Akt der Mutterliebe
 
Aus speziellem Grund: Mutter gibt ihrer Tochter nur Dosenspaghetti zu essen

Sie ernährt ihre Tochter von Dosenspaghetti. Was zunächst eigenartig klingt, ist ein Akt der Mutterliebe: Crystal MacDonald suchte überall "SpaghettiOs" – und bekam überraschende Hilfe.

Mutter füttert Tochter mit Spaghetti
iStock, zeljkosantrac (Symbolbild)
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Wenn Crystal MacDonald aus Massachussetts anderen Müttern erzählt, was ihre elfjährige Tochter zu essen bekommt, dürfte sie zunächst auf Irritation stoßen. Denn Ashley ernährt sich von nichts anderem als Dosenspaghetti.

Schon seit das Mädchen vier Jahre alt ist, hat sie das Gericht für sich entdeckt: "SpaghettiOs" mussten es sein, kleine Nudelringe, umhüllt von knallroter Tomatensoße. Ab und an durfte auch mal ein Käsesandwich oder ein Joghurt dazukommen – allerdings nur bis Anfang des Jahres. Seit der Corona-Krise und den damit einhergehenden Umstellungen blieb Ashley sicherheitshalber nur bei dem, was sie kannte und mochte. Und das sind SpaghettiOs. 

Austistische Tochter isst nur Dosenspaghetti

Ashley ist nicht schlecht erzogen oder krüsch. Sie ist stark autistisch. "Essen ist eine sehr sensible Erfahrung für sie und ich vermute, dass die meisten Lebensmittel ihr zu viel sind, sie haben zu viel Konsistenz und Geschmack für sie", erklärte Crystal MacDonald gegenüber der amerikanischen "Today".

Eigentlich war die Mutter froh, über die Jahre zumindest mehrere Lebensmittel in den Speiseplan ihrer Tochter einbauen zu können. Doch dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr gleich zwei Probleme: "Als sie ihre Schulroutine verlor, und wie für viele Autisten ist Routine lebenswichtig für ihre mentale Gesundheit, hörte sie auf andere Lebensmittel zu essen", berichtet MacDonald, die damit vor einer doppelten Herausforderung stand. Ihre Tochter weigerte sich, etwas anderes als SpaghettiOs zu essen. Und in den Supermärkten waren nach Hamsterkäufen sämtliche Dosen ausverkauft.

Irgendwann fuhrt MacDonald bis zu 20 Mal am Tag in unterschiedliche Geschäfte, in der Hoffnung, irgendwo ein paar letzte Spaghetti zu ergattern. Vergeblich. Die fünffache Mutter hörte im April auf zu arbeiten, um sich in der Coronakrise um ihre Kinder kümmern zu können.

Und plötzlich standen die SpaghettiOs vor der Tür



Über Monate versuchte MacDonald, Ashley mit No-Name-Produkten und ähnlichen Spaghetti auszutricksen. Nichts klappte. Sie wollte einfach nicht mehr essen. Bis Anfang August ein kleines Wunder geschah. Plötzlich wurde die Familie mit Lieferungen von Dosenspaghetti überrascht!

Nach einem Interview mit der Lokalzeitung wurden mehrere Menschen auf die MacDonalds aufmerksam. Sie schickten der Mutter nicht nur Tipps, wo sie noch SpaghettiOs finden könnte, sondern sogar gleich mehrere Dosen direkt vor die Tür.

Doch damit nicht genug: Nachdem "Today" über die Familie berichtete, kontaktiere das Magazin den Hersteller der Spaghetti. Daraufhin erhielt Ashley einen Jahresvorrat an SpaghettiOs nachhause geliefert!

"Als Elternteil eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen kann es einsam werden und nicht viele verstehen dich. Erst recht in solchen Zeiten der Aufruhr und Not war es unglaublich, so eine Freundlichkeit zu erleben", zeigt sich MacDonald gerührt. Für andere sind es nur Dosenspaghetti – doch für die Familie bedeutet es viel mehr.

Die Geschichte zeigt, wie wertvoll ein Zusammenhalt in der Gesellschaft ist. Und dass es sich manchmal lohnen kann, offen und ehrlich seine Geschichte zu erzählen – und wiederum anderen zuzuhören, wenn sie in Not sind.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen bei BRIGITTE.de.
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