Kindergesundheit
 
Corona-Impfung? Kinderärzte stehen bereit

Noch gibt es keinen für Kinder zugelassenen Covid-19-Impfstoff. Laut Dr. Thomas Fischbach, dem Vorsitzenden des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, sind die deutschen Kinderärzte aber bereit, beim Impfen der gesamten Bevölkerung mitzuwirken, sobald ein Impfstoff zugelassen wird, der einfacher zu lagern ist. (Stand 13.01.2021)

Ärztin impft kleines Mädchen mit Mundschutz
iStock, zoranm

"Für eine Herdenimmunität brauchen wir eine Corona-Impfrate von ca. 70% der Bevölkerung. Dies ist nur mit Hilfe der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte und Hausärzte zu schaffen. Impfzentren schaffen es nicht, so viele Menschen in kurzer Zeit zu impfen.“ Mit diesen Worten wirbt BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach dafür, die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte und auch Hausärzte ins Impfmanagement einzubeziehen, wenn demnächst einfacher zu lagernde Vektorimpfstoffe wie der von Astra-Zeneca zur Verfügung stehen.

"Wir Kinder- und Jugendärzte sind Impfärzte"

"Wir Kinder- und Jugendärzte sind Impfärzte. Wir haben in unseren Praxen die Strukturen, um effizient, schnell und sicher viele Menschen zu impfen,“ so Dr. Thomas Fischbach weiter. "Wir verfügen über die Kühlschränke für die sichere Lagerung, wir verfügen über die nötige Kompetenz, sorgfältig aufzuklären, sicher zu impfen und auch Risikopatienten zu identifizieren, die aufgrund bestimmter Grunderkrankungen besser nicht geimpft werden."
Als weiteren Vorteil nennt Fischbach, dass die Menschen wohnortnah geimpft werden könnten. Und zieht das Fazit: "Wir sind also bereit und in der Lage, gemäß den STIKO-Empfehlungen und Vorgaben der Bundesregierung mitzuwirken, in kurzer Zeit den Impfschutz für die Bevölkerung aufzubauen.“
Über mögliche Schwierigkeiten in der praktischen Ausführung sagte er nichts. Nicht wenige Eltern werden sich fragen, ob es noch schwieriger wird, für das eigene Kind einen zeitnahen Termin beim Kinderarzt zu bekommen, wenn in der Praxis auch Erwachsene geimpft werden.

Impfstart für Kinder ist noch in weiter Ferne

Bis allerdings tatsächlich auch eine STIKO-Empfehlung für die Impfung von Kindern da ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Auf die Frage "Wird es eine Impfempfehlung für Kinder gegen Covid-19 geben?" antwortet das Robert-Koch-Institut zur Zeit: "Das ist bisher noch nicht absehbar, Studien dazu sind jedoch geplant und wurden in kleinem Rahmen auch schon begonnen. [...] Sollte es in Zukunft einmal einen Impfstoff für Kinder geben, muss durch die Zulassungsbehörden sichergestellt sein, dass dieser wirksam ist sowie ein sehr gutes Sicherheitsprofil aufweist. Ein solcher potentieller Impfstoff würde dann durch die STIKO bewertet werden. Die STIKO würde in der Folge darüber entscheiden, ob ein solcher Impfstoff für Kinder zu empfehlen ist oder nicht." (Stand: 8. Januar 2021)

Quellen:
Kinderärzte im Netz
Robert-Koch-Institut: COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)