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U2 Untersuchung: Wann, wieso & was?

Zwischen dem dritten bis spätestens zehnten Lebenstag deines Babys steht die U2 Untersuchung an. Was dich erwartet und was bei der U2 untersucht wird, erfährst du hier.

U2 Untersuchung
iStock, AndreyPopov
Auf einen Blick
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  • Die U2 ist die zweite von zehn kostenlosen Früherkennungs-Untersuchungen und findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt.
  • Meist wird sie noch in der Geburtsklinik gemacht. Wenn nicht, solltest du schnell einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren, damit die U2 im vorgesehenen Zeitraum stattfinden kann.
  • Bei jeder U-Untersuchung geht es um die Frage, ob sich dein Kind altersgemäß entwickelt. Während der U2 werden vor allem Blut, Gehör, Organe, Muskeln und Nerven untersucht.
  • Die Ergebnisse werden im gelben U-Untersuchungsheft festgehalten, das du zu jeder weiteren U-Untersuchung mitnimmst.

U2 Untersuchung: Das wird untersucht

Erst ein paar Tage ist die Geburt her, schon steht die nächste Vorsorgeuntersuchung für dein Neugeborenes an: die U2 Untersuchung. Wenn du noch im Krankenhaus bist, übernehmen die Ärzte oder Hebammen die Untersuchung. Bist du schon zu Hause, vereinbarst du am besten zwischen dem dritten bis spätestens zehnten Lebenstag deines Babys einen Termin für die U2 bei der Kinderärztin deines Vertrauens. Bring zur Untersuchung unbedingt dein U-Heft mit. Dort dokumentiert die Ärztin alles Wichtige über dein Kind. 
Ist dir etwas aufgefallen oder haben sich seit der Geburt bei dir viele Fragen angesammelt, kannst du sie auch einfach in den Notizen-Teil deines gelben Heftes schreiben. So hast du sie gleich parat, wenn ihr in der Praxis seid. Kleiner Tipp: Vereinbare am besten gleich nach eurem Arztbesuch den nächsten Termin für die U3. So verpasst du die Vorsorgeuntersuchungen auf keinen Fall. 
 
Bei der U2 geht es vor allem um einen eingehenden körperlichen Check-up, bei dem Fehlbildungen zum Beispiel am Herzen und angeborene Erkrankungen erkannt werden sollen. Gerade auf die behandlungsbedürftige Neugeborenen-Gelbsucht wird geachtet. Und du hast natürlich Zeit, auch deine Fragen loszuwerden.  
 
Wie bei jeder kommenden Vorsorgeuntersuchung wird dein Baby gewogen und die Körperlänge und Kopfgröße gemessen. Außerdem untersucht die Ärztin eingehend die Haut und Sinnesorgane, die Brust-, Bauch- und Geschlechtsorgane sowie den Kopf und das Skelettsystem mit den Muskeln und Nerven. Sie guckt, ob dein Neugeborenes Trink- oder Schluckprobleme hat, fragt, wie die Stuhlfarbe ist und ob es auffällig schreit, schaut, ob seine Reflexe richtig funktionieren und ob ein Risiko für eine Hüftdysplasie vorliegt. Mehr Infos zur Hüftdysplasie findest du weiter unten.
 
Hast du in der U1 zugestimmt, wird deinem Neugeborenen in der U2 Untersuchung seine zweite Dosis Vitamin K verabreicht, um inneren Blutungen vorzubeugen.

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U2 Untersuchung: Darüber wirst du aufgeklärt

Vitamin D
Kinder haben ab der Geburt bis zum zwölften Lebensmonat einen erhöhten Bedarf an Vitamin D. Es unterstützt einen gesunden Knochenaufbau und schützt vor Rachitis (Knochenverformungen). Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ) empfiehlt sowohl gestillten als auch nicht gestillten Kindern täglich eine Vitamin D-Tablette von 10-12,5 µg (400-500 IE) zu geben – bis zum Ende des ersten Jahres. Im zweiten Lebensjahr deines Kindes kannst du die Prophylaxe in den Wintermonaten fortführen. Die Tablette kannst du beispielsweise auf einem Teelöffel mit Wasser auflösen und deinem Baby in den Mund träufeln. Manche legen die kleinen Tabletten auch innen in die Wange des Babys. Dort lösen sie sich mit dem Speichel auf. 
 
Fluorid
Fluorid ist für die spätere Zahnhärtung bei Kindern sehr wichtig. Doch bis dein Kind ausreichend Fluorid über die Nahrung und die Zahnpasta aufnimmt, empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V., Kindern in den ersten zwölf bis 18 Monaten Fluorid-Tabletten zu verabreichen. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 0,25 mg Fluorid und kann auch in Kombination mit den Vitamin-D-Tabletten gegeben werden. 
 
Plötzlicher Kindstod 
Die genauen Ursachen für den Plötzlichen Kindstod sind bis heute ungeklärt, aber durch einige Vorsorgemaßnahmen können Eltern das Risiko drastisch senken. Das allerwichtigste: Leg dein Kind zum Schlafen immer auf den Rücken, nicht auf den Bauch. Außerdem hilft es, wenn die Mutter die ersten sechs Lebensmonate voll stillt und alle empfohlenen Impfungen einhält. Doch vor allem ist eine sichere Schlafumgebung für das Baby wichtig. Das heißt: Leg nichts in das Bettchen deines Kindes, in das es sein Gesicht vergraben kann – keine dicke Decke, keine losen Spucktücher, kein Kuscheltier, keine Fell und Co. Achte auch auf die Raumtemperatur im Zimmer: zum Schlafen zwischen 16 und 18 Grad, zum Spielen zwischen 18 und 20 Grad. Lass dein Baby zumindest in den ersten vier Monaten am besten im Elternschlafzimmer, aber nicht im Elternbett schlafen. Und natürlich solltest du weder in der Schwangerschaft noch danach rauchen. Das gilt auch für den Vater und andere Menschen, die eventuell mit euch in einem Haushalt wohnen.
 
Informationen zu regionalen Unterstützungsangeboten 
Bei der U2 klärt dich die Ärztin auch über Eltern-Kind-Angebote in deiner Umgebung auf und sagt dir, wo du Unterstützung finden kannst. 

Stillen und Ernährung
Bei der zweiten Vorsorgeuntersuchung klärt dich deine Kinderärztin auch noch mal ausgiebig zum Thema Stillen und Ernährung auf. Sie kann dir auch helfen, wenn du Stillprobleme hast oder dir Rat geben, wenn du zufüttern möchtest. 

U2 Untersuchung: Screening auf Hüftgelenksdysplasie

Huefte eines Babys wird untersucht
iStock, naumoid

Wurde bei deinem Baby ein Risiko für eine Hüftgelenkdysplasie, einer Fehlstellung des Hüftgelenks, festgestellt, wird dir die Kinderärztin ein zusätzliches Screening empfehlen. Das wird im ersten Schritt mittels Ultraschall durchgeführt und die Ärztin macht gegebenenfalls noch einige Funktionstests mit deinem Baby. Ist der Befund unklar, eignen sich im zweiten Schritt Röntgen-Untersuchungen, eine Computertomografie (CT) oder eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MT). Doch mach dir keine Sorgen. Je früher eine Hüftgelenkdysplasie festgestellt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

U2 Untersuchung: Zusammenfassung

Das untersucht und überprüft die Ärztin während der U2: 

  • schwerwiegende Erkrankungen oder Operationen seit der U1
  • Schwierigkeiten beim Trinken
  • Schluckstörungen
  • die Farbe des Stuhlgangs
  • auffälliges Schreien
  • Risiko für Hüftdysplasie
  • Augenerkrankungen
  • die Ohren und eventuelle Hörstörungen oder Fehlbildungen
  • Immundefekte
  • die Haut
  • den Brustkorb
  • die Lunge 
  • die Atemwege
  • das Herz
  • den Kreislauf
  • den Abdomen
  • die Genitalien inklusive Analregion
  • die Reflexe und die ganze Beweglichkeit des Babys
  • den Kopf
  • die Mundhöhle
  • den Kiefer
  • die Nase
  • die Augen

Außerdem berät die Ärztin die Eltern während der U2 zu folgenden Themen:

  • zum Stillen 
  • zur Ernährung
  • zum Plötzlichen Kindstod
  • zur Vitamin-K-Prophylaxe
  • zur Rachitis-Prophylaxe
  • zur Kariesprophylaxe 
  • zu regionalen Unterstützungsangeboten  

U-Untersuchungen im Überblick:
U1: Gleich nach der Entbindung
U2: 3.-10. Lebenstag
U3: 4.- 5. Lebenswoche
U4: 3.- 4. Monat
U5: 6.- 7. Monat
U6: 1 Jahr (10.-12. Monat)
U7: 2 Jahre (21.-24 Monate)
U7a: 3 Jahre (34.-36. Monat)
U8:  4 Jahre (46.-48. Monat)
U9: 5 Jahre (60-64. Monat)

Wichtig zu wissen: Die Vorsorgeuntersuchungen sind in Deutschland nicht verpflichtend, aber dringend empfohlen. Sie sind eine Pflichtleistung der Krankenkassen. Das heißt, du brauchst nichts zu zahlen. Ausnahme: Bringst du dein Kind zu spät, also nach dem empfohlenen Zeitraum, zur Untersuchung, gilt es als eine individuelle Gesundheitsleistung und du musst sie doch selber zahlen. Also vereinbare am besten schon frühzeitig Termine für die anstehenden Vorsorgeuntersuchungen.