Ernährung
 
Darf Essen bunt sein?

Nudeln aus der Packung, mal nen Burger und im schlimmsten Fall sogar Himbeerparfait? "Na klar - ein bisschen Dreck gehört einfach zum Kinderleben", sagt ELTERN-Redakteurin Anke Willers. "Igitt", entsetzt sich ihre Kollegin Ulrike Blieffert - "Eine Simulation statt wirklicher Nahrung? Nein danke!". Zwei Mütter, zwei Meinungen - hier können Sie entscheiden, welcher Ansicht Sie zustimmen und beide im Detail lesen!

Darf Essen ruhig auch mal bunt sein?

Ernährung: Darf Essen bunt sein?

Geht es Ihnen wie Anke Willers? Essen Sie einfach was Ihnen schmeckt? Oder denken Sie wie Ulrike Blieffert: In Ernährungsfragen kann man nicht genug aufpassen! Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt!

Haben Sie schon bei unserer Umfrage mitgemacht? Dann können Sie hier lesen, wie die ELTERN-Redakteurinnen Anke Willers und Ulrike Blieffert über das Thema denken:

"Sägespäne im Erdbeerjoghurt? Nein danke!"

ELTERN-Redakteurin Ulrike Blieffert
ELTERN-Redakteurin Ulrike Blieffert

Kann schon sein, dass ich ein schwieriger Gast bin. Weder im Restaurant noch bei Freunden kann ich es mir verkneifen, nachzufragen: "Sind die Pommes auch wirklich in Rapsöl frittiert?" und "Was mir noch einfällt, ist das Rapsöl denn auch Bio ...? Nein? Ach so, dann nimmt mein Sohn lieber doch nur einen Apfel. Einen ungespritzten, bitte, wenn es geht."

Manche Leute sagen, ich verderbe ihnen damit die Lebensfreude. Andere - wie meine durch Erfahrung weise gewordene Kollegin Anke - halten mich nicht nur heimlich für naiv und pedantisch. Mit einem milden Lächeln erklären sie, ich solle bloß froh sein, dass mein Sohn noch nicht herausbekommen hat, was man für ein paar Euro Taschengeld alles Tolles zu essen bekommen kann. Ich lasse mich davon aber nicht provozieren.

Ich könnte jetzt sagen, dass alles mit der Schwangerschaft angefangen hat. Mit den ganzen Hormonen. Mit Sorgen darüber, dass der Dreck aus meinem Blutkreislauf die Placentaschranke passieren könnte. Mit dem "Ich-bin-nicht-mehr-nur-für-mich-allein-verantwortlich"-Gefühl. Aber nein, so war es nicht.

Es begann schon viel früher. Und zwar mit dieser Geschichte über Sägespäne im Erdbeerjoghurt. Oder Erdbeer-Aroma, das aus irgendwelchen Spänen gewonnen wird. Keine einzige Erdbeere sollte drin sein in meinem Joghurt, noch nicht mal Erdbeersaft: Die Farbe kam in Wirklichkeit von der Roten Bete.

Nachts lag ich - ganz gegen meine Gewohnheit - wach. Und wälzte Gedanken über Rhabarberjoghurt. Was waberte da eigentlich in meinem Lieblingsfrühstück umher? Die Fasern morscher Wäscheleinen? Recycelte Teppiche? Als ich endlich in unruhigen Schlaf fiel, träumte ich davon, wie kleine Kinder die Teppiche, die sie ein paar Jahre zuvor hatten knüpfen müssen, mit kleinen Messern wieder zerschnitten und in Joghurtbecher abfüllten, die auf einem Fließband an ihnen vorbeifuhren.

Am Morgen hatte ich keinen Appetit. Was mich wirklich schockierte, war: Ich hatte geglaubt, Joghurt zu kaufen, und was ich bekommen habe, war eine Simulation. Ich fühlte mich, wie Keanu Reeves alias Neo sich gefühlt haben muss, nachdem ihm in "Matrix" jemand den Stecker aus dem Kopf gezogen hatte. Plötzlich sah ich die Realität statt des Trugbilds.

Was ich bisher für real existierende Nahrung gehalten hatte, wurde in meinem Hirn nur als solche eingespeist. Diese Wurst aus der Tüte, die ich als Kind so gern geknabbert habe - war das noch Fleisch oder doch schon Gummi? Auch mein liebstes Nudelgericht wurde, wie im Chemielabor, aus verschiedenen grauen, gelben und roten Substanzen gezaubert. Daher wohl auch der Name: Miracoli. Und war mein Fitness-Burger - trotz des Salatblatts - am Ende doch nur Fast Food? Mir wurde schwindelig.

Ich rauchte erst mal eine Zigarette. Auf der Packung steht wenigstens drauf, dass das jetzt nicht so gesund ist. Dann beschloss ich, endlich erwachsen zu werden, kaufte nur noch Bio und fand, dass die Zeit damit reif sei für ein Baby. Liebe Anke, Du musst mir nur ein Zeichen geben. Dann zieh ich Dir auch den Stecker raus.

Schnelle und gesunde Rezepte für Kinder

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Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie ELTERN-Redakteurin Anke Willers über "gesunde Ernährung" denkt!

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