Schulstart

Zählt Ihr Kind schon die Tage zum Schulstart? Während Sie selbst diesem mit gemischten Gefühlen entgegen schauen? Lesen Sie hier, wie es für Sie und Ihr Kind ein entspannter Schulanfang wird.

Die Schule sieht bunt und freundlich aus, das Kind strahlt über das ganze Gesicht und trotzdem – da ist der eigentümliche Geruch in den Fluren, das laute Durcheinander im Gang, die Töne des Gongs: Mit dem ersten Schultag des eigenen Kindes beginnt für viele Eltern eine kleine Reise in die Vergangenheit. Eindrücke, die man längst vergessen glaubte, sind auf einmal wieder lebendig. Und nicht immer sind die Erinnerungen positiv. Durch die freudige Erwartung des Kindes steigt nicht selten die Nervosität der Eltern: Wird es in der Schule zurechtkommen? Stillsitzen, konzentriert arbeiten - kann es das überhaupt schon? Wie ist wohl die Lehrerin?
Die Diskussion um Pisa, Angst vor einer ungewissen Zukunft und steigendem Leistungsdruck machen es für viele Eltern nicht leicht, unbekümmert den Schulstart zu erwarten. Sie wünschen sich, dass ihr Kind von Anfang an optimal gefördert wird und fürchten gleichzeitig, es könne den Erwartungen nicht standhalten. Ihr Kind sollten sie diese Sorgen und Ängste dennoch nicht spüren lassen. Denn eine positive und selbstbewusste Grundhaltung ist die beste Voraussetzung für einen guten Schulstart - und die haben die meisten Kinder von ganz alleine: Sie brennen darauf, Neues zu lernen, sich einen weiteres Stück Selbständigkeit zu erobern, Herausforderungen anzunehmen und Anerkennung zu bekommen.

Die folgenden Fragen und Gedanken mögen Ihnen vielleicht auf der Seele brennen - aber halten Sie einen Moment inne, bevor Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen. Wir haben einige Anregungen zusammengestellt, damit Freude und Spaß am Lernen selbstverständlich bleiben.

  • Hast du schon Hausaufgaben gemacht?
    Diese Frage sollte nicht zum Hauptthema des Tages werden. Wenn Ihr Kind nach Schulschluss erst einmal Lust auf Spielen hat, dann sollten Sie ihm die Zeit gönnen. Ständiger Hausaufgabenstress, Überwachung und Kontrolle führen nur zu Wut und Opposition. Geben Sie Ihrem Kind die Chance, aus eigenem Antrieb seine Aufgaben zu erfüllen.

  • Wie war es in der Schule?
    Mal ehrlich – wie oft haben Sie Ihr Kind schon so an der Haustür begrüßt oder beim Mittagessen ausgefragt? Und sich dann über eine einsilbige Antwort gewundert? Überfallen Sie nicht mit Ihren Fragen und warten Sie lieber ab, bis das Kind Lust hat, von sich aus zu erzählen. Direkt nach der Schule will es vielleicht erst einmal abschalten, spielen, etwas unternehmen. Nehmen Sie sich Zeit, um über die Schule zu sprechen. Überlegen Sie sich auch, was das Kind vielleicht am Schulalltag auch beschäftigt, zum Beispiel die Pause oder der Nachhauseweg. Wenn Sie allgemein das Gefühl haben, nicht genug über die Schule zu erfahren, dann wenden Sie sich an eine andere Person, die Auskunft geben kann: die Lehrerin. (mehr über den Austausch mit der Lehrerin lesen Sie hier).

  • Hast du schon Freunde gefunden?
    Davon sollten Sie zunächst ausgehen. Nur wenn der Schulanfänger sich darüber beklagt, viel alleine zu sein, sollten Sie etwas unternehmen, zum Beispiel mit anderen Kindern gemeinsame Ausflüge planen. Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind wird übermäßig Opfer von Hänseleien, unbedingt Kontakt mit dem Klassenlehrer aufnehmen (Hier lesen Sie mehr zu diesem Thema.)

  • Können die anderen das schon?
    Vergleiche mit anderen Kindern besser vermeiden: Akzeptieren Sie Ihr Kind, so wie es ist und nehmen Sie seine eigene Leistung und Fortschritte als Maßstab.

  • Das hast du toll gemacht!
    Besser aber, es ist nicht allgemein, sondern bezieht sich auf ganz konkrete Leistungen. Im Fokus sollte auch nicht stehen, ob die Aufgaben möglichst fehlerfrei gelöst sind. War das Kind mit Spaß und Konzentration bei der Sache, so ist das bemerkenswert, auch wenn das Ergebnis nicht ganz so gut ist. Eltern sollten sich nicht auf Erfolge fixieren, sondern ob auch in Betracht ziehen, ob ihr Kind sich wohl fühlt, gerne in die Schule geht oder schnell die Lust verliert.

  • Ich fahr dich jetzt zum Musikunterricht.
    Eltern sollten stets im Auge behalten, dass sie ihr Kind nicht zu sehr verplanen. Nach der Schule hat es sich freie Zeit zum Spielen verdient. Packen Sie die Woche nicht voll mit vielen weiteren Terminen wie Musikunterricht, Sport. Auch beim Spielen entwickelt Ihr Kind viele Fähigkeiten, die auch für die Schule wichtig sind.