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  1. #1
    romina29 ist offline old hand

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    Standard Mein Sternenkind

    Heute vor 5 Jahren wurde mein Sohn Erik geboren. Unter der Geburt kam es zu Komplikationen, so dass Erik einen hypoxischen Hirnschaden erlitten hat. Stunden nach der Geburt haben wir erfahren, dass die Schädigung bei ihm so schlimm ist, dass er sterben wird. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich wollte es nicht wahrhaben. Dieses keine perfekte Wesen was vor mir lag, werde ich niemals aufwachsen sehen.

    Die nächsten 4 Wochen spielten sich im der Klinik ab. Es war ein auf und ab der Gefühle. Freude, dass ich einen Sohn habe, großer Trauer zu wissen, dass er sterben wird. Erik hat eine große Schwester, zu diesem Zeitpunkt war sie 5 Jahre alt. Sie war für ihn eine tolle große Schwester.

    Nach 4 Wochen ist Erik in unseren Armen eingeschlafen.

    Seit 5 Jahren denke ich jeden Tag an ihn. Ich frage mich, wie er jetzt wohl aussehen würde, was er für ein Kind wäre. Das Bedauern ist sehr groß, ihn nicht bei uns zu haben. Ihn nicht aufwachsen zu sehen. Die Frage nach dem „Warum?“ wird mich wohl ein Leben lang begleiten. Warum musste er sterben? Warum wurde nicht entdeckt, dass meine Nabelschnurgefäße nicht „normal“ verlaufen?

    Die Zeit nach Eriks Tod habe ich nur verschwommen in Erinnerung. Für meine große Tochter musste ich jeden Tag aufstehen. Den Rest des Tages habe ich einfach nur gewartet. Ich war fast täglich an Eriks Grab. Schwangere und Neugeborene konnte ich zu dieser Zeit nicht sehen. Ich dachte, ich kann nie wieder glücklich sein und lachen. Auf dem Friedhof habe ich andere Mütter kennengelernt, die ebenfalls um ihre Sternenkinder trauern. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen.

    Ein halbes Jahr nach Eriks Tod bin ich wieder schwanger geworden. Der Wunsch nach einem weiteren Kind hat mir in den dunkelsten Stunden meines Lebens geholfen. Da ich bei Erik einen Notkaiserschnitt hatte, musste ich warten. Die Schwangerschaft war voller Sorge und Ängste. Ich wollte nicht wissen, was es wird, wir hatten keinen Namen überlegt. Ich habe 13 Monate nach Eriks Tod einen Sohn bekommen. Bevor wir mit dem Kleinen nach Hause gefahren sind, sind wir erst zum Friedhof gefahren an Eriks Grab, um den kleinen Bruder zu zeigen.
    Erik bleibt immer in meinem Herzen. Heute werden wir wieder an sein Grab gehen, einen Luftballon steigen lassen und Geburtstagskuchen essen.

    Ich bin eine Mutter mit drei Kindern, habe aber nur zwei meiner Kinder bei mir.
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  2. #2
    Avatar von Vronli87
    Vronli87 ist offline Hopeless Drifter

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    Standard Re: Mein Sternenkind

    Liebe Romina,
    Ich habe gerade deinen Beitrag hier entdeckt. Auch wenn ich schon von dir gelesen hatte und Erik „kenne“, wollte ich dir sagen, wie leid es mir tut, dass ihr ihn verloren habt. Fünf Jahre schon... Wahnsinn. Ich habe auch unbekannterweise schon oft an euch gedacht und werde es vermutlich auch immer wieder mal tun. Ich glaube, auch wenn man irgendwann denkt man ist der einzige der noch an dieses Kind denkt, was nur so kurz da war, eigentlich ist man es nicht. Ich drücke dich, von Sternenmama zu sternenmama
    L. (6/12), ★F. (✱06/14† ), N. (5/15),
    ★(7/16), O. (07/17), M. (6/19)