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Ernährung Butter in der Schwangerschaft: Darauf kommt es an

Butter ist in der Schwangerschaft grundsätzlich unbedenklich
© Dariia Belkina, Shutterstock
In der Schwangerschaft sind einige Milchprodukte tabu. Aber wie sieht es mit der Butter aus? Ist ihr Verzehr für Schwangere unbedenklich? Wir haben die Antworten.

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Auf einen Blick

  • Butter aus pasteurisierter Milch oder aus wärmebehandeltem Molkenrahm ist für Schwangere unbedenklich.
  • Als „Landbutter“ gekennzeichnete Produkte wurden unter Umständen aus Rohmilch hergestellt.
  • Rohmilchprodukte können eine Listeriose verursachen, die in der Schwangerschaft gefährlich ist.
  • Aufgrund ihres hohen Fettanteils empfiehlt es sich, Butter nur in Maßen zu genießen.

Butter wurde bereits vor 3.000 Jahren im Alten Testament erwähnt. Im Mittelalter war sie noch ein Privileg der Reichen, bevor sie im 19. Jahrhundert durch die Grande Cuisine (die gehobene Restaurantküche) in Frankreich echte Berühmtheit erlangte. Damals wurden verschiedene Speisen und Soßen durch ihre Verwendung verfeinert. Heute hat fast jeder Butter in seinem Kühlschrank und verwendet sie als Brotaufstrich, beim Kochen oder zum Backen.

Ist Butter in der Schwangerschaft gefährlich?

In der Schwangerschaft sind einige Lebensmittel des Alltags auf einmal tabu. Dazu gehören vor allem auch Rohmilchprodukte, denn sie können Listerien enthalten (weiter unten mehr dazu).
Die gute Nachricht: Butter wird normalerweise aus pasteurisierter, also wärmebehandelter Milch hergestellt und ist somit für Schwangere unbedenklich!
 
Wer ganz sichergehen möchte, kann sich die Verpackung der Butter anschauen. Denn es gibt in Deutschland drei verschiedene Handelsklassen, die die Butter auf Aussehen, Geschmack, Geruch, Textur, Wasserverteilung und Streichfähigkeit überprüfen und entsprechend einordnen.

  1. Deutsche Markenbutter: Hiermit kannst du als Schwangere nichts falsch machen. Es handelt es sich um die qualitativ hochwertigste Butter im Handel und die verwendete Milch ist pasteurisiert.
  2. Deutsche Molkereibutter: Für die Herstellung darf sogenannter Molkenrahm verwendet werden, dieser wird aber auch standardmäßig pasteurisiert. Demnach ist Butter dieser Handelsklasse ebenfalls für den Verzehr in der Schwangerschaft geeignet.
  3. Landbutter: Diese Butter kommt direkt aus einem Erzeugerbetrieb. Hierbei kann es sich auch mal um ein Rohmilchprodukt handeln. In Deutschland muss die Butter dann aber als solche gekennzeichnet sein.

Rohmilchprodukte bergen grundsätzlich das Risiko, Listerien zu enthalten, die wiederum zu einer Listeriose führen können.

Was ist eine Listeriose?

Listeriose wird durch den Krankheitserreger Listeria monocytogenes ausgelöst und kommt glücklicherweise recht selten vor. Wissenschaftler haben allerdings herausgefunden, dass Schwangerezwanzigmal häufiger an ihr erkranken als andere Menschen (siehe Quellen). Erwachsene mit einem funktionierenden Immunsystem haben bei einer Infektion meist nur leichte Grippe-ähnliche Symptome. Bei Schwangeren kann eine Listeriose allerdings zu Fehl- und Frühgeburten führen. Auch eine Meningitis oder eine Blutvergiftung sind mögliche Folgen.

Ernährung: Butter in der Schwangerschaft: Darauf kommt es an

Butter enthält viel Fett. Ist das ein Problem in der Schwangerschaft?

Grundsätzlich ist der Verzehr von Butter für Schwangere ungefährlich. Aber was ist mit dem Fettgehalt? Von 10 Gramm Butter sind satte 8,3 Gramm Fett. Das klingt nach ganz schön viel! Es gilt aber zu unterscheiden: 23 Prozent des Fettanteils kommt beispielsweise von der einfach ungesättigten Ölsäure (gesund), 55 Prozent von den langkettigen, gesättigten Fettsäuren (eher ungesund). Und da es sich bei Butter um tierisches Fett handelt, ist der Cholesteringehalt recht hoch.

Welche Vorteile hat der Verzehr von Butter in der Schwangerschaft?

Über Generationen war Butter im Volksmund nicht nur Butter, sondern vielmehr die „gute Butter“. Der Ausdruck lässt sich auf die Kriegs- und Nachkriegszeit des frühen 20. Jahrhunderts zurückführen, als Butter für viele Menschen ein Luxusgut war. Aber wie sieht es mit den Nährstoffen aus? Kann die „gute Butter“ Schwangeren etwas mitgeben?
 
Ja, denn Butter enthält unter anderem die Vitamine A, E und D sowie Beta-Carotin, Kalium und Zink. Vitamin A und Beta-Carotin stärken das Immunsystem der Schwangeren und ihres heranwachsenden Babys. Kalium unterstützt einen ausgeglichenen Wasserhaushalt und das Spurenelement Zink, dessen Bedarf in der Schwangerschaft stark ansteigt, fördert ein gesundes Wachstum.

Wie verwendet und lagert man Butter sicher?

Ein hygienischer Umgang mit verderblichen Lebensmitteln sollte natürlich grundsätzlich eine Rolle spielen. Aber in der Schwangerschaft ist er unabdingbar.
 
So kannst du Butter in der Schwangerschaft sicher genießen:

  • Achte beim Kauf auf die Handelsklasse und das Verfallsdatum.
  • Überprüfe, dass die Verpackung beim Kauf unbeschädigt ist.
  • Lagere die Butter in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank.
  • Verwende ein sauberes Messer, um die Butter zu verstreichen beziehungsweise abzuschneiden.
  • Butter kann normalerweise recht lange nach dem ersten Öffnen verwendet werden. In der Schwangerschaft empfiehlt es sich aber, die Butter nach einigen Wochen nur noch zum Kochen zu verwenden.

Fazit: Deutsche Markenbutter ist in der Schwangerschaft unbedenklich. Aufgrund ihres hohen Fettgehalts empfiehlt sich ein Genuss in Maßen.

Quellen:


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