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Thema: Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

  1. #1
    ohneSocken ist offline addict

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    Unglücklich Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

    Hallo Zusammen!
    Ich bin neu hier und hoffe das ich das mit dem Schreiben usw. hin bekomme......
    Ich bin über dasThema Fehlgeburt in der Eltern-Zeitung auf dieses Forum gestoßen und hoffe hier auf Menschen zu stoßen, die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht habe und die sich mit mir austauschen möchten.....
    Hier mal meine Geschichte:
    Am 23.06.2005 hatte ich mal wieder eine routine Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin. Wir hatten den Termin einge Tage vorgezogen, da ich leichte Schmerzen im Unterbauch hatte und deswegen etwas in Sorge war. Auch hatte ich meinen Sohn, dessen Bewegungen ich schon seit der 17 SSW leicht gefühlt hatte nicht mehr bemerkt. Meine Ärztin beruhigte mich zwar am Telefon doch ich hatte trotzdem ein komisches Gefühl.
    Meine Ärztin untersuchte mich lange und wurde dabei immer ernster und schließlich sagte sie das keine Herztöne mehr da sind. Ab dem Zeitpunkt erlebte ich die nächsten Wochen nur noch wie im Nebel.
    Ich weinte, bekam eine Einweisung ins Krankenhaus und noch am selben Tag, nach etlichen Untersuchungen wurden die Wehen eingeleitet. Ich konnte es nicht glauben, ich war noch jung (25), bin ohne Probleme schwanger geworden und meine Ärztin hat immer von der perfekten Schwangerschaft gesprochen.... Jetzt sollte mein kleiner Krümel schon tod sein bevor er richtig mit uns leben konnte. Am 24.06.2005 wurde Michel dann geboren. Kurz darauf wurde ich zur Ausschabung in OP gebracht. Später fragte mich eine Ärztin ob ihn sehen wollte, ich wollte aber in dem Moment ging es mir so schlecht das ich nicht mal die Augen aufhalten konnte.
    Am drauffolgenden Tag ging es mir immer schlechter aber die Ärzte unternahmen nicht wirklich viel ( sie schoben es auf die Psyche), bis zu dem Zeitpunkt an dem ich nicht mehr bei Sinnen war und ich aussah wie .... Meine Leber hatte fast und meine Nieren vollständig versagt und ich hatte 10 Lieter Wasser auf der Lunge und japste nur noch. Wenn ich alles was weiter folgte jetzt hier schreiben würde, wäre ich morgen noch nicht fertig, deswegen heute nur die Kurzfassung: Dadurch das mein Sohn evtl. schon ein paar Tage tod in mir war hatten sich Gifte gebildet die unter der Geburt in meinen Blutkreislauf gelangten und mich vergiftet haben. Leider wurde "vergessen" mir ein Antibiotikum zu geben.... Außerdem muß bei der Ausschabung was schief gelaufen sein, wie erklärt sich sonst ein HB- Abfall von 13 auf 5 innerhalb von wenigen Stunden? Ein Krankenaus weiter und an der Dialyse sah es erst für mich nicht sehr gut aus aber ich hatte großes Glück im Unglück. Ich überlebte und auch wenn es für meine Nieren am Anfang schlecht aussah, von Transplantation .... die rede war erholten meine Nieren nach vielen Wochen wieder. Allerdings sagte man mir nach meiner letzten Dialyse das es mit dem "Schwangerwerden" wegen den Nierenhormone usw. schwer werden könnte. Also stellten mein Mann und ich uns (erstmal) auf ein leben ohne Kinder ein. Das war im Septemer 2005. Am 18. September in diesem Jahr unser Sohn Moritz 1. Jahr alt! :)
    Obwohl ich jetzt Moritz habe und soooo glücklich bin, vermisse ich Michel oft. Ich frage mich, wie er wäre... Am schlimmsten finde ich, das ich ihn nicht mehr sehen und fühlen konnte, ich hätte ihm so gerne gesagt wie sehr ich ihn schon geliebt habe.......
    Die meisten (eigentlich keiner) verstehen meine Trauer nicht. " Es ist doch schon zwei Jahre her und seit dankbar für Moritz!" Natürlich aber Moritz ist das eine und Michel das andere Kind...
    Geht es hier jemanden ähnlich?

  2. #2
    vivienne2004 ist offline addict

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    Standard Re: Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

    Hallo,
    Es tut mir sehr LEID das du so etwas schlimmes mit machen musstest!
    Ich kann das gut nachvollziehen,derSchmerz wird NIE vergehen,egal wie lange das schon her ist!
    Bei mir ist es auch schon fast drei Jahre her und an machen Tagen tut es noch genauso sehr weh wie damals!
    Mir hat mal jemand gesagt,wenn es nicht mehr weh tut,haben Wir es vergessen und das möchte ich nie meine Kleine vergessen!!
    Lieben Gruss Yvonne

  3. #3
    schutzengel1976 ist offline enthusiast

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    Standard Re: Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

    Hallo
    Es tut mir auch sehr sehr leid was du durchgemacht hast. ich kann es aber nachvollziehen. ich hatte 2003 eine Fehlgeburt in der 8.woche, dann kam 2005 unsere tochter auf die welt und letztes jahr hatte ich leider wieder eine fehlgeburt in der 14.woche. jetzt bin ich in der 17.woche und frage mich auch oft wie wären die zwei kinder gewesen. meine hebamme meinte vor kurzem zu mir, man kann es so sehen. die kinder die von einem zu früh gehen drehen eine ehrenrunde und kommen dann wieder zurück. seit ich das so denke, denke ich öfter meine stella hat einen besonderen schutzengel. es ist ihr geschwisterchen was bei ihr ist und über sie wacht. bei mir wären beide et am selben tag gewesen beide am 27.11. mein mann hat einen tag vorher geburtstag ich habe mich so gefreut und dann wurde es nichts. dieses kind kommt im februar auf die welt deshalb weiss ich auch das es gut gehen wird. schau deinen kleinen an, er hat immer einen beschützer an seiner seite. es tut mir wirklich sehr leid und ich hoffe das du viele menschen findest die dir da ein wenig helfen können.lasse deine trauer zu ich trauere auch noch um beide kinder. und ich möchte sie auch nie vergessen egal wie viel kinder ich haben werden. denn im herzen leben sie immer weiter egal wie man es anstellt und vergessen ist keine lösung. der meinung bin ich.
    ich drücke dir ganz fest die daumen das du glücklich sein kannst auch mit der traurigen erfahrung.
    liebe grüsse anja

  4. #4
    Avatar von JaniD
    JaniD ist offline Nordlicht in Bayern

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    Standard Re: Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

    wir alle vermissen unsere sternchen.
    an manchen tagen erschlägt uns die trauer und andere tage sind wieder besser.

    aber sie werden immer in unseren herzen sein.

    und ich denke, jeder, der das noch nicht erlebt hat (nicht das ich es jemanden wünschen würde) kann auch nicht verstehen, was da in einem so vorgeht.

    fühl dich gedrückt

    janett
    ***PAUSE MACH***

  5. #5
    Salbeigeist ist offline journey (wo)man

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    Standard Re: Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

    Hallo, das ist ja der Wahnsinn, was du durchmachen musstest. In welchem Krankenhaus warst du denn, dass man da "vergessen" hat, dir Antibiotikum zu geben? Ansonsten ist meine Geschichte recht ähnlich, ich mußte meinen Matthias in der 17. Woche hergeben (Vorgeschichte genauso wie bei dir). Auch im Krankenhaus lief es dann ziemlich gleich ab, v.a. die Geburt war der Horror. Allerdings waren die Hebammen und Ärzte sehr einfühlsam, und als unser totes Kind geboren war, haben sie es in Tücher gewickelt und meinen Mann und mich alleine gelassen, so dass wir uns in Ruhe von ihm verabschieden konnten. Ich glaube, für mich war das sehr wichtig. Außerdem hatte ich zu dem Zeitpunkt schon einen gesunden Sohn, der mir in dieser schweren Zeit schon sehr geholfen hat, weil man sich doch für sein Kind zusammenreißt. Ein Anderthalbjähriger kann halt nicht verstehen, warum Mama so traurig ist. Aber in ruhigen Momenten überkommt auch mich immer wieder diese Wahnsinnstrauer und wie meine Vorgängerinnen schon geschrieben haben, möchte ich es auch nicht anders, denn ich will mein Kind auch nicht vergessen. Die Kommentare der Umwelt allerdings, dass es ja bei mir nicht so schlimm sei, weil ich ja immerhin schon ein gesundes Kind habe und viele mehr als froh wären, wenn sie wenigstens das hätten, haben mich schon sehr verletzt. Was ist denn das für eine Einstellung? Jede Mutter trauert um ein totes Kind, egal ob sie eins hat oder zehn.
    Liebe Grüße
    Salbeigeist

  6. #6
    bollemaier ist offline Member

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    Standard Re: Michel "Fehlgeburt" in der 20 SSW

    Hallo,
    bei mir ist das mit der Anteilnahme in Sachen Trauer relativ ähnlich. Unser Sohn kam am 8. März in der 17. SSw zu Welt, weil mein Mumu sich zu früh geöffnet hat.
    Zum Zeitpunkt der Geburt war mein Mann nicht im Kreissaal, er musste zu den anderen Kindern nach Hause wg. Schule usw.Eine uns gut bekannte Hebamme und ein sehr einfühlsamer Arzt waren dabei. Ich habe den Kleinen angeschaut, wir haben sogar schon Ähnlichkeiten feststellen können... Es war hart, aber trotzden das Richtige zum verabschieden. Mein Mann ist dann später nochmal gucken gegangen, sie hatten den Kleinen im Kreissal behalten.
    Ein paar Tage danach bin ich dann wieder unter die Leute, also Kindergarten usw.Einige haben mich relativ direkt angesprochen und gefragt, andere können es wohl bis heute nicht. Schade finde ich, daß danach nie wieder davon gesprochen wurde, ich glaube,daß der Tod von Kindern wie ein Tabuthema in der Gesellschaft behandelt wird.
    Eine Freundin von mir meinte direkt nach dem KH Aufenthalt, ich solle mich jetzt bloß nicht hängen lassen, schließlich hätte ich noch die Verantwortung für die anderen Kinder und ich solle froh sein, daß mir nichts passiert sei. Sie hat ja vielleicht auf die ein oder andere Art Recht, aber besonders nett fand ich das in dem Moment nicht.
    Für die anderen war das Ganze damit auch abgehakt. Ich habe mich mit meiner Trauer völlig zurückgezogen und meistens hier beim Forumlesen die Tastatur nassgeweint, alleine versteht sich. Am 31.8. war die Gedenkfeier für die Sternenkinder in unserem Kreis. Wir sind nicht hingegangen, das ist mir zu öffentlich.
    Trotzdem habe ich (fast) niemandem davon erzählt, daß unser Kind jetzt dort bei all den anderen Seelchen liegt. Wir werden vielleicht eines Tages mal mit unseren Kindern dorthin gehen, ein paar Blümchen hinlegen und sagen : da ist euer Bruder.
    Ich für mich wehre mich auch innerlich gegen den Begriff Fehlgeburt, das Kind hat gelebt, es ist dann durch die frühe Geburt gestorben, sonst war doch alles da, Fingerchen, Füßchen und so.
    Ich denke, daß wir Betroffenen eigentlich mehr darüber sprechen müssten um es für die Umwelt zu einem " normalen" Thema zu machen, aber wer hört sich schon gerne Dinge über Krankheit und Tod an ?
    Zum Glück gibt es hier eine Stelle an der man sich wenigstens mit Menschen, die das Gleiche durchmachen mussten,ausstauschen kann.
    Alles Liebe für Dich !!
    Andrea

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