Neurodermitis
 
Neurodermitis - Behandlung bei Kindern

Gibt es eine Alternative zu Kortison?

Seit einigen Jahren bieten Cremes und Salben mit den Wirkstoffen Tacrolimus oder Picrolimus eine Alternative zum Kortison. Sie dämpfen ebenso die Immunreaktion der Haut und lindern so die Entzündung auf ähnliche Weise wie das Kortison. Calcineurin-Inhibitoren sind so wirksam wie schwache bis mittelstarke Kortikosteroide und eignen sich nicht für eine Dauertherapie.

  • Pimecrolimus wird aus dem Pilz Ascomycin gewonnen und wird optimalerweise schon bei den ersten Anzeichen eines Schubes auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. In den ersten drei bis vier Tagen kann dabei ein leichtes Brennen oder Wärmegefühl auftreten, das normalerweise nach einer halben Stunde verschwindet.


  • Tacrolimus wird wegen seiner hemmenden Wirkung auf das Immunsystem in der Transplantationsmedizin genutzt. Damit ein Organ nicht abgestoßen wird, sind allerdings hohe Dosen in Tablettenform notwendig.
    Weil bei der Neurodermitis der Wirkstoff seine Kraft direkt auf der Haut entwickelt, braucht es bei der Therapie dieser Krankheit eine geringere Dosis. Auch bei diesem Wirkstoff spüren die kleinen Patienten anfänglich ein Brennen bzw. ein Wärmegefühl auf der Haut. Nach vier bis fünf Tagen gibt sich das aber.

Erhöhen Calcineurinhemmer das Krebsrisiko?

Die Neurodermitis-Therapie mit den Wirkstoffen Tacrolimus und Pimecrolimus stehen seit einigen Jahren im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. (Die Präparate heißen Elidel, Protopic und Douglan). Basis dieser Befürchtung war eine Stellungnahme der amerikanischen Arzneimittel-Zulassungsbehörde (FDA) aus dem Jahr 2005.

Im Moment wird das Nutzen-Schaden-Verhältnis der Medikamente geprüft. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die vorgegebenen Anwendungsbeschränkungen streng zu beachten und dabei folgendes zu berücksichtigen:

  • Protopic 0,1% ist nur für Erwachsene zugelassen; Protopic 0,03%, Elidel und Douglan auch für Kinder ab 2 Jahren.

  • Protopic soll nur nach Versagen anderer Therapieverfahren (inkl. Therapie mit äußerlich anzuwendenden Kortisonsalben) eingesetzt werden.

  • Die Arzneimittel sollen nicht zur Langzeitbehandlung angewendet werden. Hat sich das Hautbild gebessert, sollte die Therapie abgesetzt werden.

  • Eine gleichzeitige UV-Bestrahlung (Sonne, Solarien) und eine Anwendung unter abschließenden Verbänden sollen vermieden werden.

Weitere antientzündliche Therapien

Gerbstoffe. Synthetisch hergestellte oder z.B. aus der Hamamelis virginiana gewonnene Gerbstoffe lindern Entzündungen und mildern den Juckreiz. Bei schwerer Neurodermitis hat sich ihre Wirksamkeit in Studien jedoch als recht gering herausgestellt. Weil Gerbstoffe aber gut verträglich sind, können sie bei leichter Neurodermitis oder begleitend in Form von feuchten Umschlägen dennoch helfen, vor allem wenn ein akutes Ekzem nässt.

Bufexamac. Dieser Wirkstoff kann Entzündungen lindern, wirkt aber schwächer als Gerbstoffe und das mildeste Hydrokortisonpräparat. Dermatologen schätzen diesen Wirkstoff zudem kritisch ein: Bufexamac kann heftige Kontaktallergien hervorrufen. Weil der Wirkstoff zwei bis drei Wochen in der Haut verweilt, kann er noch lange Zeit nach Absetzen der Therapie Beschwerden machen.

Pflanzliche Präparate. Hamamelis virginiana, Kamille, Dulcamarae stipites, Nachtkerzensamenöl und Echinacea wirken leider nur in sehr geringem Maße antientzündlich und juckreizlindernd. Einen Versuch kann die Behandlung dennoch Wert sein.

Zurück zur Artikel-Übersicht.