Neurodermitis
 
Neurodermitis - Behandlung bei Kindern

Welche Auslöser für Neurodermitis gibt es?

Die Haut von Kindern mit Neurodermitis reagiert sehr unterschiedlich auf äußere und innere Einflüsse. Manche Kinder bekommen bei schwülwarmem Sommerwetter einen Schub, andere in der trockenen Winterluft.
Manchmal können auch Erkältungen oder andere Infektionen das Hautbild verschlechtern. Sogar Zahnen kann die Haut irritieren. Allerdings nicht nachhaltig: Ist der Zahn da oder die Krankheit überwunden, beruhigt sich die Haut. Oft kommen auch Nahrungsmittel und ihre Zusatzstoffe als Auslöser eines Ekzems in Frage, ebenso wie Tierhaare, Hausstaubmilben, Blütenpollen oder bestimmte Chemikalien, zum Beispiel in Arzneimitteln.
Auch psychische Herausforderungen etwa Dauerstreit der Eltern, Leistungsdruck oder die positive Anspannung vor dem Geburtstag können das Hautbild verschlechtern.

Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel

Neurodermitis kann mit unterschiedlichen Allergien einhergehen. So können Tierhaare, Hausstaubmilben, Blütenpollen, sowie Chemikalien, Naturstoffe oder Pflanzenextrakte in Cremes oder Arzneimitteln den Zustand der Haut verschlimmern oder einen Schub auslösen. Das entsprechende Allergen sollten Kinder mit Neurodermitis möglichst meiden. Um aber zu wissen, welche Reizstoffe überhaupt gemieden werden sollten, muss der Arzt sie zunächst durch einen Hauttest und einen Bluttest identifizieren. Säuglinge und Kleinkinder reagieren am häufigsten allergisch auf Hühnerei, Kuhmilch, Weizen, Soja, Haselnüsse und Fisch.

Im späteren Kindesalter und bei Erwachsenen spielen bei der Neurodermitis oft Kreuzallergien eine Rolle. Das heißt, die Betroffenen reagieren dann sowohl auf bestimmte Pollen, wie auch auf die bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Wer zum Beispiel gegen Birke, Hasel und Erle allergisch ist, dessen Immunsystem bekämpft oft auch Inhaltsstoffe von Steinobst, Kernobst, verschiedenen Nüsse, Tomaten und Sellerie und manchen Gewürzen wie Koriander und Fenchel als Feinde.

Allergene aus Nahrungsmitteln spielen bei etwa 20 Prozent der Kinder mit Neurodermitis eine Rolle. Zudem gibt es einige Nahrungsmittel, die häufiger nicht gut vertragen werden, auch wenn sie nicht gleich eine Allergie auslösen. Dazu gehören vor allem Zitrusfrüchte und Obst mit hohem Säure- und Vitamin-C-Gehalt, etwa Tomaten, Rhabarber, Spinat, Sauerampfer, Obstsäfte und Ketchup. Auch Nüsse, Mandeln, Marzipan, Nougat, Schoko-Nusscreme, Schokolade und Kakaogetränke können den Juckreiz verstärken.

Zutatenlisten von Nahrungsmitteln misstrauen

Je früher ein Kind eine Nahrungsmittelallergie bekommt, umso wahrscheinlicher verliert es sie auch wieder. So vertragen 85 Prozent aller Säuglinge mit nachgewiesener Kuhmilchallergie im dritten Lebensjahr Kuhmilch wieder.

Die Allergie gegen Fisch oder Nüsse verliert sich dagegen nicht so häufig. Milcheiweiß zu meiden, ist gar nicht so einfach. Denn nicht allen Nahrungsmitteln ist durch die Zutatenliste anzusehen, dass sie Milcheiweiß enthalten. Schokolade darf zum Beispiel Kuhmilch undeklariert enthalten, wenn weniger als fünf Prozent enthalten sind. Auch zusammengesetzte Fertigprodukte müssen nicht vollständig deklariert sein, wenn die zusammengesetzte Zutat weniger als 15 Prozent des Endproduktes beträgt. Dadurch wird in der Zutatenliste eines Eintopfes eventuell nicht erwähnt, dass die darin verarbeiteten Würstchen Milcheiweiß enthalten.

Tipp: Umfassende Informationen zur Diagnose und Therapie der Neurodermitis sowie eine detaillierte Liste mit Alternativen zur kuhmilchfreien Ernährung findet sich in dem Buch "Was hilft meinem Kind bei Neurodermitis?", verfasst von den Kinderdermatologen Dietrich Abeck und Regina Fölster-Holst. Thieme Verlag, Stuttgart 2003, 9,95 Euro.

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