Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

  1. #1
    Anouschka_ ist offline newbie

    User Info Menu

    Standard Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Hallo zusammen,
    ich würde euch gern mal eine Situation schildern, zu der ich mir selbst noch keine definitive Meinung gemacht habe und euch fragen, was ihr darüber denkt.

    Es geht um Folgendes: Mein Ex und ich sind seit 2 Jahren getrennt im selben Haus (hatte berufliche/wirtschaftliche Gründe) und haben gemeinsam eine Tochter (8 Jahre). Die Entscheidung für die Trennung lag bei meinem Ex - ich tollerierte das weitere Zusammenleben unter einem Dach nur, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich beruflich zu systematisieren und eine vernünftige Grundlage für die spätere räumliche Trennung zu schaffen.

    Nun hat er seit knapp 2 Monaten eine neue Frau, die von meiner Tochter offensichtlich gut akzeptiert wird. Ich kann damit leben, möchte aber persönlich keinen weiteren Kontakt, was u.a. etwas mit der Historie zwischen mir und meinem Ex-Partner zu tun hat, mir generell aber auch zu früh ist, um damit entspannt umzugehen. Dafür gibt es auch noch viel zu viele Themen, die in naher Zukunft Zündstoff bieten könnten wie Unterhalt und Hausaufteilung. Da halte ich mich im Moment lieber etwas zurück was freundschaftliche Verbrüderungen betrifft und wahre eine gesunde Distanz. Meine Position habe ich allen Beteiligten (Tochter, Ex, Großeltern, die Neue) offen kommuniziert - aber ich stoße bei allen nur auf Widerstand.

    Nun hat meine Tochter die Neue ihres Vaters auf eine schulische Veranstaltung und ihren Kindergeburtstag eingeladen. Sie möchte partout eine Zusammenführung von mir mit dieser Frau. Ich habe mit meinem Ex darüber gerdetet, dass ich das nicht für eine gute Gelegenheit halte, wir gern mal auf neutralem Terrain mal alle einen Kaffee zusammen trinken können, ich aber nicht gegen meinen Willen an einem doch sehr familiär geprägten Termin in eine Situation gedrängt werde, die mir widerstrebt und in der ich mich nicht wohlfühle.

    Doch er sieht das so wie ich bzw. kann noch nicht einmal ansatzweise meine Position nachvollziehen. Letztendlich werde ich als "schlechte Mutter" dargestellt, weil ich den Wünschen meiner Tochter nicht entspreche. Und weil ich die einzige bin, die nach 2 Jahren noch nicht den Abstand hat, mit der Sache umzugehen. Daher erwarten alle, dass ich über meinen Schatten springen und gute Mine zum bösen Spiel machen soll. Dass das Ganze auch in einer Katastrophe enden kann bzw. die Atmosphäre so unnatürlich und belastend sein kann, dass man auch dem Kind die Freunde verdirbt (denn es spürt ja, wie konstruiert das Ganze ist) - daran denkt keiner. Außerdem finde ich es gefährlich, dass das Kind uns diktiert, wie welche Veranstaltungen ablaufen sollen. Ich fäde es wichtigwer zu hinterfragen, was hinter diesem Wunsch tatsächlich steht.

    Ich befinde mich somit in einer Zwickmühle, weil ich ja auch nicht immer als Spielverderber darstellen möchte, der immer contra gibt und schon gar nicht meinem Kind den Spaß verderben möchte. Und das würde ich, wenn ich der Planung nicht zustimme. Denn es würde heißen, dass ich mich entweder ausklinke oder mein Ex mit seiner Freundin. Denn von dieser Seite scheint es keinen Kompromiss zu geben und unser freundschaftliches Miteinander der letzten Jahre - zu einer Zeit als er meine Unterstützung noch brauchte - ist wie weggefegt.

    Würde mich freuen, ein paar Meinungen von euch zu diesem Thema zu hören.
    Anouschka

  2. #2
    exmalsch ist offline Papa

    User Info Menu

    Beitrag Re: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Ich beuge mich bei sowas immer den wünschen der kinder.
    Bei den geburtstagen der kinder ist der freund von meiner ex meistens nicht da. Bei sonstigen familienfeiern, 1. kommunion, einschulung usw., ist ihr ferund dabei. Mir macht das nix aus

    Ich kann jetzt natürlich nicht beurteilen wie es bei euch durch die räumliche nähe aussieht. Bei uns ist es so das ich ihre mama nur alle zwei wochen sehe wenn sie die kinder von den mamawochenenden heimbringt.



    Zitat Zitat von Anouschka_ Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    ich würde euch gern mal eine Situation schildern, zu der ich mir selbst noch keine definitive Meinung gemacht habe und euch fragen, was ihr darüber denkt.

    Es geht um Folgendes: Mein Ex und ich sind seit 2 Jahren getrennt im selben Haus (hatte berufliche/wirtschaftliche Gründe) und haben gemeinsam eine Tochter (8 Jahre). Die Entscheidung für die Trennung lag bei meinem Ex - ich tollerierte das weitere Zusammenleben unter einem Dach nur, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich beruflich zu systematisieren und eine vernünftige Grundlage für die spätere räumliche Trennung zu schaffen.

    Nun hat er seit knapp 2 Monaten eine neue Frau, die von meiner Tochter offensichtlich gut akzeptiert wird. Ich kann damit leben, möchte aber persönlich keinen weiteren Kontakt, was u.a. etwas mit der Historie zwischen mir und meinem Ex-Partner zu tun hat, mir generell aber auch zu früh ist, um damit entspannt umzugehen. Dafür gibt es auch noch viel zu viele Themen, die in naher Zukunft Zündstoff bieten könnten wie Unterhalt und Hausaufteilung. Da halte ich mich im Moment lieber etwas zurück was freundschaftliche Verbrüderungen betrifft und wahre eine gesunde Distanz. Meine Position habe ich allen Beteiligten (Tochter, Ex, Großeltern, die Neue) offen kommuniziert - aber ich stoße bei allen nur auf Widerstand.

    Nun hat meine Tochter die Neue ihres Vaters auf eine schulische Veranstaltung und ihren Kindergeburtstag eingeladen. Sie möchte partout eine Zusammenführung von mir mit dieser Frau. Ich habe mit meinem Ex darüber gerdetet, dass ich das nicht für eine gute Gelegenheit halte, wir gern mal auf neutralem Terrain mal alle einen Kaffee zusammen trinken können, ich aber nicht gegen meinen Willen an einem doch sehr familiär geprägten Termin in eine Situation gedrängt werde, die mir widerstrebt und in der ich mich nicht wohlfühle.

    Doch er sieht das so wie ich bzw. kann noch nicht einmal ansatzweise meine Position nachvollziehen. Letztendlich werde ich als "schlechte Mutter" dargestellt, weil ich den Wünschen meiner Tochter nicht entspreche. Und weil ich die einzige bin, die nach 2 Jahren noch nicht den Abstand hat, mit der Sache umzugehen. Daher erwarten alle, dass ich über meinen Schatten springen und gute Mine zum bösen Spiel machen soll. Dass das Ganze auch in einer Katastrophe enden kann bzw. die Atmosphäre so unnatürlich und belastend sein kann, dass man auch dem Kind die Freunde verdirbt (denn es spürt ja, wie konstruiert das Ganze ist) - daran denkt keiner. Außerdem finde ich es gefährlich, dass das Kind uns diktiert, wie welche Veranstaltungen ablaufen sollen. Ich fäde es wichtigwer zu hinterfragen, was hinter diesem Wunsch tatsächlich steht.

    Ich befinde mich somit in einer Zwickmühle, weil ich ja auch nicht immer als Spielverderber darstellen möchte, der immer contra gibt und schon gar nicht meinem Kind den Spaß verderben möchte. Und das würde ich, wenn ich der Planung nicht zustimme. Denn es würde heißen, dass ich mich entweder ausklinke oder mein Ex mit seiner Freundin. Denn von dieser Seite scheint es keinen Kompromiss zu geben und unser freundschaftliches Miteinander der letzten Jahre - zu einer Zeit als er meine Unterstützung noch brauchte - ist wie weggefegt.

    Würde mich freuen, ein paar Meinungen von euch zu diesem Thema zu hören.
    Anouschka

  3. #3
    sawy ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Du hast so viel auf dich genommen. Ihr als Eltern bietet eurem Kind, es jederzeit sehen zu können und gemeinsam für es da zu sein. Hut ab - ich hätte das nie gekonnt!

    Da bist du - so denke ich - schon über 1000 Schatten gesprungen. Den einen für das Schulfest schaffst du auch noch! Ich würd mich aber vorher mit der Tochter unterhalten, ihr erklären, dass es für dich nicht schön ist zu sehen, dass der Papa eine andere Frau hat (oder was auch immer in deinem Kopf vorgeht) und dass du daher nicht so lange da bleiben wirst oder was auch immer. Also wieder mal einen Kompromiss, bei dem das Kind sich aber ernst genommen fühlt und du ihm entgegenkommst.
    Mit 8 Jahren kann man ihr schon erklären, dass eben nicht immer alles so geht - aber man Kompromisse eingehen kann.

    Also vielleicht nur kurz aufs Fest, plaudern über schönes Wetter und wieder gehen? So was in der Art?

    Das würde ich an deiner Stelle versuchen hinzubekommen.
    Und: Egal wie die wirtschaftliche Situation ist - es wird Zeit das du und dein Ex getrennt wohnt!


    Zitat Zitat von Anouschka_ Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    ich würde euch gern mal eine Situation schildern, zu der ich mir selbst noch keine definitive Meinung gemacht habe und euch fragen, was ihr darüber denkt.

    Es geht um Folgendes: Mein Ex und ich sind seit 2 Jahren getrennt im selben Haus (hatte berufliche/wirtschaftliche Gründe) und haben gemeinsam eine Tochter (8 Jahre). Die Entscheidung für die Trennung lag bei meinem Ex - ich tollerierte das weitere Zusammenleben unter einem Dach nur, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich beruflich zu systematisieren und eine vernünftige Grundlage für die spätere räumliche Trennung zu schaffen.

    Nun hat er seit knapp 2 Monaten eine neue Frau, die von meiner Tochter offensichtlich gut akzeptiert wird. Ich kann damit leben, möchte aber persönlich keinen weiteren Kontakt, was u.a. etwas mit der Historie zwischen mir und meinem Ex-Partner zu tun hat, mir generell aber auch zu früh ist, um damit entspannt umzugehen. Dafür gibt es auch noch viel zu viele Themen, die in naher Zukunft Zündstoff bieten könnten wie Unterhalt und Hausaufteilung. Da halte ich mich im Moment lieber etwas zurück was freundschaftliche Verbrüderungen betrifft und wahre eine gesunde Distanz. Meine Position habe ich allen Beteiligten (Tochter, Ex, Großeltern, die Neue) offen kommuniziert - aber ich stoße bei allen nur auf Widerstand.

    Nun hat meine Tochter die Neue ihres Vaters auf eine schulische Veranstaltung und ihren Kindergeburtstag eingeladen. Sie möchte partout eine Zusammenführung von mir mit dieser Frau. Ich habe mit meinem Ex darüber gerdetet, dass ich das nicht für eine gute Gelegenheit halte, wir gern mal auf neutralem Terrain mal alle einen Kaffee zusammen trinken können, ich aber nicht gegen meinen Willen an einem doch sehr familiär geprägten Termin in eine Situation gedrängt werde, die mir widerstrebt und in der ich mich nicht wohlfühle.

    Doch er sieht das so wie ich bzw. kann noch nicht einmal ansatzweise meine Position nachvollziehen. Letztendlich werde ich als "schlechte Mutter" dargestellt, weil ich den Wünschen meiner Tochter nicht entspreche. Und weil ich die einzige bin, die nach 2 Jahren noch nicht den Abstand hat, mit der Sache umzugehen. Daher erwarten alle, dass ich über meinen Schatten springen und gute Mine zum bösen Spiel machen soll. Dass das Ganze auch in einer Katastrophe enden kann bzw. die Atmosphäre so unnatürlich und belastend sein kann, dass man auch dem Kind die Freunde verdirbt (denn es spürt ja, wie konstruiert das Ganze ist) - daran denkt keiner. Außerdem finde ich es gefährlich, dass das Kind uns diktiert, wie welche Veranstaltungen ablaufen sollen. Ich fäde es wichtigwer zu hinterfragen, was hinter diesem Wunsch tatsächlich steht.

    Ich befinde mich somit in einer Zwickmühle, weil ich ja auch nicht immer als Spielverderber darstellen möchte, der immer contra gibt und schon gar nicht meinem Kind den Spaß verderben möchte. Und das würde ich, wenn ich der Planung nicht zustimme. Denn es würde heißen, dass ich mich entweder ausklinke oder mein Ex mit seiner Freundin. Denn von dieser Seite scheint es keinen Kompromiss zu geben und unser freundschaftliches Miteinander der letzten Jahre - zu einer Zeit als er meine Unterstützung noch brauchte - ist wie weggefegt.

    Würde mich freuen, ein paar Meinungen von euch zu diesem Thema zu hören.
    Anouschka

  4. #4
    Anouschka_ ist offline newbie

    User Info Menu

    Standard Re: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Hallo Sawy,

    vielen Dank für die Antwort. Ja, das mit dem Schulfest könnte so ein Kompromiss sein, mit dem ich leben kann. die Sache mit dem Kindergeburtstag jedoch hat eine andere Dimension, da es doch eine sehr persönliche Veranstaltung ist, auf dem meiner Meinung nach keine 2-monatige Beziehung des Vaters etwas zu suchen hat (erstaunlich was für ein dickes Fell manche Leute haben...). Es ist auch richtig, dass ich eine räumliche Trennung jetzt forcieren muss - ich bin dabei, aber auch so etwas läuft natürlich besser, wenn an anderen Fronten kein Krieg herrscht und die Kommunikatin noch funktioniert.

    Sicherlich werde ich mit meiner Tochter sprechen, und dabei werde ich ihr ihr auch vor augen führen müsse, dass die Geburtstagseinladung, die sich ausgesprochen hat, sicherlich negative Konsequenzen auf die Stimmung ihres Kindergeburtstags haben wird. Das wird ihr zu denken geben. Dann wird sie das ihrem Vater so erzählen und ich bekomme wieder vorgehalten, dass ich das Kind manipuliere. Denn auf meine Gefühle wird ja ohnehin keine Rücksicht mehr genommen. So entsteht ein Teufelskreis und ich habe Angst, dass sich die Situation so weiter zuspitzt. Das wäre untragbar, weil das Kind schon jetzt sehr darunter leidet. Ich bin wirklich im Zwiespalt: Egal, wie ich mich verhalte, es hat alles negative Forlgen.

    Grüße, Anouschka

  5. #5
    cosima ist offline Urgestein

    User Info Menu

    Standard Re: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Manchmal ist es richtig klare Fronten zu beziehen, auch wenn es dann erstmal dicke Luft gibt.

    Ich kann verstehen dass Du die Neue nicht am Kindergeburtstag haben möchtest und finde auch dass eine Freundin, die es gerade zwei Monate gibt, da nichts zu suchen hat.
    Dein Kind hat sie sicher eingeladen weil es zu allen nett sein will und weil Kinder es toll finden an ihrem Geburtstag wichtig zu sein.
    Du kannst aber Deinem Kind erklären warum das nicht geht.
    Dem Ex UND der Neuen würd ich klar und deutlich sagen, dass die Neue am Kindergeburtstag nicht erwünscht ist und Du erwartest, dass sie wegbleibt, da sie sonst rausfliegt.
    Alternativ kann Dein Ex ja den kompletten Geburtstag bei seiner Neuen ausrichten

  6. #6
    Janus_ ist offline Stranger

    User Info Menu

    Standard Re: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Liebe Anouschka,

    ich möchte Dir auch etwas zu Deinem Thema schreiben.

    Du beschreibst eure Situation, in der ihr seit 2 Jahren getrennt seid, aber noch zusammen lebt und seit zwei Monaten eine neue Frau an der Seite Deines Ex ist. Deine Tochter weiß also von eurer Trennung und kennt diese neue Frau auch. Ich frage mich, was nun in eurer Tochter vorgehen mag, wenn Sie einerseits weiß, dass ihr getrennt seid, andererseits aber euer Zusammenleben im selben Haus erlebt.

    Ihr Wunsch, dich und diese Frau zusammen zu bringen, mag der Versuch sein, ihre Eltern zusammen zu halten, trotz dieser Frau. Wenn Du diesem Wunsch entsprichst und Du dabei auch die Fassung wahren kannst, kann zwar ein Geburtstag „gerettet“ werden, aber das eigentliche Problem bleibt bestehen. Eine Lösung wird aufgeschoben und in der Zwischenzeit werden vielleicht weitere vergleichbare Situationen entstehen. Du stehst dann immer wieder neu vor der Entscheidung, gute Mine zum bösen Spiel machen zu müssen. Wenn dann eines Tages auch die räumliche Trennung stattfindet, könnte dies für euer Kind noch schwerer sein, weil es sich bis dahin vielleicht an falsche Hoffnungen geklammert hat.

    Außerdem frage ich mich, wie sich dabei Deine Position zu Deinem Kind und auch zu Deinem Ex entwickelt. Bist Du jetzt nicht in der Defensive und reagierst auf die Anderen? Wo bleiben Deine Wünsche und Vorstellungen? Wenn Du davon überzeugt bist, dass es (zumindest momentan) falsch ist, ein Zusammentreffen anlässlich einer familiären Feier herbeizuführen, würdest Du mit Deinem Nachgeben gegen Deine Überzeugung handeln und mit Deinem Ex gemeinsam eine Entwicklung herbeiführen, die für euer Kind in eine falsche Richtung läuft. Und Du hättest dann dabei mitgemacht.

    Ich kann mir vorstellen, dass euer Zusammenleben in einem Haus trotz Trennung über 2 Jahre hinweg, sowohl für eure Tochter, als auch für den Umgang zwischen Dir und Deinem Ex, keine gute Voraussetzung ist, um zu einem guten Weg für die Zukunft zu finden. Wenn jetzt auch noch eine neue Person dabei auftaucht, macht es das nicht leichter. Du schreibst noch von weiteren Themen zwischen euch, die Zündstoff bieten könnten. Möglicherweise läufst Du auch hier Gefahr, in eine nachgebende Rolle zu kommen und um des lieben Friedens willen, faule Kompromisse einzugehen. Ob das zu einer dauerhaft verträglichen Situation für euch alle führen kann?

    Dass ihr noch zusammenlebt und auch noch weitere offene Fragen zwischen euch existieren, nimmt Dir die Unabhängigkeit und Souveränität, die Du meiner Meinung nach für Dich und für Dein Verhältnis zu Deinem Kind und zu Deinem Ex brauchst. Ich glaube, Du löst das Problem eher, wenn Du es schaffst, Deine grundsätzliche Position Deinem Ex gegenüber klar zu vertreten, mit ihm eine Lösung zu finden, die auch Deinen Bedürfnissen und Überzeugungen gerecht wird und ihr euch auf dieser Basis gemeinsam bemüht, euer Kind mitzunehmen. Damit nicht der Eindruck entsteht, dass Du Dein Kind manipulierst und damit euer Kind auch nicht immer wieder so gespalten ist, halte ich es auch für wichtig, dass Dein Ex und Du zuerst reden. Vielleicht ist eine wichtige Voraussetzung für dieses „Miteinander Reden“ zunächst die räumliche Trennung und dadurch ein notwendiger Abstand im Alltag.

    Wenn trotz allem aber vertretbare Kompromisse nicht möglich sind, solltest Du an dem Weg festhalten, den Du für das Kind und für Dich für richtig hältst. Eine zweimonatige Beziehung kann doch nicht der Grund sein, alles auf den Kopf zu stellen. Wenn Du jetzt einfach nachgibst und über Deinen Schatten springst, obwohl Du es für falsch hältst, läufst Du Gefahr, immer wieder vor der Frage zu stehen, nachzugeben oder die „schlechte“ Mutter zu sein. Und eines Tages machst Du Dir selbst den Vorwurf, nicht richtig gehandelt zu haben.

    Dein Ex, der, wie Du schreibst, die Trennung herbeigeführt hat, sollte verstehen, dass er Dir und eurem Kind seine Vorstellungen (die ja vielleicht auch von der Euphorie der neuen Liebe beeinflusst sind) nicht aufdrücken darf. Auch, weil Du ihm über zwei Jahre hinweg die Möglichkeit gegeben hast, sich selbst zu sortieren. Vielleicht kann er auch verstehen, dass Du wegen des 2-jährigen Zusammenlebens nicht den Abstand hast, den man sonst nach zwei Jahren hätte. Eure Tochter kann sich da sicherlich noch nicht drauf eingestellt haben. Da sollte er sich nichts vormachen. Ein nahtloser Übergang vom „zusammen in der alten Situation leben“ zu „wir integrieren noch weitere Personen“ geht eben so einfach nicht, wenn es für alle Beteiligten auf Dauer gut sein soll.

    Vielleicht kannst Du dieser Frau, so wie Du es auch schreibst, auf neutralem Boden begegnen, um somit Deine grundsätzliche Bereitschaft zu zeigen und dem Wunsch Deines Kindes entgegen zu kommen. Möglicherweise eignet sich das Schulfest dazu, was sich, je nachdem wie Dein Ex und seine Freundin drauf sind, ohnehin nicht vermeiden lässt. Aber sonst sollten diese Dinge vorerst besser getrennt gehalten werden. Außerdem denke ich, dass es auch zukünftig Ereignisse geben sollte, die euch Dreien vorbehalten sind, ohne dass dort jemand Anderes dazwischenfunkt. Euer Kind braucht das und außerdem sitzt Du sonst demnächst auch noch an Weihnachten zu viert unterm Tannenbaum.

    Euer Kind wird wahrscheinlich keinen schönen Tag haben, wenn es erkennt, wie konstruiert und erzwungen die Situation ist, die sich zu ihrem Geburtstag anbahnt. Davor solltest Du (solltet ihr) es schützen. Macht doch einen Geburtstag zu dritt und wenn Dein Ex, seine Freundin und Deine Tochter es sich wünschen, können sie ja auch noch mal unter sich feiern.

    Versucht aber vor allem die Grundprobleme anzugehen. Danach wird auch die Beantwortung der Frage, wie man miteinander umgeht und neue Partner integriert, leichter.

    Mir ist bewusst, dass damit Dein Dilemma nicht einfach aufgehoben ist. Wenn Dein Ex nicht mitzieht, bist Du eben allein in der Verantwortung, Deinem Kind aufzuzeigen, dass es hier nicht um „Spielverderberei“ geht, sondern darum, dass diese Situation sich für alle auf natürliche Weise entwickeln muss und Schritt Zwei nicht vor Schritt Eins gemacht werden kann. Wenn Du dabei einen guten Zugang zu Deinem Kind findest, wird es darauf vertrauen, dass Du das Richtige willst...sie nämlich wieder glücklich sein kann.

    Liebe Grüße
    Janus

  7. #7
    sawy ist offline Legende

    User Info Menu

    Standard Re: Kindergeburtstag mit Papas Neuen feiern?

    Naja, das mit der Beeinflussung kommt immer, sobald ein Elternteil nicht so spurt, wie der andere es gerne hätte.
    Meine Kinder haben anfangs auch nicht verstanden, warum ich ihren Papa hier in der Wohnung nicht sehen will - ich habe ihnen erklärt, dass er sie lieb hat und sehen will, ich ihn aber nicht mehr hier haben möchte. Schwierige Situation und sicherlich eine Beeinflussung der Kinder - aber ein gutes Gefühl für mich - meine Wohnung, mein Reich, sauber und nicht beschmutzt !
    Von daher: Kindergeburtstag ohne Freundin, aber gerne ein Ausweichtermin mit dieser Freundin an einem neutralen Ort.

    Zitat Zitat von Anouschka_ Beitrag anzeigen
    Hallo Sawy,

    vielen Dank für die Antwort. Ja, das mit dem Schulfest könnte so ein Kompromiss sein, mit dem ich leben kann. die Sache mit dem Kindergeburtstag jedoch hat eine andere Dimension, da es doch eine sehr persönliche Veranstaltung ist, auf dem meiner Meinung nach keine 2-monatige Beziehung des Vaters etwas zu suchen hat (erstaunlich was für ein dickes Fell manche Leute haben...). Es ist auch richtig, dass ich eine räumliche Trennung jetzt forcieren muss - ich bin dabei, aber auch so etwas läuft natürlich besser, wenn an anderen Fronten kein Krieg herrscht und die Kommunikatin noch funktioniert.

    Sicherlich werde ich mit meiner Tochter sprechen, und dabei werde ich ihr ihr auch vor augen führen müsse, dass die Geburtstagseinladung, die sich ausgesprochen hat, sicherlich negative Konsequenzen auf die Stimmung ihres Kindergeburtstags haben wird. Das wird ihr zu denken geben. Dann wird sie das ihrem Vater so erzählen und ich bekomme wieder vorgehalten, dass ich das Kind manipuliere. Denn auf meine Gefühle wird ja ohnehin keine Rücksicht mehr genommen. So entsteht ein Teufelskreis und ich habe Angst, dass sich die Situation so weiter zuspitzt. Das wäre untragbar, weil das Kind schon jetzt sehr darunter leidet. Ich bin wirklich im Zwiespalt: Egal, wie ich mich verhalte, es hat alles negative Forlgen.

    Grüße, Anouschka

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •