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Lieblingsessen Süßigkeiten? 8 Tipps, um den Zuckerkonsum eurer Kinder nachhaltig zu reduzieren

Kinderernährung: Kleinkind zeigt auf einen Donut
© muse studio / Adobe Stock
Eure Kinder wollen immer nur Süßes essen? Dann ist es vielleicht Zeit, den Zuckerkonsum etwas zu reduzieren. Wir haben 8 Tipps, mit denen ihr die Kleinen nachhaltig entwöhnen könnt.

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Klar, so ganz lässt er sich kaum umgehen, der Zucker. Und ein striktes Verbot ist auch gar nicht sinnvoll. Aber zu viel Süßes kann auf Dauer schaden; es drohen Karies, Übergewicht und ein erhöhtes Risiko für Diabetes. Das Dilemma: Kinder lieben alles, was süß schmeckt. Und wollen immer mehr davon.

Entscheiden wir als Eltern, dass es heute nicht schon wieder ein Eis gibt, geht das Theater los: quengeln, weinen, schreien. Als hätte ein Zucker-Dämon von unseren Kindern Besitz ergriffen. Und ist das elterliche Nervenkostüm in so einer Situation nicht ganz so stabil aufgestellt, knickt man schnell ein – und erlaubt das Eis eben doch. Ähnlich kann es sich auch mit den Hauptmahlzeiten verhalten: Während die Gemüsesuppe vehement boykottiert wird, haben die Kleinen kein Problem damit, jeden Abend Pfannkuchen mit Apfelmus (okay, seien wir ehrlich: Erdbeermarmelade) zu essen. Und weil ein Pfannkuchen im Bauch besser als ein leerer Magen erscheint, löffelt man die Suppe dann eben allein aus und beugt sich dem Süßspeisen-Diktat des Nachwuchses.

Irgendwann stellt man dann fest, dass das doch ganz schön viel geworden ist, mit dem Naschen und dem zuckrigen Essen.Und stellt sich die Frage: Wie kommt man da jetzt wieder raus? Auf jeden Fall nicht von heute auf morgen – und auch nicht ohne eine gewisse Konsequenz. Aber es muss kein striktes Süßigkeiten-Verbot sein, um den Zuckerkonsum eurer Kinder wieder auf ein gesundes Maß zu reglementieren. Viel besser ist es, wenn die Kleinen einen gesunden Umgang mit dem Süßkram lernen – und langfristig ein geringeres Bedürfnis danach haben. Wie ihr das hinbekommen könnt? Mit unseren Tipps zur Zucker-Entwöhnung!

8 Tipps zur nachhaltigen Zucker-Entwöhnung

Vorab: Wir sagen nicht, dass es leicht wird! Eingeschliffene Angewohnheiten lassen sich nicht über Nacht verändern – und gelegentlich wird es auch mal einen Rückschlag geben. Und das ist vollkommen in Ordnung! Und ganz wichtig: Ihr müsst kein schlechtes Gewissen haben, wenn eure Kinder gerne oder viel Süßes essen. Niemand will seinem Nachwuchs gezielt damit schaden, wenn es öfter als empfohlen Naschkram gibt. Macht euch also bitte nicht verrückt und scheut euch nicht, professionelle Hilfe in Form einer Ernährungsberatung aufzusuchen, wenn ihr das Gefühl habt, die ganze Sache läuft aus dem Ruder.

1. Alle müssen mithelfen

Zu Hause gibt es statt Saft nur noch Wasser und bei Oma wird eine Süßigkeit nach der anderen aufgetischt? Bitte nicht! Wenn ihr eine Zucker-Entwöhnung starten wollt, holt alle Familienangehörigen und Freund:innen mit ins Boot. Es ist absolut kontraproduktiv, wenn eure neu aufgestellten Ernährungsregeln so untergraben werden.

2. Weniger ist mehr

Schraubt die tägliche Zucker-Dosis in kleinen Schritten runter: Statt einem Glas Saft gibt es Schorle, auf die Pfannkuchen kommt kein gezuckertes Apfelmus mehr, sondern Apfelmark. So könnt ihr den Zuckerkonsum allmählich reduzieren. Sind eure Kinder schon sehr auf den süßen Geschmack gekommen, stößt diese Umstellung vermutlich erst mal auf wenig Gegenliebe. Hier hilft nur eins: durchhalten!

3. Versteckten Zucker meiden

Wären es doch nur die Süßigkeiten … doch der Zucker versteckt sich überall! Und gewöhnt unsere Kinder an einen immer süßeren Geschmack. Um dem vorzubeugen oder entgegenzuwirken, könnt ihr hochverarbeitete Lebensmittel meiden. Macht euer Müsli selbst, süßt Naturjoghurt mit frischem Obst und probiert selbst gemachten Ketchup aus. Auch so könnt ihr die Kleinen schrittweise vom Zucker entwöhnen und einen bewussteren Umgang damit fördern.

Lese-Tipp:Versteckter Zucker: Diese 6 Lebensmittel sind heimliche Zuckerfallen – hättet ihr es gewusst?

4. Gemeinsam rationieren

Zucker-Entwöhnung bedeutet nicht Zucker-Verbot. Deswegen ist es auch völlig okay, wenn eure Kinder weiterhin in Maßen naschen. Ihr solltet ihnen jedoch vermitteln, dass das etwas Besonderes ist – und kein Hauptnahrungsmittel. Sinnvoll kann es daher sein, eine Tages- oder Wochenration anzulegen. Je nach Alter am besten gemeinsam mit euren Kindern. So lernen sie, was eine vertretbare Menge an Süßigkeiten ist und wie sie sich diese einteilen.

5. Nasch-Zeiten festlegen

Statt zwischendurch und nebenbei wird einmal am Tag genascht. Und zwar am besten als Nachtisch nach einer Hauptmahlzeit. Lasst die Süßigkeiten zudem nicht frei zugänglich herumstehen. So verhindert ihr, dass jemand aus Langeweile zugreifen könnte. Und klar: abends nach dem Zähneputzen wird selbstverständlich kein Zucker mehr konsumiert – also auch kein Saft!

6. Gesündere Alternativen suchen

Zucker ist Zucker – ob nun in Obst oder Gummibärchen. Doch ein Apfel enthält neben dem süßen Geschmack auch noch eine ganze Reihe an Vitaminen und Ballaststoffen. Versucht daher, gesündere Nasch-Alternativen für eure Kinder zu etablieren. Klar – es darf auch mal Schokolade sein. Aber süße Trockenfrüchte, Vollkornkekse, reife Kirschen oder selbst gemachte Apfelchips können das Bedürfnis nach etwas Süßem genauso gut befriedigen. Alles eine Frage der Gewohnheit!

7. Süßigkeiten sind keine Geschenke, Belohnungs- oder Trostmittel

Damit du dir und deinen Kindern Diskussionen und Stress ersparen kannst, sollte es eine einfache Regel für alle Freund:innen und Verwandten geben: Süßigkeiten sind keine Geschenke! Doch nicht nur als Geschenk, sondern auch zum Trösten oder Belohnen sind süße Leckereien beliebt. Das ist aber keine so gute Idee: Damit prägen wir unseren Kindern von klein auf ein, dass wir Bedürfnisse mit Essen (insbesondere: süßem Essen) stillen können – ohne, dass wir überhaupt Hunger haben. Der Ernährungsmediziner Matthias Riedl bezeichnet diese Konditionierung als "Prägungsfalle" – die Grundlage für ein ungesundes Essverhalten. Statt das quengelnde Kind also mit der eingeforderten Süßigkeit zu beruhigen, heißt es fortan: in den sauren Apfel beißen! Und zwar für beide Seiten. Während die Eltern konsequent andere Bewältigungsstrategien (kuscheln, lesen, toben, ein Becher Tee …) anbieten sollten, müssen sich auch die Kleinen umstellen. Und das kann hart sein, ehrlich.

8. Vorbild sein

Puh, nicht unbedingt der Lieblingstipp in dieser Liste. Aber nur wenn wir als Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, können wir unseren Kindern einen nachhaltig gesunden Umgang mit Zucker und Essen im Allgemeinen mitgeben. Das bedeutet, die aufgestellten Regeln zur Zucker-Entwöhnung selbst einhalten – und statt zu einem Schokoriegel zu greifen, lieber einen Apfel essen. Das kommt am Ende auch der eigenen Gesundheit zugute.

Quellen:

ELTERN
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