Traut euch was - ihr könnt's schon!

Kann ich das überhaupt? Diese Frage stellen sich viele Jugendliche, wenn es an die Berufswahl geht. Dabei haben sie heute viele Möglichkeiten frühzeitig auszuprobieren, was in ihnen steckt

Sie hat es einfach mal versucht. Ist zusammen mit ihrer Mutter hingegangen ins Kempinski-Hotel und hat gefragt, ob sie mal ein Praktikum in der Konditorei machen könne. Sie konnte.
Ein Praktikum – das ist für viele Jugendliche eine gute Möglichkeit, herauszubekommen, was sie können. Aber bei weitem nicht die einzige. Noch nie gab es so viele Chancen, sich schon zu Schulzeiten zu informieren.
Ganz neu ist der "Girl’s Day", der im April 2002 zum ersten Mal bundesweit veranstaltet wurde. An diesem Tag können sich Mädchen der Klassen 5 bis 10 über ihre Job-Chancen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen informieren – fast 1300 Unternehmen und Organisationen öffnen dafür ihre Tore. Und die Schulen geben frei!
Auch für Jungen gedacht ist die Messe "Einstieg Abi", bei der sich Gymnasiasten – aber auch Haupt- und Realschüler – orientieren können, die überhaupt noch nicht wissen, in welche Richtung es gehen soll: Studium, Lehre, Bundeswehr?
Über 200 Universitäten und Unternehmen sind vertreten – eine ideale Kontaktbörse. Die erste Messe fand 2001 statt, 2002 waren es wegen der großen Nachfrage schon zwei (in Köln und Berlin). Die nächste ist am 21. und 22. März 2003 in Köln. Der Eintritt ist frei (nähere Informationen unter www.einstieg-abi.de ).

Weitere Beispiele aus jüngster Zeit:

  • In Tübingen startete im Sommer 2002 ein bundesweit einzigartiges Projekt – die Universität bot Vorlesungen für Kinder von acht bis 14 Jahren an, gehalten von echten Professoren, zu vielen spannenden Fragen: Warum stammen wir Menschen vom Affen ab? Warum gibt es Arme und Reiche? Warum speien Vulkane Feuer? Obwohl das Freibad lockte, kamen zu jeder Vorlesung zwischen 500 und 900 Schüler/innen. Einige davon haben dabei sicher ihren Traumberuf entdeckt.
  • Am Institut für angewandte Physik der Universität Bonn wurde ein Labor eingerichtet, in dem Schüler/innen Experimente machen können, die in ihren Klassenzimmern nicht möglich sind. Unterstützt wurde das Projekt durch die Robert-Bosch-Stiftung, die damit die Jugend für die Physik begeistern will.
  • Bereits zum dritten Mal fand im Juli die Bonner Wissenschaftsnacht statt, bei der Forscher erläuterten, woran sie gerade arbeiten: Da wurde zum Beispiel erklärt, warum Wasser an einem Lotusblatt abperlt. Für jeden potenziellen Nachwuchs-Forscher war etwas dabei.

Jugend forscht

Seit vielen Jahren ein Hit ist "Jugend forscht", der vom STERN-Gründer Henri Nannen initiierte Jugendwettbewerb. Schüler und junge Menschen bis zu 21 Jahren können daran teilnehmen, wenn sie in den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik etwas Neues herausfinden möchten. (Näheres unter www.jugend-forscht.de).
Auch eine gute Möglichkeit, herauszufinden, was man kann, ist die Mathematik-Olympiade, die in der früheren DDR gestartet wurde. Daran kann sich jede/r Schüler/in der Klasse 5 bis 13 beteiligen. Die Besten kommen stufenweise weiter.
Die Bundessieger können an internationalen Wettbewerben teilnehmen und werden in Begabtenförderwerke aufgenommen. Sie haben später glänzende Berufsaussichten (Näheres unter www. mathematik-olympiaden.de).
Fazit all dieser kleinen und großen Geschichten: Traut euch, Jungs und Mädels! Ihr könnt mehr, als ihr denkt!

Was willst du mal werden?

Weitere Tipps zum Thema Berufswahl finden Sie in der aktuellen Ausgabe von ELTERN for family.