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Vorsorge-Untersuchungen 5 Fragen zum neuen Vorsorgeheft

Vorsorge-Untersuchungen: 5 Fragen zum neuen Vorsorgeheft
© Christopher Futcher / iStock
Seit dem 1. September 2016 gelten neue Regeln für die Vorsorge-Untersuchungen U1 bis U9. Deshalb gibt es auch ein neues gelbes Vorsorgeheft. Braucht jetzt jedes Kind ein neues Heft? Und was hat sich sonst noch geändert? Hier findest Du die Antworten.

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Brauchen alle Kinder jetzt ein neues Vorsorgeheft?

Nein. An Eltern von Neugeborenen wird die neue Version ab sofort ausgegeben. Eltern mit Kindern bis zum ersten Geburtstag (beziehungsweise bis inklusive U6) bekommen beim nächsten Kinderarztbesuch ein neues Heft, in dem dann die Ergebnisse der kommenden Untersuchungen eingetragen werden. Hat das Kind die U6 schon hinter sich, bekommen die Eltern für die Ergebnisse der verbleibenden Untersuchungen Einlegeblätter, die in das alte Heft eingeklebt werden.

Was ändert sich an den einzelnen Vorsorge-Untersuchungen?

Die neue Regelung setzt neue Qualitätskriterien für die einzelnen Untersuchungen, zum Beispiel für den Seh- und den Hörtest. Der Kinderarzt soll außerdem vermehrt darauf achten, ob die Zähne des Kindes gesund sind, und die Eltern bei allen Untersuchungen ausführlich zum Impfschutz beraten. Außerdem ist der Arzt gehalten, Beobachtungen genauer im Vorsorgebuch festzuhalten, zum Beispiel, ob sich das Kind körperlich und seelisch altersgerecht entwickelt, wie die Eltern mit ihrem Kind umgehen und ob sie erhöhten Beratungsbedarf haben.

Sind neue Untersuchungen dazugekommen?

Ja, jetzt können Eltern ihr Kind auch auf die angeborene Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose testen lassen. Für den Test ist keine extra Blutentnahme nötig, er kann bei der Blutentnahme im Rahmen des üblichen Neugeborenenscreenings mitgemacht werden.

Wofür sind die neuen, heraustrennbaren Teilnahmekarten?

Auf den Karten bestätigt der Kinderarzt, dass er die jeweilige Untersuchung durchgeführt hat. Mit diesen Karten können die Eltern zum Beispiel bei der Kita nachweisen, dass das Kind bei allen fälligen U-Untersuchungen war, ohne gleich das ganze Heft mit vielen sensiblen Daten vorlegen zu müssen.

Richten sich alle Kinderärzte ab sofort nach den Neuerungen?

Im Krankenhaus (fast immer also bei der U1 und U2) führen die Ärzte die Vorsorge-Untersuchungen auf jeden Fall schon nach der neuen Regelung durch, da dort die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Bei den niedergelassenen Kinderärzten ist die Vergütung dagegen noch nicht geregelt. Und solange das noch nicht geschehen ist, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung, können die gesetzlichen Kassen die Kosten noch nicht übernehmen. Eltern müssen also damit rechnen, dass ihr Kind eventuell noch nach den alten Regelungen untersucht wird. Am besten fragst Du bei Deinem Kinderarzt nach.


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