Geringfügige Beschäftigung
 
Wichtige Infos für Minijobber

Personen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, gelten arbeitsrechtlich als Teilzeitbeschäftigte und haben grundsätzlich dieselben Rechte wie Vollzeitbeschäftigte. Für Eltern ist ein sogenannter Minijob meist eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen und zugleich genügend Zeit für ihre Kinder zu haben. Wir beantworten Ihre Fragen, wenn Sie einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Oder einen Minijob planen.

Berufstätige Frau
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Eltern mit geringfügiger Beschäftigung haben dieselben Rechte wie Eltern mit Vollzeitanstellung

Grundsätzlich gibt es zwei Arten einer geringfügigen Beschäftigung: Eine geringfügig entlohnte (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI und eine kurzfristige ((§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI) Beschäftigung. Üblicher und für Sie als Eltern in den meisten Fällen sinnvoller ist die erste Art, die oft auch Minijob oder 450-Euro-Job genannt wird. In einem solchen Minijob sind Sie in der Regel über eine längere Zeit beschäftigt, arbeiten jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Stunden pro Monat, da Ihr maximales Gehalt 450 Euro nicht überschreiten darf.Eine geringfügige Beschäftigung ist vollkommen steuer-, allerdings auch versicherungsfrei. Sie haben zwar die Möglichkeit, sich dazu zu entscheiden, geringe Anteile Ihres Lohnes in die Rentenversicherung einzuzahlen, eine Krankenversicherung muss jedoch auf andere Weise bestehen (etwa freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse, in der Familienversicherung oder bei einer privaten Krankenversicherung). Wichtig zu wissen für Sie: Auch wenn Ihr Einkommen und Ihre Arbeitszeit als geringfügig Beschäftigter so gut nie an Vollzeitkräfte heranreicht, bestehen arbeitsrechtlich dieselben Rechte für beide Beschäftigungsarten.

Habe ich als Schwangere Anspruch auf Lohnfortzahlungen aus meiner geringfügigen Beschäftigung?

Berufstätige Schwangere
Thinkstock, Dean Mitchell

Gemäß des Mutterschutzgesetztes dürfen (werdende) Mütter allgemein sechs Wochen vor und acht (bei Mehrlingsgeburten 12) Wochen nach der Entbindung nicht beschäftigt werden. Je nach Zustand der Schwangeren oder Mutter kann das Beschäftigungsverbot aber auch verlängert werden.
Für diesen Zeitraum, in dem sie keiner Beschäftigung nachgehen dürfen, steht angestellten Müttern das Mutterschaftsgeld oder der Mutterschutzlohn zu. Beides berechnet sich aus dem Durchschnitt der letzten drei Monatsgehälter vor der Schwangerschaft.
Das Mutterschaftsgeld wird während des allgemeinen Beschäftigungsverbots von der Krankenkasse gezahlt, allerdings nur an Frauen, die in einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig oder pflichtversichert sind. Wenn Sie als geringfügig Beschäftigte familien- oder privatversichert sind, können Sie ein Mutterschutzgeld in Höhe von 210 Euro beim Bundesversicherungsamt beantragen. Möglich ist außerdem, einen Zuschuss zum Mutterschutzgeld vom Arbeitgeber zu erhalten.
Den Mutterschutzlohn zahlt Ihnen der Arbeitgeber für die Zeit, um die sich Ihr persönliches Beschäftigungsverbot vom Allgemeinen unterscheidet.

Berufstätige Schwangere
Thinkstock, Dean Mitchell

Bekomme ich im Minijob meinen Lohn bezahlt, wenn mein Kind krank ist und ich nicht zur Arbeit kommen kann?

Wenn Ihr Kind unter 12 Jahre alt ist und Sie es wegen einer Krankheit betreuen müssen, haben Sie pro Jahr und Kind Anspruch auf zehn Tage Freistellung und Lohnfortzahlung. Lassen Sie sich vom Kinderarzt eine Bestätigung geben und reichen Sie diese bei Ihrem Arbeitgeber ein. Die Lohnfortzahlung wird vom Arbeitgeber (bis zu fünf Betreuungstage übernimmt er meist) und von der Krankenkasse geleistet.Ein Anspruch auf Kinderkrankengeld seitens der Krankenkasse besteht aber nur, wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig- oder pflichtversichert sind.

Wer berät mich bei Fragen zur geringfügigen Beschäftigung?

Um Arbeitnehmer in geringfügigen Beschäftigungen kümmert sich die Minijob-Zentrale der Knappschaft Bahn See. Auf ihrer Webseite können Sie sich zu weiteren Belangen rund um geringfügige Beschäftigungen informieren und per Telefon Kontakt zur Knappschaft aufnehmen.

Tauschen Sie sich in unserem Forum über Job und geringfügige Beschäftigung aus!

Wie viel Job passt zum Kind? Erfahrungen von Müttern und Vätern finden Sie im Forum Beruf und Geld.