Lustige Schreibspiele

Muss man noch mit der Hand schreiben können? Das fragen sich viele Computer-Kids. Und schreiben nur noch per Hand, wenn es gar nicht anders geht. Aber: Noch steht Schreiben auf dem Lehrplan und wird in vielen Bereichen der Gesellschaft als Grundfertigkeit vorausgesetzt. Deshalb: Versuchen Sie, die Lust am Schreiben zu fördern.

1. Lustiger Lückentext

: Lustige Schreibspiele

Teilnehmerzahl: mindestens 4
Alter: ab 8 Jahren

Bereiten Sie eine kleine Geschichte vor, in der die ganze Familie, viele Bekannte und Freunde vorkommen. Vor jedem Namen und vor den meisten Hauptwörtern lassen Sie eine Lücke.

Beispiel:
Heute will der ...................... Sven seinen ......................... Geburtstag feiern. Dazu hat er seine ........................... Freundin Laura und seinen .............................. Freund Paul eingeladen. Die beiden schenken ihm ein ............................... Buch. Svens ....................................... Mutter hat ein ................................ Essen vorbereitet. Alle stürzen sich an den .................................... Tisch und laden sich die ......................................... Teller voll.

Jetzt suchen Ihre Kinder viele Eigenschaftswörter zusammen und schreiben sie auf einen Zettel. Farben werden nicht genommen. Die Eigenschaftswörter sollten ein wenig ausgefallener sein und sich nicht nur auf "blöd, dick, doof, groß, klein" beschränken. (Eine gute Gelegenheit, das Wörterbuch zu benutzen!).

Die Kinder kennen Ihre vorbereitete Geschichte nicht und hören sie erst am Ende des Spiels! Nacheinander nennen die Spieler jeweils eins ihrer Eigenschaftswörter, und Sie füllen damit der Reihe nach die Lücken in der Geschichte. Sollte es dabei zu heiklen Kombinationen ("die vollblöde Mutter") kommen, schummeln Sie ein wenig und tragen das Wort in eine passendere Lücke ein....

Zum Schluss lesen Sie die Geschichte zum Vergnügen aller vor, was ungefähr so klingen könnte:

Heute will der vornehme Sven seinen albernen Geburtstag feiern. Dazu hat er seine runzlige Freundin Laura und seinen verkaterten Freund Paul eingeladen. Die beiden schenken ihm ein todlangweiliges Buch. Svens kindische Mutter hat ein scheußliches Essen vorbereitet. Alle stürzen sich an den vergammelten Tisch und laden sich die dreckigen Teller voll.

Meist gefällt Kindern dieses Spiel so gut, dass sie es auf der Stelle wiederholen wollen. Zeigen Sie Ihnen, wie sie selber so eine Lückengeschichte vorbereiten können. Derselbe Text sollte nicht mehrfach verwendet werden.

2. Eine absurde Geschichte verfassen

Teilnehmerzahl: ab 5
Alter: ab 12 Jahren

Jeder Mitspieler bekommt ein großes Blatt. Oben drauf schreibt er eine interessante Überschrift. Am witzigsten wird es, wenn Bekannte und Freunde in der Geschichte vorkommen.

Beispiel:

Als Mama im Keller einen Einbrecher fing

Diese Überschrift wird nicht umgeknickt, sondern dem Nachbarn offen weitergereicht. Er muss jetzt den ersten Satz / die ersten Sätze zu dieser Geschichte erfinden. Das Ganze soll lustig werden und muss nicht so ganz genau zu der Überschrift passen...

Beispiel:
1. Spieler: Als Mama im Keller einen Einbrecher fing
2. Spieler: Eines Tages hörte Mama aus dem Keller ein seltsames Geräusch. Es klang wie Stöhnen, Jammern und Lachen gleichzeitig.

Man gibt dem Nachbarn immer offen den Satz, den man selber geschrieben hat, damit er fortsetzen kann. Aber alles andere wird umgeknickt! Jeder soll in seinem Satz immer wieder die Namen verwenden und nicht nur "er" oder "sie" schreiben, damit der nächste weiß, worum es überhaupt geht. So könnten die Geschichten weitergehen.

1. Spieler: Als Mama im Keller einen Einbrecher fing
2. Spieler: Eines Tages hörte Mama aus dem Keller ein seltsames Geräusch. Es klang wie Stöhnen, Jammern und Lachen gleichzeitig.
3. Spieler: Mama beschloss nachzusehen, was da los war. Sie nahm den Baseballschläger und die Taschenlampe und öffnete die Kellertür.

Sinn des Ganzen ist es, dass eine möglichst absurde, alberne Geschichte herauskommt. Schon der dritte Satz wird kaum noch etwas mit der eigentlichen Überschrift zu tun haben. Und das soll er auch gar nicht. Je verquerer, desto lustiger!

3. Variationen zu "Onkel Fritz sitzt in der Badewanne"

Teilnehmerzahl: mindestens 5
Alter: ab 10 Jahren

Jeder Spieler bekommt einen Zettel. Alle füllen nach der folgenden Anleitung aus, knicken immer um, was sie geschrieben haben, und reichen den Zettel an den Nachbarn weiter. Die Kinder sollen möglichst lustige, abwegige Sätze und Formulierungen verwenden und nicht versuchen, auf den einzelnen Blättern eine zusammenhängende Geschichte zu verteilen.

In dieser Reihenfolge werden die Zettel ausgefüllt:

Spielleiter sagt an:Teilnehmer sagt: 1. Ein MädchenNicole 2. und ein Jungeund Sven 3. trafen sich: wo?? trafen sich auf dem Flohmarkt / im Waschkeller/ in der Geisterbahn 4. Er fragte:"Wer ist dein Lieblingslehrer?" / "Was für Musik hörst du gerade?" 5. Sie antwortete:"Ich habe solche Kopfschmerzen." / "Der Mond ist aufgegangen." 6. Dann gingen sie und.....suchten Pilze / machten Hausaufgaben / Klingelstreich 7. Daraus wurde:eine Fahrt mit der Gespensterbahn / eine Gummibärchenfabrik / eine unglückliche Ehe 8. Und die Eltern sagten dazu:"Habt ihr schon Vokabeln gelernt?" / "Habt ihr auch schön Guten Tag gesagt?" / "Wir waren früher ganz anders!"

4. Bingo einmal anders

Teilnehmerzahl: ab 4
Alter: ab 8 Jahren

Bingo wird normalerweise mit Zahlen gespielt. Hier kann man je nach Alter der Teilnehmer verschiedene Dinge nehmen: Mädchennamen, Sportarten, Tiere, europäische Länder, Hauptstädte, Musikinstrumente, Grammatikbegriffe usw.

Jeder schreibt sechs Begriffe (z.B. Sportarten) auf seinen Zettel. Der Spielleiter nennt nun alle Sportarten, die ihm (hoffentlich pausenlos!) hintereinander einfallen. Die Spieler kreuzen an, wenn einer ihrer Begriffe fällt. Sind bei einem Spieler alle sechs Begriffe genannt worden, ruft er "Bingo", zeigt seinen Zettel vor und kassiert seinen Gewinn!

5. Aus eins mach viele!

Teilnehmerzahl: ab 2
Alter: ab 10 Jahren

Man nimmt ein mittellanges Wort, z.B. "Achterbahnwaggon".

In den nächsten 10 Minuten versucht jeder, aus diesem Begriff möglichst viele neue Wörter zu basteln. Die neuen Wörter dürfen nur aus den Buchstaben bestehen, die im vorgegebenen Wort vorhanden sind. Sinnvoll ist es, nur Hauptwörter zu nehmen, keine Eigennamen oder Abkürzungen. Wörter, aus denen der Oberbegriff zusammengesetzt ist, sind nicht erlaubt (also nicht Bahn, Waggon, Achter!). Anschließend gibt es Punkte, je nach Buchstabenzahl des gefundenen Wortes. Wörter, die mehrere Mitspieler gefunden haben, werden gestrichen.

Bach, Hahn4 Punkte Nacht5 Punkte Tran, Trab, Grab4 Punkte Wache, Wagen5 Punkte