Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 55
Like Tree10gefällt dies

Thema: Unsere Stillerfahrungen

  1. #1
    Avatar von ricca
    ricca ist offline Sonnenscheinmama
    Registriert seit
    31.03.2009
    Beiträge
    5.211

    Standard Unsere Stillerfahrungen

    So, hier jetzt also der Thread für unsere persönlichen Stillgeschichten.

    Schreibt bitte oben in die Titelzeile einige Schlagworte, damit Suchenden die Suche leichter fällt.

    Nun denn...ich bin gespannt auf Eure ganz persönlichen Geschichten!

    (Und ich fange jetzt auch mal an, in meinen Aufzeichnungen zu kramen...wenn's einer vor mir schafft, hier reinzuschreiben, dann nur zu! :))
    Geändert von ricca (27.09.2011 um 13:40 Uhr)

    lG ricca

    binolos, aber im Club der 76er-Zwilli-Mamas

    http://lb5f.lilypie.com/gVKmp2.png

    http://lmtf.lilypie.com/FWrbp1.png
    am 31.10.2013 <3

  2. #2
    DANI08 ist offline Legende
    Registriert seit
    05.08.2005
    Beiträge
    11.012

    Standard nach 2 Flaschenkindern nun doch Stillmama

    Bisher nur still mitgelesen möchte ich jetzt auch mal meine etwas ungewöhnliche Stillbiographie niederschreiben und damit Mut machen, zum Umdenken anregen oder einfach nur meine Erfahrung weitergeben

    2005 erwartete ich meinen ersten Sohn, in der SS schon war meine Meinung zum Stillen sehr ambivalent, als Krankenschwester wusste ich natürlich, dass MuMI das beste für mein Bay ist, andererseits kannte ich auch von meiner Ausbildung die ganzen negativen Seiten der ersten Stillwochen:-wunde Brustwarzen, Dauerstillen, Milchstau, Mastitits,etc.
    ausserdem war irgendwie das Gefühl da-nee, das ist nix für mich, ich hielt mir aber die option bis zum Schluß offen

    in einer tropischen Nacht im JUli 2005 wurde unser Sohn in einer Sturzgeburt geboren und kam leider direkt auf die Intensivstaion wegen starken Herzrhytmusstörungen- wir waren so geschockt und fertig und es stand plötzlich die Entscheidung fest-nein ich kann jetzt nicht stillen, ich brauche alle Kraft für meine geburtsverletzungen und mein Baby

    somit wurde mein erster Sohn ein Flaschenkind-aus Überzeugung, ich war mit dieser Entscheidung sofort sehr glücklich, es machte vieles erstmal einfacher

    unser Sohn ist nach 3 Wochen gesund entlassen worden, und ist es bis heute geblieben, by the way, er ist sehr robust und hat keine Allergien*g*
    2008 erwarteten wir unser 2. KInd und schon in der SS war für mich klar-nein ich stille nicht, ich war bei Nr.1 so zufrieden mit der Flasche, ich will schnell wieder arbeiten,etc.

    nach einem dreitägigen Enileitungsmarathon kam unsere Tochter spontan zur Welt und ich bekam noch im Kreissaal die Abstilltabletten- sie bekam die Flasche, war damit sehr zufrieden, wie wir auch-sie ist ebenfalls bis heute sehr robust und ohne Allergien*g* und ich bereute keine Minute, nicht gestillt zu haben


    2011 wollten wir die Kinderplanung mit einer Nr.3 abschließen und schon früh in der SS schlich sich plötzlich das Gefühl ein: vielleicht solltest du es diesmal mit dem Stillen probieren, das wird deine letzte Chance

    ich machte mir keinen Druck und keinen Streß, und um die 30.SSW wusste ich bzw. mein Bauch plötzlich: ja, ich werde dieses Kind versuchen zu stillen

    im JUni 2011 kam nach einer TRaumgeburt unser Sohn zur Welt und trotz 3 Kindern sagte ich das erste Mal: ja, hilf mir beim Anlegen, zu meiner Hebamme

    er hatte schon im Kreissaal einen sehr gesunden Appetit und ich legte ihn mehrmals an, es tat etwas weh und ich war erschrocken über den kräftigen Sog, genoß jedoch auch das neue Gefühl, welches ich nocht nicht kannte

    die nächsten 2 TAge verbrachte ich damit,meinen Sohn kennenzulernen und das Stillen zu üben, trotz 3 Kids fühlte ich mich sowas von unwissend.... meine Brustwarzen taten weh, dauernd flutschte die Warze wieder raus , er konnte teils nicht richtig andocken, geduldig halfen mir die Hebammen beim Anlegen, ich hatte es mir einfacher vorgestellt, wollte aber nicht aufgeben

    am 3. Tag ging ich nach HAuse, nachts kam der MIlcheinschuß, der aber erträglich war, jedoch waren die Brüste so voll, dass ich die nächsten TAge mit Hütchen stillte, da er sonst die Warze nicht fassen konnte, geduldig versuchte ich trotzdem jeden TAg, ihn so an die Brust zu bekommen ohne Hütchen, das klappte dann ab seinem 10.Lebenstag, gleichzeitig bekam ich meinen ersten und bisher einzigen Milchstau,
    autsch, tat das weh, ich kühlte mit Quark und Kohl und versuchte mich trotz 3 Kids irgendwie auszuruhen und weinte auch ein paar Tränen, ich dachte, oh gott, wenn das jetzt dauernd passiert, stille ich ab, nach 2 TAgen war der Spuk vorbei und ist bisher nicht wiedergekommen

    seitdem begann das Stillen Spass zu machen, wir waren aufeinander eingespielt, ich lernte, wie man im LIegen stillt und seitdem waren auch die Nächte sehr entspannt,

    Janis ist jetzt 12 Wochen, wird vollgestillt, alle 2-4Std. und ich muss sagen: ich bereue keine Sekunde,mich für das Stillen entschieden zu haben, auch wenn die ersten beiden aus Überzeugung Flaschenkinder waren und ich es auch nicht bereu, sie nicht gestillt zu haben

    damals war ich mental und körtperlich nicht bereit/frei dafür, umso mehr genieße ich es jetzt
    die Freiheit, die Einfachheit, gerade mit mehrern KIndern, die Innigkeit, die HArmonie, diese tollen Stillmomente

    ja, ich hätte es nie gedacht, ich bin eine absolut überzeugte Stillmama geworden und werde Minimum 6 Monate voll stillen und so fixiert, wie meiner auf die Brust ist, wird es wahrscheinlich noch länger*g*

    Das ist meine Gschichte, ich hoffe, sie hilft Euch/hat euch gefallen
    Geändert von DANI08 (27.09.2011 um 21:02 Uhr)
    "Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus!"

    aller guten Dinge sind drei(05/08/11)

  3. #3
    Avatar von ricca
    ricca ist offline Sonnenscheinmama
    Registriert seit
    31.03.2009
    Beiträge
    5.211

    Standard Zwillinge - Zwiemilch - LZS

    So, hier mein Bericht. Bitte erschreckt nicht, er ist lang, zum Teil ungeordnet und sehr persönlich gefärbt. Vieles würde ich heute, mit dem was ich jetzt weiß, anders machen.


    Als unsere Zwillinge 35+0 per Kaiserschnitt ans Licht der Welt befördert werden, bin ich erst mal glücklich. Ich bin froh, dass sie endlich da sind, habe ich doch die vergangenen sechs Wochen nach Trichterbildung in der 29. SSW liegend unter Wehenhemmer im KH verbracht. Ich bin wild entschlossen, meine Kinder zu stillen und habe im Vorfeld schonmal "Das Handbuch für die stillende Mutter" durchgeackert. Ich bin überzeugt, dass es funktionieren wird.

    Nach dem KS wird unser Sohnemann mit niedrigem BZ und Atemproblemen auf die Neugeborenenintensivstation verlegt, ich hatte ihn nur ganz kurz auf der Brust liegen. Mit meiner Tochter darf ich erst mal zwei Stunden im Kreissaal kuscheln. Leider ist die PDA in meinen linken Arm hochgestiegen und ich habe riesige Probleme, mein kleines Mädchen zu halten. Ich möchte sie so gerne gleich anlegen, sie scheint wach zu sein. Aber keiner hilft mir beim Anlegen, ich muss mehrfach darauf hinweisen, dass ich sie jetzt anlegen will!
    Endlich hat die Hebamme, die auch Stillberaterin ist, Zeit und hilft beim Anlegen. Ich weiß übrigens nicht mehr, wann ich meinen Sohn das erste Mal angelegt habe! Ich weiß nur noch, dass er beim ersten Anlegen mit Kontrollwiegen genau 2 Gramm getrunken hat. Da war er aber schon einige Tage alt und sollte (laut Personal) pro Mahlzeit 35 Gramm schaffen. Ich bekomme einen Zeitplan: der junge Herr bekommt alle drei Stunden Hunger, sagen die Schwestern.

    In den folgenden Tagen stellt sich heraus: Meine Warzen sind sehr flach und die Kinder haben Mühe, die Warzen zu fassen. Daher bekomme ich Brustwarzenformer. Eine Schwester auf der Intensiv drückt mir Stillhütchen in die Hand.
    Die Kinder bekommen nichts/wenig aus der Brust raus. Ich habe angeblich zu wenig Milch und soll die Menge mit Pumpen alle drei Stunden steigern. Die Kinder bekommen Glucose, unser Sohn per Infusion, wenn ich mich richtig erinnere. Der Sohn will nicht trinken und bekommt eine Magensonde.
    Ich pumpe wie ein Weltmeister und teile das, was kommt, auf die Kinder auf. Den Milcheinschuss merke ich fast nicht, nichts spannt, nichts drückt, aber es ist jetzt mehr Milch da. Trotzdem reicht es nicht, nur Pumpen stimuliert meine Milchbildung nicht genug. Aber unter diesen Umständen kann ich nicht häufiger stillen.
    Weil ich es manchmal nicht rechtzeitig zu unserem Sohn schaffe, weil ich ja noch meine Tochter auf dem Zimmer habe, fragen mich die Schwestern, ob der Junge einen Schnuller haben darf, er würde die anderen Babys auf der Station stören. Und ich sage ja...und der liebe Junge akzeptiert ihn nicht! Was für ein Glück...
    Wir landen bei der Zwiemilchernährung.

    Nach 12 Tagen werden wir entlassen. Mein Mann kauft die erste Packung Pre und wir leihen uns eine Milchpumpe. Ich will dieses Pre-Zeug nicht, aber manchmal - abends nach zweistündigem Stillmarathon und nachts nach stündlichem Aufstehen - bin ich so am Ende, dass wir dann doch wieder nach dem Stillen eine Portion geben. Stillen bedeutet in dieser Zeit: anlegen - Fläschchen mit Mumi aufwärmen - Fläschchen mit Mumi füttern - bei Bedarf Pre nachschieben - Pumpe anwerfen.
    Rückblickend frage ich mich wirklich, wie ich das geschafft habe.

    Nach vier Wochen der große Augenblick: unsere Tochter trinkt nun keine Mumi-Fläschchen mehr, nur noch aus der Brust. In besonderen Stress-Situationen bekommt sie noch einen "Nachschlag" mit Pre, das wird bei ihr aber schon deutlich seltener. Sie ist ein zufriedener Säugling, schläft viel und trinkt regelmäßig ca. alle 2,5 Stunden. Unser Sohn dagegen ist anders, er braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit, weint viel und hat ein sehr großes Saugbedürfnis, was mein Mann als Hunger interpretiert. Ich habe immer noch kein Vertrauen, dass er genug Milch aus meiner Brust bekommt, also pumpe ich noch immer für ihn. Erst der Kinderarzt kann mich beruhigen. Als ich den Kleinen während der U3 stillen muss, weil er sich so aufregt, stellt der Kinderarzt fest, dass mein Sohn eine ordentliche Portion getrunken haben muss. Die Milchpumpe fängt an, staubig zu werden. Es gibt aber immer noch Fläschchen mit Pre, weiterhin in besonderen Stress-Situationen, wenn ich einfach nicht mehr kann bzw. mein Mann mich dazu überredet, Pre zu geben, "die Kinder haben doch Hunger, siehst Du das nicht?".

    Nach vier Monaten endet die Elternzeit meines Mannes, er ist nun wieder viel unterwegs. Ich versuche immer mehr, ohne Pre auszukommen und sitze manchmal von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr dauerstillend auf dem Sofa. Sonst würde der Kleine schreien und ich müsste ihn tragen tragen tragen und da ist stillend sitzen die angenehmere Alternative. Während einer Duo-Brüllattacke packt es mich nochmal und ich fülle beide in meiner Verzweiflung mit Pre ab. Ein riesiger Schwall davon kommt mir danach wieder entgegen... Das war die letzte Flasche, die ich gegeben habe.

    Ich beginne den Rückbildungskurs bei einer sehr fähigen Hebamme, die mich toll unterstützt und mich immer wieder ermutigt. Sie tut nicht viel, aber das, was sie tut, tut unendlich gut. Sie nimmt mich ernst und hat stärkt mein eigenes Zutrauen in meine Fähigkeiten und das ist das Wichtigste.

    Unsere Stillbeziehung spielt sich mehr und mehr ein und ich fange endlich an, das Stillen zu genießen. Ich beschließe, sechs Monate voll zu stillen und dann noch weiter bis zum ersten Geburtstag.

    Der erste Geburtstag rückt näher. Wir haben noch ein paar Schwierigkeiten gehabt, nächtliches Dauerstillen und wunde Brustwarzen wegen der ersten Zähne. Aber nach wie vor ist das Stillen schön und wir genießen es. Ich stelle fest, dass ich noch nicht aufhören will. Also stillen wir weiter.

    Ich entdecke das Stillforum...und fange an zu überlegen, wie es wäre, wenn die Kinder selbst entscheiden dürften, wann sie das Stillen nicht mehr brauchen.

    Also stillen wir weiter. Aktuell sind unsere Süßen 25 Monate alt und stillen morgens zum Aufwachen, mittags zum Mittagsschlaf und wir praktizieren Einschlafstillen.

    Wenn einer von beiden (es ist meist der Junge) nachts unser Bett besteigt, genehmigt er sich meist auch einen Schluck vor dem Einschlafen. Vergangene Nacht wachten beide auf und sind das erste Mal nur in meinen Arm gekuschelt eingeschlafen. Das hatten wir noch nie...sie werden groß, mein Mäuslein und der Mäuserich.

    Aber so wie es momentan aussieht, werden wir trotzdem noch eine Weile weiterstillen. Der Junge ist gerade aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und verlangt nach "mimi"...

    lG ricca

    binolos, aber im Club der 76er-Zwilli-Mamas

    http://lb5f.lilypie.com/gVKmp2.png

    http://lmtf.lilypie.com/FWrbp1.png
    am 31.10.2013 <3

  4. #4
    Avatar von btkascha
    btkascha ist offline Söhnchenmama :-)
    Registriert seit
    30.08.2010
    Beiträge
    1.590

    Standard Re: Unsere Stillerfahrungen

    Anpinnen? Sonst geht der Thread total unter, aber ich find das echt eine gute Idee..... Und ich denke, die Leute schreiben nur mit, wenn der Thread auch präsent ist!

    Was meint ihr?

    (Ich schreibe meine Stillgeschichte auch mal auf, wenn ich etwas mehr Zeit hab!)

  5. #5
    DANI08 ist offline Legende
    Registriert seit
    05.08.2005
    Beiträge
    11.012

    Standard Re: Unsere Stillerfahrungen

    ja, fänd ich auch gut
    "Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus!"

    aller guten Dinge sind drei(05/08/11)

  6. #6
    Avatar von ricca
    ricca ist offline Sonnenscheinmama
    Registriert seit
    31.03.2009
    Beiträge
    5.211

    Standard Re: Unsere Stillerfahrungen

    Ich kann bloß leider nicht anpinnen.
    Wer kann das?

    lG ricca

    binolos, aber im Club der 76er-Zwilli-Mamas

    http://lb5f.lilypie.com/gVKmp2.png

    http://lmtf.lilypie.com/FWrbp1.png
    am 31.10.2013 <3

  7. #7
    Avatar von btkascha
    btkascha ist offline Söhnchenmama :-)
    Registriert seit
    30.08.2010
    Beiträge
    1.590

    Standard Re: Unsere Stillerfahrungen

    Zitat Zitat von ricca Beitrag anzeigen
    Ich kann bloß leider nicht anpinnen.
    Wer kann das?
    Doch, kannst du

    Ab- und Anpinn-Forum - Eltern.de Forum

    :)

    Ich überlasse diese Aufgabe also mal dir!

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Unsere Stillerfahrungen - Langzeitstillen

    Zitat Zitat von ricca Beitrag anzeigen
    So, hier jetzt also der Thread für unsere persönlichen Stillgeschichten.
    Dass ich stillen würde, stand für mich schon am Anfang der Schwangerschaft fest.
    Aber da dachte ich eher so an 3 Monate

    Diese gingen schnell ohne nennenswerte Probleme rum. Also weiter gemacht.
    Mit 6 Monaten einer dieser "schlauen" Ratgeber gelesen und...frau will ja gute Mutter sein...Fläschchen und Co. besorgt.

    Tochter schaute mich damals an, als wolle ich sie vergiften, nachdem sie das Fläschchen gesehen hatte.
    Kurzer erfolgloser (zum Glück) Versuch damit...Zeug entsorgt und weiter gestillt.
    Dann folgte der Versuch mit der Beikost...wieder dieser *waswillstdumirdareinschmuggel*-Blick. Okay...musst nicht, wenn du nicht willst.
    Gespräch mit einer früheren Nachbarin "am besten stillen bis sie 1 Jahr alt ist...erspart die Flaschenmilch".
    Gut...1 Jahr als Deadline gesetzt.
    In der Zwischenzeit kam mit fast 9 Monaten winzige Mengen an Beikost hinzu.
    Einmal in der ganzen Zeit hatte ich einen Milchstau. Lag aber auch daran, dass Tochter bei Oma und Opa schlief...ging nicht anders. Hatte ich auch mit vorsichtig ausstreichen wieder in den Griff bekommen.

    Der erste Geburtstag war vorüber und Tochter munter am stillen.
    So hangelten wir uns von Monat zu Monat...von Jahr zu Jahr.

    Schwierig fand ich es einmal, als ich einen Riss in der Lieblingsbrustwarze hatte...da musste ich sie immer an die andere Brust anlegen. Das hatte dann auch überstanden.

    Je älter sie wurde, umso weniger hatten wir öffentlich gestillt.
    Nur noch bei guten Freunden und Verwandten, die dem Langzeitstillen gegenüber aufgeschlossen waren.

    In der Kindergartenzeit hatte das Stillen dann mehr die *machtmichstark*- und *beruhigtmich*-Funktion übernommen.

    Schluss mit Stillen war, als Tochter das erste Mal für längere Zeit mit Oma und Opa in den Urlaub flog. Da war sie 5,5 Jahre alt und es war okay für sie...als ich ihr sagte "nach dem Urlaub ist die Milchbar geschlossen".

  9. #9
    Avatar von Arami
    Arami ist offline old hand
    Registriert seit
    01.02.2010
    Beiträge
    981

    Standard Kaum Milcheinschuss, zögerliche Milchbildung, wunde Brustwarzen

    Bereits vor meiner Schwangerschaft war mir bewusst, ich will mein Kind stillen.
    Ich wusste um die Probleme meiner Schwestern, Mutter und Großmutter. Bei allen kam die Milchbildung nicht in Gang. Meine Großmutter hat dank des Stillbonus (gab es auch in Hessen in den 60er Jahren) immerhin zum Teil bis nach den 6. Monat weitergestillt.
    Die Schwestern haben nach spätestens 4 Wochen Teilstillen aufgehört.

    Während der Schangerschaft habe ich alles verschlungen was es an Informationen übers Stillen gab. Für mich eine Hebamme gesucht, die auch Stillberaterin ist.

    Die Kleine kam Ende der 42. SW ohne Problem und natürlich zur Welt. Noch nicht abgenabelt fing sie bereits an ihrer Hand an zu nuckeln und zu suchen.
    Ich habe sie im Kreissaal angelegt. Links ging sofort, an die rechte Seite wollte sie nicht andocken.
    Bereits da hat sie direkt angefangen zu brüllen, sobald sie losgelassen hat.
    Hebamme meinte nur schmunzelnd, na soviel Vormilch kann die deine Mama aber auch nicht bieten.

    Abends sind wie dann nach Hause und unsere Hebamme hat nochmal kurz geschaut. Dann ging auch das Anlegen an die rechte Seite.

    Tag 2
    Untersuchung der Hebamme und ein leicht verkürztes Zungenbändchen wird festgestellt.

    Tag 4
    Sie hat knapp 400gr. (= 10%) abgenommen. Kinderarzt bestätigt leicht verkürztes Zungenbändchen und die Möglichkeit 50 km weiter zu einen Arzt zu fahren, der das behebt. Gewicht soll überwacht werden.

    Ich hatte Probleme mit der Wirbelsäule und konnte nicht wirklich laufen. Ich habe also das Wochenbett wirklich im Bett verbracht.

    Die weiteren Tage weiß ich nicht mehr so haargenau im Ablauf.
    Nach der U2 hat die Hebamme nochmal geschaut und mich gefragt, ob die Milch schon eingeschossen sei. Ich hatte keine Veränderung der Brust bemerkt. Die Zunge der Kleinen liegt beim Stillen gut und wir wollen es weiter beobachten.
    Durch das fast durchgehende und dauerhafte Stillen (bestimmt 20 von 24 Std) sind meine Brustwarzen wund.

    Die Gewichtszunahme läuft nicht und die Hebamme empfiehlt Medikament 1 (M1). Mein Mann kümmert sich um alles und bestellt erst mal in der Apotheke: M1, Multi-Mam-Kompressen, Mercurialis perennis.

    Das Kind schreit tagelang die Brust 10 Minuten an, bevor sie angedockt hat. Es wird langsam besser.
    Die Brustwarzen sind inzwischen sehr wund. Da die Milch immer noch nicht wirklich fließt, aber ich immerhin die Wirkung von M1 spüre, empfiehlt die Hebamme M2. War sehr schwierig einen Arzt zu finden der mir das verschreibt. Aber der Frauenarzt unterstützt mich und schreibt ein Privatrezept.
    Ab Tag 11 die Einnahme von M2. Leider keine Wirkung bei mir. Und es reicht nur für 5 Tage und ist dafür auch noch teuer.
    Am 14. Tag immernoch 180gr. unter Geburtsgewicht
    Beim Stillen läuft durch die extrem offenen Brustwarzen aus der anderen Brust viel Milch aus. Hebamme empfiehlt Auffangschalen. Es kommen dauerhaft 40-60 ml beim Stillen. Zusätzlich zu der ausgelaufenen Milch wird/muss Pre zugefüttert. Teilweise 4 Flaschen a 60ml am Tag. Ja das waren teilweise 120ml zusätzlich pro Stillmahlzeit!
    Die Hebamme zeigt uns das Fingerfeeding, ich hab es auch am Anfang versucht. Aber bei der Menge war es einfach zu umständlich.Wir geben Fläschchen.
    Am 18. Tag endlich Geburtsgewicht erreicht.
    Die Brustwarzen fangen an zu heilen. Durch die harte Verkrustung auf der Brust, reisst mir die Kleine ein Fissur in die Brustwarze. Wurde dann mit Laser behandelt. Und ich weiß nun das man Brustwarzen auch wenn sie wund sind NIEMALS austrocknen lassen darf.
    Mein Mann käuft das nächste Päckchen Multi-Mam-Kompressen.
    Wir wechseln um die Milchbildung noch anzuschieben auf M3. Ich habe nach zwei Tagen morgens zum 1. Mal ein wirkliches Spannen in der Brust.
    Vor der Flasche wird immer die Brust gegeben, solange bis ich abends auf der Couch im Sitzen einschlafe oder die Maus nur einmal andockt und dann wieder schreit.
    Siehe da es werden weniger Flaschen!
    Ca. eine Woche nur noch eine Flasche a 60ml Abends gegeben.
    Nach 4,5 Wochen wiegt die Hebamme 800gr. über Geburtsgewicht und meint das wir wohl die Flasche weg lassen können.
    Ich versuch es und mein Mann trägt die Kleine abends, wenn sie weint. Sie beruhigt sich und es scheint wirklich nicht nur Hunger zu sein.
    Meine Kleine war weniger als 6 Wochen alt, als wir voll stillen konnten und es wirklich ohne Probleme ging.
    Die üblichen Probleme wie Milchstau, bis zur Mastitis kamen erst nach abheilen der Brustwarzen. Das lasse ich aber jetzt weg sonst schreibe ich hier einen noch größeren Roman.
    Im Moment ist sie 7,5 Monate und wir stillen noch.
    (Medikamente sollten nur mit Absprache eingenommen werden, daher M 1,2,3.)

  10. #10
    Avatar von btkascha
    btkascha ist offline Söhnchenmama :-)
    Registriert seit
    30.08.2010
    Beiträge
    1.590

    Standard Re: Unsere Stillerfahrungen

    Ich wusste auch von Anfang an, dass ich Stillen will. Groß informiert habe ich mich aber nicht vorher, da ich dachte, das wird dann schon irgendwie

    Als der Kleine geboren war, konnte er am Anfang nicht richtig saugen, aber nach einigen Stunden ging es doch. Er bekam auch die gute Vormilch raus. Einmal hat er sich übergeben und alles war wieder draussen, aber die Hebamme hat mich beruhigt, dass das öfter passiert und nichts macht.
    Am Anfang hab ich ihn oft angelegt, bestimmt jede Stunde, immer so für 20 Minuten oder so. Und dann schon am 2. oder 3. Tag nach der Geburt kam der Milcheinschuss! Jetzt war die Milchbar eröffnet und der Kleine konnte trinken soviel er wollte :) Er hat auch sehr schnell sehr gut zugenommen, und ich hatte glücklicherweise keinerlei Probleme mit wunden Brustwarzen, Milchstau oder sonstwas. Ich hab immer schön Milchreste am Anfang auf den Brustwarzen trocknen lassen, vielleicht hat das gut getan.
    Jetzt ist der Kleine 6 Monate alt und er bekommt mittags einen Brei, ansonsten stille ich weiter. Ich bin total froh, dass ich bis jetzt von allen unangenehmen Stillproblemen verschont geblieben bin. Die Flasche nimmt er auch, wenn ich mal nicht da sein kann. Am Anfang lief bei mir so viel Milch aus, dass ich da gut was sammeln und einfrieren konnte.
    Um den 4. Monat war es mal für mehrere Wochen ziemlich anstrengend nachts, da der Kleine dauernd trinken wollte. Aber ich wusste, dass das sicher dieser fiese Schub ist, und habe ohne Zufüttern durchgehalten. Und irgendwann wurde es auch tatsächlich wieder besser.

    An alle die ein Baby bekommen und vorhaben zu stillen, hört auf euch selbst, auf euer Baby, informiert euch, bildet eure eigene Meinung, holt euch professionelle Hilfe wenn es mal Fragen oder Probleme gibt und schlußendlich, geniesst die Zeit! Ich selber war dem Stillen am Anfang nicht sooooo zugetan und dachte, ach sowas besonderes ist es doch gar nicht, und mittlerweile bin ich schon ein bißchen traurig, wenn ich dran denke, dass es irgendwann vorbei sein wird! Es ist einfach zu schön zu sehen, wie sein Baby an der Brust nuckelt, trinkt, sich beruhigt, kuschelt, Nähe tankt!
    Lotta37 gefällt dies

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •