Fußpflege
 
Liebe Grüße an die Füße

Der Bauch wächst munter, das eine oder andere zusätzliche Kilo findet seinen Bestimmungsort - und Ihre Füße tragen das Gewicht unermüdlich. Für diese Leistung haben sie eine Extraportion Pflege verdient.

Fußpflege in der Schwangerschaft
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200 Millionen Schritte

Sie sind Meisterwerke der Natur: unsere Füße. Mit ihnen laufen wir im Leben ungefähr viermal um die Erde und machen dabei rund 200 Millionen Schritte. Jeden dieser Schritte federn sie ab wie ein Stoßdämpfer. Bei jedem Schritt müssen sie mit dem Dreifachen des Körpergewichts fertig werden (im Verlauf der Schwangerschaft steigt dieses dann noch um durchschnittlich 15 bis 20 Kilo!). Und selbst wenn die Füße scheinbar nichts tun, weil wir stehen, spielen sie eine tragende Rolle: Ihre 26 Knochen, 20 Muskeln und 114 Bänder halten den Körper im Gleichgewicht und "erden" uns. Braucht es noch mehr Gründe, um den Füßen endlich etwas Gutes zu tun? Eben!

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Füße hoch!

Wenn die Beine müde sind und schmerzen, legen Sie sie so oft wie möglich hoch. Achten Sie auch darauf, beim Sitzen die Beine nicht übereinander zu schlagen. Und scheuen Sie sich nith, Stützstrümpfe zu tragen.

Verwöhnpflege - darauf stehen Füße

Hornhaut bildet sich, wenn starker Druck ausgeübt wird

Da die Fußsohlen keine Talgdrüsen haben, die für Geschmeidigkeit sorgen, bildet sich Hornhaut - etwa die Hälfte aller Füße hat mehr als zu viel davon. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch wehtun. Hornhaut bildet sich vor allem an Stellen, auf die starker Druck ausgeübt wird - kein Wunder, dass viele Frauen im Lauf der Schwangerschaft verstärkte Verhornungen an den Füßen haben.

Peelingcremes mit Bimssteingranulat schmirgeln diese rauen Partien wieder samtweich. Rubbel-Kur zum Selbermachen: Vier Eßlöffel Meersalz und zwei Eßlöffel Olivenöl zu einem Brei verrühren. In kreisenden Bewegungen einmassieren, abduschen (Vorsicht, beim Einsteigen in die Wanne besteht Rutschgefahr!).

Stärkere Verhornungen werden mit einem Bimsstein oder einer Hornhautfeile behandelt. Das geht am besten, wenn die Füße handtuchtrocken sind. Anschließend die Füße dick mit einer pflegenden Fußcreme einreiben. Sehr gut wirken Produkte, die Fett und Feuchtigkeit zugleich spenden. Wer mag, kann das Eincremen mit einer Fußmassage verbinden, dabei jeden einzelnen Zeh zwischen Daumen und Zeigefinger durchkneten, dann die Fußsohle und die Ferse behandeln.

Wer gezielt was tun will: Reflexzonen-Socken anziehen und die aufgedruckten Energiepunkte drücken - das kann entspannen und Nervosität abbauen. Sehr strapazierten Füßen hilft eine wöchentliche Overnight-Kur: Sesamöl erwärmen, Füße damit einreiben, Baumwollsocken drüberziehen und über Nacht einwirken lassen.

Angestrengten Füssen auf die Sprünge helfen

Geschwollene Füße sind fast immer harmlos

Viele schwangere Frauen kennen das Problem: Schwellungen an Füßen und Knöcheln. Das ist fast immer harmlos und hängt unter anderem mit dem erhöhten Östrogenspiegel zusammen, der Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe fördert. Schnelle Erleichterung bringen Füße-Hochlegen und kühle Wickel: Mullbinden oder ein dünnes Handtuch in einen Liter eisgekühltes Wasser mit zwei Esslöffel Apfelessig tauchen, auswringen, um die Knöchel wickeln und anschließend die Beine in Sitzhöhe legen.

Rosskastanien-Extrakt wirkt ebenfalls entwässernd: Unterschenkel einreiben, zehn bis 15 Minuten einwirken lassen und kalt abbrausen (. Knöchel und Füße zum Schluss mit Fußcremes mit Menthol-, Eukalyptus- oder Lemongras-Extrakt einreiben - das belebt und erfrischt herrlich! Um geschwollene Füße und schwere Beine, so gut es geht, zu vermeiden, reiben Sie die Unterschenkel schon am Morgen mit Franzbranntwein ab.

Bei schmerzenden Füßen und geschwollenen Knöcheln hilft auch Wassertreten la Kneipp: Sehr kaltes Wasser in die Badewanne füllen - und zwar bis eine Handbreit unter den Kniekehlen. Nun etwa eine halbe Minute von einem Fuß auf den anderen treten, dabei beim Heben die Fußspitze nach unten strecken. Ähnlich wirken kalte Güsse über Knöchel und Waden. Kalte Beingüsse oder Wadenwickel lindern ebenfalls das Spannungsgefühl. Praktisch für unterwegs: abschwellende Sprays, die sogar über Seidenstrümpfe aufgetragen werden können.

Laufen für gute Venen und gute Laune

Im Sommer ohne Schuhe und Strümpfe über eine Wiese gehen, durch einen klaren Bach waten, feinkörnigen Sand unter der Fußsohle spüren: Barfußlaufen tut gut. Dabei werden nicht nur die Fußreflexzonen stimuliert, sondern auch 72.000 Nervenenden, die Organe und den Stoffwechsel aktivieren. Also ruhig mal zwischendurch die Schuhe ausziehen! Einen ähnlichen Effekt hat ein Igelball, den Sie unter Ihren Sohlen hin- und herbewegen, dabei den Druck nach und nach verstärken. Dann das Bein heben und den Fuß kreisen lassen.

Wenn man die Füße eines Menschen in der Hand hält, hält man auch seine Seele, heißt es in Indien. Etwas für die innere Balance tun können Sie auch, wenn Sie Ihre Füße selbst umfassen: Bequem in den Schneidersitz setzen, den rechten Fuß mit der linken Hand nehmen. Dabei die Finger mit den Zehen wie zum Gebet verschränken. Genauso mit dem linken Fuß und der rechten Hand vorgehen. Augen schließen, tief ein- und ausatmen, dabei spüren, wie Energie durch den Körper strömt. Die Verbindung zwischen Händen und Füßen lässt einen Kreislauf entstehen, liefert Kraft und Wärme bis in die Zehenspitzen. Merken Sie, wie sich schon nach wenigen Minuten ein Gefühl der Geborgenheit in Ihnen ausbreitet?

Spitzenarbeit: Perfekte Pediküre

Weiche Haut ist eine Sache, die andere sind gepflegte Fußnägel. Wenn Sie folgende Regeln beachten, werden sie schön:

  • Nägel möglichst gerade mit einer Nagelzange entlang der Zehenkuppe abschneiden. Auf keinen Fall die seitlichen Ränder einschneiden, sonst gibt es scharfe Ecken, die sich schmerzhaft in die Haut bohren können
  • Mit einer Glas- oder Mineralfeile Nägel anschließend in Form bringen. Dabei immer nur in eine Richtung feilen, sonst zerfasert der Rand
  • Nagelhaut regelmäßig zurückschieben. Am besten geht das mit einem Rosenholzstäbchen oder einem "Pferdefüßchen" (abgerundetes, gepolstertes Manikürestäbchen). Auf keinen Fall die Nagelhaut schneiden!
  • Die empfindliche Nagelhaut mit Nagelöl oder handlichen Stiften mit Jojoba- oder Neem-Öl pflegen
  • Damit Buntlacke nicht auf die Nägel abfärben, immer zuerst Unterlack auftragen. Zehenspreizer erleichtern die Arbeit. Beim Lackieren in der Mitte des Fußnagels beginnen.

Sexy Schuhe sind erlaubt!

Auch wenn der Bauch immer dicker wird - sexy Schuhe hingegen können Sie auch in der Schwangerschaft tragen! Erst ganz zum Schluss brauchen auch die Füße mehr Platz. Lassen Sie sich nur nicht einreden, dass Sie in der Schwangerschaft ausschließlich Gesundheitstreter ohne Absätze tragen dürfen. Extreme High Heels allerdings machen den Gang zu wackelig, zumal in der Schwangerschaft die Bänder - unter anderem im Sprunggelenk - lockerer sind. Prüfen Sie beim Kauf deshalb, ob Sie im Schuh stabil stehen können. Noch ein Tipp: Nehmen Sie ins Büro ein zweites Paar Schuhe mit, falls die Füße anschwellen.