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Darmkrebs Übergewicht in der Schwangerschaft erhöht Risiko beim Kind

Darmkrebs: Übergewicht in der Schwangerschaft erhöht Risiko beim Kind
© Africa Studio / Shutterstock
Frauen, die in der Schwangerschaft übergewichtig sind, könnten das Risiko für Darmkrebs bei ihren Kindern erhöhen. Alle Studienergebnisse findest du hier.

Es ist eine Entwicklung, die Sorgen bereitet: Immer häufiger erkranken auch jüngere Erwachsene an Darmkrebs. Auf der Suche nach den Ursachen dafür sind US-Forscher:innen um Caitlin Murphy vom University of Texas Health Science Center in Houston auf eine mögliche Verbindung zwischen Übergewicht in der Schwangerschaft und einem erhöhten Darmkrebsrisiko beim Kind gestoßen. Laut ihrer Studie erkranken Kinder von adipösen Schwangeren doppelt so häufig an Darmkrebs wie Kinder von normal- oder leichtgewichtigen Frauen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Gut" vorgestellt und sind auch deshalb so brisant, weil heutzutage fast sechsmal so viele Frauen starkes Übergewicht in der Schwangerschaft entwickeln, wie noch in den 1960ern.

Bestimmte Schwangerschaftsfaktoren beeinflussen Gesundheit der Kinder

Doch das ist noch nicht alles: Wenn die Frau während der Schwangerschaft mehr als zehn Kilo zunahm, erhöhte sich das Risiko für Darmkrebs beim Kind ebenfalls. Der gleiche Fall lag vor, wenn das Geburtsgewicht des Kindes bei mehr als 4000 Gramm lag. In vielen Fällen werden Kinder von adipösen Frauen auch mit einem höheren Geburtsgewicht geboren. Insgesamt werteten die Forscher:innen Daten von mehr als 18.000 Müttern und deren Kindern aus, die in einer Studie des Public Health Institue in Oakland, Kalifornien, teilgenommen hatten. Die Studienteilnehmerinnen waren zwischen 1959 und 1966 geboren und wurden auch ab der Geburt über einen Zeitraum von 60 Jahren hinweg begleitet.

Fetal Programming

Tatsächlich gibt es sogar einen Namen dafür, dass bestimmte Faktoren während der Schwangerschaft das Risiko für verschiedene Krankheiten beim Kind beeinflussen können: Fetal Programming. Denn nicht nur das Gewicht der Schwangeren spielt eine Rolle, sondern beispielsweise auch ihre Ernährungsweise – sie kann den Aufbau und die Funktionsweise des Fettgewebes, die Appetitregulation sowie den Stoffwechsel des Kindes nachhaltig verändern.

Darmkrebs – Risiko für jüngere Erwachsene steigt

Daten belegen, dass etwa jede achte Krebserkrankung in Deutschland den Darm betrifft. Mehr als die Hälfte der Patient:innen ist dabei über 70 Jahre alt. Aber: Inzwischen liegt die Anzahl der Fälle bei Menschen unter 55 Jahren bei zehn Prozent und steigt tendenziell.

Wie viel Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist normal?

Bist du normalgewichtig, solltest du während der Schwangerschaft etwa zehn bis 16 Kilo zulegen, bei Übergewicht lediglich sieben bis elf Kilo. Adipöse Frauen sollten bei einer Schwangerschaft nicht mehr als sechs Kilo zunehmen. Etwa 3.500 Gramm Geburtsgewicht gelten für ein Kind als ideal, aber das ist nur ein Richtwert – etwas mehr oder weniger ist aber nicht direkt ein Grund zur Sorge. Sprich gern vertrauensvoll mit deiner:deinem Ärzt:in, wenn du dir über das Gewicht deines ungeborenen Kindes Gedanken machst.

Verwendete Quelle: BMJ Journals: Maternal obesity, pregnancy weight gain, and birth weight and risk of colorectal cancer

ELTERN

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