1. #11
    Gast

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Zitat Zitat von bullybine Beitrag anzeigen
    Dieser Inhalt wurde gelöscht
    am schluß schreibt sie absolut den selben satz wie du.. dass es utopisch ist zu denken alles umsetzten zu können.. sie gibt am Ende auch tolle Anregugungen und hat sogar einen Lesebrief von einer Frau veröffentlicht die darüber geschrieben hat das sie durch dieses Buch Schuldgefühle bekommen hat und nicht weiß ob sie es nicht hätte lassen sollen..

    Du hättest es wirklich bis zu Ende lesen sollen. Sie schreibt im Großteils des Buches darüber wie die Yequana es machen und wie wir es machen, nicht mehr und nicht weniger.. und am Schluß kommen erst die Umsetztungsratschläge. die bei Gott nicht utopisch sind sondern absolut umsetzbar.

  2. #12
    Gast

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Zitat Zitat von Sweetheart Beitrag anzeigen
    Mit dem Umsetzen nach der Babyzeit finde ich schon relativ schwierig, da es hier einfach Situationen gibt, die es bei den Yecuana nicht gibt, beispielsweise vielbefahrene Straßen...

    Was ich schön fand, war das Erlebnis mit dem Kanu (?), dass sie beschreibt. Dass eben die Indianer den Schmerz durch ihre fröhlichen Geschichten und gute Laune besser ertragen konnten als die anderen, die die ganze Zeit "gejammert" haben.
    Dass Kinder mehr zugetraut wird, z.B. das Baby, das am Rand eines tiefen Grabens spielt.

    Ich finde, das hat man schon etwas verlernt, dass Kinder sich nicht absichtlich verletzen. Dass sie eigentlich gut auf sich selber achten können. Dass sie häufig einfach unterschätzt werden.

    Einige Ansätze finde ich gut, alles kann man hier bei uns nicht umsetzen, einfach auch, weil die Gesellschaft eine ganz andere ist.

    Etwas schade im Buch finde ich, dass Liedloff nur die positive Seite beschreibt. Es gibt für sie nicht einen einzigen Kritikpunkt.
    Finde ich zu einseitig, vor allem, da es ihr ja darum ging, diese Lebensweise vorzustellen und nicht darum, einfach einen Erlebnisbericht zu liefern...
    findest du?

    Ich kann mich schon an ein paar negative Sachen erinnern.. auch wenn sie es nicht ganz so ausgedrückt hat..

    Der yequana der die Gehschule gebaut hat, der der sein Kind einmal angeschrien bzw geschlagen hat, das sie sich weigerten sie und ihre Kollegen bei der Ausreuse zu begleiten was diese unmöglich machte..

    Sie sagte auch das Anchu der Stammesführer nicht unfehlbar war.

  3. #13
    Dorischka ist offline addict
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    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Ich habe Jean Liedloff vor 15 Jahren persönlich bei eine Tagung kennengelernt, bei der ich auch einen Vortrag gehalten habe. Sie hatte in Berlin bei guten Freunden von mir gewohnt. Wir hatten uns damals in einem Uni-Tutorium mit der Bedeutung des Körperkontaktes auseinandergesetzt und kannten alle das Buch.
    Umso erstaunter waren wir, daß ihre doch recht schwierige Persönlichkeit so im Widerspruch zu den Buchthesen stand. Sie hat übrigens auch keine eigenen Kinder.
    Aber man kann natürlich schwierig sein und trotzdem gute Einsichten haben.
    Als Erfahrungsbericht, aus dem jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann, ist das Buch sehr interessant.
    Als Konzept für ein Leben mit Baby / Kind für alle zu hoch gegriffen, da es in unser Gesellschaft Eltern unter Streß setzen kann.
    Tragen ist auch nur ein Baustein. Auch ein rundum getragenes Kind kann im Laufe des Heranwachsens in unserer Gesellschaft viel Unglück erleben.
    Und wir haben auch nicht die Kindheit eines Yecuana erlebt und deswegen eventuell auch andere Grenzen und eben auch nicht die Stütze durch ein Dorf.
    Jetzt bei meinem dritten, ist es für mich am einfachsten, weil meine beiden Großen ganz wild danach sind den Kleinen zu nehmen und zu kuscheln. Das ist sehr schön zu sehen, wie normal es für sie ist, den Kleinen zu tragen.
    Ich habe übrigens bei keinem meine Kinder einen Kinderwagen oder Kinderbett gehabt.
    Aber ich habe für mich nicht den Anspruch, 24 Stunden Körperkontakt zu haben. Samuel hat im Schnitt 20 -22 Stunden am Tag Körperkontakt: Aber ich gehe eben auch gerne alleine auf Klo.
    Liebe Grüße
    Dorischka

    mit Samuel August 09, Babymädchen August 12
    und ihren zwei Großen, 1992 und 1995

  4. #14
    Gast

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Geändert von tamilein (11.10.2009 um 23:03 Uhr)

  5. #15
    Avatar von Sweetheart
    Sweetheart ist offline Querulantenmama
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    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Zitat Zitat von Caliipso Beitrag anzeigen
    findest du?

    Ich kann mich schon an ein paar negative Sachen erinnern.. auch wenn sie es nicht ganz so ausgedrückt hat..

    Der yequana der die Gehschule gebaut hat, der der sein Kind einmal angeschrien bzw geschlagen hat, das sie sich weigerten sie und ihre Kollegen bei der Ausreuse zu begleiten was diese unmöglich machte..

    Sie sagte auch das Anchu der Stammesführer nicht unfehlbar war.
    Ich meinte so den generellen Umgang mit Kindern. Allerdings ist es schon ein wenig her, dass ich es gelesen habe, vielleicht hole ich es mal wieder raus...
    01/03
    10/05
    11/07
    02/10
    02/13

  6. #16
    stepanski ist offline newbie
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    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Hallo zusammen,

    wir sind seit nun mehr gut 5 Wochen Eltern. Ich habe das Buch gelsen, ca. 1 Woche nachdem unser Spross zur Welt kam.

    Es gibt einiges das wir umsetzen möchten und einiges das wir uns nicht trauen/zumuten oder möchten.

    Was wir umsetzen bzw. vorhaben:

    - Ihn zu tragen wann immer es geht und wann immer er will.

    - zu stillen wann immer er will
    - ihn im Beistellbett oder auf dem Bauch schlafen zu lassen.

    Ihm Selbstvertrauen beibringen! Es vermeiden Ihm dem Alter nicht entsprechende Aufaben zu geben, also welche an denen er Erfolg hat. Wenn der Fischteich gereinigt werden muss kann er gerne mit seinem Eimerchen mithelfen. Ich werde ihm dann NICHT sagen "aber pass auf das du nicht ausrutscht" - nach dem Buch soll ja dann genau das passieren! Wenn er keine Lust mehr hat soll er halt was anderes machen...

    Auf einer Mauer ihn in 2 Meter Höhe balancieren zu lassen... naja, weiß ich jetzt noch nicht...

    Etwas das WIR uns nicht zutrauen bzw. wovor wir Respekt haben:

    Ihn an einer "Grube" spielen zu lassen. (Treppe, Absatz, am Rand der Dachterreasse)
    Warum? Ich will ihm nicht erklären müssen "ne ne mein Junge, du warst nicht immer Gehbehindert" erst als ich dich am Rand der Dachterrasse habe spielen lassen, du abgelenkt warst und die xMeter heruntergefallen bist - dein innerer Schutzinstinkt hätte dich da aber auch warnen sollen, tut mir leid" <- ich will nicht der jenige sein der es dem Kind erklären muss!!

    Ich weiß auch nicht ob ich ihn im alter von 2 Jahren am offenen St.Martinsfeuer spielen lassen würd. Freunde von uns machen es manchmal auf ihrem Hof. Was ist wenn er doch im dunkeln Stolpert und mit dem Gesicht in die Glut fällt - oder auch "nur" mit den Händen. Er stolpert vl. weil er noch nicht die Geh-Sicherheit hat oder weil ein Stock in seinem Weg lag, den er nicht sah...
    Messer? Ich habe zwar keine Machete aber ich würde ihn nur ungerne mit einem Küchenmesser in der Hand durch den Garten rennen lassen.


    Was ich (der Vater) gerne noch umsetzen möchte - und hier würde mich eure Meinung interessieren:
    Ihm so wenig wie möglich den Schnulelr geben, eigentlich gar nicht.
    Warum? Ich denke das Nuckeln eine Ersatzbefriedigung ist welche etwas kompensieren will. Beispiel: er schrie wie am Spieß. hat sich gestreckt und steif gemacht. Meine Frau wollte ihm unbedingt den Schnuller "aufzwingen". Ich habe ihn dann erstmal auf die Wickelkommode gelegt. Etwas den Bauch gestreichelt, die Wärmelampe angemacht (natürlich vorher) und gemerkt das es die volle Windel war die ihn wohl gestört hat. Also gewindelt, etwas den Bauch massiert und wir schliefen selig Hand in Hand ein... kein Schnuller aber Ruhe.

    Wann ich einen Schnuller geben möchte?
    Wenn die Flasche noch zu heiße ist (er hat im Moment großen Hunger,Meine Frau nach dem Stillen keine Milch mehr also füttern wir etwas zu. Jedenfalls um ihn etwas zu beruhigen und nur wenn ich weiß das es wirklich nichts anderes ist weswegen er schreit.

    So, was die Umsetzung des Prinzips angeht - ab dem Kigaalter.

    Ich kenne eine Schule die freies Lernen ermöglicht. Sie liegt in Freiburg. Kein Stundenplan. Die kleinen lernen von den großen. Die Schule geht (Pflicht) bis 13 Uhr. Die meisten Kids bleiben FREIWILLIG!! bis 16 Uhr, einige bleiben bis 18 Uhr - dann schließt die Schule. Keine Hausaufgaben, keine Pflichten. (Der Abschluss wird dann doch wieder an einer öffentlichen Schule gemacht. Also muss ein Rahmenlernplan erfüllt werden!! Sonst steht mein kleiner aber Doof da!)
    Ganz toll und genau das was ich bräuchte um das Prinzip weiter als bis zum Kindergarten durchzuführen. Solange aber Familienangehörige, Kindergärten, späterer Umgang (Kindergartenfreunde) nicht das selbe Prinzip erzogen bekommen haben bzw. es unwissentlich boykottieren bringt das ganz für die Zeit ab des Kiga. besuchs, des späteren Schulbesuchs nicht wirklich etwas.
    Es gibt einen!! Fall in Deutschland in dem dem Kind erlaubt wurde privaten Unterricht, zuhause, zu nehmen. Nicht in einer öffentlichen Schule! Die Begründung der Eltern lag darin das ihr Sohn Angst hatte vor den Schulkammeraden. Warum? Weiß ich nicht. Vielleicht wurde er nach dem K.prinzip erzogen...

    In erster Linie gilt es das Kind auf das Leben vorzubereiten! Es muss Konflikte auf dem Spielplatz selbst lösen lernen. Bei den Indianern aus dem Buch (ich kann mir den Namen einfach nicht merken) gibt es wohl keine Spielplätze im herkömmlichen Sinne. Aber würden die Kids auf unseren Spielplätzen eine ähnliche Erziehung genossen haben gäbe es dort wohl auch weniger Krieg um Förmchen und Co. ..
    Gäbe es einen Kiga + eine Schule die dieses Prinzip verfolgt, in unserer nähe, sehe das ganze (fast) unproblematischer aus.

    Hoffe ich konnte etwas weiterhelfen. Bin auch gerne für Tips und anregungen zugänglich! Was mich z.B. stark interessiert: Wie haltet Ihr das mit dem Schnullern? Wann benutzt bzw. gebt Ihr ihn?

    Ach, und was mir gerade noch eingefallen ist.

    In dem Buch heißt es: man soll das Kind nicht loben bzw. die Indianer loben ihre Kinder nicht sondern setzen etwas vorraus.

    Soll heißen?: Wenn mein Kind mir ein BIld malt dann soll ich nur "danke" sagen... finde ich etwas komisch. Klar, sowas wie " oh, das hast du aber schön gemalt, hätte ich gar nicht von Dir gedacht" ... ist auch ein fieser Nebensatz. Aber eben ohne diesen Nebensatz, geht das klar?
    Oder " Ach wie schön, du hast dein Zimmer von ganz alleine aufgeräumt, dass find ich ja klasse" ... soll man ja auch übergehen und wortlos hinnehmen bzw. vorraussetzen.

    Also ich weiß noch, dass meine Mutter immer gesagt hat " wie toll das ich nicht noch die Küche aufräumen muss. Hat sie es nicht gesagt habe ich ehr gedacht " hmm, ob sie es nicht gesehen hat, ich mach sie mal darauf aufmerksam - "mama guck mal, hab sogar schon die Küche aufgeräumt".

    So etwas könnte man dann vl. so lösen: "wie toll das ich nicht noch die Küche aufräumen muss, so könnten wir vl. ein Spiel spielen." Was ja dann wieder ein Lob wäre, oder?


    Aber mal ehrlich, so gar nicht loben?? ist das nicht irgendwie auch wichtig?

    Besten Gruß

    P.S.: das mit dem Schnuller hier bitte nicht weiter aufgreifen! ich werde die farge in einem neuen Thread stellen. Lenkt hier nur vom Thema ab! - DANKE!!

    Besten Gruß
    Geändert von stepanski (04.11.2009 um 17:29 Uhr)

  7. #17
    Gast

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Hier wird geschnullert. Ich denke, dass das Saugbedürfnis einfach sehr groß ist und so kann Töchterchen es befriedigen.

    Ich schaue, dass sie das Teil nicht rund um die Uhr im Mund hat, aber wenn sie ihn verlangt (nachts) oder beruhigt werden muß (wie Du schriebst: z.B. warten aufs Essen), dann finde ich ihn toll.

    Wenn sie einen ihrer Schnuller findet, spielt sie auch oft damit, saugt fest daran und zieht ihn gleichzeitig mit einem PLÖPP aus dem Mund - zu süß! :) Steckt sie sich dann in den Mund, ist es ok, lässt sie es, auch ok...

  8. #18
    Gast

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Zitat Zitat von Caliipso Beitrag anzeigen
    Glaubt ihr dass es wirklich an unseren fehlenden Kontinuumsgefühlen liegt das die Menschheit so frustriert geworden ist?
    glaubst du das?

  9. #19
    Gast

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Zitat Zitat von Dorischka Beitrag anzeigen
    Umso erstaunter waren wir, daß ihre doch recht schwierige Persönlichkeit so im Widerspruch zu den Buchthesen stand. Sie hat übrigens auch keine eigenen Kinder.
    das wundert mich ehrlich gesagt ueberhaupt nicht.

  10. #20
    saftschlumpf ist offline Drama-Lama-Mama
    Registriert seit
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    Beiträge
    1.813

    Standard Re: Kontinuum Konzept

    Zitat Zitat von rughetta Beitrag anzeigen
    glaubst du das?
    Ich halte es, unabhängig von jedem buch als einzigen grund für die zerissenheit der menschen.

    der mensch an sich ist noch jung, betrachtet in der erdzeitgeschichte. für sein wahnsinnig junges alter ist er aber technisch hochentwickelt. es gab wahnsinnige schübe, allerdings sind die instinkte immernoch in den kinderschuhen, also passen nicht zu unserer technischen entwicklung. allein dadurch, können viele ständig nicht das leben, was sie instinktiv als richtig empfinden.

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