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Thema: Unsere Geschichten ..... In Erinnerung an unsere Sternchen

  1. #1

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    Standard Unsere Geschichten ..... In Erinnerung an unsere Sternchen

    Wie viele Geschichten wurden in diesem Forum schon geschrieben,
    Wie viele Tränen beim Schreiben und Lesen vergossen,
    Wie viel Trost wurde gespendet
    ........... und wie viele Geschichten über unsere Sternchen sind nach einer gewissen Zeit aus dem Forum gefallen ?

    Dieser Thread ist für alle, die die Erinnerung an ihr Kind in diesem Forum gerne noch lebendig erhalten möchten, die ihre Geschichte erzählen möchten, auch - oder gerade - weil sie schon länger zurückliegt, die vielleicht auch weitergeben möchten, was ihnen in dieser schwierigen Zeit geholfen hat. Er soll Mut machen und Hoffnung spenden in unserem Schmerz und unserer Trauer und auch schöne Gedichte oder Geschichten dürfen nicht fehlen.

    Schreibt in die Betreffzeile Eures Postings den Namen und Geburtstag Eures Kindes als wäre es die Überschrift zu einem neuen Kapitel. Betrachten wir diesen Thread als eine Art Buch, in dem man von Zeit zu Zeit lesen kann, dem immer neue Seiten hinzugefügt werden und der dadurch hoffentlich noch lange in diesem Forum sein darf.

    Birgit
    tief im Herzen mit Felix, der heute seinen ET gehabt hätte



    Je schöner und voller die Erinnerung,
    desto schwerer die Trennung.
    Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in stille Freude.
    Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
    sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

    Dietrich Bonhoeffer
    Michiistda gefällt dies

  2. #2
    Andrea40 ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Unser Kleines/ET:22.10 2003

    Da unser Baby schon am 15. April 2003i n der 12+1 Woche starb,weiß ich nicht mal,welches Geschlecht es hatte.Lies sich nicht mehr feststellen!
    Nur daß es massive Behinderungen wie Lemonbrain,Trisomie 18 und alle Organe außerhalb hatte.
    Ich weiß,daß es viele von Euch schwerer getroffen hat,aber auch ich trauere noch sehr.Vor allem,weil jetzt bald der 1. Geburtstag wäre. Die beiden großen Brüder waren damals auch sehr traurig,obwohl sich der ältere mit dann 18 Jahren wohl zu alt zum offenem weinen fühlte.
    Mein Mann hat es auch noch nicht überwunden,grade gestern unterhielten wir uns drüber,was wohl jetzt wäre und ob wir es doch nochmal versuchen,auch wenn wieder 10 Jahre zwischen 2 Kindern liegen.Aber er hat mehr Angst als ich,das es wieder"schiefgehen"könnte.
    Ich weiß,ich schreibe etwas wirr!Wer genaues hören will,kann sich ja bei mir melden!
    Ein kleiner Plausch zur rechten Zeit vertreibt die schlimmste Einsamkeit!
    Liebe Grüße, Andrea

  3. #3
    Mary ist offline Carpal Tunnel

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    Standard Jacy, 28.12.2003

    Im Juni 02 haben wir beschlossen das wir noch ein Baby haben wollen. Also habe ich auch sofort die Pille abgesetzt und gedacht, das ich schnell schwanger werde. Das war leider nicht so. Im August 03 hatte ich dann endlich den positiven Test in der Hand. Ich war natürlich so glücklich und hatte von Anfang an eine ganz intensive Bindung zu dem Zwerg. Vielleicht auch weil wir solange warten mussten bis ich endlich schwanger wurde. Bis zur 13. Woche war auch alles in Ordnung, dann musste ich wieder zum Ultraschall und die Ärztin stellte fest das unser Krümel ein wenig zu klein war, aber sie meinte es wäre noch "im Rahmen" und ich soll mir keine Sorgen machen. Naja ich war schon ein wenig beunruhigt.
    Beim nächsten US in der 17. Woche wurde der Kleine dann nicht mehr vermessen, aber das Herz hat geschlagen und er hat gestrampelt. Er hat sich zwar nur wenig bewegt, aber ich fand das nicht weiter schlimm. Also dachte ich es ist alles in Ordnung, auch wenn er mir ein wenig klein vorkam, aber ich dachte ich spinne, die Ärztin hätte ja sonst was gesagt. Heut weiß ich das mein Gefühl mich leider nicht getäuscht hat.
    An Weihnachten habe ich dann Schmierblutungen bekommen, da war ich in der 20. SSW. Aber die waren wirklich nur minimal und ich habe den Zwerg auch sehr intensiv gespürt. Also hab ich mir keine Gedanken weiter gemacht. In der Nacht zum 28.12. hatte ich einen sehr merkwürdigen Traum. Ich träumte das unser Baby geboren wird, es war so ein realer Traum. Am Morgen wurde ich dann wach und merkte das ich Wehen hatte, ich bin dann sofort zur Toilette gegangen und dann sah ich das ganze Blut. Da wusste ich eigentlich schon das es vorbei war.

    Ich hab dann Darren und Olaf geweckt und wir sind dann auch gleich in die Klinik gefahren (vorher haben wir Darren noch weggeschafft). Dort hat die Ärztin dann meinen Bauch abgetastet und mich gefragt ob ich wirklich schon in der 20. Woche bin, das fand ich schon sehr komisch. Sie hat dann US gemacht und da hab ich dann gesehen das das Herz nicht mehr schlägt, ich hab dann mehrmals in den Bauch geatmet, weil er davon immer wach geworden ist, aber auch das hat nicht funktioniert. Die Ärztin hat dann den Monitor weggedreht und mir gesagt, das die Schwangerschaft nicht mehr intakt ist. Er muss schon vor Weihnachten gestorben sein, es war kein Fruchtwasser mehr da und die Gebärmutter hat sich auch schon zurückgebildet. Ich bin natürlich völlig zusammengebrochen. Die Schwester hat mich dann versucht so gut es ging zu trösten. Die Ärztin hat mir dann erklärt wie es jetzt weitergeht, aber so richtig konnte ich ihr nicht zuhören. Draußen hab ich es dann erst mal Olaf gesagt, er war auch total fertig. Ich bin dann in ein Einzelzimmer gebracht worden, dann kam eine Schwester, die die Aufnahmepapiere gemacht hat und mir jedemenge bescheuerte Fragen gestellt hat. Zum Glück kam dann die Ärztin und die Schwester (die mich getröstet hat), ich habe dann ein Zäpfchen vor den Muttermund bekommen, aber ich hatte ja zum Glück schon Wehen. Die Ärztin hat gesagt, das es dann wohl nicht so lange dauert. Ich hab sie gefragt ob ich ihn danach sehen kann, aber sie hat gesagt ich soll mir das nicht antun, man würde sicher sowieso kein richtiges Baby erkennen, außerdem werde ich dann gleich in den OP gebracht für die Ausschabung. In dem Moment hab ich ihr natürlich geglaubt, ich war ja sowieso total überfordert mit der Situation. Irgendwann kam dann noch die Anästhesistin und hat mich ausgefragt. Ich war froh das die Schwester die ganze Zeit bei mir geblieben ist, ohne sie hätte ich das wohl nicht geschafft. Olaf hab ich dann irgendwann losgeschickt, damit er unseren Eltern bescheid sagen kann und nach Darren gucken kann. Das Zäpfchen hat dann auch ziemlich schnell und heftig gewirkt, die Wehen wurden immer schlimmer. Ich hab mir dann was gegen die Schmerzen geben lassen, aber das hat überhaupt nichts gebracht. Ich hab total falsch geatmet und war super verkrampft. Meine Hände und Füße waren schon total taub, aber die Schwester hat mir dann geholfen wieder ruhig zu atmen. Um 13 Uhr wurde dann die Ärztin angerufen, weil ich um 14 Uhr das nächste Zäpfchen bekommen sollte. Ich wurde dann ins Untersuchungszimmer gebracht, dort hat die Ärztin dann festgestellt, das das zweite Zäpfchen nicht mehr nötig ist, weil es nicht mehr lange dauert. Als ich wieder in meinem Zimmer war, wurde es dann richtig schlimm. So gegen 14 Uhr war es dann soweit, Jacy ist geboren. Erst dachte ich ich würde sehr viel Blut verlieren, aber als die Wehen dann schlagartig aufhörten, hab ich gemerkt, das er da war. Allerdings hat er noch in der Scheide festgesteckt. Ich hab also nur das Köpfchen von hinten gesehen, aber es war so schön und weich. Leider kam dann die Ärztin wieder rein und dann wurde ich in den OP gefahren. Irgendwann müssen die mir schon ein Beruhigungsmittel gegeben haben, ich war jedenfalls total benommen. Im OP musste ich dann auf den anderen Tisch klettern, obwohl ich der Anästhesistin gesagt hab das mein Kind noch in meiner Scheide steckt. Ich hab dann versucht Jacy mit der Hand festzuhalten, aber er ist einfach rausgerutscht und ich kann nicht genau sagen, ob ihn jemand gefangen hat. Ich glaube er ist einfach runtergefallen. Ich bin dann aber auch sofort eingeschlafen. Olaf hat man gesagt, ich wäre in einer halben Stunde wieder da. Aber es hat 2 Stunden gedauert, er ist bald verrückt geworden. Man hat ihm zwar gesagt das alles gut verlaufen ist, aber wann ich wach werden würde, hat ihm keiner gesagt.
    Ich hätte den Kleinen gern noch gesehen und mich verabschiedet, das würde mir heute einiges leichter machen. Aber leider ist es dafür jetzt zu spät und das kann keiner mehr gutmachen. Eigentlich habe ich nichts von meinem Kind, kein Grab, kein Bild (außer den US Bildern) und keine richtige Erinnerung. Es ist ein schlimmes Gefühl, wenn man weiß man hat ein Kind geboren und weiß nicht wie es aussieht. Aber damit werde ich leben müssen.

    Im Bericht der Pathologie stand drin das die Plazenta nicht durchblutet wurde und damit wurde Jacy auch nicht versorgt. Wir haben uns danach genetisch untersuchen lassen und dabei wurde herausgefunden das ich eine Blutgerinnungsstörung habe, aber es ist nicht wirklich erwiesen ob das der Grund dafür war. Es steht auch nicht zu 100% fest ob wir einen Jungen bekommen haben, weil sich keiner wirklich die Mühe gemacht hat das rauszufinden. Aber für uns ist es unser kleiner Jacy.


  4. #4
    Avatar von Allein
    Allein ist offline Member

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    Standard Michelle / *26.06.2004

    Meine Kleine Maus kam in der 41+5 SSW auf die Welt.
    Alles war in Ordnung. Auch in der SS.
    Die Schwestern meinten nur sie wäre ein wenig kalt, aber das würde sich geben.
    Das tat es nicht. Und der Sauerstoffgehalt im Blut war immer etwas zu niedrig.
    Einen Tag nach der Geburt wurde sie in die Uni-Klinik Köln verlegt. Dort hieß es zuerst die Lungen wären nicht ganz "aufgeblasen", das wäre nichts schlimmes, würd sich von alleine geben. Allerdings wurde uns einen Tag später gesagt das es nicht die Lungen wären, sondern es war ein "Fehler" in den Venen im Gehirn. Dort gab es einen Verbindung von Arterien und Venen. Das Blut floß einfach durch das Gehirn durch ohne durch die Kapillargefäße zu fließen. Dadurch musste das Herz viel zu viel pumpen und die anderen Organe wurden nicht richtig durchblutet. Michelle wurde dann nach Essen verlegt. Dort gibt es einen Spezialisten für solche Sachen. Sie wurde auch operiert. Nach der OP war auch alles erst einmal besser.
    Aber dann stellte sich heraus das nicht genug verschlossen worden war. Es gab eine zweite OP. Auch hier dachten wir erst das es jetzt alles in Ordnung wäre.
    Aber nach vier weiteren Tagen (am 12.07.04) sagten uns die Ärzte das das Gehirn jetzt überhaupt nicht mehr durchblutet würde und die ganzen Organe nur noch durch die ganzen Maschinen und Medikamente funktionieren würden.

    Das das passieren konnte wussten wir vorher. Wir waren sehr gut aufgeklärt worden. Aber wir wollten alles versuchen. Es war dann doch ein riesen Schock nach dem anfänglichen Erfolg diese Nachricht zu hören.

    Meine Eltern und Geschwister kamen noch (Sie hatten die Kleine nicht ein einziges Mal auf dem Arm). Wir ließen sie taufen.
    Anschließen fuhren meine Eltern nach Haus.

    Die Ärzte und Schwestern machten die ganzen Schläuche ab und gaben uns unsere Maus auf den Arm.
    Dort ist sie dann auch gestorben.

    Wir wissen das sie keine Schmerzen hatte und auch durch die ganzen Beruhigungsmittel nichts mitbekommen hat.

    Wir fahren regelmäßig zu ihrem Grab und "schmücken" es regelrecht mit Tierfiguren und bunten "Blech-"blumen.

    Wir wissen das es nichts erbliches war und wollen auch wieder ein Kind bekommen.
    Aber meine kleine Maus werde ich niemals vergessen!!!!


    Nadine mit Michelle im Herzen
    Nadine mit *Michelle* im Herzen und Christine Carina im Arm

    http://www.baby-o-meter.de/banner/Allein_1.gif

  5. #5
    Iona ist offline enthusiast

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    Standard Ben, *06. Juli 2004

    Als ich schwanger war konnte ich es nicht glauben. Es ging schneller als erwartet, wir waren so glücklich. Wir packten den Test für meine Eltern als Geschenk unter den Weihnachtsbaum, mein Mann bat meinen Vater um meine Hand.
    Die Schwangerschaft verlief ohne große Probleme, ich hatte mit leichter Übelkeit zu tun, das Sodbrennen kam früh, die Wassereinlagerungen in den Füßen waren schlimm. Ich fand das Schwangersein nicht so toll, fühlte mich so eingeschränkt und hatte oft ne Erkältung. Wir liessen alle Untersuchungen machen, nichts auffälliges, ab der 15. SSW war klar: es wird ein Junge. Umzug im Februar, Hochzeit in Juni - dieser "Stress" hat Ben nicht geschadet. Ab der 19. SSW waren die Bewegungen spürbar, ich fing an mich besser zu fühlen, war so aufgeregt. In der 29. SSW liessen wir ein 30 Min. 3D-Video machen.
    Es wurde gekauft, neu und gebraucht. Aufgestellt, gewaschen und gebügelt. Ab der 33 SSW war alles fertig!
    Am Tag meiner Hochzeit erfuhr ich von Bekannten, die ihr Kind nicht, wie ich dachte duch eine Fehl-, sondern durch eine Totgeburt in der 34. SSW verloren. Ich konnte es nicht fassen, weiß bis heute nicht, warum.
    Ende der 33. SSW bekam ich wieder mal ne Erkältung, es war ein Donnerstag. Bens Bewegungen wurden weniger und schwächer, ich dachte: ach, der kleine Mann ist auch etwas angeschlagen. Alle sagten: klar, wird ja auch immer enger im Bauch! Montag früh stand ich doch beim FA auf der Matte, man machte 40 MIN. CTG, das Herzchen schlug wie immer. Ich war so erleichtert. Der FA sgate noch: wenn Sie mal 2 Tage keine Bewegungen spüren, müßen Sie nicht gleich Panik bekommen! Ach, dachte ich, Du bist ja ein schlauer Kerl...!
    Ich trat also froh meine letzte Arbeitswoche an, meldete mich bei meinen Kunden ab, feierte Freitag in der Firma den Abschied. Ging dann zum GVK. Sagte der Hebi: Du, ich spüre Ben seit Sonntag nciht mehr, der Bauch wird nur ab und zu sehr hart. Soll das so sein? Sie machte lieber CTG - und fand keine Herztöne! Sie sagte, noch nicht das Schlimmste denken, fahr bitte sofort ins KH und lasse US machen. Mein Mann holte mich ab, ich wurde an 2 US-Geräten geprüft, Ben war tot!
    Man überließ es uns zu entscheiden, wann die Geburt eingeleitet werden sollte. Und waren geschockt: Geburt einleiten? Kein KS? Vollnarkose und weg? Keiner konnte es verstehen, aber es ist sehr wichtig es so zu machen, das weiß ich jetzt.
    Wir fuhren nach Hause, sagten es meinen Eltern und den besten Freunden, standen unter Schock und fuhren noch am selben Abend zurück. Ich wollte es nicht mehr aufschieben.
    Wir bekamen ein sehr schönes Vorwehenzimmer, die Schwestern und Ärzte waren sehr lieb, man ließ uns in ruhe. Ich schickte Nachts meinen Mann nach Hause, so schnell würde es bestimmt nicht gehen. Die Nacht war die Hölle. Ich hörte ankommende Mütter, die Herztöne der CTG´s, die Schreie der Babys. Ich fragte natürlich: WARUM ICH? Und doch freute ich mich für die Mütter, die ein gesundes Baby im Arm halten durften. Denn sowas durchzumachen wünscht man niemandem.
    4 Tage später war es soweit, nach div. Vaginaltabletten und Cremes, Wehentropf etc. ließ ich Ben gehen. Um 22 Uhr lag die PDA im 3. Versuch endlich, ab da begann sich der Schock aufzulösen und ich wäre weggerannt, wenn ich noch gekonnt hätte. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Meine Mutter und mein Mann waren dabei, um 01 Uhr am 6.7.04 war Ben da. Es überkam mich ein kurzes Glücksgefühl, das erstarb als ich meinen Sohn auf dem Arm der Schwester sah. Mein Mann konnte nicht, aber meine Mutter und ich wollten ihn sehen. Es war sofort klar, daß es die Nabelschnur war, deshalb haben wir nur sein Köpfchen gesehen. 2030gr., 41 cm und KU 28 cm. Er war fertig, er hätte es geschafft. Ich konnte ihn nicht auf den Arm nehmen, heute bereue ich das. Ich habe so wenig von ihm, 3 Bildchen und einen Fußabdruck und so verdammt wenige Erinnerungen.
    Mein einziger Trost ist, daß er höchstwahrscheinlich vorher schon zu wenig Sauerstoff bekommen hat und wohl Behindert zur Welt gekommen wäre.
    Ich denke ständig an ihn, hätte ihn so gerne bei mir.
    Aber es muß weitergehen.
    Er wird nie vergessen, wir lieben ihn
    Katrin mit Ben im Herzen *06.07.04 / 34. SSW
    und kleiner Hoffnungs-Pepperoni im Bauch, ET 08.09.05

  6. #6
    Avatar von Emma_
    Emma_ ist offline old hand

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    Standard Re: Unsere Geschichten ..... In Erinnerung an unsere Sternch

    leonie ist meine 1ste tochter. ich habe sie am 29.04.2002 still geboren. im 7sten monat haben thomas und ich erfahren, das sie trisomie 13 hat und keine überlabenschanche. es gab 2 möglichkeiten. entweder man bricht die schwngerschaft ab oder man trägt das baby aus. ich habe mich für das austragen endschieden. ich konnte mir nicht vorstellen sie her geben zu müssen. meine schwester hat eine freundin der sie das erzählt hat. und die hat das denn ihrer hebamme erzählt. die wie es der zufall ist in meine gegend gezogen ist. sie war sehr neugirig mich und thomas kennenzulernen. ich habe sie dann auch angerufen. und wir habe uns super verstanden. sie hat mich den rest der schwangerschaft begleidet und auch leonie auf die welt gebracht. dafür bin ich ihr sehr dankbar. wovor ich angst hatte war, das leonie sich nicht drehen tut. und helga (meine hebamme) meinte, ist doch egal, sie ist ja net so groß.
    am 28.04.02 um 20h habe ich sie das letzte mal gespührt. und am 29.04.02 hat mich helga angerufen. und ich habe es ihr erzählt. sie kam auch gleich. dann hat sie die herztöne versucht zu hören, aber sie hat nichts gehört . und so sind wir dann gegen mittag ins krhs gefahren. und da bestätigte man die diagnose das sie nicht mehr am leben ist. darauf hin haben ich ein zäpfchen bekommen. damit die wehen kommen. gegen 17:00h fingen sie wehen an. unsere freundin stephanie war auch da und hat helga angerufen. es dauerte ganz schön lange bis mal ein arzt kam und so hat helga geschaut weiweit der muttermund auf ist. und hat dann endschieden, das wir in den kreissaal gehen. thomas unds steffi sind nicht von meiner seite weg. was mir sehr geholfen hat damals. um 20h habe ich eine pda bekommen. um 22h mußte steffi dann nach hause. thomas habe ich auch nach hause geschickt, damit die katzen was zu fressen bekommen! ich wußte das er nicht dabei sein wollte und das war für mich in ordnung. ich wusste ja, das er wieder kommt an dem abend! ich habe dann versucht leonie zu bekommen. sie kam am 29.04.2002 um 22:37h auf die welt. und war nur 35cm und 1100gram leicht. thomas war dann um 22:45h wieder bei uns. nach der geburt bin ich dann duschen gegangen, thomas und leonie sahen mir zu. das heißt ja eigendlich nur thoams. sie sah aus als würde sie nur schlafen. wir haben uns dann bis 00:30h von ihr verabschieden können. sie sah so perfekt aus. ich habe die mundgaumenspalte gar nicht richtig war genommen. am nächsten tag haben wir noch hand und füßabdrücke von ihr gemacht. ich mußte ja die nacht da bleiben wegen der pda wäre lieber mit nach hause. steffi kam am nästen tag auch wieder zu uns. sie hat mich keine sek aus den augen gelassen. was ich sehr schön fand. meine andere schwester wollte dann ein foto von leonie haben, was ich ihr dann auch per e-mail geschickt habe. im mai haben wir sie beerdigt. einen tag danach hab ich dann eine e-mail von meiner schwester bekommen, wo dann drin stand, " das meine 6 jährige nichte alpträume von leonie bekommen hat". ihr glaubt gar nicht wie ich mich da gefühlt habe!!!
    seit dem tag ist sie unten durch bei mir. habe das foto dann noch meiner besten freundin geschickt und ihre kinder sind jünger als meine nichte. und selina hat sich das foto auch angeschaut und fand nichts dabei. was mich dann wieder etwas aufgeheitert hat.

    danke fürs lesen und zuhören!!!

    http://www.pixum.de/viewalbum/?id=1445837

  7. #7
    Benji ist offline newbie

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    Standard Ysi (Yisel) *22.05.2004*

    Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen,
    jemanden gehen zu lassen.
    Wissen, wann es heißt,
    Abschied zu nehmen.
    Nicht zulassen, dass unsere Gefühle
    dem im Weg stehen,
    was am Ende
    wahrscheinlich besser ist
    für die, die wir lieben.

    ***In Liebe,
    Deine Eltern und Deine Schwester, die dich nie vergessen werden
    und dich ganz,ganz tief im Herzen tragen***

  8. #8
    Avatar von Donna-Lee
    Donna-Lee ist offline lebenskünstlerin

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    Standard Nanda - totgeboren am 19.07.2000 , 29.SSW

    Was stirbt hier? Was wird geboren? Welch ein Wort - totgeboren...

    Zu Hause geboren, liebevoll begleitet von unserer Hebamme, die es schaffte, daß sich mit Hilfe der Akkupunktur die Plazenta vollständig löste, und die geduldig meine Brüste ausstrich, als der Micheinschuß kam ... auch mein Körper trauerte, auch meine Brüste trauerten... übervoll, und überfließend - wie unsere Tränen...


    Leuchte, leuchte, kleiner Stern - und danke für die vielen Geschenke.



    annie22 gefällt dies
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    ***"Selbstachtung ist: es nicht mehr nötig haben, perfekt zu sein."***
    R. P. Fornwagner


    ***"Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.***"
    P.Claudel


    ***"Früher legte man die Sklaven in Eisenketten, damit sie gehorsam dienen... Heute gibt man ihnen einen Fernseher!"***
    P. Seeck


    Guckst du noch
    oder erkennst du schon?

  9. #9
    Isis-69 ist offline Member

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    Standard Für Luisa +22.05.2000 *18.10.2000 und David *12.05.2004

    "Steh nicht weinend an meinem Grab,
    ich bin nicht dort unten,
    ich schlafe nicht.

    Ich bin tausend Winde, die weh´n,
    ich bin das Glitzern der Sonne im Schnee,
    ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn,
    ich bin der sanfte Regen im Herbst.

    Wenn Du erwachst in der Morgenfrühe,
    bin ich das schnelle Aufsteigen der Vögel
    im kreisenden Flug.
    Ich bin das sanfte Sternenlicht in der Nacht.

    Steh nicht weinend an meinem Grab,
    ich bin nicht dort unten,
    ich schlafe nicht."

    (American Indian)

    - für unsere beiden Engelchen, nie vergessen, für immer geliebt, ganz fest in unseren Herzen!!!

    ------------------------------------------------------------

    Anfang Jan. 2000 wurde ich zum fünften Male schwanger. Da hatte ich schon vier Kinder zwischen acht und knapp zwei Jahren. Mein Mann hat von Anfang an gesagt, es wären Zwillinge, zwei eineiige Mädchen. Ich hab ihn nur ausgelacht, und fühlte mich auch noch bestätigt, als ich in der 7. SSW vom FA kam, mit einem US- Bildchen in der Tasche, das ganz eindeutig nur ein Baby zeigte. Er ließ sich davon aber nicht abbringen und nannte mich/uns weiter "seine drei Hübschen" :-). In der 12. Woche hatte ich dann wieder einen Termin....die FÄ sah lange, lange auf den Bildschirm und sagte gar nichts. Ich sah auch und guckte und guckte...und irgendwas war da anders als bei den anderen. Wieviele Arme und Beinchen wuselten denn da über den Bildschirm?? Endlich fragte sie mich, ob mir nichts auffiehle - doch sagte ich strahlend, das sind zwei!! Ja, wir haben uns wirklich vom allerersten Augenblick auf die beiden gefreut, und jeder hat uns für besch.... erklärt, der das hörte. Die SS lief gut, außer dass ich schneller rund wurde, war nichts auffälliges dabei. Aber ich dachte mir nichts dabei, es war bisher bei jeder SS ein bisschen schneller gegangen, dass der Bauch wuchs - und diesmal waren es ja sogar zwei. Ab der 17. SSW wuchs mein Bauch dann rasant - nach zwei Wochen Osterferien fielen die Erzieherinnen im KiGa fast um als sie mich sahen - da sah ich wirklich schon aus wie hochschwanger. Und auch an anderen Orten fragte man mich öfters, wann es denn soweit sei. Jetzt hatte ich auch schon die ersten Kindsbewegungen, die sich ein bisschen so anfühlten wie jede Menge Seifenblasen in meinem Bauch. War das auch in den anderen SS so, hätte mir nicht da schon was auffallen müssen - wie oft hab ich mich das später gefragt. Auch waren die Bewegungen irgendwie meistens nur an einer Seite des Bauches zu spüren. Aber ich hatte schon viel gelesen über Zwillings-SS, von Frauen mit Bauchumfang von 1,40 m am Ende der SS, und davon, dass oft ein Kind lebhafter als das andere ist. Die Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hebamme verlief auch diesesmal - in der 20. Woche - gut, die Herztöne beider Kinder waren OK, nur bei einem mußte sie ziemlich lange suchen, um es klar hören zu können. Aber alles nicht besorgniserregend, und voller Vorfreude waren wir auf die nächste Woche, wo der große US im KH anstand. Montag, ganz früh, wurde ich mal wieder wach, und ich dachte, ich müßte, wie so oft zur Toilette. Blieb erst ein Weilchen auf der Bettkante sitzen, strich über meinen Bauch....und da kam aufeinmal links oben ein großer "Knubbel" heraus, größer als meine Hand - und ich legte sie darüber, streichelte mein Kind und hab mich noch toootal gefreut - es war das Kind, das ich bisher so wenig gespürt hatte, und dachte noch: "Hallo mein Kleines, endlich spüre ich Dich auch mal so richtig, und dann noch gleich so intensiv!" und ich war sooo voller Liebe und Glück in diesem Moment, hab sie gestreichelt, fast (so sehe ich das jedenfalls heute) in meinen Händen gehalten! Dann ging dieser Knubbel wieder weg, ich zur Toilette - und war noch ganz erstaunt, dass ich gar nicht mußte (warum war ich dann wach geworden??). Vergeblich versuchte ich noch, sie nochmal zum schmusen einzuladen - dachte mir aber wieder nichts dabei, als nichts passierte. Den nächsten Tag dann ging es mir, ganz unerwartet, ganz plötzlich, so was von hundeelend. Ich wußte nicht wieso - körperlich war nichts, ich war eindeutig nicht krank, nichts im Anmarsch. Auch psychisch war ich eigentlich total gefestigt, und am nächsten Tag sollte doch auch schon der US sein. Ich konnte mir das einfach nicht erklären, es war einfach ein so sonderbares Gefühl in mir. Heute denke ich, dass das was ich in der Nacht erlebt habe, der Todeskampf meiner Tochter war - und sie hat mich geweckt, weil sie nicht einfach so gehen wollte, still und leise. So hat sie all meine Liebe gehabt, all meine Gedanken und ich habe sie in meiner Hand gehalten, als sie ging.... Dann bekam ich am gleichen Tag auch noch eine Absage für den US-Termin; er wurde dann auf zwei Tage später verlegt. Ganz kurzfristig (und wie ich jetzt sagen kann, Gott sei Dank) konnte mein Mann sich doch noch freimachen und mitkommen. Denn was uns dort erwartete, damit hätten wir nie, niemals gerechnet! Der Arzt sagte lange gar nichts, und ich konnte auch nicht viel erkennen und zuordnen auf dem Bildschirm -hab nur gedacht, kein Wunder wenn er erstmal nichts sagt, es gibt ja auch doppelt soviel zu sehen. Mein Mann hat aber wohl sofort gespürt, dass etwas nicht stimmt. Ja, und dann mußte der Arzt uns sagen, dass eins von unseren Babys nicht mehr lebte, gestorben wohl nur wenige Tage zuvor. Ich habe das erst gar nicht verstanden, verstehen wollen - und während er weiter erklärte, seinen Verdacht erläuterte und die weitere Vorgehensweise zum Schutz unseres zweiten Kindes - da hab ich immer wieder nur gedacht, alles Quatsch was der da erzählt, komm Baby, zeigs ihnen, mach doch was, ich weiß, dass Du lebst!! Aber als wir irgendwann dann im Büro des Chefarztes saßen, da brach ich dann zusammen, habe geheult wie ein Schloßhund. Es war so eine Sch..... :-((. Es war höchstwahrscheinlich das sog. Fetofetale Transfusionssyndrom (FFTS) - eine relativ seltene Plazentamissbildung, die nur bei eineiigen Zwillingen vorkommt. Sie haben dann in der Plazente gemeinsame Blutgefäße, wodurch Blut von dem einen Kind zu dem anderen fließt. Das eine wird dadurch permanent unterversorgt, hat zuwenig FW, kann sich nicht richtig entwickeln (meine Kleine war in der 21. Woche auf dem Stand der 17.!!), das andere hat im Prinzip zuviel Blut und pieselt ständig, um die erhöhte Körperflüssigkeit loszuwerden. Dadurch erhöht sich die FW-Menge ständig (und darum auch mein immens dicker Bauch und das Seifenblasengefühl), was die Gefahr eines vorzeitigen Blasensprungs durch den enormen Druck drastisch erhöht. Also mußte bei mir eine FW-Punktion vorgenommen werden - ich hatte ca. 2 1/2 l FW!!! - was aber auch mit dem Risiko von einem Blasensprung und/oder Wehen in sich barg. Ich wollte das alles doch nicht, ich hatte solche Angst, dieses Kind auch noch zu verlieren - und doch blieb mir überhaupt keine andere Wahl. Lt. den Äzten hatten wir sogar noch ein unfassbares Glück, weil in den allermeisten Fällen beide Kinder kurz nacheinander sterben. Wenn das eine Kind gestorben ist, fließt dann nämlich das Blut von dem lebenden wieder zu dem toten - und dann stirbt es auch. Bei mir war es wohl nur ein kleines Blutgefäß, dass die beiden gemeinsam hatten, und das hat sich sofort nach Luisas Tod wohl verschlossen - so wurde vermutet, eine andere Erklärung gab es einfach nicht. Es waren dann danach die härtesten Monate meines Lebens. Einerseits die Erleichterung und Dankbarkeit, dass wenigstens das eine Kind (noch) lebte, es bis dahin geschafft hatte und es mit Glück auch wirklich ins Leben schaffen würde. Und andererseits die unermessliche Trauer, der Schmerz um den Verlust ihrer Schwester, und die Angst, das zweite Kind womöglich doch noch zu verlieren. Ich wurde engmaschig überwacht, Carolin entwickelte sich bilderbuchmäßig, und Luisa blieb wo sie war und machte damit eine normale Geburt möglich. Diese sollte im KH stattfinden, da ich als Risikoschwangere galt. Aber ich hatte da schon zwei Hausgeburten hinter mir, mit einer wirklich supertollen, absolut verantwortungsvollen Hebamme, die ich sehr schätzte und zu der ich uneingeschränktes Vertrauen hatte. Und sie hat mir die ganze Zeit gesagt, wenn wir das wollen, dann würde sie auch dieses Mal mit uns eine Hausgeburt machen. Ich war mir lange Zeit nicht klar darüber, ob ich das wirklich wollte - aber je näher der ET rückte, desto sicherer wurde ich mir. Schlußendlich habe ich Carolin dann sogar noch 14 Tage übertragen - nach all der Angst, sie würde zu früh kommen, nach all der Angst, sie auch noch zu verlieren, konnte ich dann wohl nicht loslassen. Zwei Wochen lang hatte ich jeden Abend Wehen, aber alle Versuche, sie herauszulocken, schlugen fehl. Am 13. Tag über ET hatte ich dann eine absolute Krise, und nachdem mein Mann die Hebamme gerufen hatte, gab die mir etwas homöopathisches und das Rezept für den sog. Wehencocktail. Das zusammen hat dann endlich gewirkt, und am 14. Tag über ET, um 00.10 h war sie dann endlich da. Von der ersten Wehe an - und diese Geburt ging wirklich Schlag auf Schlag - war all das, was in meinem Bauch loswar, was noch auf mich zukommen würde, nicht mehr präsent. Das wurde es erst wieder, als Carolin dann da war und ich nach einer Weile wieder Wehen bekam. Erst da wurde mir bewußt: jetzt kommt ja noch ein zweites Kind, ein Kind, dass Du seit über 20 Wochen tot in Deinem Bauch hattest. Aber es hat mir komischerweise gar keine Angst gemacht, ich war ganz ruhig und konzentriert....und dann kam...die Plazenta...aber kein weiteres Kind. Die Plazenta war größer als bei einem einzelnen Kind, und auf einer Seite befand sich ein handtellergroßer, heller Fleck. Aber kein Kind, noch nichteinmal etwas das kindliche Konturen gehabt hätte. Anfangs war ich erleichtert darüber, doch nicht mit ihrem Aussehen konfrontiert worden zu sein. Aber nicht lange nach Carolins Geburt kam dann doch die Sehnsucht....wie gern hätte ich auch Luisa in meinen Armen gehalten, wie gern hätte ich auch an sie irgendeine Erinnerung, ein Foto, irgendetwas.... Es war nicht einfach, alles an Carolin hat mich an Luisa erinnert, und überall in meinem Leben wimmelte es nun von Zwillingen. Egal ob fiktiv in Büchern oder Filmen, oder im realen Leben...beim Einkaufen, spazierengehen....überhall begegneten sie mir, stolze Mamas mit ihrem Doppelpack, und sogar im Rückbildungskurs waren gleich zwei Zwillingsmütter. Was hat das wehgetan, zuhören zu müssen, wenn sie sich voller Begeisterung über ihre Kinder austauschten. Wie oft wäre ich dann am liebsten schreiend rausgelaufen, hätte mir die Ohren zu gehalten...irgendetwas, nur nicht zuhören müssen!!! Und hart waren z. T. auch die Reaktionen meiner Mitmenschen, auch schon während der SS, nach der schrecklichen Diagnose. Mehrfach konnte ich mir anhören, ich solle froh(!) sein, mit einem Kind (zusätzlich zu den vieren die ich ja schon hatte) würde eh alles leichter. Oder ich wäre meinen Kindern mit Zwillingen eh nicht gerecht geworden usw. usw.. Das war sooo bitter, hat soooo wehgetan - ich dachte immer nur, wie kann ich bitteschön FROH sein - mein Gott, ich habe doch MEIN KIND verloren!!! Von anderen wurde sie auch einfach totgeschwiegen, keiner sprach mehr über sie, es war nie wieder die Rede davon, dass es ja ursprünglich zwei waren. Das hat man mir ja nie angesehen, die Kinder waren ja noch gar nicht "richtig" da - aber ich habe immer nur gedacht: gut, sie ist tot - aber warum muss sie dann auch TOTGESCHWIEGEN werden??....

    Wir haben dann im Nov. 2002, ganz ohne Komplikationen, noch eine Tochter bekommen; sie ist unser Nesthäkchen. Und wenn so manches anders gelaufen wäre, dann wäre sie wohl jetzt ganz frisch große Schwester. Denn trotz Verhütung bin ich im Februar d. J. noch einmal schwanger geworden. Es war das erste Mal, dass bei uns ein Kind nicht geplant, sondern durch einen derartigen "Unfall" entstanden ist. Es hat sich einfach eingeschlichen, und als ich den positiven Test in den Händen hielt war ich schon erstmal geschockt. Wer rechnet schon damit, eine von zwei Frauen zu sein, bei der - lt. Pearlindex - das Verhütungsmittel versagt?? Aber dieser Schock ist dann wirklich ganz ganz schnell einer großen Freude gewichen, innerhalb von Tagen ging das - und ich war selig, als der US in der 10. Woche ergab, dass mit unserem kleinen Einschleicher alles in Ordnung war. Am 08. April sind wir dann nach längerer Zeit nochmal zusammen ausgegangen - es war mein Geburtstag und wir haben uns einen richtig schönen Abend gemacht bis wir gg. Mitternacht total KO (ich zumindest ;-) ) ins Bett fielen. Etwa um zwei wurde ich wieder wach - und noch bevor ich so ganz bei mir war, wußte ich, das stimmt etwas nicht. Schlagartig war ich ganz wach, wie ein Schock durchfuhr es mich, als ich registrierte, dass meine Schlafanzughose zwischen den Beinen ziemlich naß war. Ich fühlte nach, und selbst die Matraze hatte es schon erwischt. Ich habe dann an meinen Fingern gerochen, weil ich Angst davor hatte, Licht zu machen und was ich dann da zu sehen bekommen würde. Es roch nach Blut...und mir wurde eiskalt. Ich hab dann meinen Mann geweckt, der auch dann nachsah, und mir bestätigte, was ich ja eigentlich schon wußte. Oh man, und ich war doch schon in der 12. Woche und hatte mich und mein Kleines in Sicherheit gewähnt!!! Aber jetzt war alles vorbei für mich, schlagartig, ich wußte...soviel Blut, da KANN einfach nichts mehr sein! Ich wollte auch nicht ins KH, noch nicht, wollte bis zum morgen warten, und verbrachte endlose wache Stunden, bewegungslos, aus lauter Angst, es finge dann wieder an zu bluten, hatte die Hände auf meinem Bauch, um zu fühlen, wann wohl Wehen kämen, redete gleichzeitig zu meinem Kind - obwohl ich doch überzeugt war, es ist tot. Es war verrückt.... Morgens dann sind wir doch ins KH gefahren, nachdem mein Mann mich mit Engelszungen überredet hatte, doch aufzustehen. Auf der Toilette kam dann noch mal ein Schwall Blut...und dann war Ruhe. Und dann im KH, der US - ich konnte es kaum glauben - da strampelte unser Krümelchen munter in meinem Bauch herum!! Die Ärztin wollte mich natürlich am liebsten dabehalten - aber ich hasse KH`s, ich hab gedacht, wenn ich da nur liege und die weißen Wände anstarren muß, dann krieg ich einen Psychose! Also hat sie mich auf mein eigenes Risiko wieder nach Hause entlassen; es waren glücklicherweise Ferien und mein Mann konnte sich um die Großen und den Haushalt mitkümmern, und außerdem hatten wir da noch ein Aupair. So lief die weitere SS erstmal unauffällig weiter, und in der 15. Woche sollte ich die nächste Vorsorge bei meiner Hebamme haben. Die fand dann - trotz langem Suchen - keine Herztöne (was in diesem SS-Alter wohl ein Grenzfall ist), und fand außerdem meine Gebärmutter etwas klein für die SSW, wollte also in der nächsten Woche nochmal nachsehen. Das hat mich schon ein bisschen hibbelig gemacht, weil ich sie sehr gut kenne und weiß, dass sie solche Sachen wirklich nur dann äußert, wenn sie handfeste Gründe dafür hat. In der nächsten Woche kam sie dann zu uns nach Hause - und es war wieder das gleiche. Also nahm sie mich mit ins KH, und nach langem Warten war ich endlich an der Reihe. Es wurde ein US gemacht - und es war wie ein Deja-Vu - der Arzt sah mich mitleidig an, und sagte mir dann, dass mein Baby nicht mehr lebte - gestorben schon in der 13. SSW - und ich dachte ich sei schon in der 16., hatte sogar schon auf die ersten Kindsbewegungen gewartet!! Dann sprach er davon, dass ich das Kleine ganz normal zur Welt bringen solle...auf ein paar Tage käme es jetzt nicht an...aber auf jeden Fall würde die Geburt eingeleitet werden. Einerseits war ich froh, dass mein Kind mir nicht unter Vollnarkose entrissen würde, zerstückelt und auf den Müll geworfen. Aber andererseits war mir auch nicht bewußt gewesen, dass so früh in der SS schon keine Ausschabung mehr gemacht wird, und ich hatte einfach eine Heidenangst, was da auf mich zukommen würde. Eben dachte ich noch, ich bin schwanger - und im nächsten Moment....alles kaputt, alle Träume in Scherben... Meine Hebamme war mir in diesen Momenten ein großer Halt...aber den Schmerz konnte auch sie mir nicht nehmen. Wie in Trance bin ich dann nach Hause gefahren, habe meinen Mann angerufen und gesagt was ist. Er kam dann auch und konnte es auch nicht fassen. Gemeinsam haben wir dann überlegt, wann wir es hinter uns bringen sollen - ich wollte es am liebsten so weit wie möglich vor mir herschieben, wollte mein kleines Baby nicht hergeben. Aber er meinte ich solle mich nicht noch mehr quälen, es so bald wie möglich hinter mich bringen, anstatt mir womöglich noch eine schalflose Nacht anzutun - zumal meine Hebamme eh den Tag im Kreißsaal war und am Wochenende in Urlaub fahren wollte. Also hab ich schließlich all meinen Mut genommen und wir sind dann doch noch am gleichen Tag ins KH gefahren. Dort legte mir meine Hebamme dann ein Zäpfchen, und nach einem Spaziergang ging es dann erst ganz langsam, aber schließlich total heftig zur Sache. Ich hatte hammerharte Wehen, die aber erstmal kaum etwas bewegten, der MuMu öffnete sich kaum, zuwenig selbst für dieses kleine Wesen. Gleichzeitig lief im benachbarten Kreißsaal ebenfalls eine Geburt, ich schrie und stöhnte mit dieser Frau um die Wette - aber irgendwann hörte man von dort ein Baby weinen....und das war so hart, so bitter :-(.... Nach vier Stunden konnte ich nicht mehr, und nach einem schmerzlindernden Zäpfchen schlief ich dann auch tatsächlich ein, und es kamen erstmal keine Wehen mehr. Ich habe dann das Zeitgefühl verloren, weiß nicht ob ich ein oder zwei oder drei Stunden geschlafen habe. Hatte nur einen Riesenhorror, dass es am nächsten morgen dann weitergehen würde, ohne Erbarmen, so kam es mir wenigstens vor. Gg. halb drei wurde ich dann wieder wach, auf der Seite liegend, und merkte, dass ich blutete - und dann irgendwas aus mir rausflutschte. Ich konnte auf dieser Seite kaum noch liegen, alles tat mir weh - aber ich hatte irgendwie auch Angst mich umzudrehen, dachte, was wenn das nun mein Kind war?? Irgendwann hab ich dann meinen Mann wachgemacht, er rief die diensthabende Hebamme (meine war nach Hause gefahren, da keiner mer damit gerechnet hatte, dass sich in der Nacht noch was tut), und sie sah dann nach und meinte dann, dass unser Baby wirklich da sei. Ich war dann ganz ruhig, wollte es mir sofort ansehen - und da lag es dann: auf der Plazenta, ziemlich dunkel - aber ganz eindeutig ein kleiner Mensch! Winzig, unendlich zart und gerade mal so groß wie meine Handfläche - aber perfekt, Zehen, Fingerchen...alles dran!! Kurz darauf kam dann auch meine Hebamme wieder; wir legten den Kleinen dann in eine Pappschachtel; er wurde nicht einfach weggeworfen - wovor ich auch Angst gehabt hatte - nein, wir durften ihn mit nach Hause nehmen. Zu dem Zeitpunkt hatte mein Kind noch kein Geschlecht für mich, es war da auch nicht wichtig für mich - ich dachte es sei eh noch zu früh, das erkennen zu können, es war auch OK so - und da er die Beinchen aufeinander liegen hatte, konnte man auch gar nichts sehen - und ich traute mich einfach nicht, dieses zarte Wesen anzufassen. Es wurde dann noch eine Ausschabung gemacht, und als ich das gut überstanden hatte, fuhr mein Mann dann nach Hause zu unseren Kindern. Vormittags, mir ging es gut, auch psychisch, konnte er mich dann abholen....und das war schon komisch, mit dieser Schachtel auf meinem Schoß, in dem mein Sohn lag - und er sollte doch eigentlich noch sooo viele Wochen in meinem Bauch sein! Zu Hause habe ich ihn neben mein Bett gestellt, und ihn mir noch etliche Male angesehen, ihn jetzt auch berührt. Und dabei gingen irgendwann dann die Beinchen auseinander, und ich sah den kleinen Zipfel. Gut, ich wußte, dass das Anfangs Jungs und Mädchen haben, und sich das Geschlecht erst später differenziert. Aber jetzt ließ mich der Gedanke doch nicht mehr los: habe ich nun eine Tochter oder einen Sohn?? Abends haben wir ihn dann in unserem Garten beerdigt; und auch dabei ging es mir erstaunlich gut. Ich habe wirklich gedacht, diesmal holt es mich nicht so ein, diesmal verkrafte ich das alles besser. In den nächsten Tagen ahbe ich dann im Internet geforscht, und da einige Seiten gefunden, wo stand, dass das Geschlecht sich schon in der 10./11. Woche sichtbar ausprägt...und mein Kleiner war ja erst in der 13. Woche gestorben....ab da stand dann für mich fest: wir haben einen kleinen Sohn, und er bekam dann den Namen David, das heißt "der Geliebte". Ich habe ihm später dann noch eine rote Rose gekauft und auf seinem Grab eingepflanzt - und noch immer bin ich oft bei ihm draußen und halte Zwiesprache mit ihm. Natürlich hat mich der Schmerz dann nach zwei, drei Wochen doch eingeholt, mit aller Macht, und bis heute tut es mir oft genug weh, wenn ich eine Hochschwangere oder eine Mutter mit ihrem Neugeborenen sehe. Vor acht Tagen hätte ich ET gehabt, und heute wäre er ganz sicher schon bei uns.... Wäre er...wenn es da nicht so etwas wie Schicksal gäbe, das uns entgegen jeder Statistik ein Kind schenkte...so unerwartet, wie er dann doch wieder gegangen ist.... Mitleid hatten wir diesmal von kaum einer Seite - wer so verrückt ist, auch noch ein siebtes Kind in die Welt setzen zu wollen, verdient das wohl nicht :-(... Aber glücklicherweise gehören die beiden wenigstens für unsere Kinder ganz selbstverständlich zu unserer Familie dazu, sie sprechen ganz normal über sie, da wo andere Erwachsene anscheinend eine Scheu davor haben und ganz schnell das Thema wechseln, wenn es in diese Richtung geht. Aber mittlerweile kann ich damit umgehen, es tut nicht mehr so weh, es kann mich nicht mehr aus der Bahn werfen. Ich sage immer, ich habe mich verändert nach diesen Erfahrungen, ich bin - aus meinem tiefsten Inneren heraus - nicht mehr die Gleiche wie vorher. Und es ist eine absolut positive Veränderung, die ich durchgemacht habe - und das ist ein Geschenk, das mir meine beiden Engelchen mitgebracht haben, ohne sie wäre ich nicht die, die ich heute bin und wo ich heute bin, und dafür bin ich ihnen sehr, sehr dankbar! Und dankbar bin ich ihnen auch dafür, dass ich sie wenigstens ein Stück ihres Weges begleiten und ein kleines Weilchen ihre Mama sein durfte!!!

    Ganz liebe Grüße von

    Martina mit Valerie, Frederic, Christoffer, Vincent, Carolin und Elisa an der Hand, und Luisa und David ganz fest im Herzen!!
    "Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen NEIN!" (Tucholsky)

  10. #10
    nena ist offline journey (wo)man

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    Standard Re: Unsere Geschichten ..... In Erinnerung an unsere Sternch

    Meine liebe kleine Alicia:
    Am 4-10-03,vor einem Jahr habe ich dich in der 19.Woche gehen lassen,meine Liebe zu dir ist groesser denje ,kein Tag vergeht an dem ich nicht an dich denke .Ich durfte dich nicht sehen ,mich nicht von dir verrabschieden,es gibt kein Grab fuer dich -in der Klinik ,wurdest einfach entfernt von mir ,ich weiss nicht einmal wohin...-und dennoch habe ich dich im Traum gesehen ,du hast gelaechelt und mir gesagt es ist gut, so wie es ist und mir einige Zweifel genommen -du und ich ...wir wissen was es heisst sich zu trennen und trotzdem fuer immer verbunden zu sein... folgendes Gedicht von Erich Fried ist fuer dich und unsere anderen ,weiteren vier Sternenkindern gedacht,die leider nur kurze Zeit in den Schwangerschaften bei uns blieben,sie gingen von uns zwischen der 8 und 16 Schwangerschaftswoche und wir wissen nicht einmal ob sie Maedchen oder Jungen waren -alle seid ihr ein Teil von uns und haettet ihr uns nicht ein Stueck im Leben begleitet, waeren wir ,eure Familie, nicht so wie wir heute sind:

    Es ist Unsinn
    sagt die Vernunft
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Es ist Unglück
    sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz
    sagt die Angst
    Es ist aussichtslos
    sagt die Einsicht
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Es ist lächerlich
    sagt der Stolz
    es ist leichtsinnig
    sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich
    sagt die Erfahrung
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe


    Die Liebe ist das ,was uns immer verbindet-Alicia und Wolfgang ,mit Felipe ,Fabio ,Rafael und Rocío Elena -an der Hand,sowie Adrián im Bauch(35W/4T).


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