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Thema: schöne Geburt?

  1. #1
    Juni_mama2019 ist offline newbie
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    Standard schöne Geburt?

    Hallo ihr,

    wenn man ein bisschen im Internet sucht, kriegt man ja leicht das Gefühl eine Geburt wäre es Schreckliches und Unschaffbares.
    Meine eigene Geburt war leider auch nicht so wie ich sie mir gewünscht hätte.

    Deshalb mal an die unter euch, die eine schöne Geburt hatten. Was hat das Erlebnis für euch zu einem guten werden lassen?
    Welche Faktoren waren am wichtigsten? PDA, Wassergeburt, kaum Schmerzen, kurze Zeit, keine Verletzungen, gute Betreuung, was ganz anderes?

  2. #2
    Smartie88 ist offline Legende
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Hallo

    Es tut mir leid das deine Geburt nicht so verlaufen ist wir du es dir gewünscht hast.
    Ich habe zwei Kinder. Die Geburt meiner Tochter war super toll. Die Geburt meines Sohnes leider nicht (aber die ganze SS mit vorzeitigen wehen, Blutungen beim Blasensprung wodurch ich liegend e tbinden müsste mit wrhentropf und alles schnell gehen musste und ich nachher noch zur ausschabung musste und meinen kleinen Sohn erst viel später das erste Mal kuscheln durfte, da war einfach das Gefühl der Ohnmacht und auch die Angst zu sterben zu groß)

    Bei meiner Tochter war ich noch ewig daheim, insgesamt ging die Geburt schnell und die wehen waren lange gut veratbar (18:30 erste wehe, Baby gegen 2:00 da). Ich bin erst spät ins KH, wodurch dort keine Zeit mehr für irgendwelche Untersuchungen war weil ich mit Presswehen im KH war, es ging so schnell das kein Arzt dabei war. Die Hebamme hat mich unterstützt, ist auf meine Wünsche eingegangen. Ich habe keine Schmerzmittel gehabt, es war intensiv aber nicht so das ich das Gefühl hatte es nicht schaffen zu können. Mein Mann hat sein menschenbestes getan und einiges abbekommen an gemeckere. Ich hatte einen Dammriss, mit dem habe ich im Wochenbett zu kämpfen gehabt (stimmungstechnisch) aber trotzdem war die Geburt toll.

    Wenn deine Frage darauf abzielt "ich hatte keine tolle Geburt und weiß nicht ob ich mich das nochmal trauen soll" so kann ich dir nur sagen: jede Geburt kann anders sein! Wobei ich auch im Moment sagen muss das ich nicht weiß ob ich mich nochmal traue schwanger zu werden und zu entbinden nach der Geburt meines Sohnes.

    LG Smartie




    und zwei Sternchen 07/15 & 01/18 je 8 SSW

  3. #3
    Juni_mama2019 ist offline newbie
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Hallo Smartie,

    danke für deine Antwort.

    Ich bin mir ansich sehr sicher noch ein Kind zu wollen. Ich wäre das nächste Mal nur gerne besser vorbereitet und wollte deshalb mal hören was genau andere als gut empfunden haben. Ich weiß natürlich, dass das sehr subjetiv ist und jede Geburt anders ist, aber ich dachte ich bekomm vielleicht ein paar Ideen. Ich wünsche mir sehr, dass ich das nächste Mal natürlich gebären kann, diemal war es leider ein Kaiserschnitt.

  4. #4
    Smartie88 ist offline Legende
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Hallo

    Wie man bei mir sieht können zwei Geburten auch anders verlaufen und anders wahrgenommen werden.
    An sich war ich bei beiden Geburten ja auch gleich vorbereitet, also mein Wissen war das gleiche. Vielleicht hatte ich bei der zweiten körperlich weniger Kraft weil ich davor ja liegen müsste, wobei ich das jetzt nicht als Problem angesehen hab.

    Ich hab eben deinen Geburtsgewicht gelesen und du hast ja wirklich gekämpft. Am Ende wollte es dann leider nicht mehr sein.
    Hast du schon Mal mit jemanden drüber geredet (Hebamme, FA) oder vielleicht sogar in der Klinik ein Gespräch mit dem Geburtsteam gehabt? War jemand an deiner Seite der dich unterstützen konnte? Das war für mich wichtig, das mein Mann dabei war. Er sagt zwar das er beide Male sich so hilflos vor kam aber alleine das wissen daß das jemand wäre der für mich Partei ergreift war gut.
    Was hast du den zur Vorbereitung gemacht? Was um das ganze jetzt zu verarbeiten?

    Ich glaube manchmal können wir nichts dafür wie die Geburt verläuft. Du hättest jemand gebraucht der dir Sicherheit gegeben hätte. Den hattest du nicht. Und vielleicht war da "noch mehr" was einfach die Geburt so nicht einfach gemacht hat und am Ende die natürliche Geburt im Weg gestanden hat. So wie ich aus undefinierbare Gründen die Blutung hatte und es halt dann so laufen musste wie es musste... teöstlich ist der Gedanke so wirklich nicht, auch nicht schön. Aber irgendwie ist es halt so und man muss versuchen seinen"frieden"(blödes wort) damit zu finden.

    Der stärkste unterschied zwischen den beiden Geburten würde ich mit "Stärke" beschreiben. Bei der letzten Geburt kam ich mir am Ende schwach vor obwohl mein Sohn da war und ich starke schmerzen "ausgehalten" hab und zudem die Angst. Aber die Geburt macht mich nicht glücklich. Die meiner Tochter war toll, da ich am Ende wusste wozu ich in der Lage bin.

    LG Smartie




    und zwei Sternchen 07/15 & 01/18 je 8 SSW

  5. #5
    Gast

    Standard Re: schöne Geburt?

    Zitat Zitat von Juni_mama2019 Beitrag anzeigen
    Hallo ihr,

    wenn man ein bisschen im Internet sucht, kriegt man ja leicht das Gefühl eine Geburt wäre es Schreckliches und Unschaffbares.
    Meine eigene Geburt war leider auch nicht so wie ich sie mir gewünscht hätte.

    Deshalb mal an die unter euch, die eine schöne Geburt hatten. Was hat das Erlebnis für euch zu einem guten werden lassen?
    Welche Faktoren waren am wichtigsten? PDA, Wassergeburt, kaum Schmerzen, kurze Zeit, keine Verletzungen, gute Betreuung, was ganz anderes?
    Meine schönste Geburt war die zweite Geburt.

    Bei der ersten war ich im Geburtshaus und völlig überfordert mit der Intensität der Schmerzen, ich hatte extreme Ängste (die erst besser wurden, als die unerfahrene Hebamme eine erfahrene Kollegin dazuholte) und wollte partout am Ende nur noch auf dem Rücken liegen, so dass die Geburt noch weniger vorwärts ging. Letztendlich habe ich alles richtig gemacht, mein Sohn hatte die Nabelschnur 2x um den Hals und einmal um den Arm und musste unter den Presswehen vom Arzt zurückgeschoben und entwurstelt werden. Die Hebamme sagte mir später, wäre ich in die von ihr gewünschte aufrechte Position gewechselt, hätte er sich erhängt.
    Einerseits hat mich diese Erfahrung gestärkt und ich wusste ich kann mir und meinen Instinkten vertrauen, andererseits war ich nach der Geburt beinahe traumatisiert - und das, obwohl letztendlich alles gut ausging.

    Ich hatte dann richtige Panik vor der zweiten Geburt und habe versucht mich mehr schlecht als recht damit zu beruhigen, dass es wahrscheinlich nicht schlimmer kommen würde und ich die erste Geburt auch geschafft hatte. Letztendlich waren meine Sorgen völlig unbegründet. Ich hatte in der 37. Woche einen vorzeitigen Blasensprung und ich war innerlich sofort ganz ruhig und bei mir. Die Wehen setzten 5 Stunden später zu Hause ein und haben lange nicht so geschmerzt, wie beim 1.Mal. Anderthalbstunden später war unser zweiter Sohn da (das Aufnahmegespräch mussten wir abbrechen) und ich war ihm noch ewig dankbar für diese Aussöhnung mit der ersten Geburt. Diesmal hatte ich die Geburt im Griff und nicht die Geburt mich.

    Kind 3 war wieder heftiger, da sie BEL lag und ich daher etwas ängstlich war und einen Wehentropf hatte, der die Wehen wieder sehr schmerzhaft machte. Außerdem hatte ich wieder einen Blasensprung und musste lange liegen und durfte auch im Kreißsaal nur auf dem Stuhl sein. Aber dennoch kürzer und dadurch besser, als bei K1.

    K4 kam 2 Stunden nachdem wir im KH waren und die Geburt war an sich ok (außer dass wir wegen Überbelegung in einem winzigen Räumchen waren) - aber ich hatte die Kleine nicht geplant und wollte eigentlich definitiv keine Geburt mehr und nicht noch einmal solche Schmerzen aushalten. Außerdem dachte ich am Schluss alles wäre gerissen, da sie groß und über 4kg war und gefühlt ewig im Ausgang steckte, bis der Kopf endlich geboren war. Trotzdem war sie 2 Stunden nachdem wir im KH waren da.

    Ach so, PDA hatte ich keine - beim ersten Kind war ich im Geburtshaus, beim zweiten ging es zu schnell, bei der Dritten durfte ich nicht wegen der BEL und bei der vierten war wieder keine Zeit. Ich weiß also nicht, wie es mit gewesen wäre - aber ich glaube ich habe sehr viel Energie in den Presswehen durch den Schmerz bekommen, die ich für die letzten Meter brauchte. Außerdem wollte ich immer ambulant entbinden.
    Am wohlsten habe ich mich bei der zweiten Hebamme von Sohn1 gefühlt, aber im Nachhinein hätte ich von Anfang an sagen sollen, dass mich die Unsicherheit der unerfahrenen Hebamme (das war Ihre erste Alleingeburt und ich habe zugestimmt, weil ich mich nicht getraut habe ihr zu sagen, dass ich sie nicht will) noch mehr verunsichert.

  6. #6
    Juni_mama2019 ist offline newbie
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Hi Smartie,

    ja ich habe sehr gekämpft. Und leider fehlt mir das Erfolgserlebnis, obwohl mir alle sagen, dass ich alles gegeben habe und der Kleine schließlich gesund und munter ist. Dafür bin ich auch sehr dankbar und glücklich, aber es macht das Geburtserlebnis nicht anders.

    Ich war zum Nachgespräch mit Hebamme und Arzt und konnte so wenigstens meine Fragen klären. Es gab etwa 500 Dinge, die ich überhaupt nicht verstanden hatte. Mein Partner war dabei und das war auch gut, aber mir hat eine Hebamme gefehlt, der ich vertrauen und auf die ich mich verlassen kann. Das nächste Mal will ich definitiv eine, die ich vorher kenne und mag.

    Ich bin zu den Vorbereitungskursen gegangen, die sie hier angeboten haben, aber die waren recht armselig. Ich möchte auf jeden Fall mehr über Atem- und Entspannugstechniken lernen.

    Ich hab auch mit einer Psychologin gesprochen und alles aufgeschrieben was ich aus der ersten Geburt gelernt habe. Das hat mir geholfen und ich hab einen Plan fürs nächste Mal.

    So ganz verarbeitet hab ich es wohl noch nicht, aber ich versuche mich auf meinen kleinen Schatz zu konzentrieren.

    Und ich hoffe, dass ich nochmal schwanger werde und die nächste Geburt besser wird. Challenge acepted
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  7. #7
    Smartie88 ist offline Legende
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Deine Geburt ist jetzt ja auch noch nicht so lange her... Positiv in die Zukunft schauen ist schon Mal eine gute Sache und du hast ja wirklich viel gemacht um das ganze zu verarbeiten!

    Deinen Wunsch nach einem positiven Geburtserlebnis kann ich sehr gut verstehen. Und ich wünsche dir das du das auch erleben darfst!
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    und zwei Sternchen 07/15 & 01/18 je 8 SSW

  8. #8
    BaHa ist offline Stranger
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Hallo Juni Mama
    Ich finde es eine sehr spannende Frage. Nach der Geburt meiner Tochter hat mich das Thema sehr beschäftigt, weil ich einige Frauen in meinem Umfeld habe die, im Gegensatz zu mir, die Geburten ihrer Kinder als traumatisch erlebt haben.
    Ich hatte einen vorzeitigen Blasensprung aber keine Wehen. Das war vormittags. Die Nacht habe ich daheim verbracht und die erste spürbare Wehe hatte ich um 05.30 am Morgen. Wir haben dann noch etwas abgewartet und sind um halb 10 beim Krankenhaus angekommen. Da war ich schon auf 10 cm offen und 40 Minuten später war auch schon alles vorbei.
    Da sich meine Plazenta nicht gelöst hat habe ich viel Blut verloren und musste danach direkt in den OP. Dort wurde mein Lapienriss gleich mit genäht.
    Rückblickend war es für mich eine grosse Erleichterung das mein Mann und meine Hebamme bei mir waren. Ich wusste das mein Kind in guten Hände war und versorgt wurde. Meine Hebamme habe ich vorher schon vier Mal getroffen, auch das war mir wichtig. Ich habe ihr vertraut. Das gab mir sehr viel Sicherheit.
    Das schlimmste war mein Kind erst später sehen zu können, ich habe mir vorher immer den ersten Moment nach der Geburt vorgestellt wenn man sein Baby im Arm halten darf. Das war uns leider nicht möglich.
    Eine PDA hatte ich nicht, es war aber auch so ertragbar. Ich habe die Presswehen nicht als schmerzhaft empfunden sondern eher als anstrengend.

    Zusammenfassend kann ich sagen das es für mich wichtig war die Menschen welche mich in einem so intimen Moment begleiten zu kennen und ihnen zu vertrauen. Ich habe keinen Vorbereitungskurs gemacht weil ich davon ausgegangen bin mich in dem Moment eh nicht darauf besinnen zu können.
    Bei einem zweiten Kind würde ich mich wieder an eine Beleghebamme wenden die ich vorher kennen lernen kann und von der ich weiss das wir uns gut verstehen.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen eine wundervolle nächste Geburt die dich etwas entschädigt.
    Liebe Grüsse BaHa

  9. #9
    Sonnenschein271 ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: schöne Geburt?

    Hallo JuniMama,

    ich finde es sehr schön, auch mal positive Berichte zu lesen. Hier mal kurz meine Geschichte:

    Ich persönlich empfand die Geburt als sehr schön. Angefangen hat es Montag Nacht / Dienstag früh. Wehen kamen alle 5 Minuten und wir sind in Krankenhaus gefahren. Mir war nicht bewusst, dass es "nur" Rückenwehen waren (woher soll man das beim ersten Kind auch wissen?). Zum Glück war nicht viel los im KH, also wurde ich erstmal stationär aufgenommen, CTG gemacht, Muttermund kontrolliert (Wehen waren da, Muttermund war aber erst bei 1cm). Ich wurde gefragt, ob ich ein krampflösendes Mittel haben möchte, aber ich wollte es erstmal ohne probieren. Also hieß es warten, warten, warten und laufen, laufen, laufen. Den ganzen Tag hab ich nichts anderes gemacht. Aber es hat sich nichts getan. Wehen blieben bei allen 5 Minuten und Muttermund ging nicht weiter auf. Das hat mich persönlich irgendwann nur noch genervt. Ich hatte ja den ganzen Tag immer wieder Essen vom Krankenhaus, mein Mann aber nicht.

    Das war dann irgendwann auch ein Problem, da er schwer an Hangry leidet- Naja zumindest meinte ich dann irgendwann gegen 21 / 22 Uhr, es reicht. Er braucht schlaf, ich brauch schlaf. Ich will jetzt das krampflösende Mittel haben und er soll nach Hause fahren. Eigentlich wollte ich das Krampflösende Mittel nur haben, weil mein ganzes Rücken blockiert war. Ich konnte den Zeitraum Wehe / Nicht-Wehe einfach nicht mehr auseinander halten und habe gehofft, dass ich dadurch wenigsten schlafen kann. Wir waren noch nicht am ET und Blase war auch noch nicht gesprungen, also hab ich mir da keinen Stress gemacht. Gesagt, getan - Mann war irgendwann gegen Mitternacht dann endlich zu Hause und ich in meinem Bett und habe geschlafen.

    Tja was soll ich sagen, ich bin 2 Stunden später mit einem unglaublichen Druck aufgewacht und mit Schmerzen und wollte eigentlich nur noch Schmerzmittel haben und hab nach der diensthabenden Hebamme gerufen. Die Schwester meinte zwar nur zu mir: "Jetzt schon?" (fand ich blöd) und ich meinte nur: "JA." Muttermundkontrolle zeigte 7cm und die Hebamme meinte, packen sie mal alles zusammen, was sie brauchen und rufen Ihren Mann an, der kann gleich in den Kreißsaal kommen. Der hat sich vielleicht "gefreut", naja irgendwie schon. War ja eine tolle Nachricht, aber der hatte halt auch nur 2 Stunden schlaf. Gegen 3 war er dann da. Ich hatte zu der Zeit schon meinen Einlauf gemacht (kann ich nur empfehlen, dann weiß man, das da nichts rauskommen kann) und eine Kanüle für das Schmerzmittel gelegt bekommen.

    Ich hab gar nicht so richtig darüber nachgedacht, ob ich stehen, hocken , baden oder liegen wollte. Schlussendlich bin ich einfach vom Kanülelegen nicht mehr aufgestanden vom Bett, hab da aber mehr gesessen. Lag/Saß zu erst seitlich und hab meinen Instinkten freien lauf gelassen. Ich muss aber auch sagen, dass ich mir dachte, wenn ich was falsch mache, wird mir das schon einer sagen. Also hab ich immer mit gedrückt, also nicht gepresst, aber ich hab schon gemerkt, wie der kleine Mann immer tiefer gerutscht ist und hab ihm mit drücken dabei geholfen. Schmerzmittel hab ich gar keine mehr bekommen, denn dabei ist dann auch irgendwann die Blase gesprungen und dann hieß es pressen. DA war dann einfach keine Zeit mehr für Schmerzmittel und ich habe sie auch nicht mehr gebraucht. Das einzige was ich da nur noch dachte war das was meine Hebamme im Vorbereitungskurs gesagt hat: Versucht in den Schmerz zu pressen, sonst dauert es nur noch länger. Auch das hab ich gemacht. Die Hebamme meinte noch zu mir jetzt bitte pro Wehe 2x Pressen, besser wären 3x. Auch das habe ich dann immer gemacht, also 3x pro Wehe gepresst.

    Die Ärztin kam hinzu und meinte: "Jetzt schreien sie mal ihre ganz Wut heraus." Daraufhin die Hebamme: "Sehen Sie nicht, dass die Frau keine Wut hat. Die macht das doch prima so." Auch das hat mich ungemein ermutigt weiter auf meine Instinkte zu hören. Der schlimmste Moment war für mich, als die Ärztin meinte, jetzt betäube ich Sie da unten damit ich bei der nächsten Wehe schneiden kann. Diese riesige Spritze (in dem Moment kam es mir zumindest so vor) fand ich furchtbar und ich hab wirklich gefragt, ob das jetzt sein muss. Ich fand den Zeitraum zwischen den Wehen so entspannend und ich hab ihn zu Erholung gebraucht, um weiter machen zu können, dass wollte ich mir durch dieses Ding nicht versauen. Naja die Ärztin war da unnachgiebig und hat sie mir gesetzt. War zum Glück nicht so schlimm wie erwartet. 2 Wehen später kam der kleine Kerl dann auf die Welt. Da war es 4 Uhr morgens. Die Presswehen haben lt. Hebamme nur 10 Minuten gedauert und waren vielleicht so 5 oder so an der Zahl.

    Der Papa hat die Nabelschnur durchgeschnitten, ich hab zum ersten Mal mit dem kleinen Mann gekuschelt, die Plazenta kam ohne Probleme raus und dann wurde er von Papa und der Hebamme erstmal sauber gemacht und gewickelt. In der Zeit wurde ich dann genäht. Bin trotz Schnitt gerissen und hatte insgesamt 3 sehr kleine Nähte. Durch die Betäubung hab ich das aber nicht gespürt. Hatte also doch sein Gutes. Ich durfte dann auch sofort Duschen gehen und meine eigenen Sachen wieder anziehen und das war ein wunderbares Gefühl.

    Um kurz nach 5 ist Papa dann nach Hause gefahren und ich hatte den kleinen das erste Mal angelegt. Die Hebamme hat noch alles fertig gemacht. Um kurz vor 6 sind wir dann hoch auf Station gebracht worden.

    Für mein Empfinden, war das eine fast perfekte Geburt. Klar die 24h 5-Minuten-Wehen, auf die hätte ich verzichten können. Aber im Großen und Ganzen hatte ich wirklich Glück mit allem. Zum einen war meine Hebamme einfach toll, verständig und vor allem die ganze Zeit während der heißen Phase da, da ihre Schicht pünktlich um 6 Uhr endete. Ich hatte also da keinen Wechsel. Dann hat mein Körper mit gespielt und mir auch gezeigt, was ich zu tun habe, auch das ist ja nicht selbstverständlich. Und auch die Nachsorge mit Nachgeburt und der gleichen verlief auch ohne Komplikationen.

    Ich stimme mit Baha überein, dass man den Menschen, die dabei sind (egal ob Geburtsbegleitung oder Hebamme oder auch Arzt) vertrauen können muss. Angst und Unsicherheit sind glaub ich, schlimme Begleiter, die es einem schwerer machen können. Und man sollte sich kennen. Ich bin nun mal der Typ, der gerne pragmatische Ansagen bekommt. Die Hebamme sagt, press in den Schmerz, damit er schnell vorbei geht, also mach ich das. Oder auch das mit dem 3x statt 2x pressen. Ich zieh dass dann durch. So bin ich als Mensch aber auch. Wenn ich was so anfange, dann zieh ich durch und bin eher genervt, wenn man mich dann unterbricht (siehe Spritze). Mein Mann hat auch die ganze Zeit nichts gesagt, weil er genau wusste, dass mich das nur nerven und aus dem Konzept bringen würde. So ist aber nicht jeder und deswegen sollte man einfach wissen, was man selber braucht und zumindest mit seiner Geburtsbegleitung ganz klar vorher klären, was man will. Bei mir war es halt, so blöd wie es klingt: Mund halten und einfach machen, was ich dir sage. Du kannst mir in dem Moment so am besten helfen. Meine Nachsorgehebamme hatte auch eine Stunde Geburtsvorbereitung für die Väter gemacht und da ganz klar gesagt: Ihr seid nur die 3 wichtigste Person in dem Raum, zuerst kommen Mutter und Kind. Wenn es einen Notfall geben wird, werden weder Ärzte noch Hebammen euch lange erklären, was jetzt gemacht wird. Fragen müssen dann warten und im Zweifel werden die Väter halt alleine im Kreißsaal zurück gelassen. Ich glaube auch das war gut für uns. Wir hatten keine unrealistischen Vorstellungen und jeder kannte seine Rolle.

    Ich hoffe inständig, das meine nächste Geburt auch so erfolgreich wird. Und dir Liebe JuniMama wünsche ich auch vom Herzen eine wundervolle nächste Geburt und hoffe ich konnte dir etwas helfen.

    Liebe Grüße Sonnenschein

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