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Hausaufgaben: doch sinnvoll!

Fast in jeder Familie gibt es Streit und Stress wegen den Hausaufgaben. Tipps, wie Sie in Zukunft gelassener mit diesem Thema umgehen, gibt die Pädagogin Dr. Britta Kohler.

Weg mit dem Stress beim Hausaufgaben machen!

Zugegeben: Hausaufgaben sorgen oft für Stress, und zwar bei Schülern und (!) Eltern. Für Entspannung kann ein Wechsel der Blickrichtung sorgen: "Dann lassen sich bei den Hausaufgaben auch positive Momente finden, in denen Kinder Fähigkeiten trainieren, die sie im Leben weiterbringen", meint Dr. Britta Kohler. Die Erziehungswissenschaftlerin forscht seit 15 Jahren an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd zum Thema Hausaufgaben. Weil sie selbst auch Mutter von zwei Grundschulkindern ist, überlegt sie dabei immer, wie sich Spannung aus dem Hausaufgaben-Thema nehmen lässt. Hier ihre wichtigsten Anregungen:

Überlegt an eine Sache herangehen

Womit fange ich an? Wie richte ich meinen Platz ein? Mit welchen Arbeitstechniken komme ich gut zurecht? Warum hat es heute gut geklappt und gestern nicht? Wie lange mache ich Pause?
Diese Punkte können Eltern besser als die Lehrer beurteilen, weil sie in die Hausaufgaben-Situation ihres Kindes mehr Einblick haben. Gegen Trödeln helfen Uhr und Notizblock: Bitten Sie Ihr Kind, die Zeiten aufzuschreiben, in denen es tatsächlich konzentriert arbeitet. So lernt es schnell, dass die Summe der Arbeitszeiten oft viel geringer ist, als es glaubt, und kommt zu dem Schluss: "Wenn ich dranbleibe, bin ich erstaunlich schnell fertig."

Selbstständig handeln

Es ist erwiesen, dass zu viel Hilfe und vor allem zu viel Kontrolle mehr schaden als nützen. Nehmen Sie Ihrem Kind also nicht zu viel ab! Jede Mutter weiß, wie schwer es fällt, wenn das Nachschlagen im Lexikon ewig dauert. Trotzdem hilft es dem Kind mehr, wenn Sie die Situation nicht abkürzen, sondern aushalten und nur dann Unterstützung anbieten, wenn Ihr Kind allein nicht weiterkommt.

Medien konstruktiv nutzen

Konstruktiv heißt vor allem gezielt. Wenn Grundschüler Informationen zu einem Thema zusammentragen sollen, ist zu viel des Guten überflüssig. Ein kurzer, prägnanter Ausdruck aus dem Internet oder ein passendes Buch aus dem Bücherschrank reicht völlig aus.

Im Team arbeiten

Grundschulkindern erscheint das Aufsatzschreiben oft mühsam, was es für Schreibanfänger ja auch ist. In diesem Fall kann Arbeitsteilung entlasten: Ihr Kind erzählt die Geschichte, Sie schreiben sie auf. Bei der Überarbeitung kuscheln Sie sich gemeinsam aufs Sofa und überlegen, wie man die eine oder andere Stelle noch spannender gestalten könnte. Auf diese Weise lernt Ihr Kind eine Menge und bekommt nach und nach sogar Spaß an der anstrengenden Hausaufgabe.

Zum Weiterlesen:

Mehr klugen Rat von Britta Kohler für alle Eltern mit Kindern zwischen sechs und 14 Jahren gibt’s in diesem Buch: "Hausaufgaben. Helfen, aber wie?", Beltz Verlag, 14 Euro.

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