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  1. #1
    EmmaimHerzen ist offline Stranger

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    Unglücklich Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Liebe Eltern und Leser,

    wenn ich so durch die Foren klicke, habe ich das Gefühl, dass meine Trauersituation irgendwie "anders" ist.
    Aus diesem Grund hier meine Geschichte - in der Hoffnung, dass sich andere Betroffene Eltern melden. Ich bin für jeden Austausch dankbar...

    Im letzten Jahr bin ich mehr als überraschend schnell schwanger geworden und nach dem ersten Schock, habe ich mich sehr auf die bevorstehende Schwangerschaft gefreut. Rückblickend muss ich sagen, kommt mir alles wie ein schlechter Traum vor ...

    Bei der zweiten Untersuchung hat mein Partner auf dem Monitor das zweite "Ei" noch vor der Ärztin entdeckt. Das war ein irres Gefühl - wir werden Eltern von Zwillingen. Wir sind im Freudentaumel regelrecht aus der Praxis gefallen.

    Lange hatte ich Angst oder mehr ein Gefühl es könnte etwas passieren, aber die Kleinen entwickelten sich prima. Selbst bei der Untersuchung eines Spezialisten in der 11 ssw kam nichts Auffälliges raus - eine Fruchtwasseruntersuchung erschien unnötig.

    So haben wir dann vielen von meiner Zwillingsschwangerschaft erzählt.

    Leider hat uns dann bei einer Routineuntersuchung in der 19 ssw der Hammer getroffen, die meine Welt regelrecht zusammenbrechen ließ. Meine Ärztin stellte bei einer unserer Töchter Syntome fest, die in den Folgetagen von Spezialisten leider bestätigt wurden. Unsere Kleine würde aufgrund eines zu engen Brustkorbs keine Lungenfunktion entwickeln und nach der Geburt versterben. In meinem Bauch ging es beiden bis dahin gut, hieß es.

    Nach einem ersten Zusammenbruch habe ich dann die verbleibenden Monate mit unseren beiden Mäusen im Bauch ganz bewusst genossen - soweit das eben ging. Ich habe mir Hilfe einer Trauerbegleiterin gesucht und eine Hebamme die ebenfalls mein Schicksal teilte. Mit meinen Gedanken, dem bevorstehenden Verlust und der Trauer bin ich ganz offen umgegangen und habe so vermutlich auch viele Menschen geschockt.
    Am Ende hatte ich sogar die Kraft die Beerdigung zu planen und eine Trauerrede zu schreiben.

    Am 30.11.11 mussten meine Kleinen dann per Kaiserschnitt 5 Wochen zu früh auf die Welt geholt werden. Der Termin wurde aufgrund einer Schwangerschaftsvergiftung zwei Tage vorher festgelegt. Als ich von diesem Termin erfuhr, hat sich alles in mir zusammengekrampft - jetzt würde der Abschied kommen...
    In der Klinik waren total lieb zu uns. Ich durfte sogar meine Hebamme mitbringen und ein Teil meiner Familie war zur Unterstützung im Anschluss an die OP im Kreissaal für uns da und konnte sich so auch verabschieden.

    Mittwochmorgens wurden dann die beiden geholt.
    Nach der Erstversorgung hatte ich beide Kinder schon im OP im Arm. Die ganze Zeit habe ich beruhigend auf mein sterbendes Kind eingesprochen - ich wollte jede Sekunde mit ihr in mir aufsaugen. Eine halbe Stunde hat unsere kleine Emma noch gelebt. Sie sah so süß und perfekt aus. Ihr Mund, ihre Stupsnase, ihre braunen Haare, die samtweiche Haut - alles an ihr empfand ich einfach nur schön ...

    Was Liebe bedeutet, habe ich in diesem Moment
    auf eine ganz andere, tief berührende und auch schmerzliche Art und Weise erfahren dürfen.
    Auch was die Kleine während der Schwangerschaft in mir und auch in ihrer Umwelt bewegt hat, ist erstaunlich. Wir haben auch ganz viele Erfahrungen machen dürfen, die wir ohne sie wohl in dieser Form nie gemacht hätten. Die Anteilnahme und der Zuspruch so vieler Menschen war einfach nur schön...

    Aber ich dachte, wenn ich mein Kind beim Sterben begleiten kann und dann noch die Beerdigung überstehe, dann wird alles "besser" - so habe ich mich doch sehr getäuscht - die Trauer übermannt mich manchmal regelrecht.

    Trotz der Trauer um den Verlust unserer Tochter, haben wir aber gleichzeitig auch die Freude über ein gesundes Kind erleben dürfen. Dennoch ist dieses Gefühlschaos manchmal kaum auszuhalten. In die Freude über unsere Maus mischen sich dann z.B. auch eine schlechtes Gewissen weil man traurig ist. Alea soll doch nicht denken, dass wir wegen ihr traurig sind! Es ist nur schön zu sehen, wie gelassen und fröhlich unser Kind trotz ihrer Erfahrungen und der ihrer Eltern ist.

    Gibt es hier Eltern oder Mamis denen es ähnlich geht? Ich würde mich so gerne mit Betroffenen austauschen.

    Alles Liebe
    mey

  2. #2

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Liebe Mey,

    es gibt keine Worte die troesten koennen, dass weiss ich aus eigener Erfahrung!

    Es tut mir unendlich Leid was Du und Deine Familie erleben musstet und trotzdem bewundere ich Deine Staerke.

    Ich weiss das Du andere Zwillingsmamas findest um Dich mit Ihnen austauschen zu koennen und meine Geschichte ist Deiner nicht aehnlich aber ich erlebe gerade auh das Gefuehl der Trauer und Freude um ein Kind.

    Im Februar haben wir durch einen Unfall unsere 3jaehrige Tochter Frejya und unseren 2jaehrigen Sohn Quinn verloren. Ich fuehle eine Leere in mir die ich nie fuer moeglich gehalten haette und die Trauer ueberwaeltigt mich - zur selben Zeit haben wir aber auch erfahren das ich (ungeplant) schwanger geworden bin.
    Auf der einen Seite ist dieser unglaubliche Schmerz und Verlust der mir manchmal die Luft zum Atmen nimmt und auf der anderen Seite ist da dieses kleine Wunder in mir, fuer das ich da sein muss.
    Es ist schwer mit diesen beiden Extremen zu leben. Ich habe Angst nicht "richtig" zu trauern und aber auch ein schlechtes Gewissen gegenueber meinem Baby mich nicht genuegend zu freuen.
    Und dann ist da auch noch unser 10jaehriger Sohn Philipp, er braucht seine Mama, ich muss trotz meiner Trauer einen Weg finden fuer Philipp und mein Baby dazu sein.

    Daher denke ich sind wir uns doch ein bisschen aehnlich und wenn Du jemandem zum Reden brauchst kannst Du Dich gerne jederzeit melden.

    Alles Gute fuer Dich, Deinen Mann und Euere kleine Tochter,
    Stefanie
    Erwachsene werden in der Erde begraben-
    Kinder im Herzen.

    Frejya 08/08 - 02/12 & Quinn 01/10 - 02/12

    Our first gift from Heaven Philipp 06/01

    und 4 Sternchen unvergessen im Herzen.

  3. #3
    nadinchen0604 ist offline Member

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Liebe Mey,

    Ersteinmal möchte ich dir mein tiefes Mitgefühl ausdrücken.

    Ich habe meinen Zwilling bereits in der Schwangerschaft (Wahrscheinlich um die 11. Woche gestorben) verloren , aber ich denke, dass es egal ist wann man das Kind verliert. Auch bei mir war es anfangs oft sehr schlimm und trotzdem ich ein gesundes, lebenslustiges Wesen auf dem Arm halten konnte habe ich viel geweint. Ich hätte auch beide Kinder verlieren können, ich wusste wie schlimm es steht, aber ich hatte "Glück" und mein Sohnemann hat es geschafft. Bei mir hat es fast ein Jahr gedauert bis es "besser" wurde, doch auch jetzt jedes mal wenn ich Zwillinge sehe, frage ich mich wie wohl meine Beiden jetzt nebeneinander gehockt hätten, oder jetzt gemeinsam spielen würden.

    Ich frage mich manchmal, ob die Kinder das Fehlen spüren, sicher deine Alea hatte ihr Geschwisterchen sehr lang bei sich, aber zwischen Zwillingen gibt es doch eine sehr enge auch emotionale Bindung von Beginn an.

    Lass die Trauer zu, denn wenn du sie in dich hinein frisst wird es nur schlimjmer, dann zerreißt es dich irgendwann, vielleicht gibt es Selbsthilfegruppen bei euch im Ort.

    Liebe Grüße Nadine


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    "Du kamst, Du gingst mit leiser Spur, Ein flücht'ger Gast im Erdenland; Woher? Wohin? Wir wissen nur: Aus Gottes Hand in Gottes Hand."
    (Ludwig Uhland)

  4. #4
    maxundjan ist offline addict

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Hallo,

    auch wir haben uns auf zwei kleine Mädchen gefreut ..............

    In der 26.SSW wurde einen Tag nach dem CTG im KKH festgestellt das eines meiner Mädchen nicht mehr lebt. Im KKh war ich, weil ich "merkwürige" Schmerzen hatte....

    Da wir schon eine komplizierte Familienkonstellation haben/hatten, wurde mir freigestellt abzuwarten.........oder einen sofortigen Kaiserschnitt....

    Dadurch das die beiden zweieiig waren haben wir uns entschieden zu warten, und so lag ich 10 Tage mit beiden Kindern im Bauch im KKH.........auf die Idee Abschied zu nehmen bin ich nicht gekommen, ich mußte ja für mein kleines lebendes Mädchen kämpfen...leider hat mir auch das KKH nicht dabei geholfen....

    Als dann die Werte beim CTG schlechter wurden hat man dann den Kaiserschnitt gemacht...........Meine Kleine kam dann mit einem gewicht von 1100g zur Welt. Ihre Schwester wog 660g........

    Wir waren in der Zeit danach auch völlig durch den Wind, sind von der Neo-Intensiv auf den Friedhof, vom Friedhof ins KKH und immer dabei unsere zwei großen Kinder, von denen der eine behindert war....

    Tja, 8 Wochen nach dem Kaiserschnitt konnten wir unsere Tochter dann mit nach Hause nehmen und bis heute hat sie sich so gut entwickelt, das niemand mehr auf die Idee kommen könnte sie wäre ein Frühchen.........

    Es gibt viele Sachen die uns stutzig gemacht haben, was das Verhältnis bei Zwillingen angeht, Reaktionen unserer Tochter, wo man sich Gedanken macht und fragt wo sie das herhat....auch wie sie manchmal reagiert usw.....

    Und ja, auch die gefühle, die da sind, beim geburtstag feiern, bei ihrer Einschulung, wo doch eigentlich zwei stehen müssten...............ihr erster Freund in der Schule hat einen Zwillingsbruder (sagt man nicht auch, das sichZwillinge auch wieder Zwillinge suchen?).......

    Wenn du magst kannst du mich anschreiben und wir können uns austauschen.....

    Bis dahin erstmal liebe Grüße,
    Sandra mit Jan, 16.8.00 und Alina 17.6.05 an der Hand und Max, geb. 11.3.95, gest. 13.01.06 und Franziska 17.6.05 im Herzen
    www.verwaiste-eltern-magdeburg.de

  5. #5
    Ingrid3 ist offline Legende

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Zitat Zitat von EmmaimHerzen Beitrag anzeigen
    Liebe Eltern und Leser,

    wenn ich so durch die Foren klicke, habe ich das Gefühl, dass meine Trauersituation irgendwie "anders" ist.
    Aus diesem Grund hier meine Geschichte - in der Hoffnung, dass sich andere Betroffene Eltern melden. Ich bin für jeden Austausch dankbar...

    Im letzten Jahr bin ich mehr als überraschend schnell schwanger geworden und nach dem ersten Schock, habe ich mich sehr auf die bevorstehende Schwangerschaft gefreut. Rückblickend muss ich sagen, kommt mir alles wie ein schlechter Traum vor ...

    Bei der zweiten Untersuchung hat mein Partner auf dem Monitor das zweite "Ei" noch vor der Ärztin entdeckt. Das war ein irres Gefühl - wir werden Eltern von Zwillingen. Wir sind im Freudentaumel regelrecht aus der Praxis gefallen.

    Lange hatte ich Angst oder mehr ein Gefühl es könnte etwas passieren, aber die Kleinen entwickelten sich prima. Selbst bei der Untersuchung eines Spezialisten in der 11 ssw kam nichts Auffälliges raus - eine Fruchtwasseruntersuchung erschien unnötig.

    So haben wir dann vielen von meiner Zwillingsschwangerschaft erzählt.

    Leider hat uns dann bei einer Routineuntersuchung in der 19 ssw der Hammer getroffen, die meine Welt regelrecht zusammenbrechen ließ. Meine Ärztin stellte bei einer unserer Töchter Syntome fest, die in den Folgetagen von Spezialisten leider bestätigt wurden. Unsere Kleine würde aufgrund eines zu engen Brustkorbs keine Lungenfunktion entwickeln und nach der Geburt versterben. In meinem Bauch ging es beiden bis dahin gut, hieß es.

    Nach einem ersten Zusammenbruch habe ich dann die verbleibenden Monate mit unseren beiden Mäusen im Bauch ganz bewusst genossen - soweit das eben ging. Ich habe mir Hilfe einer Trauerbegleiterin gesucht und eine Hebamme die ebenfalls mein Schicksal teilte. Mit meinen Gedanken, dem bevorstehenden Verlust und der Trauer bin ich ganz offen umgegangen und habe so vermutlich auch viele Menschen geschockt.
    Am Ende hatte ich sogar die Kraft die Beerdigung zu planen und eine Trauerrede zu schreiben.

    Am 30.11.11 mussten meine Kleinen dann per Kaiserschnitt 5 Wochen zu früh auf die Welt geholt werden. Der Termin wurde aufgrund einer Schwangerschaftsvergiftung zwei Tage vorher festgelegt. Als ich von diesem Termin erfuhr, hat sich alles in mir zusammengekrampft - jetzt würde der Abschied kommen...
    In der Klinik waren total lieb zu uns. Ich durfte sogar meine Hebamme mitbringen und ein Teil meiner Familie war zur Unterstützung im Anschluss an die OP im Kreissaal für uns da und konnte sich so auch verabschieden.

    Mittwochmorgens wurden dann die beiden geholt.
    Nach der Erstversorgung hatte ich beide Kinder schon im OP im Arm. Die ganze Zeit habe ich beruhigend auf mein sterbendes Kind eingesprochen - ich wollte jede Sekunde mit ihr in mir aufsaugen. Eine halbe Stunde hat unsere kleine Emma noch gelebt. Sie sah so süß und perfekt aus. Ihr Mund, ihre Stupsnase, ihre braunen Haare, die samtweiche Haut - alles an ihr empfand ich einfach nur schön ...

    Was Liebe bedeutet, habe ich in diesem Moment
    auf eine ganz andere, tief berührende und auch schmerzliche Art und Weise erfahren dürfen.
    Auch was die Kleine während der Schwangerschaft in mir und auch in ihrer Umwelt bewegt hat, ist erstaunlich. Wir haben auch ganz viele Erfahrungen machen dürfen, die wir ohne sie wohl in dieser Form nie gemacht hätten. Die Anteilnahme und der Zuspruch so vieler Menschen war einfach nur schön...

    Aber ich dachte, wenn ich mein Kind beim Sterben begleiten kann und dann noch die Beerdigung überstehe, dann wird alles "besser" - so habe ich mich doch sehr getäuscht - die Trauer übermannt mich manchmal regelrecht.

    Trotz der Trauer um den Verlust unserer Tochter, haben wir aber gleichzeitig auch die Freude über ein gesundes Kind erleben dürfen. Dennoch ist dieses Gefühlschaos manchmal kaum auszuhalten. In die Freude über unsere Maus mischen sich dann z.B. auch eine schlechtes Gewissen weil man traurig ist. Alea soll doch nicht denken, dass wir wegen ihr traurig sind! Es ist nur schön zu sehen, wie gelassen und fröhlich unser Kind trotz ihrer Erfahrungen und der ihrer Eltern ist.

    Gibt es hier Eltern oder Mamis denen es ähnlich geht? Ich würde mich so gerne mit Betroffenen austauschen.

    Alles Liebe
    mey
    Liebe Mey,

    das was du für deine Tocher tun konntest: Abschied nehmen, die Beerdigung, die Trauerrede. All das wird dir helfen in deiner Trauer. Es tut immer weh, aber irgendwann nicht mehr ganz so schlimm. Ich bin heute nach 17 Jahren noch traurig, wenn ich an mein erstes Kind denke.

  6. #6
    Avatar von kisha79
    kisha79 ist offline old hand

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    hallo emmaimherzen,

    schaust du noch ab und zu rein?

    lg
    9 ÜZ
    1 ÜZ mit Clomifen
    1. icsi startet im juli!!!! und auch
    28.7.: Transfer vorbei - jetzt heißt es Daumen drücken! :daumendrueck:
    11.8.: Bluttest positiv Jetzt am Do. 1. US
    Es sind Zwillinge!!!
    Nicklas geht es sehr gut aber leider verstarb unsere kleine Maus Sophia 14 Tage nach der Geburt - wir sind unendlich traurig...:(

  7. #7
    Maya2013 ist offline Stranger

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Unsere Geschichte ist sehr ähnlich die deiner! Nach zwei Fehlgeburten wurde ich endlich mit Zwillingen schwanger! Ich hatte mir schon immer Zwillinge gewünscht! Im 6. Monat hatten wir die Diagnose erhalten, dass ein Kind keine Nieren besitzt und deshalb nach der Geburt sterben wird. Der Schock war enorm, wir haben sehr viel geweint. Andere Kliniken konnten die Diagnose nur bestätigen.

    Auch ich habe versucht die Zeit mit unserem Angel im Bauch so gut es geht zu genießen. Ich war stark aber auch ich wurde immer wieder von Heulattacken überrascht da ich auf Grund von Angels Tod sehr vor der Geburt Angst hatte.

    Planmäßig wurde dann in der 36. Woche der Kaiserschnitt eingeleitet. Während unser gesunder Sohn sofort in den Brutkasten kam, konnten wir uns um Angel kümmern. Da er keine Nieren hatte konnten sich somit keine Lungen entwickeln und er konnte nicht atmen. Als er geholt wurde hat er weder die Augen geöffnet noch geschrien. Er hat lediglich versucht ein paar mal zu atmen. Diesen grausamen Anblick werde ich nie wieder vergessen. Er hat eine Stunde gelebt, bis sein Tod festgestellt wurde. Er ist Nachts um 00.10 Uhr gestorben, ich hatte ihn bis um 06.00 Uhr noch auf der Brust und konnte mich lange genug von ihm verabschieden.

    Die Beerdigung war einfach nur schlimm, aber mittlerweile geht es. Es sind jetzt knapp 3 Monate her und wir haben viel Freude mit unserem gesunden Kind (dem übrigens auch eine Niere fehlt, was jedoch kein Problem darstellt). Mehrmals die Woche bin ich am Grab und die Albträume lassen langsam nach. Meine Familienplanungbist abgeschlossen, so einen Horror möchte ich nicht nochmal erleben. Auf das Warum wurde uns nur gesagt es sei eine schlechte Laune der Natur.

    Immer wenn mein Sohn mich anlächelt denke ich ständig, dass mich zwei anlächeln sollten. Angel fehlt mir täglich in den verschiedensten Situationen. Ich fühle mich unvollständig da ich für Zwillinge gemacht wurde.
    Geändert von Maya2013 (20.08.2013 um 20:11 Uhr)

  8. #8
    Avatar von Kassiopeia81
    Kassiopeia81 ist offline Pooh-Bah

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Hallo,

    ich habe leider auch eines meiner beiden Zwillingsmädchen gehen lassen müssen. In der 32. SSW wurde bei einem Routinecheck, (engmaschig, da vorangegangenes FFTS mit OP), festgestellt das Annabells Herz nicht mehr schlägt! Das hat uns den Boden unter den Füßen weg gezogen! Die beiden Mädchen wurden sofort per KS geholt! Charlotte kam auf die Intensivstation zur Überwachung und es ging ihr gut! Nur unsere kleine Annabell war ganz still! Ich habe sie in die Arme bekommen und wir konnten uns verabschieden! Ich weiß gar nicht wie man diesen unmenschlichen Schmerz beschreiben soll! In der ganzen SS, die alles andere als leicht war, haben wir damit gerechnet das wir eine verlieren. Aber nach der OP und diversen KH Aufhalten waren wir sicher es zu schaffen. Nur noch 3 Wochen bis zum KS Termin....Warum? Das weiß niemand! Unsere Maus wurde im Friedwald bestattet und es waren nur mein Mann und ich da! Ich dachte es wird besser mit der Zeit, aber es gibt Tage an denen ich nur weinen möchte! Sie fehlt so sehr!

  9. #9
    JacquelineS ist offline Stranger

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Hallo zusammen,
    jede eurer Geschichten ist so traurig und das tut mir so Leid!
    Ich bin leider auch in einer ähnlichen Situation und würde mich über einen Austausch freuen, auch wenn die meisten Beiträge schon recht alt sind.
    Ich wurde letztes Jahr sehr schnell, bereits im ersten Zyklus, schwanger. In der 8. Woche waren mein Mann und ich beim Ultraschall und er entdeckte auch noch vor der Frauenärztin zwei Embryonen. Wir waren sofort so unfassbar überwältigt und glücklich, dass wir einfach gleich zwei Kinder bekommen würden. Nachdem wir im vorangegangenen Jahr wenig Glück hatten empfanden wir das als absoluten Wink des Schicksals. Es wurde festgestellt, dass es eineiige mono-di-Zwillinge sind, also wurde ich engmaschig überwacht. Anfangs hatte ich große Angst, dass etwas passieren könnte, aber die Schwangerschaft lief so problemlos, dass wir uns bald entspannten und uns einfach nur unendlich freuten. In der 23. Woche (nur ein paar Tage nach dem letzten Ultraschall) bekam ich sehr regelmäßig Wehen und wir fuhren in die Klinik. Dort wurde ein FFTS festgestellt und schon 36h später (22+6) wurde ich operiert. Leider hatten beide Kinder schon starke Auffälligkeiten durch die Situation, überlebten aber die Operation und schienen sich zu erholen. Nachdem die furchtbaren Tage in der Klinik überstanden waren und ich entlassen wurde, war ich zuversichtlich, dass wir es schaffen würden und nun alles wieder gut wird. Beim Kontrolltermin in 24+0 wurde dann aber festgestellt, dass es unser Sohn Felix nicht geschafft hatte. Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich war komplett überfordert mit der Situation, wie soll man den Verlust eines Kindes verarbeiten und gleichzeitig für sein anderes Kind stark bleiben und den Mut nicht verlieren? Die nächsten Wochen waren ein Wechselbad der Gefühle zwischen tiefer Trauer und Verzweiflung und unendlicher Freude über die Fortschritte unseres lebenden Sohnes. Nun bin ich in 33+5 (weiter als ich es je gedacht hätte) und unser zweiter Sohn scheint sich vollständig erholt zu haben, ist sehr aktiv und zeigt uns täglich seinen Lebenswillen. In 36+0 soll die Geburt stattfinden, es ist jedoch noch offen ob vaginal oder KS. Auch wenn wir nun zuversichtlicher sein können, dass uns wenigstens ein Kind bleibt, bin ich oft unendlich traurig, dass unser kleiner Felix keine Chance bekommen hat. Wenn ich Zwillinge sehe frage ich mich immer warum uns dieses Glück nicht vergönnt war, ob wir irgendetwas hätten tun können, ob ich es früher hätte merken können.
    Ich habe großen Respekt vor dem Tag der Geburt, wie es wohl sein wird die beiden zu sehen, in den Armen zu halten und uns von Felix verabschieden zu müssen, hat er uns doch jetzt noch so lange begleitet.

    Ich wünsche euch allen viel Kraft und Zuversicht.

    Liebe Grüße
    Jacqueline

  10. #10
    Miss Malina ist offline Stranger

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    Standard Re: Suche Zwillingseltern, die auch ein Kind verloren haben...

    Liebe Jacqueline,

    vielen Dank fürs Teilen deiner Geschichte, die mich sehr berührt hat.

    Ich in gerade in einer ähnlichen Situation: vor wenigen Wochen ist einer unserer Zwillinge wenige Stunden nach der Laserung verstorben. Es hatte sich ein ausgeprägtes FFTS entwickelt und es ging beiden Kindern bereits sehr schlecht. Leider hat der kleine Lio es nicht gepackt - er hatte von Anfang an die schlechteren Karten (weniger von der Plazenta abbekommen usw.). Sein Bruder scheint jetzt auf dem Weg der Besserung. Das freut uns sehr, aber der Spagat zwischen dem Wunsch, eine positive Atmosphäre für die Ankunft des einen Kindes zu schaffen, und der Trauer um das andere ist gerade echt schwer zu schaffen.

    Bin jetzt in der 24. SSW. Den Anblick des toten Kindes im Ultraschall kann ich im Moment kaum ertragen. Andererseits bin ich auch ganz froh, dass ich ihn noch nicht ganz hergeben musste...

    Ich hoffe, dir und deinem Kleinen geht es gut. Das wünsche ich euch jedenfalls von ganzem Herzen.

    Liebe Grüße
    Barbara