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Thema: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

  1. #1
    -daggi-2 ist offline Stranger
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    Unglücklich Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Hallo zusammen,

    ich bin ganz neu hier im Forum weil ich dringend auf der Suche nach Tipps und Ratschlägen bin.

    unsere Tochter ist jetzt genau 2,5 Jahre alt. Sie war eigentlich schon immer ein sehr selbstbewustes, Kind mit einem starken Willen. Ich würde mal behaupten das sie auch für ihr Alter schon recht weit ist, besonders sprachlich. Sie ist auch sehr groß, sodass sie immer für 3-4 Jahre geschätzt wird!
    Seit August geht sie in die Kita bis 13 Uhr.

    Seit Monaten schon kämpfen wir mit Wut-/Trotzanfällen wobei wir jetzt auf dem Gipfel angekommen sind.
    Mein Mann und ich wissen langsam wirklich nicht mehr weiter, zweifeln an unseren Erziehungsmethoden und fragen uns was wir falsch gemacht haben.
    Außerdem tut es uns für unsere Tochter extrem leid, dass sie sich so ausdrücken muss.

    Sie tut sich halt im Moment sehr schwer sämtliche Regeln zu akzeptieren. Das fängt bei solchen Dingen wie z.B. am Tisch essen an. Sie matscht nur rum, isst nicht, schmeißt auch gerne mal den Teller oder den Trinkbecher über den Tisch, wenn wir nicht richtig aufpassen. Sie provoziert richtig, schreit dabei wie am Spieß. Wir schicken sie dann in ihr Zimmer und bitten sie da zu bleiben, damit wir essen können.

    Dort dreht sie richtig durch. Sie schmeißt ihr Spielzeug aus dem Zimmer, schreit, haut vor die Tür (die übrigens offen bleibt!). Damit kann ich ja noch leben. Aber neuerdings sabbert sie sich vor Wut komplett voll, verschmiert es oder sabbert auf den Boden.Sie versucht irgendwo reinzubeißen, auch schon in mein Bein etc. Sie macht dann absichtlich Pipi in die Hose (sie ist seit ca. 3 Monaten tagsüber trocken und möchte keine Pampers mehr tragen). Oder was noch schlimmer ist, sie versucht sich zu erbrechen indem sie stark hustet

    Wir bekommen sie dann kaum aus diesen Situationen raus. Sie steigert sich dann von einem ins andere. Erst ist sie z.B. das wir ihr etwas verboten haben, dann ist sie sauer weil sie ihre Anziehsachen nass gemacht hat......

    Meistens folgen die Sachen, wie ich sie Euch oben aufgezählt habe, alle hintereinander in einem Wutanfall.

    Sie will sich dann auch nicht anfassen lassen etc. Ich lasse sie dann in Ruhe, beobachte sie, damit sie sich nicht selbst verletzt. Oft will sie nicht mal mehr mit mir in einem Zimmer sein. Irgendwann kommt sie dann an und will sich trösten lassen, was wir dann natürlich auch liebevoll machen, egal wie sie sich vorher aufgeführt hat.

    Hinter sagen wir ihr immer nochmal das wir die Situation nicht gut fanden und warum.

    Heute hat sie so einen etxremen Anfall wohl auch im Kiga bekommen :-(

    Ich hatte die Erzieherinnen selbstverständlich schon von diesen sehr ausgeprägten Wutausbrüchen unserer Tochter informiert. Aber heute beim Abholen war ich geschockt als ich erfuhr das sie den halben Vormittag nur Zirkus gemacht hat uns sie sogar ins Büro der Leiterin gebracht wurde um sich zu beruhigen.

    Sowas zu hören tut mir als Mama natürlich unheimlich weh und ich möchte meinem Kind einfach nur helfen, weiß aber nicht wie.

    Wir haben hier zu Hause Regeln und Rituale. Sind wir trotzdem noch zu lasch?
    Wir versuchen schon soweit es geht kritische Situationen zu umgehen damit es nicht zu solchen Ausbrüchen kommt, wir versuchen das Wort NEIN aus unserem Wortschatz zu streichen. Aber es wird irgendwie alles nur noch schlimmer.

    Auch ist sie momentan sehr überdreht. Sie schubst andere Kinder viel. Ich tippe dabei auf Übermut anstatt auf irgendwelche Boshaftigkeiten.

    Ich bin immer dabei und versuche sie nicht aus den Augen zu lassen. Ich denke das die Kinder viele Situationen unter sich regeln sollten, solange es alles in einem gewissen Rahmen bleibt, aber meist habe ich das Gefühl das die anderen Mütter schon sauer auf "uns" sind. Ich fühle mich in unserer Spielgruppe unwohl und habe das Gefühl wir werden zu Außenseitern

    So, genug geschrieben. Habt Ihr Tipps oder Ratschläge für uns wie wir mit solchen Situationen umgehen können???

    Verzweifelte und traurige Grüße

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von -daggi-2 Beitrag anzeigen
    Wir haben hier zu Hause Regeln und Rituale. Sind wir trotzdem noch zu lasch?
    Wir versuchen schon soweit es geht kritische Situationen zu umgehen damit es nicht zu solchen Ausbrüchen kommt, wir versuchen das Wort NEIN aus unserem Wortschatz zu streichen. Aber es wird irgendwie alles nur noch schlimmer.
    Welche und wie viele? Deine Frage nach dem "zu lasch" läßt mich ja eher VERMUTEN, dass das Gegenteil der Fall ist ...
    In welchen Situationen wird sie denn so wütend?

  3. #3
    Avatar von Wunderblume
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von -daggi-2 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich bin ganz neu hier im Forum weil ich dringend auf der Suche nach Tipps und Ratschlägen bin.

    unsere Tochter ist jetzt genau 2,5 Jahre alt. Sie war eigentlich schon immer ein sehr selbstbewustes, Kind mit einem starken Willen. Ich würde mal behaupten das sie auch für ihr Alter schon recht weit ist, besonders sprachlich. Sie ist auch sehr groß, sodass sie immer für 3-4 Jahre geschätzt wird!
    Seit August geht sie in die Kita bis 13 Uhr.

    Seit Monaten schon kämpfen wir mit Wut-/Trotzanfällen wobei wir jetzt auf dem Gipfel angekommen sind.
    Mein Mann und ich wissen langsam wirklich nicht mehr weiter, zweifeln an unseren Erziehungsmethoden und fragen uns was wir falsch gemacht haben.
    Außerdem tut es uns für unsere Tochter extrem leid, dass sie sich so ausdrücken muss.

    Sie tut sich halt im Moment sehr schwer sämtliche Regeln zu akzeptieren. Das fängt bei solchen Dingen wie z.B. am Tisch essen an. Sie matscht nur rum, isst nicht, schmeißt auch gerne mal den Teller oder den Trinkbecher über den Tisch, wenn wir nicht richtig aufpassen. Sie provoziert richtig, schreit dabei wie am Spieß. Wir schicken sie dann in ihr Zimmer und bitten sie da zu bleiben, damit wir essen können.

    Dort dreht sie richtig durch. Sie schmeißt ihr Spielzeug aus dem Zimmer, schreit, haut vor die Tür (die übrigens offen bleibt!). Damit kann ich ja noch leben. Aber neuerdings sabbert sie sich vor Wut komplett voll, verschmiert es oder sabbert auf den Boden.Sie versucht irgendwo reinzubeißen, auch schon in mein Bein etc. Sie macht dann absichtlich Pipi in die Hose (sie ist seit ca. 3 Monaten tagsüber trocken und möchte keine Pampers mehr tragen). Oder was noch schlimmer ist, sie versucht sich zu erbrechen indem sie stark hustet

    Wir bekommen sie dann kaum aus diesen Situationen raus. Sie steigert sich dann von einem ins andere. Erst ist sie z.B. das wir ihr etwas verboten haben, dann ist sie sauer weil sie ihre Anziehsachen nass gemacht hat......

    Meistens folgen die Sachen, wie ich sie Euch oben aufgezählt habe, alle hintereinander in einem Wutanfall.

    Sie will sich dann auch nicht anfassen lassen etc. Ich lasse sie dann in Ruhe, beobachte sie, damit sie sich nicht selbst verletzt. Oft will sie nicht mal mehr mit mir in einem Zimmer sein. Irgendwann kommt sie dann an und will sich trösten lassen, was wir dann natürlich auch liebevoll machen, egal wie sie sich vorher aufgeführt hat.

    Hinter sagen wir ihr immer nochmal das wir die Situation nicht gut fanden und warum.

    Heute hat sie so einen etxremen Anfall wohl auch im Kiga bekommen :-(

    Ich hatte die Erzieherinnen selbstverständlich schon von diesen sehr ausgeprägten Wutausbrüchen unserer Tochter informiert. Aber heute beim Abholen war ich geschockt als ich erfuhr das sie den halben Vormittag nur Zirkus gemacht hat uns sie sogar ins Büro der Leiterin gebracht wurde um sich zu beruhigen.

    Sowas zu hören tut mir als Mama natürlich unheimlich weh und ich möchte meinem Kind einfach nur helfen, weiß aber nicht wie.

    Wir haben hier zu Hause Regeln und Rituale. Sind wir trotzdem noch zu lasch?
    Wir versuchen schon soweit es geht kritische Situationen zu umgehen damit es nicht zu solchen Ausbrüchen kommt, wir versuchen das Wort NEIN aus unserem Wortschatz zu streichen. Aber es wird irgendwie alles nur noch schlimmer.

    Auch ist sie momentan sehr überdreht. Sie schubst andere Kinder viel. Ich tippe dabei auf Übermut anstatt auf irgendwelche Boshaftigkeiten.

    Ich bin immer dabei und versuche sie nicht aus den Augen zu lassen. Ich denke das die Kinder viele Situationen unter sich regeln sollten, solange es alles in einem gewissen Rahmen bleibt, aber meist habe ich das Gefühl das die anderen Mütter schon sauer auf "uns" sind. Ich fühle mich in unserer Spielgruppe unwohl und habe das Gefühl wir werden zu Außenseitern

    So, genug geschrieben. Habt Ihr Tipps oder Ratschläge für uns wie wir mit solchen Situationen umgehen können???

    Verzweifelte und traurige Grüße


    Warum glaubt eigentlich jeder, dass man Wutausbrüche irgendwie abstellen muss?

    Das Kind darf wütend, frustriert, enttäuscht, traurig sein. Das ist nicht falsch.

    Wenn sie mit ihren negativen Gefühlen nicht angemessen umgeht, dann zeigt ihr einen Weg, wie es besser geht.
    Nicht das Gefühl ist falsch sondern nur ihre Art, es zu zeigen.

    Das Problem ist häufig, dass auch wir Erwachsenen damit nicht gut umgehen können und so den Kindern kein vernünfigtes Werkzeug im Sinne von Vorbild-Sein an die Hand geben.

    Und ein weiteres Problem ist, dass wir mit dem Gefühl der Kinder auch nicht umgehen können. Es gehört aber zum Leben dazu, dass man nicht immer mit allem einverstanden ist, was so passiert. Und das ist auch okay. Ein Gefühl eines anderen Menschen abstellen zu wollen, KANN nicht funktionieren.


    Vielleicht versucht Ihr mal, in Worte zu fassen, was das Kind gerade empfindet und warum. "Du bist jetzt ganz schön wütend, weil... das kann ich gut verstehen."

    Ein trotziges Kind ist meist in erster Linie deswegen trotzig, weil es sich unverstanden fühlt. Kann man auf jemanden sauer sein, dem man gerade aus vollem Herzen zustimmen möchte?

    Das, was das Kind will muss es nicht bekommen. Aber der Wunsch, das Bedürfnis, muss unbedingt wahrgenommen werden. Und dass das Kind nicht glücklich darüber ist, dass ein Wunsch nicht erfüllt wird, ist angemessen. Es muss nur Wege gezeigt bekommen, wie es diesen Frust auslebt. Und am besten in einer Form, die Ihr aushalten könnt!
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    Wir sehen alle den gleichen Himmel - aber wir haben nicht alle denselben Horizont!

  4. #4
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Wunderblume Beitrag anzeigen
    Warum glaubt eigentlich jeder, dass man Wutausbrüche irgendwie abstellen muss?

    Das Kind darf wütend, frustriert, enttäuscht, traurig sein. Das ist nicht falsch.

    Wenn sie mit ihren negativen Gefühlen nicht angemessen umgeht, dann zeigt ihr einen Weg, wie es besser geht.
    Nicht das Gefühl ist falsch sondern nur ihre Art, es zu zeigen.

    Das Problem ist häufig, dass auch wir Erwachsenen damit nicht gut umgehen können und so den Kindern kein vernünfigtes Werkzeug im Sinne von Vorbild-Sein an die Hand geben.

    Und ein weiteres Problem ist, dass wir mit dem Gefühl der Kinder auch nicht umgehen können. Es gehört aber zum Leben dazu, dass man nicht immer mit allem einverstanden ist, was so passiert. Und das ist auch okay. Ein Gefühl eines anderen Menschen abstellen zu wollen, KANN nicht funktionieren.


    Vielleicht versucht Ihr mal, in Worte zu fassen, was das Kind gerade empfindet und warum. "Du bist jetzt ganz schön wütend, weil... das kann ich gut verstehen."

    Ein trotziges Kind ist meist in erster Linie deswegen trotzig, weil es sich unverstanden fühlt. Kann man auf jemanden sauer sein, dem man gerade aus vollem Herzen zustimmen möchte?

    Das, was das Kind will muss es nicht bekommen. Aber der Wunsch, das Bedürfnis, muss unbedingt wahrgenommen werden. Und dass das Kind nicht glücklich darüber ist, dass ein Wunsch nicht erfüllt wird, ist angemessen. Es muss nur Wege gezeigt bekommen, wie es diesen Frust auslebt. Und am besten in einer Form, die Ihr aushalten könnt!
    Das hast du gut zusammengefasst.

    Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Kleine erst 2 1/2 ist. Gerade bei Kindern, die älter wirken und sprachlich auch schon recht weit sind, überschätzt man das tatsächliche Verständnis, gerade in Frustsituationen, gerne mal. Sie sind dann halt eben doch noch Kleinkinder.

    LG

  5. #5
    Avatar von Prinzessin.Lillifee
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Wunderblume Beitrag anzeigen
    Wenn sie mit ihren negativen Gefühlen nicht angemessen umgeht, dann zeigt ihr einen Weg, wie es besser geht. Nicht das Gefühl ist falsch sondern nur ihre Art, es zu zeigen.

    Das Problem ist häufig, dass auch wir Erwachsenen damit nicht gut umgehen können und so den Kindern kein vernünfigtes Werkzeug im Sinne von Vorbild-Sein an die Hand geben. [...]

    Es muss nur Wege gezeigt bekommen, wie es diesen Frust auslebt. Und am besten in einer Form, die Ihr aushalten könnt!
    Okay. Dann schlag' mal Wege vor, wir man mit einem wie dem beschriebenen Verhalten besser umgeht. Vor allem dann, wenn auf den Satz "Du bist jetzt ganz schön wütend, weil ... das kann ich gut verstehen." der nächste Wutanfall auf dem Fuße folgt!

  6. #6
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Prinzessin.Lillifee Beitrag anzeigen
    Okay. Dann schlag' mal Wege vor, wir man mit einem wie dem beschriebenen Verhalten besser umgeht.
    Sagt Wunderblume doch: Das Kind annehmen und ihm vermitteln, dass die Gefühle ok sind und dass man versteht, dass es gerade wütend ist. Und vorallem selbst gelassener werden.

    Vor allem dann, wenn auf den Satz "Du bist jetzt ganz schön wütend, weil ... das kann ich gut verstehen." der nächste Wutanfall auf dem Fuße folgt!
    Dann folgt er eben. Es geht nicht darum, die Wut abzustellen.
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  7. #7
    Avatar von Wunderblume
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Prinzessin.Lillifee Beitrag anzeigen
    Okay. Dann schlag' mal Wege vor, wir man mit einem wie dem beschriebenen Verhalten besser umgeht. Vor allem dann, wenn auf den Satz "Du bist jetzt ganz schön wütend, weil ... das kann ich gut verstehen." der nächste Wutanfall auf dem Fuße folgt!
    Naja, es ist halt nicht damit getan, dem Kind zu sagen, was es NICHT machen soll.

    Ein Beispiel... hm. Ich versuche es. Erst, wie es ist:


    Kind vergißt am Tisch die "Manieren" und wird ins Zimmer geschickt.

    Nun ist es von einem 2,5 Jahre alten Kind natürlich etwas viel verlangt, dass es im Zimmer artig auf dem Stühlchen sitzt, die Händchen im Schoß gefaltet und über seine Untaten nachdenkt.

    Das Kind ist SAUER. Es hat ja nicht mit dem Essen gespielt, weil es ins Zimmer wollte. Es fühlt sich unverstanden, ungeliebt, zurückgesetzt, verängstigt.. und dieses Gefühlschaos verknotet sich im Bauch und kann nicht raus. .... es schreit und weint und tobt und wütet... der Knoten bleibt.... und weil das alles nichts bringt, sabbert es und macht in die Hose... und dann... kommt jemand und ist sauer und wütend weil das Kind sich so verhält... und das Kind spürt noch mehr Wut im Raum.. und beißt vor lauter Verzweiflung, weil der Knoten aus dem Magen soll.


    Jetzt ein Beispiel, wie ich es -vielleicht- regeln würde.

    Kind vergißt am Tisch die Manieren. (ich gehe davon aus, dass das Kind auch im obigen Fall zuerst freundlich darauf hingwiesen wird, was man erwartet, deshalb lasse ich den Teil mal raus und setze da ein, wo ich nicht mehr reden, sondern handeln würde.)

    Okay, ich mag so jetzt nicht weiteressen. Geh bitte in Dein Zimmer und *schau Dir ein Buch an* (wahlweise andere Tätigkeit). Ich möchte jetzt in Ruhe essen. Wenn ich fertig bin, komme ich zu Dir. Vielleicht magst Du dann was essen während ich Dir das Buch vorlese?

    - Kind geht und wütet vielleicht trotzdem im Zimmer herum.

    Zum Kind gehen, meinen Lieblingssatz sagen: "Du bist jetzt ganz schön wütend..blabla ... Ich kann das gut verstehen. Ich möchte aber nicht, dass Du so einen Lärm machst. Kannst Du die Tür auch leise zuknallen? Nein? Hm. Vielleicht kannst Du irgendwas werfen, das weniger Lärm macht? Hier ist eine alte Zeitung. Die kannst Du zerknüllen und an die Wand werfen. Vielleicht kannst du damit ja auch die Wut wegwerfen.

    Ich möchte jetzt in Ruhe essen. *Abgang Mama*

    - Kind wütet - vielleicht- weiter

    Mama ruft: "Hey, das ist aber eine laute Zeitung, kannst Du die nicht leiserstellen?Guck mal, bitte ob die einen Leiseschalter hat!"


    Mama hat aufgegessen, geht zum Kind, Kind hat gesabbert und in die Hose gemacht. "oh je, ich dachte, wir könnten jetzt zusammen ein Buch angucken und mal sehen, ob Du dabei noch etwas essen magst. Jetzt müssen wir hier wohl erstmal putzen. *während des Putzens*: "Aber sag mal, bist Du eigentlich wirklich soooo wütend? Warum denn nur? Oder bist Du traurig, dass Du nicht bei uns essen konntest? Ich wäre ja eher traurig, wenn ich allein hier sein müsste statt mit Mama und Papa in der Küche zu sitzen. Ich finde es auch viel schöner, wenn Du bei uns in der Küche bist. Aber wenn Du immer mit Tellern wirfst, kann ich ja gar nicht essen. Das macht mich dann traurig und wütend. Stell Dir mal vor, ich würde dann auch mit der Tür knallen und laut herumbrüllen... und dann alles vollsabbern, da hätten wir aber viel zu putzen, hinterher. Dann kämen wir wohl gar nicht mehr dazu, zusammen ein Buch anzuschauen. Dabei ist Buch anschauen viel lustiger als Putzen! So endlich fertig. Magst Du jetzt noch was essen? Aber nur wenn keine Teller herumfliegen. Vom Putzen hab ich erstmal die Nase voll!"



    Wolltest Du sowas lesen?
    Ist natürlich schwierig, weil ich nicht sagen kann, wie sich die Situation genau weiterentwickelt.

    Vielleicht zusammenfassend:
    - eigene Grenze zeigen (ICH-Aussage!)
    - im Kontakt bleiben, das Kind nicht "allein" lassen mit seinen Gefühlen (und bei passender Gelegenheit die Gefühle 'sortieren' Wut, Frust, Trauer - und benennen)
    - es nicht als persönlichen Angriff nehmen, sondern als Überforderung des Kindes
    - Verständnis zeigen
    - kompromissbereit bleiben
    - mit einer Prise Humor die Situation entschärfen und nicht eskalieren lassen
    - ganz wichtig: Handlungsalternativen bieten! zum Beispiel: einmal zusammen laut schreien, Zeitung zerknüllen, in ein Kissen boxen, einmal feste mit den Füßen aufstampfen, dreimal um den Tisch rennen, gemeinsam ein extra-Schimpfwort für solche Situationen erfinden - wenn Du so richtig viel Wut im Bauch hast, dann schimpf mal "Ach Du dicker grüner Tümpeltintenkakadu"! (je lustiger das "Schimpfwort" ist, desto mehr entspannt es die Situation) - da muss jeder für sich einen Weg finden, wie es in der Familie passt. Mein Neffe hatte zeitweise sogar einen eigenen Boxsack in seinem Zimmer.
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  8. #8
    Avatar von Prinzessin.Lillifee
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Wunderblume Beitrag anzeigen
    Wolltest Du sowas lesen?
    Ist natürlich schwierig, weil ich nicht sagen kann, wie sich die Situation genau weiterentwickelt.
    Ja, sowas wollte ich lesen, etwas Konkretes nämlich. Die Ideen sind mir alle auch nicht wirklich neu.

    Aber: Es gibt Tage, an denen auch wir unsere dreijährige Tochter bitten, sich bei Tisch zu benehmen. Wenn sie das nicht tut und auch nach der weiß ich wievielten Ermahnung immer noch Grenzen testet (bei uns ist Füße auf den Tisch legen oft das Thema), dann muss ein Elternteil sie ins Nebenzimmer (bei uns Wohnzimmer) auf die Couch setzen, von alleine geht sie nirgendwohin, von alleine lässt sie sich allenfalls vom Stuhl fallen.

    Und jetzt meine Hauptfrage: Bist du, Wunderblume, jedes Mal, wenn sowas auftritt, wirklich so gelassen, wie du beschreibst? Wenn du nach einem stressigen Tag nicht zu einem halbwegs gesitteten Abendessen kommst und anschließend auch noch im Kinderzimmer putzen musst (vermutlich, während sich in der Küche gerade noch die Berge an schmutzigem Geschirr türmen)? Sei mal ehrlich, was tust du an einem schlechten Tag?

    Maxie Musterfrau frage ich erst gar nicht, denn der Satz, es ginge nicht darum, die Wut abzustellen, liest sich für mich schon recht realitätsfremd (wie in einem der vielen Erziehungsratgeber, in denen wenig Konkretes steht). Mag sein, dass es darum nicht geht. Aber Eltern sind schließlich auch nur Menschen, haben wie Kinder das Recht auf Wut und Enttäuschung, auf Auszeit und ihre Grenzen.
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  9. #9
    Avatar von Wunderblume
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Prinzessin.Lillifee Beitrag anzeigen
    Ja, sowas wollte ich lesen, etwas Konkretes nämlich. Die Ideen sind mir alle auch nicht wirklich neu.

    Aber: Es gibt Tage, an denen auch wir unsere dreijährige Tochter bitten, sich bei Tisch zu benehmen. Wenn sie das nicht tut und auch nach der weiß ich wievielten Ermahnung immer noch Grenzen testet (bei uns ist Füße auf den Tisch legen oft das Thema), dann muss ein Elternteil sie ins Nebenzimmer (bei uns Wohnzimmer) auf die Couch setzen, von alleine geht sie nirgendwohin, von alleine lässt sie sich allenfalls vom Stuhl fallen.

    Und jetzt meine Hauptfrage: Bist du, Wunderblume, jedes Mal, wenn sowas auftritt, wirklich so gelassen, wie du beschreibst? Wenn du nach einem stressigen Tag nicht zu einem halbwegs gesitteten Abendessen kommst und anschließend auch noch im Kinderzimmer putzen musst (vermutlich, während sich in der Küche gerade noch die Berge an schmutzigem Geschirr türmen)? Sei mal ehrlich, was tust du an einem schlechten Tag?

    Maxie Musterfrau frage ich erst gar nicht, denn der Satz, es ginge nicht darum, die Wut abzustellen, liest sich für mich schon recht realitätsfremd (wie in einem der vielen Erziehungsratgeber, in denen wenig Konkretes steht). Mag sein, dass es darum nicht geht. Aber Eltern sind schließlich auch nur Menschen, haben wie Kinder das Recht auf Wut und Enttäuschung, auf Auszeit und ihre Grenzen.
    Nein, natürlich bin ich nicht immer total gelassen.

    Aber wenn mich jemand fragt, wie es besser geht, da schreibe ich natürlich nicht, wie es nicht funktioniert. Das macht für mich keinen Sinn.

    Aber an schlechten Tagen, an denen ich selbst nicht in der Lage bin angemessen zu handeln, kann ich auch oft mal einfach 5e gerade sein lassen. Man muss ja nicht immer jedes Fehlverhalten ahnden und Konsequenz ist manchmal auch getarnte Bequemlichkeit, wenn man Dinge nur "aus Prinzip" verbietet macht man sich häufig nur selbst das Leben schwer. Eines der ersten Worte beider Kinder war "ausnahmsweiiiiiiiiiiiiise, Mama!" - ich glaub, das sagt schon ganz viel. *gg*


    Ich versuche authentisch zu sein. Immer ICH. Ich bin auch mal laut, unfair und zickig. Aber ich stehe dann dazu und kann dann hinterher auch sagen: "Das war blöd von mir, tut mir Leid!"
    Ich bin überzeugt, Kinder lernen auch dadurch wichtige Dinge: Es ist okay, Fehler zu machen. Es ist ganz einfach, sich zu entschuldigen. Und es ist ganz einfach, zu verzeihen.

    Finde ich wichtig.


    Aber was an dem Satz "es geht nicht darum, die Wut abzustellen" ist für Dich realitätsfremd? Es ist tatsächlich viel leichter, wenn man das Gefühl als solches akzeptiert. Das haben wir Eltern oft nicht gelernt und können es heute noch nicht, deshalb ist für so viele der Gedanke "falsch". Aber negative Gefühle sind nicht falsch. Falsch ist oft nur, wie wir damit umgehen. Um so schwerer ist es, da auch das Richtige vorzuleben. Da muss man selbst vielleicht erstmal umdenken, weil man selbst gelernt hat immer "brav" zu sein.


    Füße auf den Tisch legen, kann man vielleicht ganz einfach dadurch abstellen, dass das Kind mal 2 Minuten im Stehen ißt? Bei uns ist es das "Kippeln" (stört meinen Mann mehr als mich) wo wir dann manchmal sagen, wenn Du nicht still sitzen kannst, versuch es mal mit Stehen! Ich bin da tatsächlich auch im RL und GERADE an stressigen Tagen gern mal "kreativ" was Problemlösungen betrifft.
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  10. #10
    Avatar von Prinzessin.Lillifee
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    Standard Re: Extreme Wutausbrüche bei 2,5 jährigem Kind

    Zitat Zitat von Wunderblume Beitrag anzeigen
    Nein, natürlich bin ich nicht immer total gelassen. [...]
    Man muss ja nicht immer jedes Fehlverhalten ahnden und Konsequenz ist manchmal auch getarnte Bequemlichkeit, wenn man Dinge nur "aus Prinzip" verbietet macht man sich häufig nur selbst das Leben schwer. [...] Ich versuche authentisch zu sein. Immer ICH. Ich bin auch mal laut, unfair und zickig. Aber ich stehe dann dazu und kann dann hinterher auch sagen: "Das war blöd von mir, tut mir Leid!"
    Ich bin überzeugt, Kinder lernen auch dadurch wichtige Dinge: Es ist okay, Fehler zu machen. Es ist ganz einfach, sich zu entschuldigen. Und es ist ganz einfach, zu verzeihen. Finde ich wichtig.
    Ein sehr schöner Beitrag, Wunderblume, vor allem die oben zitierten Passagen daraus.

    "Konsequenz" ist für mich zwischenzeitlich ein bisschen zum Reizwort geworden, weil ich das Gefühl habe, dass es meist im Sinne von "Wer nicht hören will, muss fühlen!" verwendet wird. Davon halte ich überhaupt nichts. Manchmal kommt es zu Situationen, in denen Konsequenz nicht nur Bequemlichkeit tarnt, sogar auch eigene Verantwortung leugnet und Kindern Schuld für etwas in die Schuhe schiebt. Und Prinzipienreiterei ... pfui ...

    Mit dem "Wut abstellen" habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte eher, den Wutanfall abstellen. Wut ist ja okay, gut und richtig (und sogar wichtig), aber das Geschrei am Tisch will ich deswegen trotzdem nicht haben!

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