VG-Wort Pixel

Datteln vor der Geburt Warum viele schwangere Frauen das Superfood essen

Datteln vor der Geburt: Frau hält Datteln in der Hand
© seksan wangjaisuk / Shutterstock
Kann der Verzehr von Datteln die Geburt erleichtern? Zwei Studien legen es nahe. Wir verraten, was die Frucht so besonders macht. 

Klar, wir wünschen uns alle eine Geburt, die ohne Komplikationen verläuft und möglichst schnell vorbei ist. Bis zu einem gewissen Grad können wir auch selbst etwas dazu beitragen, etwa durch Geburtsvorbereitungskurse – oder die richtige Ernährung. Zwei Studien haben nämlich unabhängig voneinander ergeben, dass Frauen, die zum Ende der Schwangerschaft regelmäßig Datteln essen, ihre Babys schneller auf die Welt bringen sollen. 

Datteln: Das Superfood für Schwangere?

Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass Datteln enorme Vitaminbomben und Energielieferanten sind. Dank Fitness-Influencer:innen wie Caroline Deisler oder Pamela Reif wissen wir längst, dass sich die Dattel nicht nur im Speckmantel, sondern auch im Salat, Smoothie oder als idealer Zuckerersatz beim Backen im Kuchen macht. Sie hat gerade mal 285 Kilokalorien auf 100 Gramm und steckt voller Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium, die gegen Müdigkeit und Erschöpfung helfen. Noch dazu hilft sie gegen Heißhungerattacken und fördert die Verdauung. Kein Wunder, dass die sogenannte „Frucht des Orients“ mit ihrem Honig-Karamell-Geschmack der optimale süße Snack für Schwangere sein soll. Aber kann sie die Geburt auch tatsächlich beschleunigen?

Zu schön, um wahr zu sein, oder? 

Zwei wissenschaftliche Teams haben sich mit dem Thema beschäftigt. Dabei hat eine jordanische Forschergruppe um Al-Kuran 2011 in einer Studie herausgefunden, dass der tägliche Verzehr von sechs Datteln zu einer deutlichen Verkürzung der Latenzphase führt, also die erste Phase in den Tagen vor der Geburt, bei der das Baby tiefer in das Becken der Mutter rutscht und die optimale Lage für die Geburt einnimmt. In der Studie aßen 69 Frauen ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche fleißig sechs Datteln am Tag. Und das vitaminreiche Naschen zeigte Erfolg. Alle Frauen trafen mit einer größeren Muttermundweite im Kreißsaal ein und hatten in den meisten Fällen sogar noch eine intakte Fruchtblase im Gegensatz zu den Frauen aus der Kontrollgruppe. Hinzu kommt, dass die Gabe an wehenfördernden Hormonen während der Geburt bei den Dattelkonsumentinnen um 20 Prozent geringer war. 

2017 wurde dieses Ergebnis durch eine weitere iranische Studie um Kordi belegt. Daran nahmen 182 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren teil, die zum ersten Mal schwanger waren. Die eine Hälfte der Frauen hatte keine Datteln auf dem Speiseplan stehen. Die andere sollten ab vier Wochen vor dem Entbindungstermin täglich 70 bis 76 g (ca. 6-7 Stück) Datteln verzehren. Das überraschende Ergebnis im Vergleich zu der jordanischen Studie: Nicht nur die Latenzphase und die Eröffnungsphase waren kürzer, auch die Austreibungsperiode, also die Zeitspanne zwischen der vollständigen Eröffnung des Muttermundes und der Geburt des Kindes und sogar die Nachgeburtsphase waren deutlich verkürzt bei den Frauen, die vor der Geburt Datteln aßen. 

Beide Studien haben belegt, dass sich die Geburtdauer wirklich verkürzt, wenn man ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche täglich sechs Datteln isst. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Der hohe Dattel-Konsum zeigte keinerlei Nebenwirkungen.  

Zusammengefasst: 

Wer konsequent vier Wochen vorm Geburtstermin sechs Datteln pro Tag mampft, erhöht die Chance auf: 

  • Kürzere Latenzphase 
  • Verkürzte Austreibungsphase 
  • Längere intakte Fruchtblase 
  • Schnellere Nachgeburt 
  • Verzicht auf wehenfördernde Hormone 

Verwendete Quellen: Al-Kuran Studie, Kordi Studie, healthline.com

ELTERN

Mehr zum Thema