben.

    Tut mir leid für den langen Text.

    Liebe Grüße

  2. #2
    Flowerchild ist offline addict

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    Standard Re: Diagnose Trisomie 13 - Abbruch in Holland

    Oh Gott, ich weiß gar nicht was ich schreiben soll. Das alles tut mir unendlich leid. Ich würde in jedem Fall eine weitere Meinung einholen und wenn das Kind keinesfalls lebensfähig ist, wohl nach Holland fliegen. Ich glaube man muss sich da nicht mehr quälen als nötig ist.

  3. #3
    Avatar von Marau
    Marau ist offline Poweruser

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    Standard Re: Diagnose Trisomie 13 - Abbruch in Holland

    Bevor du vorschnell eine Entscheidung triffst, schreib doch bitte im Pränatatalforum.
    Da berät Barbara (leu) die User. Sie ist Ärztin für Humangenetik und kennt sich super aus.
    Liebe Grüße
    Marau
    Was man tief im Herzen trägt kann man durch den Tod nicht verlieren.
    Mama 1981, 1982, 1984 -2017 und 2001
    Oma 2007 / 2011 / 2013 / 2018

  4. #4
    Lavendel86 ist offline Stranger

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    Standard Re: Diagnose Trisomie 13 - Abbruch in Holland

    Danke euch für die Antworten.
    Ich habe inzwischen das Ergebnis der Biopsie erhalten, welches leider auch positiv war.
    Aufgrund des Ultraschalls und dieser Diagnose, haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen die Schwangerschaft abzubrechen. Wir möchten dem Kleinen auch unnötiges Leid ersparen.
    Wir sind einfach nur traurig und am Boden zerstört.

    Ich hoffe, dass ich irgendwann ein gesundes Kind im Arm halten kann. Dann sind die Erinnerungen an diese schlimme Zeit hoffentlich ein bisschen verblasst.

  5. #5
    mayra2 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Diagnose Trisomie 13 - Abbruch in Holland

    Liebe Lavendel, deine Trauer geht mir ans Herz!
    Letzte Woche hast du hier von deiner Not und Traurigkeit geschrieben, von der Sorge wie es weitergehen kann für dich und dein Kind.
    Und inzwischen hast du auch das Ergebnis der Biopsie, was euch den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Es ist schwer, mit all den Gefühle klarzukommen, und ich kann auch nur ahnen, wie es dir geht. Doch es tut mir sehr leid, dass du solche Sorgen um dein Baby hast.

    Eine Abtreibung in Holland hattest du in Erwägung gezogen?
    Du erhoffst dir, es dort besser zu schaffen?
    Hat dir jemand dazu geraten? Konntest du mit jemand darüber sprechen?

    Marau im Thread hatte dir von Barbara geschrieben, konntest du mit ihr in Kontakt kommen?

    Liebe Lavendel, was sagen die Ärzte? Was raten sie dir?
    Es ist ja auch so, dass sich jeder Arzt absichern will, das darf man nicht außer acht lassen.

    Bei Trisomie13 verstirbt das Baby meist ganz friedlich im Mutterleib.
    Wurde dir das auch gesagt? Es wäre bei aller Trauer ein ganz sanfter Weg für dich und dein Kind.

    Kennst du die Seite von https://weitertragen-verein.net/
    Dort bekommen Eltern Hilfe, die einen schweren Befund erhalten haben und mit einer Entscheidung konfrontiert sind, die über alle Kräfte geht.
    Liebe Lavendel, meine Gedanken sind mit viel Mitgefühl bei dir.
    Ich schick dir Kraft und wünsche dir trotz allem, eine kleine Hoffnung!
    Mayra

  6. #6
    josefine5 ist offline addict

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    Standard Re: Diagnose Trisomie 13 - Abbruch in Holland

    Liebe Lavendel,

    ich habe eben deine Geschichte gelesen - und hoffe mit euch, dass eure Geschichte im Ganzen gut weitergeht! Eure Familiengeschichte, die gerade begonnen hat. Dazu gehört auch das, was ihr gerade durchlebt. Das habt ihr euch nicht vorgestellt. Es ist jetzt wirklich schwer für dich.
    Und doch ist gut, dass du schon darauf schaust, wie du ein gesundes Kind im Arm halten wirst und die Erinnerung an diese schwere Zeit verblasst.
    Das wird ganz sicher so sein!
    Du kannst aus diesem Blick in die Zukunft die Kraft schöpfen, jetzt einen guten Weg des Abschieds zu finden.

    Was hat die Biopsie letztlich besagt? Welche Trisomie wurde bestätigt?
    Der Arzt hat dir für den Abbruch nur die örtliche Betäubung zusagen können? Und im Fall von Trisomie 13 sowieso dringend zum Abbruch geraten. Er hat da natürlich Erfahrung - für dich und euch beide dagegen kommt alles völlig überraschend und ihr findet euch schwer zurecht.

    Das Forum weitertragen kann jetzt wirklich eine große Hilfe für euch sein. Hast du mal reingeschaut? Da schreiben Eltern sehr behutsam. Sie sind/waren in einer ähnlichen Situation wie ihr. Im Klinkbereich ist ein langsames Vorgehen und aufmerksames Gespräch oft nicht so möglich. Wie es einer Mutter geht, kann gar nicht groß berücksichtigt werden. Die Zeit, Eltern wahrzunehmen und ihnen mit Trost und Hilfe beizustehen, fehlt oft. Schon allein zuzuhören, wie es einer Frau geht.

    Deshalb hast du deine Situation hier so geschildert.
    Das Bild was du vor dir hast: Dein gesundes Baby auf dem Arm haben ist dein Leitstern!

    Auf diesem Weg liegt jetzt eure Geschichte mit diesem Kind, das ihr ja schon fest in euer Herz geschlossen habt. Wenn ihr den Weg mit diesem Kind aufmerksam und behutsam weiter und/oder zuende geht, kann dir das durchaus Kraft geben und lässt dich spüren: Du bist jetzt Mutter. Die Mutter dieses Kindes. Und du könntest es auch im Arm haben und da geht es ihm wirklich am besten. Und das wiederum wirkt auf dich zurück! Also, ein langsamer Weg, auf dem du erlebst, dass du dich deinem Kind in jeder Situation zuwenden kannst, kann ei sehr guter sein.
    Und auch wenn du es dir nicht vorstellen magst - so ein "Mitgehen" mit dem Kind kann deine besten Kräfte überhaupt erst wecken und dir die Angst vor einer nächsten Schwangerschaft nehmen und das Zutrauen in dich selbst stärken. Du hast dann eine Erinnerung, dass du deinem Kind alles gegeben hast, was du konntest. Es wird - wenn es denn sein muss - bei dir friedlich einschlafen.
    Ich möchte dir Mut machen, Dir an dieser Stelle Zeit zu nehmen und auch andere Möglichkeiten zu erfragen, als unter Narkose nichts mitzubekommen. Selbst wenn dich das nochmal Kraft kosten sollte. Es könnte sein, dass es für dich selbst sogar eine gute stärkende Erfahrung werden würde.

    Wie ist es im Moment geplant? Mit wem seid ihr im Gespräch?
    Und das Wichtigste: Wie geht es dir?
    Liebe Grüße von Josefine