VG-Wort Pixel

Erkältungs-ABC Tipps bei Husten, Schnupfen und Co.

Erkältungs-ABC: Kleines Mädchen mit Taschentuch
© Aleksandra Suzi / Shutterstock
Unser ABC zeigt, was ihr bei B wie Bellendem Husten tun könnt und warum H wie Hochziehen gar nicht schlimm ist.

Alle meine Entchen singen, und zwar zweimal. So lange muss man die Hände mit Seife waschen, damit sie wirklich sauber sind. Wer das regelmäßig schafft, kann sein Erkältungsrisiko deutlich senken.

Bellender Husten und pfeifende Atemgeräusche deuten auf einen Pseudokrupp hin. Er tritt häufig infolge einer Erkältung auf, wenn sich zusätzlich der Kehlkopf entzündet. 3 von 100 Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren erkranken pro Jahr. Meist heilt Pseudokrupp von allein aus. Bei starker Atemnot sollten Eltern aber sofort den Notarzt rufen.

C, Vitamin, kann zwar nicht vor Erkältungen schützen, aber die Zeit mit Husten, Schnupfen und Halsweh verkürzen. Außerdem fallen die Beschwerden möglicherweise milder aus. Diese Effekte treten aber nur ein, wenn Vitamin C täglich über längere Zeit eingenommen wird. Wer erst damit anfängt, wenn der Hals kratzt, hat keinen Nutzen. Studien zeigten, dass sich bei Kindern, die ein bis zwei Gramm Vitamin C pro Tag einnahmen, die Erkältungsdauer um 18 Prozent verkürzte. TopVitamin-C-Lieferanten sind unter anderem Zitrusfrüchte, Tomaten, Kiwis, rote Paprika, schwarze Johannisbeeren, Paprika und Kartoffeln.

Draußen toben müssen Kinder auch, wenn es kalt und schmuddelig ist. Trockene Heizungsluft greift die Schleimhäute an – das macht es Krankheitserregern leichter, in den Körper einzudringen. In Räumen sitzen Kinder außerdem oft eng beieinander. Ein kräftiger Nieser, und alle haben was davon.

Eitrige Gaumenmandeln und anhaltend starke Halsschmerzen sind Anzeichen einer Mandelentzündung. Etwa fünf Prozent der unter Einjährigen und 12,5 Prozent der Ein- bis Vierjährigen wurden 2016 wegen einer Mandelentzündung behandelt. Die Entzündung kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Sind Viren im Spiel, hat das Kind häufig auch andere Erkältungssymptome wie Husten und Schnupfen. Antibiotika helfen dann nicht.

Fieberkrämpfe treten zumeist bei hohem oder schnell ansteigendem Fieber auf. Betroffen sind vor allem kleine Kinder. Einfache Fieberkrämpfe dauern höchstens drei bis vier Minuten und wiederholen sich in den nächsten 24 Stunden nicht. Komplizierte Fieberkrämpfe halten bis zu 15 Minuten an, und es können weitere folgen. Krampft das Kind zum ersten Mal, gilt immer: 112 wählen.

Grippaler Infekt und Grippe werden von unterschiedlichen Viren ausgelöst. Ein grippaler Infekt fängt in der Regel mit leichten Beschwerden wie Halsschmerzen an. Schnupfen, Niesen, Husten kommen typischerweise dazu, manchmal auch leichtes Fieber, Mattigkeit, Kopfoder Gliederschmerzen. Im Gegensatz dazu beginnt die echte Grippe in aller Regel plötzlich und verursacht viel stärkere Beschwerden.

Hochziehen ist bei Schnupfen erlaubt und nach Ansicht des Berufsverbandes der HalsNasen-Ohrenärzte besser als kräftiges Schnäuzen. Beim Schnäuzen wird der Schleim in die Nebenhöhlen und ins Mittelohr katapultiert, was eine Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung begünstigen kann. Deshalb besser auf Sätze wie "Puste mit der Nase mal kräääääftig ins Taschentuch" verzichten.

Inhalieren von Wasserdampf kann bei einer Erkältung oder Bronchitis die Beschwerden lindern, wissenschaftliche Belege dafür gibt es aber nicht. Für kleine Kinder zwei Liter heißes, nicht kochendes Wasser in eine gut stehende Schüssel füllen und einen gestrichenen Esslöffel Salz dazugeben. Die Schüssel auf den Tisch stellen, das Kind auf den Schoß nehmen und mit etwas Abstand den Dampf einatmen lassen. Sobald das Wasser abkühlt, den Kopf dichter an das Wasser halten. Dem Kind nach dem Inhalieren ein Handtuch um den Kopf binden oder eine Mütze aufsetzen, damit es nicht auskühlt.

Januar. In diesem Monat beginnt üblicherweise die Grippewelle. Sie dauert drei bis vier Monate. Von einer Grippewelle wird gesprochen, wenn in jeder fünften Probe von Patienten mit Grippesymptomen Influenzaviren nachgewiesen werden. Babys und Kleinkinder erkranken relativ selten an Grippe. 2016 mussten 0,9 Prozent der unter Einjährigen und knapp zwei Prozent der Ein- bis Vierjährigen deshalb behandelt werden.

Kinderkrankengeld steht Eltern kranker Kinder zu, wenn sie 1. gesetzlich krankenversichert sind, 2. selbst Anspruch auf Krankengeld haben und 3. keine bezahlte Freistellung infrage kommt. Laut Gesetz haben Arbeitnehmer nämlich Anspruch auf Freistellung und Fortzahlung des Arbeitsentgelts, wenn sie ein krankes Kind hüten müssen. Dieser Anspruch wird aber häufig durch Tarif- oder Arbeitsverträge ausgehebelt. Dann springt die Krankenkasse ein und zahlt Lohnersatz.

Lagen, viele, sind besser als dicke Kleidung. Krabbeln oder rennen die Kinder herum, wird ihnen in der Winterjacke schnell zu warm, und sie fangen an zu schwitzen. Nicht gut, denn Schweiß kühlt den Körper aus, und das Kind erkältet sich eher. Deshalb lieber mehrere Schichten anziehen. Beim Rennen bleibt die Jacke aus, beim anschließenden Keksknabbern wird sie wieder übergezogen.

Morosche Karottensuppe ist ein bewährtes Hausmittel und kann Durchfall lindern. Dafür 500 Gramm geschälte Karotten in einem Liter Wasser für ein bis eineinhalb Stunden kochen, einen gestrichenen Teelöffel Salz zugeben und pürieren. Dem Kind immer wieder kleine Mengen davon zu trinken geben.

Nasensprays auf Meerwasserbasis bringen bei Schnupfen leichte Linderung. In einer Übersichtsstudie konnten Kinder nach der Anwendung besser atmen. Einen Versuch ist es wert, bevor zu abschwellenden Nasentropfen gegriffen wird

Ohrenschmerzen sind quälend und treten bei Kleinkindern häufig bei Erkältungen auf. Der Grund: Die Schleimhäute im Ohr und in der Verbindung zwischen Mittelohr und Rachen schwellen an, Sekret staut sich und drückt aufs Trommelfell. Das tut weh. Wenn das Kind weint, häufig den Kopf schüttelt, sich ans Ohr fasst oder schlecht hört, deutet das auf Ohrenschmerzen hin. Gegen die Schmerzen helfen Medikamente wie Paracetamol. Oder man probiert es erst mal mit einem Zwiebelsäckchen.

Pulswickel wirken sanft gegen Fieber und eignen sich auch schon für die ganz Kleinen. Und so macht man sie:
1. Aus einer alten Windel vier handgelenkbreite Streifen schneiden.
2. Aus einem Moltontuch vier weitere, etwas breitere Streifen schneiden.
3. Windelstreifen zur Hälfte in lauwarmes Wasser tauchen, auswringen und mit der nassen Seite beginnend um Hand- und Fußgelenke wickeln. Darüber die trockenen Moltonstreifen wickeln.
4. Alle zehn Minuten die Windelstreifen neu anfeuchten, dreimal wiederholen.

Quälende Nächte durchleben Eltern, wenn das Kind nachts immer wieder aufwacht (Husten) oder weint (Halsweh). Dann unbedingt jede Ruhephase des Kindes dafür nutzen, um sich selbst auszuruhen. Wäsche, Putzen, Aufräumen kann warten. Wenn das nicht reicht, die Oma, den Opa, die Patentante bitten, für ein paar Stunden zu übernehmen und selbst Schlaf tanken.

Reizhusten, auch trockener Husten genannt, tritt häufig am Anfang von Erkältungen auf und geht dann in produktiven Husten über, bei dem Schleim ausgeworfen wird. Ein Teelöffel Honig am Abend kann Linderung bringen (aber erst für Kinder ab einem Jahr!). Hält der Reizhusten mehr als drei Tage an, sicherheitshalber den Kinderarzt aufsuchen.

Salbeitee kann Halsschmerzen lindern: 1/2 Teelöffel Salbeiblätter mit 200 Milliliter kochendem Wasser übergießen, zwei Minuten ziehen lassen und abseihen. Ein bisschen Zucker oder Honig (bei über Einjährigen) dazugeben, dann schmeckt es besser.

Tröpfcheninfektion ist bei Erkältungen typisch. Beim Husten oder Niesen gelangen winzige Tröpfchen mit Viren in die Luft, schweben eine Weile umher und sinken dann auf Gegenstände ab. Nimmt ein Kind einen solchen Gegenstand in die Hand und greift sich anschließend an den Mund, gelangen die Viren in den Körper.

Unter der Achsel Fieber zu messen, ist bei Kleinkindern zwar ziemlich ungenau, kann aber einen ersten Anhaltspunkt liefern, ob die Körpertemperatur erhöht ist. Wichtig: Den Arm eng am Körper halten, damit das Thermometer nicht verrutscht, und anschließend 0,5°C addieren.

Väter und Mütter können sich pro Kalenderjahr für jeweils zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen, um ihr krankes Kind zu versorgen. Bei mehreren Kindern erhöht sich der Anspruch auf bis zu 25 Arbeitstage pro Kopf. Voraussetzung für die Freistellung: ein ärztliches Attest.

Waschungen senken Fieber und wirken beruhigend. Für eine Oberkörperwaschung einen Waschlappen in ca. 25 °C kaltes Wasser mit etwas Kamillentee oder Zitronensaft tauchen, gut auswringen und den nackten Oberkörper an den Armen beginnend abreiben. Dann sofort einen Schlafanzug anziehen und das Kind ins warme Bett legen.

X-beliebige Infekte reihen sich in der kalten Jahreszeit aneinander und sorgen dafür, dass unsere Kinder nicht nur gefühlt dauerkrank sind. Sechs bis zehn Erkrankungen im Jahr sind bei Kindern normal, ein Husten kann bis zu drei Wochen dauern: Macht im schlimmsten Fall 30 Wochen Husten – na danke.

Y-Chromosom, das, scheint zumindest ein wenig vor Atemwegserkrankungen zu schützen. Laut einem DAK-Report wurden 2016 rund 30 Prozent der Mädchen mit einem grippalen Infekt beim Arzt behandelt, aber nur 29 Prozent der Jungen. Auch bei Mandelentzündungen (8,9 zu 8,2 Prozent), Erkältungsschnupfen (7,5 zu 7,2 Prozent) und Rachenentzündung (7,5 zu 6,7 Prozent) lagen die Mädchen leicht vorne. Nur die Bronchitis wurde bei Jungen (12,2 Prozent) öfter diagnostiziert als bei Mädchen (10,6 Prozent).

Zwiebelsäckchen riechen zwar etwas streng, gehören aber bei Ohrenschmerzen zu den bewährten Hausmitteln: Zwiebeln klein hacken, in einen Socken geben, etwas quetschen, zwischen einer Wärmflasche erwärmen und aufs Ohr legen. Damit das Säckchen nicht runterrutscht, kann man eine weite Mütze drüberziehen.

Richtig Hände waschen

Am besten unter heißem Wasser und mit antibakterieller Seife? Nein! Händewaschen funktioniert am besten über Reibung. Wer die Seife zwischen seinen Händen 20 bis 30 Sekunden aufschäumt, kann die Keime an den Händen auf ein Tausendstel reduzieren. Die Wassertemperatur ist dabei egal – und eine bessere Wirkung von antibakterieller Seife konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Viermal vorbeugen

1. Regelmäßig Händewaschen unterbricht die Übertragungskette für Keime.
2. Ausreichend schlafen und Stress vermeiden.
3. Drei- bis viermal am Tag für zehn Minuten lüften.
4. Mehrmals die Woche Sport, Sauna und Wechselduschen stärken das Immunsystem.

Buchtipp

"Bäuchlein-Öl und Zwiebelsocken", Facultas, 18,40 Euro von Claudia Schauflinger. Die Autorin hat bewährte Hausmittel aus ihrer Familie weiterentwickelt, aber auch eigene Ideen ausprobiert. Seit einigen Jahren gibt sie ihre Erfahrungen auf ihrem Blog und bei Workshops weiter.

ELTERN

Mehr zum Thema