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Schöne Haut trotz Schlafmangel So holt ihr das Beste aus euren schlaflosen Nächten

Schöne Haut trotz Schlafmangel: Paar mit Baby im Bett
© Adobe Stock
In der Nacht regeneriert sich unser ganzer Körper. Bleibt der Schlaf fern, sieht man uns das gleich an: Der Teint wirkt fahl und nervige Pickel bahnen sich an. Wie wir unsere Haut auch bei unruhigen Nächten optimal bei der Regeneration unterstützen können, um am nächsten Morgen mit strahlend gepflegtem Teint aufzuwachen, zeigen wir hier. 

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Über eine lange Nacht mit tiefem Schlaf freut sich auch unsere Haut ganz besonders. Denn bei Schlafmangel schüttet unser Körper Stresshormone aus, die die Blutgefäße verengen. Dadurch wird die Haut schlechter mit Nährstoffen versorgt, was die Hautbarriere schwächt. Trockene und unreine Haut können die Folge sein. Weil wir als Eltern oftmals nicht in den Genuss eines langen tiefen Schlafs kommen, zeigen wir euch, wie ihr die Nacht für eure Hautgesundheit nutzen könnt.

Effektiv aber nicht so sexy 

Über den Tag ergibt es Sinn, in schöne, schnell einziehende Cremes zu investieren – über Nacht sieht uns keiner und das ist gut so! Denn es gibt sehr effektive Kosmetik, die nun mal nicht sexy aussieht. Perfekt also während des Schlafes! 

Vaseline

Vaseline hat keine pflegenden Vorteile für die Haut, aber die höchste Dichte, sodass kaum Feuchtigkeit entkommen kann. Bei sehr trockenen Hautstellen ist es deshalb eine gute Idee, eine kleine Menge Vaseline aufzutragen, um den Bereich abzudichten und durchfeuchtet zu halten. Unter den Augen befinden sich zum Beispiel weniger Talgdrüsen, weshalb der Bereich schneller austrocknen kann. Vaseline kann auch auf das gesamte Gesicht aufgetragen werden. Wir empfehlen das jedoch nicht öfter als zwei Mal pro Woche zu machen, weil Unreinheiten entstehen können. 

Zinksalbe

Zinkoxid wirkt entzündungshemmend, reizlindernd, antimikrobiell und austrocknend. Alle diese Eigenschaften sind Gold wert im Kampf gegen lästige Pickel. Einfach eine kleine Menge Zinksalbe auf den wachsenden, aktiven oder abklingenden Pickel auftragen und über Nacht einwirken lassen. Der Nachteil ist, dass Zink sehr stark weißelt und deshalb nicht unbedingt schön aussieht. Auch Wundschutzsalbe hat einen hohen Zinkoxid-Anteil und eignet sich dafür! Hier findet ihr noch mehr Informationen über Babypflege, die auch für Erwachsene sinnvoll ist:

Falten-Pflaster

Falten sind das natürlichste der Welt und sollten besonders bei Frauen enttabuisiert werden. Weil das in der Gesellschaft und vielleicht auch von unseren Köpfen noch nicht verinnerlicht wurde, gibt es eine Vielzahl an Methoden, die meist eine Nadel und Spritze beinhalten. Günstiger und ohne Schmerzen sind Falten-Pflaster, die auf die jeweilige Hautstelle aufgeklebt werden und die Haut glätten sollen. Aber auch die Muskeln sollen vergessen, wie das Zusammenziehen geht und die Falte daher langfristig entkräften. 

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien dazu, die das belegen – trotzdem schwören viele Frauen auf die Falten-Pflaster. Es gibt sie für die Zornesfalte, Lachfalten, Augenfalten oder sogar für die ganze Stirn. Einfach den Bereich mit Wasser entfetten, die Haut glatt ziehen und das Pflaster aufkleben. 

Pickel-Patches

Sogenannte Pimpel-Patches sind kleine, runde Pflaster, die man auf Pickel klebt. Dadurch wird der Bereich abgeschlossen, wodurch Bakterien nicht im Gesicht verteilt werden können und Schmutz nicht an den Pickel gelangt, damit er so schnell wie möglich abklingt. Manche Pimple-Patches enthalten noch Anti-Pickel Wirkstoffe wie Salicylsäure und sind besonders effektiv. Weil ein Pflaster im Gesicht etwas komisch aussehen kann, benutzen wir sie am liebsten über Nacht. Hier findet ihr noch mehr effektive Tipps gegen Pickel, die wirklich einen Unterschied machen: 

Brauche ich eine spezielle Nachtpflege?  

Generell ist eine Nachtpflege bei trockener und normaler Haut sinnvoll. Denn wie es bei anderen Körperfunktionen der Fall ist, wird auch die Talgproduktion der Haut heruntergefahren. Dadurch wird sie durchlässiger und aufnahmefähiger für Wirkstoffe. Doch weniger Talg bedeutet auch, dass das Wasser und die Feuchtigkeit in der Haut leichter an die Luft verdampfen können. 

Grund dafür ist der transepidermale Wasserverlust (TEWL), der den Feuchtigkeitsverlust der Haut durch die oberste Hautschicht (Epidermis) beschreibt. Dieser ist in der Nacht durch die niedrigere Talgproduktion besonders ausgeprägt. Damit unsere Hautbarriere durchfeuchtet gesund bleibt, um uns zu schützen, müssen wir den Wasserverlust so gering wie möglich halten. Wenn eure Haut aber generell zu viel Talg produziert, eurer Hauttyp also ölig ist, seid ihr weniger oder gar nicht vom Wasserverlust betroffen und braucht auch keine spezielle Nachtpflege.

Reichhaltig = besser? 

Vergleicht man die Textur einer Tagescreme mit der einer Nachtcreme fällt auf, dass die Tagescreme dünner ist, schneller einzieht und möglichst keinen Film auf der Haut hinterlässt. Eine Nachtcreme hingegen hat eine dickere Textur, die sich schwerer verteilen lässt und oftmals einen öligen Film auf der Haut hinterlässt. Grund dafür ist der Öl-Anteil der Creme, aber auch welche Fette benutzt wurden: Squalan oder Jojobaöl ziehen schneller in die Haut ein, während Sheabutter oder Arganöl sehr rückfettend sind. Hier findet ihr eine Reihe von Empfehlungen für Cremes: 

Für trockene Hauttypen ist eine reichhaltige, dicke Creme mit hohem Öl-Anteil sehr sinnvoll. Denn um den Wasserverlust zu unterbinden und so die normale Funktion der Hautbarriere zu bewahren, schließt sie die Feuchtigkeit über Nacht ein. Creme oder Öl fungiert dabei wie eine Art Dichtungsmittel, sodass das Wasser langsamer entweichen kann. Generell kann man sagen: Je höher der Ölanteil, desto dicker und dichter ist die Creme.

Für trockene Haut lautet das Motto abends also auf jeden Fall "reichhaltig". Unreine, fettige Haut hat wie gesagt meist eine erhöhte Talgproduktion, die auch nachts ausreicht, um abzudichten. Hier sollte die Wahl eher auf Seren und Gel fallen, die Feuchtigkeit spenden – eine Creme braucht man nicht unbedingt. Falls euch der Unterschied zwischen Ölen und Feuchtigkeitsspendern nicht bekannt ist, könnt ihr einen Blick in diesen Artikel werfen: 

Overnight Only: Diese Wirkstoffe mögen kein Sonnenlicht

Die Kosmetikindustrie hat viele verschiedene Wirkstoffe zu bieten, die man bei Gott nicht alle braucht. Manche Leute sind mit schöner Haut geboren und etwas Wasser und Creme bringt bereits das Beste zum Vorschein. Andere haben mit Unreinheiten, Pigmentflecken oder fahler Haut zu kämpfen und möchten diesen Zustand gerne ändern. Hier kommen Wirkstoffe ins Spiel: Creme und Öl stärken zwar die Hautbarriere, Hautprobleme können damit aber nur bedingt bekämpft werden. 

Auch um den Hautalterungsprozess zu verlangsamen, gibt es bestimmte Wirkstoffe, die am besten abends angewendet werden. Grund dafür ist die UV-Lichtempfindlichkeit, die die Wirkstoffe unwirksam machen oder sogar radikalisieren kann. Generell sollte bei Wirkstoffkosmetik – und es fällt schwer, hier nicht muss zu schreiben – an den darauffolgenden Tagen ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 getragen werden. Eine Tagescreme mit LSF reicht nicht aus. Die Wirkstoffe machen eure Haut lichtempfindlicher, wodurch das Hautkrebsrisiko steigt.

Weil die Haut nachts durchlässiger und aufnahmefähiger ist, sind diese kostbaren Wirkstoffe in der Abendroutine besonders effektiv:

  • Chemische Peelings: AHA, BHA, PHA
    Chemische Peelings, die euch vielleicht unter den Bezeichnungen Salicylsäure, Milchsäure oder Glykolsäure bekannt sind, haben sehr viele Vorteile für unsere Haut. Sie entfernen abgestorbene Hautschuppen, wodurch Produkte besser in die Haut eindringen können und fördern die Zellerneuerung. Im Vergleich zu mechanischen (Körner-) Peelings sind sie viel milder zur Haut und hinterlassen ein strahlend schönes Ergebnis am nächsten Morgen. 
  • BPO (Benzoylperoxid)
    BPO wirkt gegen Bakterien, die für die Entstehung von Akne verantwortlich sind. Der Wirkstoff peelt außerdem die Haut, was sich durch leichtes Schälen bemerkbar macht. BPO gibt es als Waschgel oder als Creme, die nur punktuell aufgetragen werden darf. Der Wirkstoff ist sehr effektiv, schädigt aber langfristig die Hautbarriere – also nur gelegentlich und natürlich abends benutzen!
  • Vitamin A: Retinol/Retinal und Vorstufen (Derivate)
    Vitamin A zählt zu den best erforschtesten Slow-Aging Wirkstoffen in der Wissenschaft. Auch bei Hautunreinheiten und Akne ist es ein sehr effektiver Wirkstoff. Es fördert die Zellerneuerung und regt die Kollagenproduktion an – ein starkes Kollagengerüst bedeutet vereinfacht gesagt weniger Falten. Nur eine kleine Menge des Wirkstoffs täglich reicht, um von den Vorteilen zu profitieren. Wir empfehlen die Regenerist Retinol24 Nachtcreme, um 30 Euro oder Colibri Nachtpflege, um 30 Euro. Schwangere und stillende Frauen müssen bei der Verwendung vorsichtig sein. Hier erfahrt ihr mehr über kritische Wirkstoffe in der Schwangerschaft:

Von vielen Kosmetikherstellern gibt es Gesichtsmasken, die über Nacht einwirken sollen. Wenn euch ein solches Produkt zusagt, ist es bestimmt keine schlechte Idee – jedoch kann die Maske auch nichts anderes als eine gute Nachtpflege: den Wasserverlust mindern und/oder die Hautbarriere stärken. Selten enthalten solche Produkte hochdosierte Wirkstoffe, weil diese über diese lange Zeit die Haut zu sehr penetrieren würden. Auch Lippenmasken arbeiten nach diesem Prinzip und ihr könnt sie sowohl abends, als auch über den Tag verwenden. 

Verwendete Quellen: 

ELTERN

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