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  1. #1
    Avatar von Tami_aus_Paris
    Tami_aus_Paris ist offline Pferdeliebhaberin

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    Standard Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Hallo,

    ich habe hier im Forum schon gelesen, dass jedes Kind seinen individuellen Zeitpunkt hat, wann es mit dem Sprechen anfängt, ob zweisprachig oder nicht. Aber irgendwie mache ich mir doch Sorgen bei 2,5 Jahren. Ich habe das Gefühl, dass mein Sohn nicht redet, weil er sich auch so irgendwie verständlich machen kann. Es kann aber auch andere Gründe geben.
    Mittlerweile sage ich ihm schon oft, dass er sagen müsse, was er meint, denn sonst verstehe ich ihn nicht (auch wenn seine Gesten und Laute eigentlich eindeutig sind). Aber meist sagt er dann auch nicht mehr, sondern wiederholt seine Lauten und Gesten.

    Verstehen tut er hingehen gut. Er tut, was man ihm sagt, und das in beiden Sprachen.

    Wie merke ich, ob es noch "die normale Entwicklung" ist, oder ob ein Besuch beim Logopäden (oder einem anderen Fachmann) angesagt ist?

    Danke für eure Rückmeldungen!

  2. #2
    linebdp ist offline Veteran

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Hallo,

    was genau meinst du mit "spricht nicht"? Was tut er denn? Kannst du Beispiele für seine Gesten und Worte bringen? Beschreib doch mal ein paar Situationen aus eurem Alltag.

    linebdp

  3. #3
    Avatar von Tami_aus_Paris
    Tami_aus_Paris ist offline Pferdeliebhaberin

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Er hat einen sehr geringen Wortschatz, schätzungsweise 30 Worte maximal, und seine Wörter sind auch nicht "komplett", sondern nur Silben: Bü für Bücher, ne für nehmen, Nö für Nudeln, Go für Joghurt und oft auch nur die Geräusche sofern die Sache ein Geräusch macht. Auch Tiernamen (die er gut in beiden Sprachen kennt) reduziert er auf die Laute (für die wir dieselben benutzen). Zweiwortsätze gibt es eigentlich nicht wirklich, sondern einen Namen und ein Hauptwort. Also "Mama schschsch"¨mit Händen auf dem Kopf für "Mama duscht". Er zeigt meist durch Gesten, was er möchte: er zeigt auf das, was er haben möchte, zieht uns zur Tür, wenn es rausgehen soll, bringt uns sein Spielzeug uns sagt "Mama" wenn ich es benutzen soll, und kann insgesamt sehr viele Dinge "schauspielerisch gut darstellen".

    Mit dieser Technik kommt er eigentlich recht weit. Es gibt selten Situationen, in der wir nicht wissen, was er meint. Und kommunikativ ist er auch, nur halt eben in seiner eigenen Sprache. Er ist auch sonst ein Kind, das sehr gut auf andere zugehen kann. Also ich denke nicht, dass es sich um Schüchternheit oder Introvertiertheit handelt.

    Ist er eurer Meinung nach einfach nur ein Spätzünder, oder müssen wir etwas anders machen?

  4. #4
    linebdp ist offline Veteran

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Von dem, was du beschreibst, spricht in meinen Augen vieles für eine verzögerte, aber strukturell normal ablaufende Entwicklung. Dein Sohn benutzt feste Begriffe für die gleichen Dinge, er kommuniziert gerne mit (und natürlich auch ohne) Lautsprache, die Silben, die er verwendet, haben sogar lautliche Ähnlichkeit mit den Zielwörtern. Dem Altersdurchschnitt entsprechend ist das aber nicht, keine Frage.

    Wie ist es in der anderen Sprache?
    Wie genau sieht denn euer mehrsprachiger Hintergrund aus?
    Gibt es sonst Auffälligkeiten in der Entwicklung, Risikofaktoren (Frühgeburtlichkeit o.ä.), erbliche Einflüsse?

    linebdp (Logopädin)

  5. #5
    Silberruecken Gast

    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Ich würde noch einmal sicherstellen lassen, ob er auch wirklich gut genug hört. Im Kindergarten unserer beiden ist ein Junge, der auch nicht gut sprechen konnte, was einfach daran lag, dass er nicht gut hören konnte. Trotz der in D. üblichen U-x Untersuchungen war das lange nicht aufgefallen. 2,5 Jahre ist schon eher spät und für einen Logopäden noch recht früh, sagt wenigstens die recht erfahrene Chef-Erzieherin im Kindergarten. Unser kleiner hat mit 4 Jahren das R -> L, SCH->S,CH->CK,und Ü->U noch nicht raus, darum fragte ich erst letzte Woche, wann es denn Zeit wäre, da einen Logopäden anzusetzen.
    Meine Nichte konnte/wollte mit 5 kaum sprechen (sie hat so auch alles bekommen was sie wollte). Da musste sie meine Schwester mit 5 dann doch zum Logopäden bringen, weil sie selber einfach auch nicht weiter wusste, vor allem wegen der Vorbereitung auf die 1. Klasse.

  6. #6
    linebdp ist offline Veteran

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Hören: da würde ich mich unbedingt anschließen, habe ich in meinem vorigen Post vergessen aufzuführen!!

  7. #7
    Avatar von Tami_aus_Paris
    Tami_aus_Paris ist offline Pferdeliebhaberin

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Zitat Zitat von linebdp Beitrag anzeigen
    Von dem, was du beschreibst, spricht in meinen Augen vieles für eine verzögerte, aber strukturell normal ablaufende Entwicklung. Dein Sohn benutzt feste Begriffe für die gleichen Dinge, er kommuniziert gerne mit (und natürlich auch ohne) Lautsprache, die Silben, die er verwendet, haben sogar lautliche Ähnlichkeit mit den Zielwörtern. Dem Altersdurchschnitt entsprechend ist das aber nicht, keine Frage.

    Wie ist es in der anderen Sprache?
    Wie genau sieht denn euer mehrsprachiger Hintergrund aus?
    Gibt es sonst Auffälligkeiten in der Entwicklung, Risikofaktoren (Frühgeburtlichkeit o.ä.), erbliche Einflüsse?

    linebdp (Logopädin)
    Danke für deinen Experten-Rat!

    Zu deinen Fragen:
    In beiden Sprachen ist es gleich. Er hat "Einsilber" in beiden Sprachen gleichermassen.

    Hintergrund: er hört quantitativ beide Sprachen gleich viel. Allerdings die deutsche Sprache nur von sehr wenigen, nahestehenden Personen (von denen aber auch alle frz. sprechen können, was er auch mitbekommt), und die französische Sprache von sehr vielen Personen : vom Papa und dem gesamten täglichen Umgang (Verwandte, Freunde, Spielplatz, Einkaufen usw). Meintest du dies mit Hintergrund?

    Auffälligkeiten: nicht, dass ich wüsste. Aber er ist spät sehr alleine gelaufen. Bevor er mit 17 Monaten alleine lief, ging er schon einige Monate lang sehr sicher an der Hand. Erst in der Krippe (in die er dann kam) hat es dann erst Klick gemacht. Da ist eigentlich Voraussetzung, dass die Kinder laufen... offenbar war ihm das vom ersten Tag an dann auch klar. Vielleicht fehlt ihm beim Sprechen einfach nur noch die Einsicht, dass es notwendig ist.Das Töpfchen ist bei ihm übrigens auch noch kein Thema, aber ich bin der Meinung, dass man dies nicht unter Druck erreichten sollte. Er hat noch ein Jahr Zeit bis er in den Kindergarten kommt, von daher ist es auch nicht eilig.

    Das Gehör wurde vor ca. 3 Monaten schon getestet. Es wurde kein Problem festgestellt.

  8. #8
    linebdp ist offline Veteran

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    O.K.
    Ich weiß nicht, wie die logopädische Versorgung in Frankreich funktioniert. Auch nicht, wie engmaschig die kinderärztlichen KOntrolluntersuchungen sind etc. Ich weiß auch nicht, wer der erste Ansprechpartner dort wäre.

    Hier in Deutschland würde ich dir raten, den Kinderarzt auf die Auffälligkeit anzusprechen und darum zu bitten, wenn im nächsten halben Jahr keine deutliche (!) Verbesserung auftritt, das Kind dann rasch beim Logopäden vorstellen zu können. Was wäre bei euch die Entsprechung?

    Wichtig finde ich, dass du die sprachliche Entwicklung gut im Blick behältst.
    Du scheinst dein Kind gut zu beobachten und kannst seine sprachliche Leistung ordentlich charakterisieren. Ich denke, dass du merken wirst, ob sich was tut oder nicht. Du kannst ja auch die Erzieherinnen in der creche mal um ihre Rückmeldung von außen bitten, wenn du dir unsicher bist. Wenn er drei Jahre alt ist und immer noch deutlich zurück liegt, dann würde ich Logopädie anstreben.

    Alles Gute!

    linebdp

  9. #9
    Avatar von Tami_aus_Paris
    Tami_aus_Paris ist offline Pferdeliebhaberin

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Zitat Zitat von linebdp Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, wie die logopädische Versorgung in Frankreich funktioniert. Auch nicht, wie engmaschig die kinderärztlichen KOntrolluntersuchungen sind etc. Ich weiß auch nicht, wer der erste Ansprechpartner dort wäre. linebdp
    Ehrlich gesagt, weiss ich das auch nicht, aber ich geh sowieso bald mal zum Kinderarzt wegen einer Impfung. Da werde ich ihn mal darauf ansprechen. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

    Zitat Zitat von linebdp Beitrag anzeigen
    Du kannst ja auch die Erzieherinnen in der creche mal um ihre Rückmeldung von außen bitten, wenn du dir unsicher bist. Wenn er drei Jahre alt ist und immer noch deutlich zurück liegt, dann würde ich Logopädie anstreben.
    Alles Gute!

    linebdp
    Stimmt, die Erzieherinnen haben da ja sicher auch eine Meinung zu!
    Au mann, ich hoffe, bis zu seinem 3. Lebensjahr wird er sprechen!!! Ansonsten wird Logopädie auf jeden Fall angsagt sein!!

  10. #10
    Avatar von Tigerblume
    Tigerblume ist offline Legende

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    Standard Re: Mein Sohn (2,5 Jahre alt) spricht noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

    Zitat Zitat von Tami_aus_Paris Beitrag anzeigen
    Er hat einen sehr geringen Wortschatz, schätzungsweise 30 Worte maximal, und seine Wörter sind auch nicht "komplett", sondern nur Silben: Bü für Bücher, ne für nehmen, Nö für Nudeln, Go für Joghurt und oft auch nur die Geräusche sofern die Sache ein Geräusch macht. Auch Tiernamen (die er gut in beiden Sprachen kennt) reduziert er auf die Laute (für die wir dieselben benutzen). Zweiwortsätze gibt es eigentlich nicht wirklich, sondern einen Namen und ein Hauptwort. Also "Mama schschsch"¨mit Händen auf dem Kopf für "Mama duscht". Er zeigt meist durch Gesten, was er möchte: er zeigt auf das, was er haben möchte, zieht uns zur Tür, wenn es rausgehen soll, bringt uns sein Spielzeug uns sagt "Mama" wenn ich es benutzen soll, und kann insgesamt sehr viele Dinge "schauspielerisch gut darstellen".

    Mit dieser Technik kommt er eigentlich recht weit. Es gibt selten Situationen, in der wir nicht wissen, was er meint. Und kommunikativ ist er auch, nur halt eben in seiner eigenen Sprache. Er ist auch sonst ein Kind, das sehr gut auf andere zugehen kann. Also ich denke nicht, dass es sich um Schüchternheit oder Introvertiertheit handelt.

    Ist er eurer Meinung nach einfach nur ein Spätzünder, oder müssen wir etwas anders machen?
    Du beschreibst meine Tochter!!! Wobei sie nicht zweisprachig aufwächst, da ich mich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden habe.

    Der Verlauf war bei uns folgendermaßen:

    Zur U7 wird ein Wortschatz von 50 Wörtern und die Bildung von 2-Wort-Sätzen gefordert. Da hatte meine Tochter vielleicht 15 Wörter auf Lager und von 2-Wort-Sätzen keine Spur (sie ist übrigens auch erst mit 16 Monaten gelaufen). Der Kinderarzt war entspannt und sah gleichzeitig Handlungsbedarf. Hintergrund: Er hat mehrere Kinder und eine seiner Töchter sprach mit vier immer noch nur dada und didi. Sie waren da ziemlich entspannt und sagten sich das Kind hat eben sein eigenes Tempo. Stellte sich aber im weiteren Verlauf als nachteilig heraus, so dass er sich heute für eine frühe Förderung ausspricht und nicht erst dann, wenn das "Kind bereits in den Brunnen gefallen" ist. Besagtes Kind ist heute übrigens eine Leseratte und hat sprachlich alle Defizite aufgeholt.

    Zurück zu meiner Tochter: Wir waren bei der Pädaudiologie um sicherzustellen dass sie gut hört (obwohl nichts darauf hindeutete dass sie schlecht hören könnte und auch der Hörtest nach der Geburt unauffällig war). Dort kein Befund (wie zu erwarten). Dann bekamen wir Logopädie verordnet (2 Mal wöchentlich). Dort geht sie gerne hin und macht auch (kleine) Fortschritte, wobei ich natürlich nicht weiss wie der Verlauf ohne Logopädie gewesen wäre.

    Die Logopädin meinte auch ganz klar, dass keine Sprachentwicklungsstörung vorliegt sondern lediglich eine Verzögerung der aktiven Sprache vorhanden sei, da der Entwicklungsprozess völlig normal sei (nur eben nicht altersgerecht). Das Wichtigste sei, den Druck rauszunehmen und nicht bewusst oder unbewusst zu vermitteln, dass uns das Sprechen wichtig sei.

    Eine Hypothese ist, dass sie sich in ihrer Entwicklung derzeit auf alles Visuelle konzentriert (sie ist ein bisschen weitsichtig und schielt und hat deshalb kein dreidimensionales Sehen, wodurch sie besonders aufmerksam sein muss) und deshalb die Sprache ins Hintertreffen geraten ist.

    Und seit guten zwei Wochen: Sprachexplosion! Das Kind quasselt Tag und Nacht, spricht plötzlich Verben, hin und wieder auch eine zweite Silbe (die erste Silbe ist meistens die betonte Silbe), spricht alles was sie hört nach, singt - unglaublich. Der Knoten ist geplatzt und ich bin sehr erleichtert. Ich bin davon überzeugt, dass sie einfach ihre Zeit gebraucht hat. Zur Logopädie werden wir weiterhin gehen und das was ich Dir schreibe muss nicht auf H. zutreffen, aber das was Du beschrieben hast ist wirklich absolut identisch mit dem Zustand den wir hier hatten.

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